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Just once

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
John Stillman Lilly Rush Scotty Valens
08.05.2013
07.06.2013
2
3.166
 
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08.05.2013 1.506
 
Das klingeln ihres Handys riss Lilly aus ihren Gedanken. Sie saß gerade an ihren Schreibtisch, im Department, über ihren aktuellen Fall gebeugt. Verwundert fischte sie es aus ihrer Manteltasche. Wer konnte das noch so spät sein? Es war weit nach Mitternacht. Der Name auf den Display reichte schon um ihr ein unbehagliches Gefühl zu geben.

Mom....

"Hallo.", grüßte Lillian möglichst ruhig in den Hörer. "Lilly, du musst mir helfen!"
Natürlich. Wie sollte es auch anders sein. " Chris war hier und wir hatten einen Streit! Sie ist weg gelaufen. Ich mache mir Sorgen! Such sie bitte!"

"Chris kann auf sich selbst aufpassen, Mom. Sie ist schon des öfteren weg gelaufen. Wir wissen ja nie wo Sie eigentlich gerade ist.", antwortete Lilly und rieb sich mit der freien Hand übers Gesicht. Sie war es einfach nur Leid. Ständig musste sie entweder

Chris oder Ellen aus der Scheiße ziehen. Wenn sie mal wieder abrutschten, oder wieder schworen sie würden einen Entzug machen und es diesesmal auch wirklich wollen. Aber keiner der beiden interessierte sich für Lillian. Niemand fragte nach ihr. Niemand interessierte sich für ihre tiefen, dunklen Augenringe...

"Ich kann nicht glauben was ich da höre! Da bitte ich dich einmal um was und du....", der Rest von Ellens Satz war unverständlich. Anscheinend hatte sie schon einiges an Alkohol intus. In dieser Verfassung konnte sie nicht mit ihrer Mutter reden. Konnte sie das überhaupt je?
"Ich geh Sie suchen.", antwortete Lilly schließlich leise und legte auf. Nach dem sie sich Mantel und Handtasche geschnappt hatte verließ sie das Gebäude. Tränen verschleierten ihr die Sicht. Müde blinzelte sie, sie weg. Weinen brachte nichts. Das hatte sie schon früh lernen müssen.

Natürlich erreichte Lilly ihre Schwester nicht auf ihrem Handy. Sie war sich noch nicht mal sicher ob die Nummer aktuell war. Einen Moment lang saß sie unschlüssig da. Die Heizung blies warme Luft in Auto und ihr wurde erst jetzt bewusst wie kalt es eigentlich draußen war. Vielleicht war Chris ja wirklich etwas zu gestoßen. Schnell rief sie die Krankenhäuser an. Doch Chris war nicht im Krankenhaus. Ein Glück. Aber wo war sie dann? Sie beschloss die Lieblingsplätze ihrer Schwester abzufahren. Vielleicht hielt sich Chris ja dort irgendwo auf.

Zwei erfolglose Stunden später betrat Lilly einen dubiosen Club. Ihr letzter Strohhalm an den sie sich krampfhaft klammerte. Vielleicht hatte sie ja Glück und Chris war hier irgendwo. Es war so laut. Die Musik dröhnte aus den Boxen. Der Barkeeper hantierte mit dem Cocktailshaker herum und wurde von viel zu jungen Mädchen dabei begafft. Sichtlich genervt stellte sich Lilly auf die Zehenspitzen um besser sehen zu können doch es war einfach zu voll. Und so blieb ihr nichts anderes übrig als sich durch die Massen zu quetschten.

"Hey Zuckerpüppchen!"

Lilly spürte wie sich eine Hand um ihr Handgelenk schlängelte. Noch bevor sie sich zu dem Kerl umgedreht hatte roch sie schon seine Whiskyfane. Er torkelte und grinste sie dümmlich an. "Na klasse.", dachte Lil sarkastisch und wollte ihr Handgelenk losreißen aber der Typ hatte einen erstaunlich festen Griff. "Zwing mich nicht dir weh zu tun Bürschchen.", dachte sie wütend und warf ihm einen warnenden Blick zu. Bereit ihm mit einem geschickten Polizeigriff aus dem Club zu führen. Ohne Umwege in die Ausnüchterungszelle.

Doch bevor sie sich als Cop outen konnte spürte sie plötzlich wie jemand an sie heran trat. Sie drehte sich herum. Dunkle, kastanienbraune Augen fingen ihren Blick auf.  In ihnen lag etwas mysteriöses etwas geheimes und doch waren sie so unglaublich sanft dass es Lilly für einen Moment den Atem verschlug. Erst jetzt realisierte sie den Körper, der nun neben ihr stand, genau. Ein dunkelhaariger Mann, mit Milchkaffee farbener Haut und einem ziemlich angespanntem Kiefer. Er starrte den Kerl an der immer noch ihr Handgelenk umklammert hatte. Zu Lillys Überraschung ließ er dieses los und schlurfte davon.

Ihr Retter drehte das Gesicht zu ihr. Er war einen Kopf größer als sie und seine breiten Schultern waren angespannt. Er beugte sich leicht zu ihr. "Ich bin Scotty!", er musste sie förmlich anschreien um die laute Musik zu übertönen. Genervt über diese ganze Situation nahm sie diesen Scotty bei der Hand und führte ihn raus auf die Straße. "Ich bin Lilly. Danke für die Hilfe. War wirklich nicht nötig. Ich muss jetzt wieder rein.", erklärte sie kurz und ließ ihn stehen.

Scotty sah ihr verwundert nach. Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht.

"Lilly.....ein schöner Name.", dachte er und spürte wie sein Herz einen Satz machte.

Sie war ihm sofort aufgefallen. Er hatte beobachtete wie ihre wunderschönen, müden Augen den Raum abgesucht hatten, beobachtete wie sie sich genervt eine ihrer wasserstoffblonden Haarsträhnen hinter ihr Ohr geschoben hatte. Die geschwungenen Lippen leicht auf einander gepresst.
Er durfte sie nicht einfach gehen lassen! In dieser betrunkenen und raufwütigen Meute hatte Lilly so zerbrechlich gewirkt. Wie eine Porzellanpuppe.

"Du kommst jetzt sofort mit Christina!", sagte Lilly an ihre Schwester gewand. Diese lag in einer ziemlich verdreckten Sitzecke und roch, wie alle anderen in diesem Drecksladen, nach Alkohol. "Ach verpiss dich doch!", lallte die Angesprochene. Was bildete sich ihre große Schwester eigentlich ein? Andauernd spielte sie den Babysitter. Chris konnte gut auf sich selbst aufpassen. Auch wenn sie jetzt total besoffen war, ging Lillian das nichts an.

"Christina! Ich diskutiere nicht mit dir! Komm jetzt!"

Chris richtete sich tatsächlich auf. Schwankte extrem aber Lilly hatte wirklich das Gefühl das sie ihre kleine Schwester hier raus bringen konnte.
Doch diese griff nach ihrem Glas und musterte ihre Gegenüber abschätzig. Lilly, die perfekte Tochter. Die immer alles besser wusste. Die immer an ihr herum meckerte.

Gerade als sie den Arm um sie legen wollte, um sie zu stützen, schüttete Chris den Rest ihres Glases in Lillys Gesicht. Der Schnaps brannte in ihren Augen, auf ihrer Haut....

Fassungslos starrte Lilly ihre kleine Schwester an. Einen Moment lang sahen sie einander in die Augen. Sahen die Verachtung die sie für einander empfanden. Lilly war es die den Augenkonatakt abbracht, sich umdrehte und den Ort verließ.

"Ja, hau doch ab! Wer braucht dich denn schon?", rief Christina ihr hinter her. Doch ihre Worte wurden so gleich von der Musik verschluckt.

Mit zitternden Händen wischte Lillian sich übers Gesicht. So weit war Chris noch nie gegangen....was zum Teufel stimmte nur nicht mit dieser Familie? Wieso konnten sie nicht normal sein....Tränen liefen ihre Wangen hinunter. Unaufhaltsam tropften sie von ihrem Kinn, verschwanden in ihrem weichen Schal.

"Ist alles in Ordnung mit ihnen Lilly?"

Scottys sanfte Stimme ließ sie aufblicken. Er reichte ihr ein Taschentuch. Zögernd nahm sie es entgegen. " Reiß dich zusammen verflucht!", tadelte sie sich innerlich. Sie flennte hier vor einem wild Fremden Kerl los. Was sollte das denn?!

"Soll ich Sie vielleicht nach Hause fahren?", er hatte die Frage ohne Hintergedanken ausgesprochen und doch hob sie verwundert eine Augenbraue.

"Ich wollte ihnen nicht zu Nahe treten. Es schien mir nur so als ob Sie Hilfe bräuchten.", verteidigte er sich. In seinen Augen lag ernsthafte Besorgniss. Ihr wurde unwillkürlich warm ums Herz. Was hatte dieser Mann nur an sich? Wieso war es so nett zu ihr? Sie kannten sich ja noch keine zehn Minuten!

Lilly konnte es selbst nicht glauben aber sie hatte sich tatsächlich von diesem Scotty Heim bringen lassen. Er hatte sie kurzer Hand auf den Beifahrersitz gesetzt und sich selbst hinters Steuer. Was in drei Teufels Namen ging hier bloß vor? Von dem harten Cop war nichts mehr zu sehen. Christina hatte schon schlimmere Dinge gemacht und Lillian hatte sich daran gewöhnt....

Wieso also war sie so verletzt? Ja, gerade zu paralysiert! Zum Teufel!

Sie spürte seine Augen auf sich ruhen. Er schien sich wirklich Sorgen um sie zu machen. Sie konnte es sich immer noch nicht erklären wieso. War es sein schüchternes Lächeln, sein muskulöser Körper oder diese rehbraunen Augen die sich jetzt merkwürdig verdunkelt hatten...

"Lilly.", seine Stimme war nur ein flüstern.

Sie drehte den Kopf zu ihm. Roch sein Rasierwasser. Scotty strahlte etwas aus.....
Sie wollte ihn....brauchte ihn...

"Wieso eigentlich nicht....", dachte Lilly und dachte dabei an die vielen Male in denen sie schamlos ausgenutzt wurde. Ellen und Christina tranken gerne? Na schön, dann sollten sie es eben tun. Lillian hätte fast hysterisch aufgelacht. "Du kannst doch sowieso nichts dagegen tun...du bist machtlos.", dachte sie müde und hob den Kopf um Scotty anzuschauen. Sie packte ihn am Kragen seines Mantels, zog ihn zu sich, und küsste ihn.

Sie liebten sich in dieser Nacht mehrere male...

Lillian erwachte am nächsten Morgen alleine in ihrem Bett. Gott was hatte sie nur getan? Sie hatte mit einem fremden Mann geschlafen!

Als sie wenig später im Revier aufkreuzte, immer noch völlig verwirrt führte Stillmann sie in den Verhörraum in dem ihr neuer Partner gerade jemanden verhörte.

Beinahe hätten ihre Beine nachgegeben.....

Ihr neuer Partner war Scotty...
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