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See you in Paradise

GeschichteDrama / P16 / Gen
15.05.2013
05.06.2013
8
7.496
 
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Dieses Kapitel
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15.05.2013 929
 
Duane Lee war froh, als er sich die Kleidung abstreifen konnte. Er hatte das Buch auf seinen Nachttisch gelegt und war duschen gegangen. Den Rest des Tages hatte er sich nicht mehr konzentrieren können. Seine Gedanken schweiften immer wieder ab. So sehr er sich auch anstrengte, seine Gedanken blieben bei der Frau, die ihm eine viel zu kurze Zeit ihre ganze Welt offen gelegt hatte. Er spürte die beobachtenden Blicke von seinem Vater, Leland und Beth. Manchmal war es echt anstrengend mit der Familie jeden Tag zusammen zu sein. Aber schlimmer war es, dass sie einen immer besser kennen lernten. Es gab kaum noch Möglichkeiten etwas zu verstecken, wenn mal etwas Entscheidenes vorfiel. Einerseits ist es schön, wenn alle einem sofort zur Seite stehen. Gleichzeitig ist es unglaublich nervig, wenn immer mindestens 4 Personen alles wissen wollen. Ein erwachsener Mann brauchte seine Geheimnisse, seine Privatsphäre und musste mit bestimmten Dingen einfach allein fertig werden. Das verlangte das ungeschriebene Gesetz der Männlichkeit.

  Wenn Tim, Leland und sein Vater das hinnahmen, gab es aber immer zwei Personen, die das nicht verstanden – Lyssa und Beth. Und eine davon konnte Dinge auch nicht Totschweigen und das war Beth. Er ahnte jetzt schon, dass sie Blut geleckt hatte. Dabei war es nun wirklich nichts, worin sie ihre Nase stecken musste. Sie erinnerte sich nicht einmal an Celine. Und er hatte das Buch auch nur aus unerfindlichen Gründen gekauft. Er ärgerte sich jetzt, dass seine Neugierde ihn zum Kauf angetrieben hatte. So wie damals als er sie das erste Mal gesehen hatte...

Rückblick

  Sie waren gerade auf der Suche nach einem Flüchtigen gewesen. Die Jagd hatte sie an den Flughafen geführt und dort standen sie nun schon seit einiger Zeit. Duane Lee war langsam, aber unaufhörlich, unglaublich langweilig geworden. Ja, er war ungeduldig. Seinen Vater nervte dies ungemein und so schickte er ihn nach draußen, um dort Ausschau zu halten. Dabei wusste sein Vater doch, dass der Flüchtige im Gebäude aufzugreifen war.

  Duane Lee war verärgert, aber auch froh Bewegung zu erhalten. Als er draußen so herum ging, fiel ihm eine junge Frau ins Auge. Fast hätte er über sie hinweg gesehen, aber gerade in dem Moment sah sie verträumt in den Himmel und tippte sich andauernd mit einem Kugelschreiber ans Kinn, um dann in leichter Aufregung etwas niederzuschreiben. Er musste lächeln.

  Irgendwie erinnerte ihn das an etwas. Er wusste nur nicht an was. Also setzte er sich ihr gegenüber und beobachtete sie einige Zeit. Sie war so vertieft und bemerkte ihn gar nicht. Stattdessen wechselte ihr Gesicht andauernd die Mimik. Und da passierte es, er spürte ein ungeheures Verlangen danach von ihr bemerkt zu werden. Er überlegte und überlegte, während seine Beine ihn in ihre Richtung trugen und vor ihr stehen blieben. Er hatte noch gar keinen Plan im Kopf, was er sagen oder machen könnte. Eines stand jedoch fest, sie sollte ihn bemerken. Und das tat sie auch.

  Während sie ihren Stift in die Mitte ihres Blockes oder Buches legte, sah sie auf und sagte: „Hey, nehmen sie jemand anderem das Sonnenlicht!“ Sie war freundlich und grinste, während sie versuchte Empörung zu zeigen. Er musste ihr grinsen erwidern und wie von alleine öffnete sich sein Mund.

Rückblick Ende

  Er bemerkte nicht das Lächeln in seinem Gesicht bei diesen Erinnerungsfetzen. Stattdessen ärgerte er sich über diese Erinnerung und sein damaliges Verhalten. Er hätte sich beherrschen und sie niemals beobachten, geschweige denn Ansprechen sollen! Ja, er war ein Vollidiot so eine Frau lange zu beobachten und dann seine Nummer zu geben.

  Er umwickelte seine Hüfte mit dem weißen Handtuch und trat in sein Schlafzimmer. Sein Blick fiel auf das Buch neben seinem Bett. Vielleicht sollte er es doch wegschmeißen und nicht lesen. Er setzte sich auf das Bett und starrte das Buch an. Es ging ihn auch gar nichts mehr an. Ihrer beiden Leben trennten sich vor 5 Jahren.

Rückblick

  Tränen liefen über ihr Gesicht, während sie durchs Zimmer rannte und immer wieder Sachen ergriff und sie in einen ihrer Koffer schmiss. Duane Lee lehnte am Türrahmen und beobachtete die Lage mit verschränkten Armen. „Wie konntest du mir das nur antun?“ Celine sah ihn an, stützte sich dabei aber auf den Koffer. So fest ihre Stimme auch klang, er bemerkte, dass sie kurz davor stand zusammenzubrechen.
„Was hattest du denn erwartet? Die große Liebe?!“, sagte er hart und erschrak selbst ein wenig bei diesen Worten. Ihr Blick hielt seinen Augen stand. Er bemerkte selbst wie seine Kraft schwand, aber er musste stark bleiben. Schließlich wandte sie ihren Blick ab und schüttelte ihren Kopf aus Verzweiflung.
„Ich hatte einen Mann erwartet und niemanden der mit den Gefühlen eines Menschen spielt. Aber so ist das nun einmal, mir wird wohl immer wieder das Herz gebrochen werden.“

Rückblick Ende

  Ein kleiner Kampf entbrannte zwischen Duane Lee und dem Buch, dann nahm er es und trug es in die Küche. Gerade als er es wegwerfen wollte, klingelte es an der Tür. Duane Lee stöhnte kurz und legte es auf dem Weg zur Tür auf die Ablage zum Wohnraum. Als er öffnete stand Leland vor ihm. „Noch nicht fertig, Dude?!“, fragte der und drängte sich an Duane Lee vorbei in den Flur.

  „Noch nicht. Kannst noch ein bisschen Play Station spielen.“
„In Ordnung“
Duane Lee machte sich auf den Weg ins Schlafzimmer. Leland, der ihm folgte, um ins Wohnzimmer zu kommen, erblickte das Buch auf der Ablage.
„Schon eingelesen?“, fragte er seinen Bruder.
„Nein, ich wollte es gerade wegschmeißen. Wo du davon sprichst, kannst du das bitte machen?“
Leland schüttelte mit dem Kopf. Das war echt nicht zu glauben.
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