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See you in Paradise

GeschichteDrama / P16 / Gen
15.05.2013
05.06.2013
8
7.496
 
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.05.2013 864
 

Hinweis:
Ab jetzt wird es etwas komplizierter. Im ersten Kapitel lag der Fokus auf 'Celines Sicht'. Nun machen wir einen kleinen Zeitsprung und wechseln den Fokus. Eine weitere Besonderheit: Es wird immer wieder Auszüge aus Celines Buch geben. Diese sind durch kursive Schrift und Apostroph gekennzeichnet.
Nun bleibt mir nur euch weiterhin viel Freude beim Lesen zu wünschen. Und wenn ihr mögt, lasst mir doch bitte einen Kommentar da, ob euch die Story gefällt und dieser Wechsel sowie Buchzitate nicht zu verwirrend sind. Danke für eure Mithilfe!

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5 Jahre später

(Fokus Duane Lee)

  In roten verschnörkelten Lettern stand ihr Name auf dem Buch: 'Celine Hoffmann'. Die Erinnerungen an sie kamen in Windeseile zurück, als wären sie nie fort gewesen oder von ihm verdrängt worden. Dabei hatte er sich solche mühe gegeben, sie in die untiefen seines Gedächtnisses zu vergraben. Das Buch, ihr Name wirkten ziemlich anziehend, obwohl er nun wirklich niemals Bücher las. Das letzte Werk, welches er gezwungenermaßen lesen musste, es war schließlich das Buch seines Vaters, hatte er auch nur Auszugsweise gelesen. Leland und Beth hatten ihn über den Inhalt aufklären müssen. Und sie waren über seine Interessenlosigkeit ziemlich empört gewesen. Wo waren die eigentlich? Sie mussten ganz in der Nähe umher schwirren. Er sollte lieber vorsichtig sein.

 Nach kurzem Zögern nahm er das Buch in die Hand. Es war ein champagnerfarbener Einband mit vielen blühenden Blumen. Er las den mit blau verschnörkelten Lettern gedruckten Titel 'See you in Paradise' und runzelte seine Stirn. Was hatte das denn zu bedeuten? Er drehte das Buch um und hielt den Atem an. Es war tatsächlich sie! Sein Herz begann schneller zu schlagen. Da war sie mit ihrem unglaublichen Lächeln abgebildet und in ihrem Arm lag ein süßes Baby.

  Sie hatte also ihren Traumprinzen gefunden und mindestens ein bildhübsches Kind mit ihm. Es war ihm klar gewesen, dass sie ihn irgendwann vergessen würde haben. Doch die Gewissheit dieses Umstandes traf ihn hart, wie ein Schlag mit dem nassen Handtuch ins Gesicht. Er schalte sich selber für diesen Schmerz und dem Keim der Eifersucht nach so langer Zeit. Er hatte doch selbst schuld an diesen Zustand. Als ihm endlich bewusst wurde, wie wichtig sie für sein Leben und Glück war, war es zu spät gewesen. Sie hatte sich nie wieder bei ihm gemeldet. Dabei hatte er einige Versuche der Entschuldigung unternommen.

  Bevor er weiterlaß, hielt er Ausschau nach seiner Familie. Man würde das einen Ärger geben, wenn sie ihn hier mit einem Buch in der Hand erwischten. Er spielte schon einmal die Diskussion mit Beth und Leland in Gedanken durch. Und kniff die Augen vor diesem schrecklichen Gedanken zusammen. Er wollte das Buch schon umdrehen und wegpacken, als ihm einige Wörter ins Auge fielen. Er stoppte also seine Bewegung und begann zu lesen.

Seine Neugierde zerriss ihn fast, als er die kurzen Statements las:

'Packende autobiographische Geschichte einer liebevollen Mutter, welche doch viel zu früh Abschied nehmen lernen musste.', 'Berührend und Herzergreifend bis in den letzten Satz.'
, sowie
'Legen sie sich ihre Taschentücher bereit. Machen sie sich auf die Reise in die Gefühlswelt einer Mutter gefasst'.

Schnell schlug er das Buch auf und las den kurzen Einbandtext, welcher in zwei Abschnitte unterteilt war:



In einfühlsamen Worten beschreibt die Autorin Celine Hoffmann das prägendste Ereignis ihres Lebens – die Geburt ihrer Tochter Amelié. Doch schon vor der Geburt muss sich Celine einer unangenehmen Wahrheit stellen. Ihr Kind wird, falls es überhaupt die Schwangerschaft überlebt, mit einem schweren Herzfehler zur Welt kommen. Mit Kampfgeist und Entschlossenheit stellt sie sich zusammen mit ihrer Tochter und Freunden der Wirklichkeit und lädt dabei zum Träumen ein.



Er vergaß für einen Moment zu atmen. Dann schämte er sich für die kurze Eifersucht. Stattdessen fielen Gefühle des Mitleides und Mitgefühles über ihn her. Ihr Herz sollte wohl wirklich immer wieder gebrochen werden. Es war einer ihrer Sätze in ihrem letzten gemeinsamen Gespräch gewesen. Er schloss kurz die Augen, um die vielen Informationen in so kurzer Zeit zu verarbeiten. Celine ist... war Mutter? Was war ihr in den letzten Jahren nur widerfahren? Wie hatte sie den Vater des Kindes kennengelernt? Ihr Mann hatte ihr hoffentlich die Stärke und den Rückhalt geben können, den eine Frau oder Familie in so einer Situation benötigte.

  Da hatte er fast fünf Jahre nichts mehr von ihr gehört. Und dann das hier. Er wusste wirklich nicht, was er denken geschweige denn fühlen sollte. Und noch mehr beunruhigte ihn, dass ihn die Informationen so sehr berührten. Natürlich waren sie ihm nicht egal. Er hatte sie schließlich einst geliebt. Kurz stoppte er seinen Gedankenfluss. Warum hatte er es ihr damals nicht zusichern können? Warum hatte er sich von seinen Unsicherheiten überrumpeln lassen. Dieser eine Satz hätte sie bei ihm gelassen: 'Ich bin unglaublich verliebt in dich und gleichzeitig voller Unsicherheit.'

Sein Bruder hätte ihn damals schlagen sollen. Stattdessen hatte er nur mit dem Kopf geschüttelt und gesagt: „Brah, du bist ein kompletter Vollidiot!“ Ja, das war er gewesen oder war er es immer noch? Sein Blick fiel auf den zweiten Absatz. Es war ein Ausschnitt aus dem Buch. Langsam las er:
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