Meine kleine Tochter kann unmöglich so süß sein

GeschichteRomanze, Familie / P12
05.05.2013
05.05.2013
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05.05.2013 1.130
 
„Halt! Willst du etwa so aus dem Haus gehen?“, hielt mich Mama auf.
Überrascht blickte ich erst auf sie, dann an mir herab. Ich fand nichts an meinem Körper das Grund zur Aufregung hätte sein können.
„Schatz, dein Oberteil passt überhaupt nicht zu deinem Rock!“, erklärte Mama und ich kratzte mich verlegen am Kopf.
Was Style anging, hatte ich noch eine Menge von Mama zu lernen, das gab ich zu.
„Ich bin mit Hideo-kun verabredet, wir wollten ein Eis essen gehen.“, gestand ich ihr und Mama begann zu grinsen.
„Verstehe, ein Date also! In diesem Fall müssen wir etwas Besonderes für dich suchen.“, bestimmter sie.
Schnell unternahm ich einen Versuch sie darüber aufzuklären, dass es sich um kein Date handelte, doch sie wollte nicht hören. Aber war es wirklich kein Date? Hideo-kun und ich waren doch bloß Freunde, richtig?
15 Minuten später trug ich ein neues Kleid,  von dem ich zugeben musste, dass es mir etwas Peinlich war. Ich war keines von Mama Models, wagte es aber nicht ihr das zu sagen.
Plötzlich kam Papa nach Hause und musterte mich.
„Nanu, habe ich einen wichtigen Termin vergessen? Warum hast du Kiyoko so schick angezogen?“, fragte er Mama.
Dieser grinste noch immer und erzählte ihm von meinem vermeintlichen Date.
„Was? Meine kleine Tochter hat ein Date? Wer ist dieser Unhold, der es wagt mein kleines Mädchen anzufassen?“, kam es augenblicklich in Papa hoch.
Mama sprang sofort hoch, hob ihr Bein und versenkte ihr Knie in Papas Magen. Dieser stürzte nach hinten und knallte hart gegen die Wand.
„Häh? Bist du jetzt nicht nur ein Siscon, sondern hast auch einen Tochter-Komplex entwickelt? Wie abartig bist du eigentlich? Wehe, du rührst mein kleines Mädchen an!“, warnte sie ihn.
Empört sprang Papa auf und versuchte sich zu rechtfertigen.
„Sei nicht so! Außerdem ist sie auch mein Mädchen und wenn sie sich mit einem Jungen trifft, habe ich auch noch ein Wörtchen mitzureden.“, stand für ihn fest.
Für Mama eher weniger. Sofort ‚prügelte’ sie ihn Richtung Küche und gab mir noch ein paar Tipps. Ich wollte Kiro-nii noch Hallo sagen, aber überraschenderweise war er nicht in seinem Zimmer.
Es dauerte eine Stunde, bis ich an der Eisdiele ankam. Hideo-kun wartete bereits davor und winkte mir zu.
„Kousaka-san, schön dass du kommen konntest.“, lächelte er fromm.
Ich kratzte mich verlegen am Hinterkopf und grüßte ihn. Er sah beiläufig auf die Uhr und fragte mich, ob wir doch hineingehen wollen. Ich stimmte zu und betrat gemeinsam mit ihm das Geschäft. Wir suchten uns einen gemütlichen Platz in der Ecke und begannen damit die Karte zu studieren. Da ich Erdbeeren sehr mochte, entschied ich mich für einen Erdbeerbecher, während Hideo-kun sich für Banane aussprach.
Als sich uns jemand näherte, nahm ich an es handle sich um die Bedienung, zog dann aber die Augenbrauen hoch, als ich erkannte, wer da wirklich vor mir stand.
„Huh? Kiyoko? Was machst du denn hier?“, wurde er verwundert von Kiro-nii gefragt.
Da er bereits zur Oberschule ging, während Hideo-kun noch die Mittelschule besuchte, kannten sich die beiden nicht.
„Kennst du den Kerl?“, wurde ich von ihm gefragt und nickte automatisch.
„Das ist Kiro-nii.“, stellte ich meinen großen Bruder vor.
Er und Hideo-kun musterten einander, die Situation wirkte angespannt.
„Oh, ich wusste nicht, dass du heute mit einem Freund herkommen wolltest. Ist ja ein Zufall, dass wir uns hier treffen.“, sagte Kiro-nii mit aufgesetztem Lächeln und setzte sich einfach ungefragt.
Ich sah zu Hideo-kun, ihm schien es nicht zu gefallen, dass unsere Zweisamkeit plötzlich gestört wurde. Bruder hin oder her, ihm missfiel Kiro-niis Anwesenheit merklich.
Da kam es mir in den Sinn, dass es sich vielleicht tatsächlich um ein Date handeln könnte.
Kiro-nii schnappte sich nun die Karte und las sie sich durch.
„Also… du musst nicht extra mit uns abhängen.“, unternahm Hideo-kun einen Versuch ihn zu verscheuchen.
Kiro-nii sah zu ihm hinüber und hob die Augenbrauen.
„Ach, ist schon in Ordnung! Es macht mir nichts aus, Gesellschaft zu haben.“
Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, ob er es ernst meinte, oder nur schnippisch sein wollte.
Die Bedienung kam nun zu uns und wir begannen zu bestellen. Während wir warteten, begann Kiro-nii damit Hideo-kun auszufragen. War wir so in der Schule und vor allem gemeinsam im Spiele-Club so anstellten. Hideo-kun machte gute Miene zum bösen Spiel, ließ die Fragerei aber über sich ergehen. Das Eis wurde an den Tisch gebracht und wir begannen damit es genüsslich zu verspeisen.
„Das war wirklich lecker! Danke für die Einladung, Hideo-kun!“, sagte ich und mein Club-Kamerad lächelte mir zu.
„Wir können gerne noch etwas gemeinsam unternehmen.“, schlug dieser vor, doch Kiro-nii räusperte sich.
„Aber wohl kaum noch heute. Es wird langsam dunkel und vor allem Mittelschüler sollten sich nachts nicht herumtreiben.“, machte er einen auf Moralapostel.
Ich wusste zwar, dass er recht hatte, aber auch, dass er nicht wollte, dass ich mit Hideo-kun Zeit verbrachte.
Mein Mitschüler nickte und stand auf.
„Es war ein schöner Tag, wir sehen uns dann Montag in der Schule.“, sagte er und verabschiedete sich.
Ich ballte die Hände zu Fäusten und vergrub sie in meinem Schoß.
„Hast du… gestern gehört, dass ich mich mit Hideo-kun treffen wollte? Du warst doch nicht zufällig hier, oder Onii-chan?“, fragte ich ihn anklagend.
Kiro-nii bohrte sich im Ohr, als ob er nicht genau verstanden hätte was ich ihm vorwarf.
„Natürlich, was denkst du denn.“, gestand er auf einmal, ohne dass ich es erwartet hätte.
„Wie? Du gibst es einfach so zu?“, hakte ich nach.
Kiro-nii nickte und verschränkte seine Arme.
„Weder ich, noch Mama oder Papa kannten diesen Hideo-Typen. Er hätte ja ein schlimmer Bursche sein können, weshalb es unverantwortlich gewesen wäre, dich alleine gehen zu lassen.“, stellte er klar.
Ich frage mich ob Papa das angezettelt hatte, oder ob Kiro-nii einfach den Beschützerinstinkt eines großen Bruders etwas übertrieb.
„Also… hast du dir nur Sorgen um mich gemacht?“, wollte ich es genauer wissen und Kiro-nii  nickte beiläufig.
„Ich denke… dieser Hideo ist ganz in Ordnung. Aber überleg dir ob du dich wirklich weiterhin mit ihm treffen willst, der Kerl ist doch ein Langweiler.“, gab er seine Meinung wider.
Ich räusperte mich hörbar.
„Es können ja nicht alle perverser Stalker sein, die den ganzen Tag Siscon-Eroge spielen!“, wand ich amüsiert ein.
Kiro-nii schenkte mir einen bösen Blick und stand dann auf.
„Komm, lass uns nach Hause gehen. Mam und Paps warten sicher schon mit dem Essen auf uns.“
Ich stimmte ihm zu und gemeinsam verließen wir die Eisdiele.
„Ob Papa noch lebt?“, fragte ich ihn, doch Kiro-nii zuckte nur mit den Schultern.
„Das weiß man bei Mama nie.“
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