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Rochdale Folks

von Eilinel
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Allan A Dale Maid Marian Prinz John
12.05.2013
15.09.2013
19
21.469
1
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48 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
12.05.2013 1.151
 
So, hier ist meine nächste Robin Hood-Idee. Schaut auch gerne mal bei meinen anderen Storys rein :D
Ich möchte anfänglich sagen: Über Reviews freue ich mich immer sehr (ich weiß, das sagen die meisten, aber es ist wirklich so). ^^

Zur Story: Alle Personen gehören dem BBC, außer natürlich Brianne und die anderen OC's, die gelegentlich auftauchen können.

So, dann kann es losgehen. Viel Spaß!
LG Eilinel

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Tower of London
Lady Brianne galoppierte in vollem Tempo auf den Schlosshof des Towers. Ihre braunen Haare wehten wild im Wind und ihre grau-grünen Augen blitzten. Hinter ihrem cremefarbenen Hengst mit der schwarzen Mähne, der auf den Namen Spirit hörte, lief Briannes Hund Timmy, der sie auf jeder Mission ebenso begleitete wie ihr Pferd.
Sie war bereits viel zu spät. Prinz John war bestimmt sehr ungehalten. Er hasste Verspätungen, aber diese war nicht zu vermeiden gewesen. Lady Brianne war in den südlichen Ländereien gewesen und bis Helston geritten, um Lords und Earls zu besuchen und herauszufinden, welche von ihnen Prinz John ergeben waren.
Es waren mehr gewesen, als sie vermutet hatte. Das würde die Laune des Prinzen nach ihrer Verspätung bestimmt wieder aufhellen.
Im Hof kamen nun einige Diener und Mägde zusammen. Sie halfen Brianne vom Pferd, führten Spirit zu den Ställen, sattelten ihn ab, wuschen ihn und stellten ihn in seine große Box und brachten Briannes weniges Gepäck in ihr Gemach.
Sofort war auch James zur Stelle. Er war einer der königlichen Berater und ein sehr eifriger Mann. Zwar war er nicht mehr der Jüngste, seine Haare ergrauten bereits und sein Gesicht durchzogen viele Falten, aber seine Augen glänzten immer noch voller Aufmerksamkeit.
„Mylady, es ist eine Freude, dass Ihr zurück seid. Prinz John war bereits in Sorge“, teilte er Brianne mit, die mit schnellen Schritten auf das große Eingangstor zulief. Bei dem Wort ‚Sorge‘ stutzte sie und sah James überrascht an.
„Er war in Sorge? Ich hatte erwartet, dass er wie immer ungeduldig sein würde. Das müsst Ihr mir erklären.“
James nickte. Er musste sich ziemlich beeilen, um mit ihr Schritt zu halten. Ganz im Gegensatz zu Timmy, der fröhlich neben seinem Frauchen her trabte.
„Eine Gruppe Bauern und Händler aus dem Süden haben versucht das Schloss anzugreifen, Mylady. Prinz John befürchtete, dass Ihr aus diesem Grund Probleme haben könntet.“
Brianne war sichtlich überrascht. Das zweite Mal seit ihrer Ankunft.
„Ich hatte überhaupt keine Probleme, James. Der Süden ist ansonsten gut unter Kontrolle.“
„Das freut mich zu hören.“
Sie blieben vor der Tür zu dem Arbeitszimmer des Prinzen stehen und James Klopfte an, um Brianne nach einem „Herein“ die Tür aufzuhalten und Timmy zu übernehmen.
„Lady Brianne“, rief John, als sie eintrat und setzte sich sofort gerade auf seinem Stuhl hin, auf dem er sich zuvor zusammengekauert hatte. Seine Miene hellte sich auf.
„Mylord“, erwiderte Brianne höflich und versank in einem tiefen Knicks. Knicksen war vermutlich das erste, das sie gelernt hatte, nachdem sie laufen konnte. Ihre Eltern, vor allem ihr Vater, hatten immer sehr auf eine gute Erziehung geachtet, damit sie später für die edelsten Höfe der Welt gewappnet war. Er hatte sie schon immer an der Seite eines Königs oder Prinzen sehen wollen. Allerdings nicht so wie sie es in ihrer momentanen Position war. Sie war eine von Prinz Johns engsten Vertrauten, wenn nicht sogar die engste Vertraute und agierte für ihn oft als Botschafterin oder Spionin. Verheiratet war sie allerdings nicht und das bekam sie von ihrem Vater mindestens einmal im Jahr zu spüren. In einem gepfefferten Brief, den Brianne inzwischen den Heirate-gefälligst nannte.
Aber trotzdem, sie stand hier vor dem Prinzen als eine Person, der er vermutlich mehr anvertraute, als einer eventuellen Ehefrau.
„Brianne, erhebt Euch bitte“, forderte Prinz John sie auf. Brianne gehorchte und stellte sich gerade hin.
„Ich habe gute Nachrichten, Mylord. Ich habe bereits von dem Angriff gehört, aber aus meinen Beobachtungen ging hervor, dass der Süden Euch zum größten Teil treu ergeben ist. Nur in wenigen Städten wehrt man sich gegen Eure Herrschaft. Ich habe Euch eine Liste gemacht.“
Sie zog ein Stück Pergament aus einer Tasche an ihrem Gürtel und legte es auf den Tisch.
„Vielen Dank. Ich bin sehr froh, dass Ihr wieder zurück seid. Ich schicke Euch nur sehr ungern weg.“
John hatte sie wirklich gerne. Er führte ihr das nur zu gerne vor Augen, wenn sie gerade im Schloss war. Geschenke, Privilegien, Anerkennung. Sie bekam alles von ihm. So gesehen war sie seine Frau, doch lieben tat sie ihn nicht. Zumindest nicht auf diese eine Weise.
„Meine liebste Brianne, ich schätze, ich muss mir allerdings selber das Herz brechen und Euch über längere Zeit wegschicken“, seufzte der Prinz und stand auf, „Ich habe Euch ja bereits von Robin Hood berichtet. Er ist mir ein Dorn im Auge und der Sheriff von Nottingham hat mir bisher noch nicht sein Blut gebracht. Ich möchte also Euch bitten, nach Nottingham zu reisen und dort alles zu beaufsichtigen. Ich erwarte einen wöchentlichen Report und Euer eingreifen, wenn ich es befehle. Eure Reise beginnt morgen.“
Brianne lächelte. Nottingham, Robin Hood, das versprach ein Abenteuer.
„Sehr wohl, Mylord. Ich fühle mich geehrt, dass Ihr mir diese Aufgabe anvertraut.“
John erwiderte ihr Lächeln, umrundete den massiven Eichenholztisch zwischen ihnen, stand nun vor ihr und strich ihr sanft über die Wange.
„Ich bin mir sicher, Ihr werdet diese Aufgabe meisterlich erfüllen. So wie alle Eure Aufgaben. Vielleicht findet Ihr in Nottingham ja auch einen geeigneten Ehemann. Ich hörte, Sir Guy of Gisborne soll ein durchaus attraktiver Mann sein.“
Brianne lachte.
„Mylord, ich denke nicht, dass ich ein Auge auf Sir Guy werfen werde.“
„Wie Ihr wollt. Aber zu Eurer Abreise habe ich noch ein Geschenk für Euch.“
Er ging wieder hinter seinen Schreibtisch und holte etwas aus einer mit Schnitzereien verzierten Schublade.
„Mein Prinz, Ihr sollt mir nicht so viel schenken! Ich bekomme ein schlechtes Gewissen“, wehrte Brianne höflich ab, aber John schüttelte den Kopf.
„Ich habe keine Frau und Ihr wollt mich nicht heiraten, was ich akzeptiere. Aber so wie ich diese bedauerliche Tatsache akzeptiere, müsst Ihr akzeptieren, dass ich Euch gerne etwas schenke.“
Da hatte er Recht. Es war tatsächlich nicht so, als hätte John nicht mehrfach versucht, sie vor den Traualtar zu bekommen. Brianne hatte jedes Mal abgelehnt. Sie wusste, dass eine Adlige eigentlich nicht das Privileg hatte, aus Liebe zu heiraten, aber sie war ein eigensinniger Mensch und wollte es nicht anders.
Und trotzdem bekam sie solch schöne Geschenke wie diese Kette, die John ihr umlegte. Sie war silbern und fasste zwei Rubine ein, die perfekt zu ihrem dunklen weinroten Kleid passten.
„Ich danke Euch, Mylord“, sagte sie.
„Sehr gerne. Und nun geht packen. Ihr habt noch viel zu tun.“
Brianne nickte und verließ das Arbeitszimmer. Sie freute sich über den Auftrag. Voller Neugierde würde sie sich auf diese Aufgabe stürzen.
Doch sie wusste noch gar nicht, wie sehr sie der Ort, an den sie ging, verändern würde.
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