Der Sohn des Botschafters

KurzgeschichteAllgemein / P12 Slash
Ray Doyle William Bodie
08.05.2013
08.05.2013
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Der Sohn des Botschafters

Es fing alles damit an, dass der Botschafter von Susministan über einen gemeinsamen Bekannten den Chef des CI5 um diskrete Hilfe bat. Er erzählte, dass seit einiger Zeit sein ältester Sohn bei ihm lebe und im aufgefallen sei, dass dieser sich in etwas „ungünstigen Kreisen“ herumtreibe. Zwar sei Homosexualität ja in England nicht mehr verboten, aber da in seinem Land noch andere Gesetzte dafür gelten würden, wolle er gerne wissen, ob an seinem Verdacht etwas dran sei. Natürlich könne er dafür keine von seinen eigenen Leuten nehmen da diese ja zum einen seinem Sohn bekannt seien und selbstverständlich niemand etwas von seiner Sorge wissen dürfe.

„Und was wünschen Sie nun genau von mir?“ fragte Cowley nachdem er sich die Erklärungen des Botschafters angehört hatte. „Ich dachte“, sagte dieser, „dass Sie vielleicht einige von Ihren Leuten in die Szene einschleusen und den Freund meines Sohnes durchleuchten könnten.“ „Na gut, dann benötige ich allerdings eine Auflistung der Orte, an denen sich Ihr Sohn häufiger aufhält und vor allem Name und Anschrift des Freundes,“ sagte Cowley, „ich werde mir durch den Kopf gehen lassen, wer für diesen Einsatz in Frage kommen würde.“
Nachdem er die erforderlichen Unterlagen erhalten hatte, fuhr er zurück ins HQ und fing an zu grübeln.

Am nächsten Morgen rief er Bodie und Doyle sehr früh in sein Zimmer.

„Setzen Sie sich, ich habe einen Spezialauftrag für Sie.“ Während er das sagte, zog er ein Bild aus dem Stapel Papiere auf seinem Schreibtisch und reichte es Bodie. 'Hübscher Knabe' dachte Bodie und reichte es an Doyle weiter. „Wer ist das?“ fragte Doyle, während er sich das Gesicht ganz genau anschaute. „Das ist Sahim, der Sohn des Botschafters von Susministan" sagte Cowley. "Er ist Euer Auftrag." „Und was genau sollen wir tun?“ fragte Doyle.
"Ihr sollt ihn und seine Freunde durchleuchten. Schaut Euch da um wo er sich regelmäßig aufhält. Hier habt Ihr eine Liste seiner bekanntestens Aufenthaltsorte. Dass niemand mitbekommen darf, dass Ihr für den CI5 arbeitet muß ich ja wohl nicht extra betonen."
Mit diesen Worten reichte er ihnen eine Liste und nachdem sie einen Blick darauf geworfen hatten sagte Doyle: "Das sind ja alles Namen von Schwulenclubs." Der merkwürdige Blick den Bodie ihm in diesem Moment zuwarf fiel ihm nicht auf.

"Ja" sagte Cowley "Der Sohn unseres Auftraggebers gehört verkehrt dort regelmäßig. Ihr werdet als Paar dorthin gehen und sollt rausbekommen, ob er auch zur Szene gehört oder nur neugierig ist. Damit Eure Tarnung perfekt ist, werdet ihr von nun an zusammen wohnen. Hier sind die Schlüssel zu Eurer neuen gemeinsamen Wohnung." Mit diesen Worten überreichte er Bodie einen Schlüssel. "Ach, noch etwas: Keine Frauengeschichten zwischendurch, sie sind ja nun ein homosexuelles Paar." sagte er mit einem leichten Lächeln im Gesicht und nahm sich die nächste Akte.

Kaum aus dem Zimmer hielt Bodie Doyle am Arm fest und fragte: "Woher kennst Du denn die Namen der Schwulenclubs? Das ist doch absolut nicht unser Gebiet." "Ach," winkte Doyle ab, "Du kennst doch Paul, meinen lustigen Informanten. Der ist doch schwul und kennt sich da aus. Der hat mir mal ein paar Namen genannt." Er bemerkte nicht, dass Bodies Blick immer noch sehr skeptisch war.
Sie fuhren noch kurz in ihren Wohnungen vorbei um sich zumindest das notwendigste an Klamotten einzupacken. Doyle stand vor seinem Schrank und packte die engen Jeans ein die er so mochte und diverse Hemden, die offen einfach immer gut aussahen. Als sie dann in der neuen Wohnung ankamen und feststellten, dass es nur ein Schlafzimmer gab, versuchte Bodie es mit einem Scherz. "Ach man, immer muß einer von uns im Wohnzimmer schlafen. Wollen wir eine Münze werfen?  Warum hat der Alte nicht daran gedacht, dass wir zwei Schlafzimmer benötigen?" "Weil das doch Schwachsinn wäre," meinte Doyle. "Wenn wir ein Paar sind, benötigen wir nur ein Schlafzimmer und auch nur ein Bett. Auf welcher Seite möchtest Du denn schlafen?" Während er redete fing er an sich aus seinen Klamotten zu schälen und Bodie dachte bei sich 'Oh Mann, eigentlich ist er ja ganz schön scharf'. Der nächste Gedanke war allerdings 'Hey, was denke ich denn da. Ich sollte aufhören, ihn so anzustarren.'

"Ich geh mal einkaufen," stammelte er  und rannte fast aus der Wohnung. Doyle, der durchaus die Blicke mitbekommen hatte, lachte leise in sich hinein und ging unter die Dusche. Als Bodie vom Einkaufen wiederkam, hatte Doyle sich schon umgezogen. "Komm, wir gehen erstmal in The Black Cap," sagte er und zog Bodie schon wieder aus der Wohnung.

Als sie ankamen, rannte ein schwarzhaariger Jüngling auf Doyle zu, gab ihm einen Kuß und rief: "Hallo Ray Süsser, schön dass Du auch mal wieder da bist. Wer ist denn Dein schnuckeliger Freund?" und klatschte Bodie fröhlich auf den Hintern. Als dieser zurückzuckte meinte der Junge "Hach, was ist der schüchtern."  "Ist gut Paul, das ist Bodie. Er kennt sich in der Szene noch nicht so gut aus, er mußte sich bisher nämlich immer verstellen." Damit zog Doyle Bodie an die Bar und legte ihm dort den Arm um die Taille. "Gib uns mal zwei Whisky, Sweetheart." sagte er zum Barkeeper und drückte Bodie danach einen schnellen Kuss auf die Lippen. Bodie zuckte zusammen, konnte aber wegen Doyles Arm nicht ausweichen. "Hey Sunshine, laß das." sagte er. Sie redten mit einigen Leuten und fragten nach Sahim, aber niemand hatte ihn gesehen. Doyle ging nochmal zu Paul und bat ihn sich zu melden, sofern er etwas über Sahim erfahren würde. Dann gab er ihm einen Kuss und schlenderte mit Bodie zu Tür raus. Draussen fragte Bodie ihn sehr irritiert: "Sag mal, Du warst doch nicht das erstemal hier, oder? Du bist hier ja bekannt wie ein bunter Hund."  "Nein," sagte Doyle grinsend " ich komme regelmäßig hierher. Der Whisky ist einfach zu gut."

Sie klapperten noch drei weitere Clubs ab, hatten aber keinen Erfolg. Als sie später müde in der Wohnung waren zog Doyle sich aus und meinte nur, dass er immer ohne Schlafanzug schlafen würde, stieg auf seiner Seite ins Bett und schlief sofort ein. Bodie brauchte sehr lange um einzuschlafen und kaum war ihm das gelungen, wurde er auch schon wieder wach. Die Decke war verrutscht, so dass ihm kalt geworden war. Aber das war nicht alles. Doyle hatte sich im Schlaf an ihn gekuschelt, ein Bein lag über Bodies Oberschenkel und sein Kopf war an Bodies Schulter gelehnt. Bodie sah den Körper seines Partners lange an und was er sah gefiehl im sehr. Vorsichtig legte er seinen rechten Arm um Doyle und zog ihn so noch etwas näher an sich ran.  Mit der anderen Hand zog er die Decke über sie beide. Mit einem glücklichen Seufzer schlief er ein. Am nächsten Morgen wurde er von Doyle mit einem zärtlichen Kuss auf die Stirn geweckt. "Wecken geht aber anders," knurrte er und drehte sich auf die Seite. Doyle drehte ihn mit Kraft wieder auf den Rücken zurück und gab ihm einen herzhaften Kuss auf den Mund. "Aufstehen Sonnenschein, die Arbeit ruft." Bodie griff zu und zog Doyle wieder auf das Bett "Wir arbeiten doch im Moment nur abends und nachts" sagte er, bevor er seinem inneren Drang nachgab und Doyle fast schon gewaltsam auf den Mund küsste. "Heyhey, langsam" sagte Doyle. "Ich glaube fast, ich muß Dir einige Nachhilfestunden im Küssen geben. Männer wollen schließlich auch nicht anders geküßt werden als Frauen. Und da kannst Du es doch eigentlich, oder nicht?" Sie blieben fast den ganzen Tag im Bett und lernten sich auf eine Art kennen, die ihnen beiden gefiel.

Nach zwei Wochen hatten sie Sahim endlich gefunden.  Paul rief an und sagte, Sahim sei in The Black Cap und er würde versuchen, ihn festzuhalten. Schnell fuhren Bodie und Doyle zum Club und als sie eintraten sahen sie Paul schon winken. "Hallo meine Augensterne, dies ist Sahim. Schade, dass dieses hübsche Kerlchen nicht schwul ist" sagte Paul und sah sie sehr traurig an. "Vielleicht leihst Du mir ja mal Deinen Bodie" sagte er noch zu Doyle bevor er in der Menge verschwand. "Nix da, der gehört nur mir allein" sagte Doyle und wand sich an Sahim. "Was soll das heissen, Du bist nicht schwul? Du treibst Dich doch immer in den Schwulenbars rum." "Nein, eigentlich nicht" sagte Sahim. "Ich komme zwar immer hierher, aber ich verschwinde durch die Hintertür. Die Sicherheitsleute meines Vaters würden eine solche Bar nie im Leben betreten und es ist für mich der einzige Weg sie abzuhängen. Ich bin schließlich in Susann verliebt, aber da sie geschieden ist und zwei kleine Kinder hat würde mein Vater sie nie akzeptieren. Bitte verratet mit nicht." "Na gut," sagte Bodie, "verschwinde schon. Wir haben noch was anderes vor." Mit diesen Worten griff er nach Doyles Hand und zog ihn mit sich raus. "Wenn wir ja jetzt Feierabend haben," grinste er, "kannst Du mir ja noch weitere Nachilfestunden geben."


Am nächsten Morgen fuhren sie ins HQ und erstatteten Cowley Bericht. Dieser zeigte sich sehr zufrieden und meinte, er werde den Botschafter informieren und ihm nahelegen, eine Hochzeit zwischen Sahim und Susann zu ermöglichen. Dann forderte er den Wohnungsschlüssel von Bodie zurück, welcher mit einem Blick auf Doyle meinte, dass sie die Wohnung nicht aufgeben wollten. Schließlich hätten sie dort sehr schöne Tage verbracht und es wäre doch wirklich blöde, wenn sie wieder in zwei Wohnungen ziehen würden. Es wäre ja abzusehen, dass sie sich nun meistens nur in einer Wohnung aufhalten würden. Cowley überraschte die Beiden indem er nicht rumbrüllte sonder nur mit einem leichten Lächeln vor sich hinmurmelte "Na endlich, ich dachte schon, die merken nie was."

Ende