Das 7. Jubel-Jubiläum (Finnick und Annie)

von Laputa
GeschichteDrama, Romanze / P16
Annie Cresta Finnick Odair Mags
14.05.2013
06.01.2018
289
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52
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Hey Leute,
Das ist meine erste FF und ich bin deshalb auch sehr für Verbesserungsvorschläge offen. Ich weiß auch, dass es wirklich viele FFs über Annie und Finnick gibt, was ich nebenbei bemerkt echt klasse finde ;), aber ich hoffe ihr habt noch nicht genug und in meiner FF finden schließlich keine „normalen“ Spiele statt.
Und nur zur Info: Die FF ist schon so gut wie fertig und ich habe mir das Ziel gesetzt, nicht nach den Spielen aufzuhören, sondern viel viel später. :D


P.S. Inspiriert zu der FF, hat mich ein ganz tolles Lied  von The Script. :)

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Annie:

Ich schaue hinter und kneife die Augen zusammen, bevor ich meinen Blick wieder abwende. Meine Eltern und Fiona sehen so traurig und ängstlich aus. Sie schauen uns nach, machen sich Sorgen. Ich spüre den festen Händedruck meines Bruders und sehe zu ihm hoch, während er mit entschlossenem Blick nach vorne schaut. Er ignoriert all die weinenden Kinder und sorgenvollen Eltern um uns herum und läuft einfach an ihnen vorbei. Wie kann er nur so stark sein?
„Bennett“, sage ich leise, aber er hört mich und richtet seine Augen auf mich. Sein Blick wird etwas sanfter, wahrscheinlich, weil er die Angst in meinem Gesicht sehen kann.
„Komm, wir müssen weiter nach vorne“, sagt er nur und drückt meine Hand ein wenig, damit ich laufe. Ich spüre einen starken Luftzug und schaue ihn wieder an. Die Sonne scheint leicht. Sie lässt seine schwarzen Haare viel heller erscheinen und seine Augen wirken viel blauer als sonst.
Plötzlich bleiben wir stehen, um uns am Ende einer Menschenreihe anzustellen. Ich zupfe ein wenig an meinem grünen Kleid herum und hole tief Luft. Es geht sehr schnell vorwärts. Vorne angekommen, schaue ich die Frau an, die mich kaum eines Blickes würdigt und nur nach meinem Finger greift. Das Piksen geht zum Glück sehr schnell und tut nicht weh. Ich führe meinen Zeigefinger zu meinem Mund, bevor Bennett wieder nach meiner anderen Hand greift und mich mit sich zieht. Vorbei an all den ängstlichen Kindern. Wieder schaue ich nach hinten, aber ich kann weder meine Eltern, noch meine Schwester sehen. Ich will zu ihnen.
„Okay, du musst jetzt davor laufen“, sagt Bennett plötzlich und bleibt stehen. Ich folge seinem Finger. „Stell dich einfach in eine Reihe. Dilara wird sicher auch bald kommen.“
„Warte“, sage ich schnell. Mein Herz schlägt wie verrückt. Er soll mich nicht allein lassen. „Bitte, warte. K- Kannst du nicht noch bleiben?“
Er holt tief Luft und legt seine Hände auf meine Schultern. „Annie, alles wird gut. Es wird schnell vorbeigehen, glaub mir. Denk einfach an das Zähl-System.“
Das Zähl-System. Ja, das ist gut. Das hat auch schon meine Mutter benutzt, als sie im Ernte-Alter war. Man muss insgesamt sieben Ernten überstehen. Also dachte sie sich, sie zählt einfach solange mit, bis es vorbei ist. Ich fange heute bei der Sieben an – meine erste Ernte. Nächstes Jahr sind es nur noch sechs und so weiter. Bis ich bei null ankomme.
„Okay“, sage ich leise. Ich beneide ihn so. Es ist seine letzte Ernte. Er ist jetzt bei der Eins und danach ist es vorbei.
„Stell dich einfach in die Reihe da. Ja? Schaffst du das?“, fragt er liebevoll und bringt mich tatsächlich zum Lächeln.
„Ja, schon gut“, ich nicke entschlossen, „geh nur. Ich weiß, dass du noch zu Cleo willst.“
Er erwidert mein Lächeln und kommt einen Schritt auf mich zu, um mich zu umarmen. Ich drücke meinen Kopf an seine Brust und hole tief Luft. Es geht mir wirklich ein wenig besser.
„Wir sehen uns dann“, sagt er, als wir uns lösen, „alles wird gut, versprochen.“
Ich nicke. „Ja, bis dann.“ Doch dann fällt mir noch etwas ein, das ich ihm dringend sagen muss. „Warte, Bennett!“
Ich greife so schnell nach seiner Hand, dass er mich geschockt ansieht. „Ja?“
„Melde dich nicht freiwillig!“, sage ich so entschlossen, wie ich nur kann, „egal, was passiert, okay? Bitte. Weder für mich, noch für Cleo oder sonst wen. Bitte.“
Er schaut mich schweigend an und holt tief Luft. Dann zieht er seine Hand zurück. Ich weiß es. Ich weiß, dass er sich melden würde, um mich oder seine Freundin zu retten. Er würde zusammen mit uns in die Arena gehen und uns solange beschützen, bis nur noch zwei übrig wären. Und dann würde er sterben. Aber das soll nicht passieren.
„Alles wird gut“, wiederholt er, „Annie, hab keine Angst.“
Ich senke den Blick. Das ist nicht das, was ich hören wollte. Aber ich nicke schwach. Ich kann ihn nicht dazu zwingen, mir sowas zu versprechen. Dafür ist er zu ehrgeizig.
„Wir sehen uns dann“, widerhole ich seine Worte von vorhin. Er lächelt mich an und klopft mir auf die Schulter, bevor er sich umdreht und geht. Als ich dann nach vorne laufe, hoffe ich nur, dass ich ihn danach nicht im Justizgebäude sehen werde.

Wie ein verlorenes Schaf stehe ich in der Reihe der 12-Jährigen und schaue mich neugierig um, während ich warte. Ich denke an meine Freunde und all die Leute, die ich kenne und die auch hier sind. Ich hoffe so inständig, dass niemand von ihnen gezogen wird. Doch es dauert nicht lange, bis Dilara endlich auftaucht. Wir begrüßen uns schnell und sie fängt einfach ein Gespräch an. Sagt mir, wie schön das Kleid zu meinen Augen passt und redet über all diese Leute und die Bühne und die Friedenswächter. Sie redet einfach, um uns abzulenken. Und es funktioniert tatsächlich. Zumindest kann ich die Angst ein wenig zurückhalten. Aber das dauert natürlich nur solange an, bis es losgeht.  
Ammon, der diesjährige Betreuer betritt die Bühne. Wow, er sieht so komisch aus – wie eine Figur aus einem Comicbuch. Seine Haare sind knallorange, er trägt sehr enge dunkelblaue Kleidung und hat komische schwarze Muster im Gesicht, die wohl nur Eingeweihte verstehen können. Mein Blick geht auch rüber zu den Siegern, die auf edlen Stühlen auf der Bühne sitzen und das Ganze beobachten. Angefangen bei der alten Mags – die dieses Jahr als Mentoren ins Kapitol fährt – bis hin zu Clayton, der vor kurzem erst gewonnen hat und ziemlich beliebt ist, sich aber nie in der Öffentlichkeit blicken lässt.
Während der Bürgermeister redet, höre ich aufmerksam zu und verfolge dann auch den Film mit großer Spannung. Natürlich kenne ich das alles schon, aber zum ersten Mal sehe ich es nicht von den sicheren Plätzen hinten. Ich bin jetzt ein Teil davon. Sieben Ernten. Sieben.
„Wie die Tradition es verlangt, beginnen wir mit dem weiblichen Tribut“, sagt Ammon dann und läuft auf die rechte Glaskugel zu. Dilara greift nach meiner Hand und drückt sie fest. Ich senke den Blick und schaue den Boden an. Ein einziges kleines Los. Bitte, zieh es nicht.
Ich nehme nur verschwommen wahr, wie er einen Zettel herauszieht und zurück zum Mikro läuft. Ein Windstoß trifft mich und lässt mich plötzlich zittern. Dabei ist es doch gar nicht so kalt. Ich kneife die Augen zusammen und presse die Lippen aufeinander. Es wird nicht mein Name sein. Es wird bald vorbei sein. Ganz bestimmt. Sieben. Sieben. Gleich sind es sechs. Es wird immer weniger. Nicht ich, bitte.
„Der Name des diesjährigen weiblichen Tributs für Distrikt 4… lautet… Melody McClair!“
Sechs. Ich hole tief Luft und atme genauso tief wieder aus. Es tut mir leid für das Mädchen, aber ich bin einfach nur erleichtert. Ich bin es nicht. Und ich kenne sie nicht.
Mein Blick folgt dem der Menge. Ein Mädchen aus den Reihen der 16-Jährigen tritt hervor und schaut geschockt zur Bühne. Es vergehen ein paar Sekunden, in denen sie nur kleine Schritte nach vorne macht. Sie wartet auf Freiwillige. Das tun wir alle. Aber es meldet sich niemand. Ohje, die arme. Sie läuft Schritt für Schritt nach vorne, begleitet von zwei Friedenswächtern. Ob sie wohl eine Chance hat, zu überleben? Sie sieht so durchschnittlich aus. Normale Größe, normale Figur, kein besonderer Blick auf dem Gesicht. Nur ihre dunkelroten Haare sind ein wenig außergewöhnlich. Und bei genauem Hinsehen ist sie ganz hübsch. Rehbraune Augen und eine niedliche Stupsnase. Bestimmt ist sie beliebt. Aber ob sie in der Arena eine Chance hat?
Sie stellt sich auf die Bühne und lässt ihren rechten Arm von Ammon nach oben heben, während er sie ganz offiziell als diesjähriger Tribut verkündet und ihren Namen nochmal betont. Wir klatschen halbherzig. Sie tut mir so leid, aber ich bin trotzdem erleichtert. Ich bin bei Sechs.

Die Ziehung des männlichen Tributes verläuft genauso spannend. Ich spüre mein Herz schlagen und denke an all meine männlichen Freunde und ganz besonders an meinen Bruder. Es ist seine letzte Ernte. Lass es ihn einfach überstehen. Lass es uns alle überstehen.
„Der Name des diesjährigen männlichen Tributs für Distrikt 4… lautet… Finnick Odair!“
Ich lächle. Was? Das Lächeln verschwindet sofort wieder aus meinem Gesicht. Wie gemein. Der arme Junge. Ich bin einfach nur so erleichtert. Es wurde niemand gezogen, den ich kenne. Die diesjährige Ernte wurde erfolgreich überstanden. Jetzt will ich nur zurück in mein sicheres Zuhause und zu meiner Familie. Aber ich kann doch trotzdem nicht lächeln! Für einen Moment bin ich von mir selbst schockiert. Denn es meldet sich wieder niemand freiwillig. Und für zwei Jugendliche ist gerade ein Alptraum wahr geworden. Sie tun mir so leid.
„Ich glaube der hatte sich in den Reihen verirrt“, höre ich Dilara neben mir flüstern.
Wieder folge ich dem Blick der Menge und mache automatisch große Augen, als ich sehe, dass er aus den Reihen der 14-Jährigen rausläuft. Der soll 14 sein? Gerade mal zwei Jahre älter als wir? Niemals. Der sieht aus, als wäre er so alt wie Bennett. Aber noch etwas fällt mir auf: Er sieht unglaublich gut aus. Durch die Sonne wirken seine Haare so golden und sein Gesicht ist einfach… so hübsch. Der arme Junge. Doch im Gegensatz zu Melody sieht er nicht geschockt aus, stattdessen läuft er mit geballten Fäusten und entschlossenem Blick nach vorne. Wahrscheinlich ist er ein Karriero, der sich in ein paar Jahren sowieso gemeldet hätte. Aber egal. Mein Bruder ist endgültig raus. Er wird nie gezogen werden. Wenn ich daran denken, muss ich mir ein Lächeln echt verkneifen.
Bevor der Betreuer ihn als offiziellen Tribut vorstellt, fragt sogar er ihn, ob er wirklich erst 14 sei. Der Junge macht ein ernstes Gesicht und schaut direkt in eine der Kameras. Mein Gott, der sieht wirklich gut aus.
„Ja, ich bin 14“, sagt er selbstsicher und lächelt. Boah, diese Grübchen. Aber warum lächelt er? Was ist das denn für einer? Weiß er denn nicht, dass noch nie ein 14-Jähriger gewonnen hat? Aber eins muss man ihm lassen: Er wirkt siegessicher. Zumindest hat er größere Chancen als Melody.
Ammon wirkt genauso begeistert von ihm. Wie schon bei Melody greift er nach seiner Hand und führt sie nach oben. „Der diesjährige männliche Tribut für Distrikt 4 heißt… Finnick Odair. Ich bitte um einen kräftigen Applaus!“
Wieder klatschen wir. Ich atme erleichtert aus. Es ist vorbei. Meine erste Ernte ist überstanden. Ich kann zurück zu meiner Familie. Noch sechs. Sechs. Ich werde es schaffen. Ich werde bei null ankommen. Und ich werde leben!
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