Das Mädchen, das mein Leben veränderte

GeschichteHumor, Romanze / P12
14.05.2013
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Mit dieser Einstellung ging ich auch an diese Schule. Jedoch änderte sich meine Moral schon am ersten Tag. Als ich dieses Mädchen sah, war ich wie versteinert. Sie war so schön, anmutig, aber auch liebenswert und hilfsbereit zugleich. Das war, glaube ich, das erste Mal, dass ich mich so in ein Mädchen verliebt habe und die komplette Welt um mich herum vergessen habe. Ayase. Ayase Aragaki war ihr Name. Zumindest sagte mir das Taichi, als ich ihn fragte.

„Ich habe sowieso keine Chance bei ihr“, versuchte ich mir in diesem Moment einzureden. In Wahrheit jedoch wollte ich sie einfach nur nicht ansprechen. Ich hatte so große Angst davor einen Korb zu bekommen.

So bewunderte ich sie schließlich weiterhin, ohne auch nur ein Wort mit ihr geredet zu haben. Zum Beispiel sind wir immer relativ zeitgleich aus der Schule gegangen, sodass ich immerhin die Richtung ihres Hauses erahnen konnte. Unglücklicherweise liegt mein Haus aber in der entgegengesetzten Richtung von ihrem.

Ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie mich auf irgend eine Weise total ignorierte. Sie schien mir total aus dem Weg zu gehen um wirklich jede Anwesenheit zu meiden. Im Prinzip hatte sie auch keinen Grund mit mir zu reden, aber trotzdem fühlte ich mich irgendwie verletzt.

Doch eines Nachmittags sind wir wieder gemeinsam aus der Schule gegangen. Natürlich hatte sie einen gewissen Vorsprung. Ich ging einfach desinteressiert wirkend hinterher. Dann passierte aber etwas, was mir schon etwas suspekt erschien. Sie spazierte nicht ihrem natürlichen Weg entlang. Sondern hielt sie Kurs in die entgegengesetzte Richtung, wo eben auch mein Haus stand. Ein wenig verwirrt war ich schon, aber ich dachte mir nicht wirklich viel dabei. So schlenderte ich also hinter her, ohne irgendwelche Gedanken. Urplötzlich erhöhte sie ihr Tempo und rannte förmlich um jede Ecke. Langsam verlor ich sie aus den Augen und machte mir schon ein bisschen Sorgen.

„Ob sie wegen mir weggerannt ist?“
Diese Frage schoss mir durch den Kopf.

Nichtsdestotrotz schritt ich weiter nach Hause. Kurz bevor ich dort ankam, erinnerte ich mich an die Forderung meiner Mutter. Sie bat mich nach der Schule noch ein wenig Vorrat an Essen einzukaufen. Ein bisschen niedergeschlagen begab ich mich aber dann doch in Richtung der Einkaufsstraße in der Nähe. Unterwegs hatte ich ein mulmiges. Aber warum ich es hatte, konnte ich mir nicht erklären.

An den Läden der Einkaufsstraße angekommen, betrat ich auch gleich einen kleinen Gemischtwarenladen um nötige Essensvorräte zu kaufen. Darunter waren 5 Packungen Naturreis, 2 Fertig-Nudelsuppen und verschiedene Sushi-Sorten. Zum Glück reichte mein Geld dafür.

Als ich wieder aus dem Laden ging, traute ich meinen Augen kaum. Ich sah Ayase durch die Straße laufen. Scheinbar hatte sie auch Besorgungen zu machen. Stimmt. Warum habe ich nicht daran gedacht? Offensichtlich war sie auch schon wieder auf dem Heimweg, da sie sich ziemlich beeilt hatte.

Der Weg war leer. Nur wir zwei waren dort. Oder zumindest dachte ich das.

Ich schaute ihr nur kurz hinterher und wollte mich dann auch wieder auf meinen Heimweg machen. Aber ich hatte ein mulmiges Gefühl. Irgendwie habe ich eine Art ungewöhnlichen Schatten an der Mauer, hinter der Ayase vorbeiging. Ich war mir nicht sicher. Meine Augen hätten sich auch täuschen können. Nur dieses Gefühl. Dieses Gefühl der Sorge wollte nicht aufhören. Ich wusste mir nicht mehr zu helfen und schlich den Weg hinter Ayase her. Sie hatte wieder einen geraumen Vorsprung und ich konnte sie kaum mehr erkennen. Das konnte aber auch an der Dunkelheit liegen, die mittlerweile eingetroffen ist.

Irgendwann verlor ich sie dann ganz aus den Augen. Da ich aber nichts verdächtiges erkennen konnte, begab ich mich dann doch endlich nach Hause. So zog ich also durch die leichtbeleuchteten Straßen.

Die Umgebung bestand nur aus den Reihenhäusern, wie sie in so gut wie jeder Straße dieser Stadt stehen. Das einzige Gebäude, was meiner Meinung nach ziemlich schroff und alt wirkt war ein paar Straßen von meinem Haus entfernt. Es schien eine ältere Fabrik zu sein, aber ich hab nie wirklich dafür interessiert. Aber um nach Hause zu kommen musste ich leider an diesem dubiosen Gebäude vorbei.

„Wie lange diese Fabrik schon unbenutzt und verlassen ist?“, flüstere ich leise vor mich her. Die ganzen Fenster waren kaputt und die Türen richtig verrostet. Es war ein wirklich komisches Gefühl hier vorbei zu müssen.

Auf einmal hörte ich einen Schrei aus der Fabrik. Im ersten Moment war ich richtig erschrocken. Aber dieser Schrei. Die Person, die geschrien hatte brauchte bestimmt Hilfe. Ich zögerte nicht lange und stürmte das Haus, in die Richtung aus der der Schrei kam. Ich trat die Tür auf und ich konnte es nicht fassen.

Ayase. Es war Ayase. Sie wurde von einem zwielichtigen Mann verfolgt, der sie ausrauben wollte. Der Kerl hielt Ayase so stark fest, dass ich ihren Schmerz mitfühlen konnte. Sie schaute mich mit Tränen in den Augen an. Ich wusste genau, dass ich ihr in dieser Situation helfen musste.

Ich rannte auf den Mann zu und verpasste ihm einen rechten Haken an die Schläfe. Der Boxunterricht zahlte sich also doch aus. Er taumelte zurück. Diese Chance konnte ich nutzen, um Ayase zu befreien.

„Versteck dich! Und komm nicht raus bevor ich dich hole!“, befahl ich ihr. Sie nickte und verschwand weiter in der Fabrik. Sie hatte immer noch Tränen in den Augen.

Ich kann es nicht mit ansehen, wenn Mädchen so vor Schmerz weinen!

In der Zwischenzeit stand der Verfolger wieder auf zwei Beinen. Ich machte mich auf das Schlimmste gefasst. Wir griffen uns gegenseitig an. Jeder gab dem jeweils anderen Schläge.

Nach einer gewissen Zeit sah es so aus als würde der Mann gewinnen, aber das konnte ich nicht zulassen. Ich wich all seinen Schlägen aus und holte zu einem mächtigen Schlag in die Magengrube aus. Der Schlag traf  und der Typ fiel langsam auf den Boden. Ich hatte gewonnen. Ich hatte tatsächlich gewonnen. Aber so wirklich freuen konnte ich mich nicht darüber. Also begab ich mich gleich auf die Suche nach Ayase.

Nicht lange hat es gedauert, da fand ich sie in einem der Maschinenräume.

Sie kam langsam auf mich zu. Ihre Augen tränten immer noch. Sie umarmte mich und und fing an zu weinen.

Lange konnte ich den Moment aber auch nicht genießen, denn mir wurde plötzlich schwindelig, bis ich dann schließlich zusammenbrach.

„Ich.... liebe... dich... Ayase...“, waren meine letzten Worte, bevor ich zu Boden fiel.

Das Einzige, was ich noch wahrnehmen konnte, waren die Sirenen der Polizei...