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See you in Paradise

GeschichteDrama / P16 / Gen
15.05.2013
05.06.2013
8
7.496
 
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.05.2013 855
 
Da ich im Klausurenstress bin folgen die nächsten Kapitel wohl erst nächsten Samstag!
Ansonsten viel Freude beim Lesen!

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  „Vielleicht will es Lyssa ja haben?“, schlug Leland seinem Bruder vor.
„Dann nimm es ihr mit!“, rief Duane Lee ihm zu.
Leland griff nach dem Buch und legte es neben sich auf die Couch. Dann stellte er den Fernseher an. Sein Blick schweifte immer wieder auf das Buch ab, bis er endlich auf die Pause-Taste drückte und die erste Seite aufschlug. Er las immer weiter, das Spiel war vergessen, bis Duane Lee vor ihm stand.

  „Können wir?“, fragte er Leland.
Dieser sah ihn ernst an. „Brah, du solltest dieses Buch wirklich lesen! - Und zwar vom Anfang bis zum bitteren Ende.“ Leland drückte ihm das Buch in die Hand und ging in den Flur. 'Was der nun wieder hat?!', dachte Duane Lee sich, schmiss das Buch auf die Couch und schaltete die Geräte wieder ab.

Es wurde wie so häufig ein feuchtfröhlicher Abend. Duane Lee trank wie auch sonst recht viel und ging zum Schluss mit einem Mädchen mit. Am nächsten Tag fiel er erschöpft auf seine Couch. Das Hinausschleichen wurde langsam echt anstrengend. Plötzlich stach ihn die Buchecke in den Rücken. „Ah! Verdammt!“, schrie er auf und hielt schon das Buch in den Händen. Wieder sah er das Buch einige Augenblicke an und schlug es endlich auf.

'Für Amelié
Wir werden uns wiedersehen.
Und für dich'

  Er hielt inne. Wer bitteschön ist 'für dich'? Er schlug die nächste Seite auf.

'Wenn ich hier so an deinem Bettchen sitze, deinen Kopf streichle und die Geräte ihre inzwischen beruhigenden Töne von sich geben, dann verfalle ich immer wieder in einen Zustand der Erinnerung. Sie blitzt auf wie ein scharfes Messer, welches die Leinwand zerschneidet. Du bist ein echtes Wunder. Und jeder Tag der vergeht ist es ebenso, weil es dich gibt. Es gibt nichts, womit ich dich verdient hätte. Und genauso wenig gibt es nichts, womit du ein so schweres Leben vom ersten Augenblick an verdient hättest. Leider schreibt das Leben seine eigenen Geschichten und so auch deine. Jeder Mensch, der Einfluss auf dein Leben nimmt oder genommen hat,hat etwas dazu geschrieben. Und so hast auch du in jedem Leben einen Eintrag hinterlassen. Aber dies ist die Geschichte deines Lebens. Sie beginnt im Paradies und wird dort auch enden.'

  'Paradies? Ein schönes Synonym für die Herkunft eines neuen Lebens.', dachte sich Duane Lee. Er lehnte sich auf der Couch zurück.

'Ich erinnere mich gerne an die kurze Zeit im Paradies, weniger gerne an ihr jähes Ende. Ich wusste noch nicht, dass du mich schon begleitetest.'

  Duane Lee runzelte die Stirn und dachte an ihren Abflug aus Hawaii.

Rückblick

  „Ich habe doch nicht mit deinen Gefühlen gespielt!“
„Wie bitte? Als erstes bist du angeblich Single, dann kommt heraus, dass du eine Frau und Kinder hast. Dann meinst du, ihr lebt schon seit einiger Zeit getrennt und heraus kommt, du bist nach Hawaii, um deinen Vater zu unterstützen und deine Frau ist erst mal dort geblieben. Dann bin ich die Frau von der du immer geträumt hast, so verträumt, ehrlich und unkompliziert und plötzlich ist deine Frau wieder die Nummer eins.“ Ihre Stimme brach bei den letzten Worte. „Dann soll ich dir Zeit geben, denn es ist eine wirklich verworrene Situation und dann sehe ich dich mit anderen Frauen?! Und du sagst, du würdest nicht mit den Gefühlen spielen?“ Sie nahm ihre Sachen.
„Ich kann dir nur sagen, dass ich nicht mit deinen Gefühlen gespielt habe.“, antwortete Duane Lee. Celine lachte bitter auf.
„Das traurigste an der ganzen Sache ist, dass du das wirklich glaubst. Du bist ein echter Egoist. Schlag im Duden nach was Spielen ist und du wirst entdecken, dass du spielst. Ich hoffe für dich, dass du irgendwann erkennst, was du wirklich willst und dann bis zum bitteren Ende dafür kämpfst. Ich bin das anscheinend nicht.“ Das Taxi war gekommen und Celine verließ die Wohnung.

  Duane Lee sah den rot aufleuchtenden Rücklichtern nach. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie nun für immer fort sein würde. Schnell schnappte er sich seine Sachen, setzte sich ins Auto und fuhr ihr hinterher zum Flughafen. Er beobachtete, wie sie den Taxifahrer bezahlte, ihre Koffer nahm und tief einatmete, bevor sie das Flughafengebäude betrat. Schnell suchte er sich einen Parkplatz, um ihr dann weiter zu folgen. Als sie im abgesperrten Bereich verschwand, kaufte er sich ein Ticket, um ihr folgen zu können.

  Er sah, wie sie sich setzte und nicht weiter ging. Sie schien immer noch mit sich zu kämpfen. Er verspürte ihre tiefe innere Zuneigung. Dann kam der letzte Aufruf. Sie hatte sich erhoben und sie schien nach ihm Ausschau zu halten, aber statt sich zu zeigen, versteckte er sich.

Rückblick Ende

  Nochmal sah er auf den letzten Satz. Konnte es möglich sein? Er sah auf das Bild auf der Rückseite, dann lachte er über sich selbst. „So ein Blödsinn!“, sagte er laut und vertiefte sich wieder in das Buch.
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