Verloren in der Vergangenheit

von Nenaa
KurzgeschichteDrama, Übernatürlich / P16
13.05.2013
13.05.2013
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Soo...
Hey und Willkommen zu meiner ersten Kurzgeschichte ^^
Eine kleine Idee die ich jetzt kurzer Hand aufgeschrieben hab.
Sagt mir doch in den Reviews wie ihr sie findet ^^

Hier noch der Link zu dem RPG-Forum zu Heroes von einem Freund:

http://heroes-rpg.forumieren.com/forum

Kommt doch vorbei :D

xoxo
Co
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Ich spürte den Wind in meinen roten Haaren und atmete die frische Nachtluft ein.
Es war etwa Mitternacht als ich losgegangen war zu den Klippen an denen ich jetzt stand.
In den letzten Jahren war ich sehr oft hier gewesen.
Ob zum Nachdenken, weinen oder mir zu wünschen ich könnte springen.
Es verging kaum ein Tag an dem ich nicht hier gesessen hatte.
Angefangen hatte alles an dem Tag, an dem mich meine Eltern verstoßen hatten.
Ich war damals etwa neun Jahre alt gewesen, kurz nachdem sie herausgefunden hatten, dass ich ein weiterentwickelter Mensch bin mit der Fähigkeit Wasser zu beeinflussen war.

---Flashback---

„Wohin fahren wir Mama?“, fragte ich mit ängstlicher Stimme.
Heute Morgen hatten mir meine Eltern befohlen meine Sachen zu packen.
Sie meinten wir würden einen Ausflug machen, wohin hatten sie nicht gesagt.
„Das ist eine Überraschung mein Schatz.“, flüsterte sie.
Meine Mutter hatte Tränen in den Augen, das hörte ich ihr an.
Dad hatte die ganze Fahrt über noch kein Wort gesagt.
Generell hatte er in letzter Zeit nicht viel gesprochen, seit ich angefangen hatte mit dem Wasser auf meine Art zu spielen.
Ich hatte mich immer gefragt wieso er mich nicht lobte wenn ich einen Hasen aus dem Wasser formte.
Dafür hatte ich immerhin lange geübt.
Wieso lobte er mich also nicht?
Meine Mutter hatte auch nie etwas gesagt.
Ich war irgendwann mit diesen Gedanken eingeschlafen, denn meine Mutter weckte mich auf als wir vor einem großen bäuerlichen Haus stehen blieben.
„Wo sind wir Mama?“, fragte ich mit brüchiger Stimme.
Mein Griff um meinen Stoffhasen wurde fester.
„Wir sind da.“, flüsterte sie.
Daddy hatte meine Koffer genommen.
Meine Eltern hatten kein Gepäck mit, ein weiteres Detail, dass ich mir nicht erklären konnte.
Gemeinsam mit meiner Mama ging ich zu der Tür, wo uns von einer Nonne geöffnet wurde.
Sie sah nett aus.
Nicht so gestellt nett, aber freundlich.
„Wer ist das Mama?“, fragte ich ängstlich.
„Hallo meine Kleine. Ich bin Schwester Mary und wer bist du?“, fragte sie.
Ich antwortete ich ihr nicht.
Stattdessen hob mich meine Mutter hoch.
„Guck mal Reyna. Das ist Schwester Mary. Sie wird eine Weile auf dich aufpassen okay?“, erklärte sie.
Sofort fingen Tränen an sich in meinen Augen zu sammeln.
„Nein Mama, geh nicht!“, jammerte ich.
„Ich muss meine Kleine. Aber ich komme wieder ja?“, versprach sie.
Meiner Mama rannen jetzt auch Tränen über die Wangen, genau wie mir.
Trotzdem gab sie mich Schwester Mary in die Hand, während mein Vater meine Koffer in den Raum trug.
Dann wandten sie sich zum Gehen.
„Nein Mama bleib da!“, rief ich wieder.
„Wir kommen wieder meine Süße. Ich hab dich lieb.“, flüsterte sie.
Dann gingen sie.
Meine Mutter hatte ihr Versprechen nicht gehalten.
Das war der letzte Tage gewesen an dem ich sie gesehen hatte.
Etwa fünf Monate später hatte ich  meine erste Panik Attacke.

---Flashback Ende---

Ich hatte nicht bemerkt, dass ich angefangen hatte zu weinen.
Erst als Tränen auf den Stoffhasen von damals tropften.
Schluchzend drückte ich den Hasen an meine Brust und setzte mich hin.
Zu meinem vierzehnten Geburtstag hatte meine Mutter mir einen Brief geschrieben in dem sie mir erklärt hatte wieso sie gehen musste.
Mein Vater hatte sie gezwungen.
Nachdem meine Eltern erfahren hatten, dass der Arzt der bei meiner Geburt geholfen hatte Schuld war, dass ich ein weiterentwickelter Mensch war, wollten sie diese Last nicht.
Sie hatten beschlossen mich in ein Klosterheim zu stecken und selber durch die Welt zu reisen.
Nett nicht wahr?
Aber verübeln konnte ich es ihnen nicht.

Die Schwestern kümmerten sich immer sehr gut um mich.
Sie waren fast wie meine Eltern gewesen.
Als hätte ich fünf Mütter zu gleich gehabt, jede anders als die andere.
Mein Leben war, trotz des komischen Starts, eigentlich recht gut verlaufen.
Bis ich dann in die High School kam.
Durch meine Kloster Erziehung hatte ich nie wirklich auf mein Image geachtet.
Ich war davon überzeugt gewesen, dass die Menschen auf die inneren Werte sahen, nicht auf das Äußere.
In den ersten Jahren wurde ich gemobbt.
Entweder wegen meiner Noten, oder meinem Aussehen oder weil ich eine andere Art zu sprechen hatte.
Schwester Ivy, sie hatte mir das Sprechen gelernt, hatte einen stark spanischen Akzent, was mich beeinflusst hatte.
Aber so war ich nun mal, und ich fand das nicht schlecht.

Nach drei Jahre Mobbing wurde es mir dann zu bunt und ich beschloss mich zu ändern.
Statt meiner Brille, besorgte ich mir Kontaktlinsen, die meine grünen Augen verstärkten.
Meine Zahnspange kam weg, meine Haare bekamen einen anderen Schnitt.
Auch meine Kleidung wurde komplett umgeändert.
Von heute auf morgen wurde ich eine von denen, zu denen ich nie gehören wollte.
Und das Verrückteste?
Sie akzeptierten mich.
Von dem Tag an hatte ich viele Freunde, wenn auch keine Echten.
Ich wurde beliebt, akzeptiert und respektiert.
Damals wusste ich nicht, dass das alles nur gespielt war.
Hinter meinem Rücken wurde immer noch über mich gelästert.
Ob jetzt wegen meiner immer noch sehr guten Noten oder der Tatsache, dass ich keinen Alkohol trank.
Jeder wusste es.
Jeder lästerte darüber.
Okay fast jeder, aber die Meisten.

In dieser Zeit wurden meine Panik Attacken weniger, stattdessen bekam ich Depressionen.
Ich fing an mich selbst zu verletzten und war am Rande des Absturzes.
Die Schwestern im Kloster bekamen von dem Allen natürlich nichts mit.
Mary hätte das alles nicht verkraftet.
Sie ahnte wahrscheinlich trotzdem etwas.
Bis zu ihrem Tod, vor vier Jahren, hatte sie nie etwas gesagt.
Von diesem Tag an ging es weiter bergab mit mir.
Langsam aber sicher fing ich an mich anzupassen.
Ich trank mit den Anderen mit, rauchte hin und wieder einmal oder ähnliches.
Letztes Jahr hatte ich dann meinen vierten Freund gefunden, Jannis.
Ich hatte die ganze Zeit Gedacht er würde es vielleicht ernst meinen mit mir, nicht so wie meine anderen Freunde.
Sie hatten mich alle nach Strich und Faden verarscht.
Dass Jannis das Gleiche machte, wusste ich nicht.
Er war eigentlich nur auf meinen Ruf aus.
Beziehungsweise wollte er meinen Ruf zerstören.
Leider schaffte er das und ich war wieder die Ausgestoßene.
Etwa da kamen auch meine Panik Attacken öfter.
Die Schwestern im Kloster versuchten mir auf jede Art und Weise versucht zu helfen und eine Zeit lang klappte es.
Ich wurde glücklicher, fing an wieder mein altes Leben zu leben.
Innerlich war ich immer noch ziemlich zerbrochen, aber was solls.

Jetzt, an meinem 21. Geburtstag, war ich wieder auf einem ziemlich tiefen Punkt angekommen.
Meine Depressionen waren wieder zurückgekehrt, auch wenn die Panik Attacken fast weg waren.
Das war mein Leben, grob zusammen gefasst.
Es gab Höhen, es gab viele Tiefen und nur selten Mittelteile.
Mittlerweile war es kurz vor halb Zwei, es hatte angefangen zu Regnen.
Ich liebte den Regen.
Er tröstete mich, vielleicht lag es an meiner Aquakinese.
Der perfekte Zeitpunkt um Abschied zu nehmen nicht?
Es war alles erledigt.
Jeder dem ich etwas zu sagen, hatte einen Brief bekommen.
Ich war bei Schwester Marys Grab gewesen.
Selbst meinen Eltern hatte ich einen Brief geschickt.
Langsam stand ich auf, ich zitterte wie verrückt.
Aber ich wollte gehen.
Der Wind fuhr mir wieder durch die Haare und zerrte an mir.
Meinen Stoffhasen hatte ich fest in meiner Hand.
Und dann sprang ich.
Es fühlte sich frei an, unbeschwert, ein bisschen wie fliegen.
Mir fiel ein Spruch von Schwester Mary wieder ein.
„Es sind meistens die, von denen man es am wenigsten erwartet.“
Der Spruch war mein letzter Gedanke.
Mein Leben zog noch einmal schnell an mir vorbei.
Erneut löste sich eine Träne.
Dann kam das Licht und ich war vollends glücklich.

Endlich.






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