I want to die

SongficSchmerz/Trost / P18 Slash
Felix Gaber Magnus von Hagen
06.05.2013
06.05.2013
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und wieder ein Os von mir, bis es mit den langen sachen mal weitergeht :D ich bin wieder fies zu meinem lieblingschara, gleiche das aber wie üblich mit einem guten ende, das diesmal kitschiger nicht sein könnte, aus :D

gehören tut mir wie immer nichts, außer der idee.

der song ist von oomph! und heißt "du willst es doch auch"

nicht für schwache nerven, magnus is ma wieder am ende mit den nerven.

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Ich weiß Du Willst Es Doch Auch

Tropf... Tropf... Tropf...
Gleichmäßig erklang das Tropfen auf den glatten Fließen am Boden. Ein an die Wand gelehnter Körper, ein leerer Geist. Daneben die Splitter einer leeren Flasche ein besonders scharfer lag blutgetränkt in der Hand der Gestalt. Man hätte ihn für tot halten können, doch der 17-Jährige lebte. Noch.

ein tiefer Riss zerteilt die Haut
und doch verschenkst du keinen Laut


Aus der blutenden Wunde am Handgelenk tropfte das Blut sanft zu Boden, darunter hatte sich ein kleiner See gebildet, der sich stetig vergrößerte. Das einzige andere Geräusch, dass zu hören war, waren die langsamen, gequälten Atemzüge des jungen Mannes. Die früher strahlenden blauen Augen starrten leer in den Raum, die leicht geöffneten Lippen, die früher immer ein Lächeln geziert hatte, egal aus welchem Anlass, waren nun blutleer, saugten die Luft krampfhaft in die immer weniger arbeitenden Lungen.

du wartest dass der Schmerz beginnt
dass dein Gefühl das Spiel gewinnt
Der scharfe Stahl läuft durch die Hand
du bist dem Spiegel zugewandt


Eine Erinnerung zog an seinem geistigen Auge vorbei, die warme Stimme einer vertrauten Person, die jedoch nur schemenhaft zu erkennen war. „Komm, das MUSST du dir ansehen, es ist einfach zu komisch.“ Er hörte das Lachen in der Stimme, die ihn da zu sich beorderte.

du siehst die Macht im eigenen Blick
ein stummer Schrei ein kurzes Glück


Das Bild wechselte, es war alles schwarz um ihn, doch er hörte wieder diese Stimme, fast schon liebevoll klang sie, als sie zum sanften Rütteln an seiner Schulter sagte: „Komm, aufstehen, wir müssen in einer Stunde los.“ Er schlug die Augen auf und sah seinen besten Freund vor sich, der für ihn eigentlich viel mehr war, auch wenn er das nie laut zugeben würde.

komm, nur noch ein Stück

Ein scharfer Schmerzensblitz durchzuckte ihn, sein Blick klärte sich kurzzeitig und er stöhnte leise auf. Das Blut floss wieder schneller aus der Wunde, er hatte den Arm zu rasch bewegt. Kurz sah er einen schwachen Lichtschimmer unter der Tür durchschimmern, dann verschwamm wieder alles. Lange würde er nicht mehr durchhalten, aber das wollte er auch nicht. Er hatte aufgegeben.

ich weiß Du Willst Es Doch Auch
ich weiß du fühlst es doch auch (in dir)
ich weiß Du Willst Es Doch Auch
ich weiß du brauchst es doch auch (in dir)
lass mich


Am Rande registrierte er das Quietschen der Tür, ein entsetzter Ausruf drang an sein Ohr, doch zuordnen konnte er nichts mehr. Er spürte einen leichten Stich am Arm, dann war alles schwarz.

du presst dich an die kalte wand
hast alle Muskeln angespannt
der dunkle Fluch hat sich verarmt
in deine Kehle eingehaucht


Vor den Türen der Intensivstation saß Felix, das Gesicht in beiden Händen vergraben, einen Brief auf dem Schoß. Es war der Abschiedsbrief seines besten Freundes. Eine Offenbarung seines Inneren, die Felix dazu veranlasste, sich zu fragen, wie er es hatte übersehen können, obwohl es ihm doch genauso gegangen war.

du hältst den Schaft in deiner Hand
hast dich dem Ende zugewandt
und während leis die Welt zerbricht
lacht dir der Tod ins Angesicht


„Meine Gefühle wandeln sich, ich kann nicht sagen warum, aber ich fühle mehr als nur Freundschaft für dich. Viel mehr. In Ordnung, ich gebe es zu, bin einmal, vielleicht sogar das erste Mal wirklich ehrlich. Ich liebe dich. Und das nicht erst seit ein paar Tagen oder Wochen, auch wenn ich nicht genau sagen kann, wann es angefangen hat. Nur, dass du schon lange der Grund bist, warum ich jeden Tag lächeln kann, mich auf den Tag freue, wenn wir etwas zusammen unternehmen.
Und doch habe ich dich verraten. Es mag feige sein, aber ich sehe keinen anderen Ausweg mehr. Du wirst mir einen solchen Verrat nie vergeben können, ich verdiene es auch nicht. Trotzdem bitte ich dich um Verzeihung. Es tut mir so Leid, aber ich kann es nicht mehr ändern. Vergiss mich am besten einfach, ich bin es sowieso nie wert gewesen mich deinen Freund nennen zu dürfen.“


komm lauf in das Licht

Wie hatte er nur übersehen können, dass sein bester Freund suizidgefährdet war? Das dieser Gefühle für ihn entwickelt hatte? Und das, wo es ihm doch genauso ging. Wie also hatte er das übersehen können? Magnus hatte doch sonst auch keine Chancen gehabt, ihm etwas zu verschweigen, das ihn wirklich beschäftigt hatte.

ich weiß Du Willst Es Doch Auch
ich weiß du fühlst es doch auch(in dir)
ich weiß Du Willst Es Doch Auch
ich weiß du brauchst es doch auch(in dir)


Sie hatten sich ein wenig entfremdet seit er dem Club der alten Weide beigetreten war, doch so sehr? Felix wollte es nicht glauben.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ein Arzt ihn ansprach. „Herr Gaber?“ „Ja?“, fragte er mit zitternder Stimme. In seinem Kopf hatte nur ein Gedanke platz: 'bitte lass ihn noch am Leben sein.'
„Wir konnten Herrn von Hagen stabilisieren. Aber er liegt im Koma, der hohe Blutverlust hat ihn stark geschwächt. Ein paar Minuten später und wir hätten nichts mehr für ihn tun können.“, erklärte der Arzt Felix, dem in diesem Moment ein Stein vom Herzen fiel.

komm komm, nur noch ein stück

„Wird er wieder..?“, trotz der Erleichterung wagte Felix den Satz nicht zu beenden. Noch war Magnus nicht wach, es war gut möglich, dass er es nicht schaffte, egal, wie stabil er grade war. „Das kann ich ihnen nicht genau sagen, aber die Chancen stehen 50:50. Es tut mir Leid, ihnen keine bessern Nachrichten überbringen zu können.
Felix nickte, er hatte einen Kloß im Hals. „Kann ich zu ihm?“, fragte er, seine Stimme klang gepresst, er kämpfte mit seiner Beherrschung, wollte die Hoffnung nicht aufgeben. Der Arzt nickte und brachte ihn in ein Zimmer auf der Intensivstation, dort ließ er Felix allein.

ich weiß Du Willst Es Doch Auch
ich weiß du fühlst es doch auch(in dir)
ich weiß Du Willst Es Doch Auch
ich weiß du brauchst es doch auch(in dir)


Weiß wie die Bettdecke, unter der er lag, war sein Gesicht, die Brust hob sich bei den schwachen Atemzügen kaum. Felix trat ans Bett seines besten Freundes, nahm vorsichtig dessen Hand in seine. So kalt waren Magnus´ Finger nicht mal im tiefsten Winter gewesen, auch wenn dieser nie Handschuhe getragen hatte. Felix verschränkte seine Finger mit Magnus´, hoffte, ihm dadurch ein wenig Wärme zurück geben zu können. Alles an Gedanken, an Schwüren, an Versprechen war aus seinem Kopf gewichen, nur der tief empfundene Wunsch, dass er Magnus wieder lebendig und gesund in die Arme schließen konnte und die unter die glühende Zuneigung waren noch fassbar.


ich weiß Du Willst Es Doch Auch
(Du Willst Es Doch Auch)
ich weiß du fühlst es doch auch(in dir)
ich weiß Du Willst Es Doch Auch
(Du Willst Es Doch Auch)
ich weiß du brauchst es doch auch(in dir)


Oder war es schon Liebe? Er hatte keine Ahnung, wusste nur, dass er sich ein Leben ohne Magnus an der Seite nicht vorstellen konnte, nicht vorstellen wollte. Sanft berührte er die blassen Lippen mit seinen, wollte so ausdrücken, was er nicht in Worte fassen konnte. Würde er es Magnus je gestehen können? Er wollte nichts anderes glauben, auch wenn die Maschinen, die Magnus´ Zustand überwachten, diesen Glauben zunichte machen wollten, denn mit einem Mal begann einer der Monitore einen langgezogenen Piepton von sich zu geben, wo vorher noch ein zwar langsames aber stetiges einzelnes Piepsen zu hören gewesen war.

lass mich
Du Willst Es Doch Auch
lass mich
Du Willst Es Doch Auch
lass mich
Du Willst Es Doch Auch


Felix stand auf dem Balkon der großen Suite und sah über das Meer, das vor ihm im Sonnenuntergang rötlich leuchtete. Urlaub auf Fuerteventura, wo konnte es schöner sein, die zweiten Flitterwochen zu verbringen? Hinter sich hörte er leise Schritte, dann fühlte er, wie sich Arme um sein Hüfte schlangen, jemand die Stirn an seine Schulter lehnte. Sanft lächelte er, verschlang seine Finger mit denen des geliebten Mannes hinter ihm.

„Alles in Ordnung?“, fragte er schließlich und wandte sich in der Umarmung um. Magnus nickte nur, schmiegte sich in die Umarmung. Auch nach fast zehn Jahren Ehe brauchte er noch viel Nähe zu Felix, musste sicher sein, dass dieser ihm die Vergangenheit wirklich vergeben hatte. Sein knappes Überleben des selbst herbei geführten Überlebenskampfes, den Verrat an den Feind, die Eifersucht auf Delia, die manchmal mehr als heftig gewesen war und er sich gerne wie eine Diva aufgeführt hatte.

Doch auch Felix brauchte die Nähe, die Wärme, die Magnus ausstrahlte, besonders in Nächten, in denen er ihn im Traum wieder hatte sterben sehen.
„Wie geht’s dir?“, fragte Magnus an seinem Hals, Felix war heute schon den ganzen Tag so schweigsam gewesen, es jährte sich heute zum 15ten Mal Magnus´ Suizidversuch. „Es wird besser. Mit jedem Jahr, das ich dich lebend an meiner Seite habe ein bisschen mehr.“, flüsterte Felix zurück, küsste den kleineren zärtlich und wandte sich mit ihm im Arm wieder dem sanft rauschenden Meer zu.
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