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Nachts auf Midgard 2.0

GeschichteFantasy / P16 / Gen
08.05.2013
08.05.2013
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843
 
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08.05.2013 843
 
Hilo Leute,
ich habe mir gedacht, nach so langer Zeit muss ich mal wieder was hier reinstellen, wie wäre es mit einer überarbeitung meiner ersten Geschichte.
Hoffe es gefällt euch, und keine Scheu vor Kritik.^^
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Es ist Nacht auf Midgard, der volle Mond strahlt bleiches Licht und erhellt die Umgebung ein wenig. Deorstead, die kleine Hafenstadt in Alba, schläft schon tief und fest. Das letzte Licht in den Tavernen  wird gerade gelöscht.

Schnelle Schritte hallen durch die engen Gassen, begleitet von lautem Keuchen. Eine junge Frau rennt durch die Stadt. Ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals, sie hört das Blut in ihren Ohren rauschen. Panik hat ihren Verstand gelähmt. Sie denkt an ihr sicheres Haus, aber das ist noch weit entfernt.  Sie kann den Schatten, der sie verfolgt nicht genau erkennen, aber sie weiß, er ist da. Er verfolgt sie, seit sie aus dem goldenen Apfel getreten ist, der Taverne, in der sie als Schankmaid arbeitet.

Sie rennt über den großen Marktplatz, der Friedhofsgleich da liegt. Totenstill, niemand zu sehen. Manche würden in so einer Situation zu der Stadtwache gehen. Aber nicht Sie. Sie mochte diese ungehobelten Flegel nicht. Seit sie einer im letzten Jahr beim großen Erntedankfest beinahe vergewaltigt hätte, wäre der Wirt nicht aufgetaucht

Das Krächzen eines Raben erschreckte sie. Sie stolperte über ihren langen Rock und fiel auf den harten, rauen Pflasterstein. Ihr Knie schmerzte sehr. Ein dunkler Fleck breitete sich um den eingerissenen Stoff aus. Egal, sie musste nach Haus.

Die letzte Ecke tauchte vor ihr auf, zwei Häuser weiter war ihr zu Hause. Sie sah sich nach dem Schatten um, konnte ihn aber nirgends entdecken. Das jagte ihr noch größere Angst ein. Nur noch ein paar Schritte, sie sah schon ihre Tür. Der Schlüssel drehte sich im Schloss und es knackte. Das Geräusch erfüllte sie mit Hoffnung, sie würde die Nacht überstehen. Schnell schloss sie die Tür hinter sich und sperrte ab.

Sie war zu Haus, hier war es sicher. Schweres durchatmen erlöste sie ein wenig von der Anspannung. Sachte tastend, suchte sie nach den Feuersteinen um die Kerze zu entzünden.  Drei harte Schläge und die kleine Kerze spendete warmes Licht.

Als sie sich umdrehte, stand nur wenige Millimeter vor ihr, eine Gestalt. Die grell weißen, langen Eckzähne, die ein grausames Lächeln enthüllte, füllten ihr Gesichtsfeld aus. Die Angst paralysierte sie.


Die Angst in den Augen seines Opfers zu sehen, war erregend. Nur dann war das Spiel wirklich interessant.   Er konnte ihren Atem auf seinen Lippen fühlen, die Wärme die sie ausstrahlte. Er konnte das Blut in ihren Adern rauschen Hören, das Herz schlug im wilden Takt. Er konnte sich kaum noch zurück halten, ihre zarte, reine Haut mit seinen Zähnen zu durchstoßen und es zu kosten.

Ein leichtes Zucken durchlief sie, als er ihr eine Hand ganz sachte in den Nacken legte, vorsichtig als ob er ihr nicht wehtun wollte. Er spürte den Schauer, der ihr den Rücken hinunter lief als er sie zart auf den Hals küsste.

Ein lauter Schlag gefolgt von einem unterdrücktem Schmerzensschrei, lies ihn innehalten.

„Verdammt noch mal“, schrie jemand vor der Tür, „ich“ ein rums ertönte als er wohl gegen die Tür trat um sie zu öffnen, “bekomm *rums* dass *rums* nie *rums* beim *rums* ersten Mal *rums* hin.“ Ein letzter Schlag ertönte und die Tür flog splitternd auf und ein Mann mit Schulterlangen Harren stolperte herein.

„Ha, endlich. Du, Vampir, dein Ende ist Nah.“ rief der Mann ihm zu und zog seinen Degen. Ein silbernes Blinken, blendete seinen Gegner.  Der Vampir stieß die Frau mit Wucht gegen die Wand, sie prallte mit dem Kopf gegen das harte Holz, rutschte daran herunter und blieb bewusstlos liegen. Die Züge der Kreatur wandelten sich und zeigten blanken Hass. Er rannte auf den Mann zu, mit nach vorn gestreckten Armen, als ob er ihn erwürgen wollte.
Mit einem siegessicherem Lächeln, schlug der Vampirjäger aus der Drehung zu. Er bewegte sich viel schneller als man ihm zugetraut hätte. Zielsicher traf er mit seinem verlängerten Arm den Hals des Vampirs. Das blutleere Fleisch und die dicken Halswirbel, waren kein Hindernis für die versilberte Klinge.

Vom Körper getrennt flog der Kopf davon. Der Jäger bemerkte seinen Fehler zu spät.

„Mist“ murmelte er noch, bevor der Kopflose gegen ihn prallte und ihn raus auf die Straße beförderte. Das Gewicht des Kadavers presste ihm die Luft aus den Lungen, was ihm ein „Uhh“ entlockte.

Benommen wälzte er den, nun wirklich Toten, von sich runter und ging wieder ins Haus. Das weibliche Opfer lag immer noch bewusstlos am Boden. Es schien ihr nichts passiert zu sein. Er hob sie behutsam auf und trug sie zu ihrem Bett. Als sie so vor ihm lag, strichen seine Blicke über ihren schönen Leib. Nein, dachte er, nicht wenn sie nichts davon mitbekommt. Vielleicht komme ich nachher wieder und nutzte meine Rolle als Retter etwas aus.
Er erhob sich mit einem Lächeln auf den Lippen. Nachdem er die zerstörte Tür wieder aufgestellt, hat so dass sie nicht umfiel, um das große Loch etwas abzudichten, schleifte er Kadaver und Kopf aus der Stadt.
 
 
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