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Der endlose Krieg

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
09.05.2013
09.05.2013
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Der Frostweber
"Tausend Jahre tobte Aryn, der Frostweber in den Landen Ancarias und brachte diesen den ewigen Winter. Rastlos zog der Drache immer wieder über Ancaria und hinterließ eine Spur des Schreckens und der Verwüstung. Letztendlich waren es die Elfen, die einen Weg fanden, Aryns Zorn zu bannen. Sie brachten Linwe, ihre Königin in die eisigen Höhlen des Drachens, die sich tief im Frostgard verbargen, wo sie auf ewig für ihn singen sollte. Ihr Gesang sollte das einzige bleiben, was den Frostweber besänftigen und ihn in einen ewigen Winterschlaf versetzen konnte.
Von Aryn erhielten die Elfen im Austausch für ihre Königin die Fähigkeit, im ewigen Winter zu überleben den der Drache einst brachte. Auch ihre Eismagie erhielten sie von ihm. Nun ja, jeder kennt wohl die Geschichte von Aryn dem Frostweber, bis hierher zumindest.
Nachdem der rastlose Drache endlich Frieden gefunden hatte, erholte sich Ancaria rasch wieder und die Menschen, die aus Schiefersal, Burg Hohenmut oder irgendeinem der anderen kleinen Städtchen oder Dörfern nach Khorad-Nur oder Aish-Jadar geflohen waren, kehrten wieder in ihre Heimat zurück. Der Name des neuen Königs war Einar und er regierte mit Liebe und Weisheit, vollkommen uneigennützig und das Volk liebte Ihn dafür. Sein Sohn folgte dem Beispiel seines Vaters, so tat es dessen Sohn und so gingen die Jahre ins Land.
Unter den letzten König, Urias, diente ein mächtiger Schwarzmagier der Menschen, von dem viele behaupteten, er sei der mächtigste Zauberer, den die Menschheit je gesehen hatte und er könne nicht sterben. Sein Name war Hokan Ashir und er wurde mit der Säuberung von Ancaria beauftragt. Mächtige Heerscharen Untoter erhoben sich aus ihren Gräbern, um seinem Willen zu gehorchen. Die Dunkelelfen und ihr oberster Kommandant und Heerführer Craig Un'Schallach waren ihr Ziel; und fast, ja fast hätten sie es erreicht. Sie hatten die Dunkelelfen bereit bis nach Schaddar-Nur zurück gedrängt und Hokan hätte ihnen nur noch den Todesstoß versetzen müssen, als Craig Un'Schallach vor ihn trat, an seiner Seite Linwe Ancalimë, die Königin der Eiselfen.
Fast 500 Jahre hatte sie für den Drachen gesungen weil sie Ancaria und die Menschen die dort lebten vor der eisigen Hölle schützen wollte, die der Drache, sobald er erwachte, über das Land bringen würde. Die Eiselfen selbst hatten ihre Königin aus ihrem eisigen Gefängnis tief im Frostgard geraubt und nach Shaddar-Nur gebracht, weil die Dunkelelfen ohne sie verloren waren. Nicht das Eiselfen sonderlich viel mit ihren machthungrigen 'Verwandten' gemein gehabt hätten, aber sie fühlten sich mit ihnen noch immer mehr Verbunden als mit den Menschen. Mithilfe der Königin konnten Craig Un'Schallach und seine letzte verbliebene Hundertschaft an Dunkelelfen entkommen und sich in der Klosterfeste der Seraphim am Eisbachtal verschanzen.
Doch nun ergab sich für König Urias und seine Truppen noch ein weiteres, weitaus verheerenderes Problem, als die Tatsache, dass ihnen die letzten Dunkelelfen entkommen waren. Eintausend Jahre, maximal Zweitausend, hatte Hokan Ashir damals geschätzt, mehr konnte es kaum dauern, bis sich Aryn wieder in die Lüfte erhob und Zerstörung und Schrecken über Ancaria brachte... So, nun kennt ihr das Ende der Geschichte. Ihr dürft auch gerne über mich lachen und ich will euch nicht verschweigen, dass das so ziemlich jeder getan hat, aber genau wegen dieser Geschichte habe ich den recht beschwerlichen Weg von Burg Sternental bis hierher nach Porto Vallum auf mich genommen und hier ist mein Weg noch nicht zu Ende. Außerdem wird die Zeit knapp. Aber jetzt würde ich gern erst ein mal schlafen. Gebt mir ein Zimmer für eine Nacht." Mit einem leisen Klirren landeten sechs Goldmünzen vor dem Wirt auf dem Tresen und als er das Gold aufblitzen sah, griff er direkt nach einem Zimmerschlüssel, legte diesen aber erst auf dem Tresen nieder, nachdem er mit den fetten, kurzen Fingern der anderen Hand die Goldmünzen von der Theke aufgerafft hatte. Es sah recht beschwerlich aus.
Nachdem er den Schlüssel hingelegt hatte und sich gerade wieder dem Rest seiner zahlenden Kundschaft widmen wollte, fiel ihm noch etwas ein und er hob die Hand in ihre Richtung um sie zum bleiben zu bewegen. "Eins noch...", und seine darauf folgenden Worte kamen ihm selbst ein wenig albern vor, wenn man in Betracht zog, dass er diesen Frostweber-Quatsch allemal nicht geglaubt hatte, aber sie wirkte so überzeugt und entschlossen, dass er einfach fragen musste. "Wohin wollt ihr und wofür wird euch die Zeit knapp? Nicht das es mich etwas anginge, aber euch scheint es ja ernst zu sein und..."
Doch sie fiel ihm ins Wort, in einem Tonfall, der ruhig und erschöpft klang und dennoch keine weiteren Fragen zuließ. "Was ich vorhabe, weiß ich selbst nicht genau, aber in einem Monat jährt sich der Tag zum zweitausendsten Mal, an dem Linwe aus dem Frostgard verschwunden ist." Als nun einige der Schänken-Besucher unverhohlen spöttisch zu lachen begannen, was sie die ganze Zeit aus ihrer Grundüberzeugung, dass ihr das einfach nicht ernst sein konnte und aus Respekt vor der jungen Frau, angestrengt zurückgehalten hatten, wandte Sira sich ab und warf nur "Nennt mich ruhig eine Verrückte, aber es dauert nicht mehr lange, dann wird Ancaria im Chaos versinken..." zurück, bevor sie am oberen Treppenabsatz verschwand.
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