Meine kleine Tochter kann unmöglich so süß sein

GeschichteRomanze, Familie / P12
05.05.2013
05.05.2013
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05.05.2013 998
 
„Familienoberhaupt: Kousaka Kyousuke. Frau des Hauses: Kousaka Kirino. Sohn des Hauses: Kousaka Kiro. Tochter des Hauses: Kousaka Kiyoko.

Letzteres wäre somit ich. Mein Name ist Kiyoko und ich besuche die zweite Klasse der Mittelschule.
Jeden Tag um 3 Uhr nachmittags endet der Unterricht, allerdings verlasse ich danach noch nicht gleich die Schule. Ich durchquere den langen Gang des Schulgebäudes, bis ich das Zimmer mit der Aufschrift ‚Game-bu’ erreicht habe. Hinter dieser Tür liegt das Hauptquartier des Spiele-Clubs, in welchem ich Mitglied bin. Ich muss zugeben, dass er nicht sehr viele Mitglieder besitzt, denn es sind außer mir nur noch 2 Mädchen und ein Junge. Eines der Mädchen ist meine beste Freundin Ayaka, die andere ist ihre kleine Schwester Aoi, welche erst die erste Klasse der Mittelschule besucht. Bei dem Jungen handelt es sich um Hideo-kun, er und ich besuchen dieselbe Klasse. Erst stellte er sich etwas anderes unter dem Spiele-Club vor, doch nun muss er damit leben, dass ich, Ayaka und Aoi hauptsächlich über Galge und andere Visual Novels reden. Ich will Hideo natürlich nichts anhängen, immerhin spricht er nicht ständig von Eroge, wie eine gewisse andere Person.
Gegen Abend kehre ich dann nach Hause zurück. Unser Haus ist wirklich schön und auch groß. Mein Vater ist ein wichtiger Geschäftsmann, doch das Geld stammt größtenteils von meiner Mutter, die bis vor meiner Einschulung noch ein begehrtes Model war. Nun… ich muss es vermutlich nicht extra erwähnen, aber ich habe mein Aussehen von ihr geerbt, ja!
Gerade in diesem Moment stolpere ich in den Flur und versuche mich meiner Schuhe zu entledigen. Auch den Rucksack werfe ich achtlos in die Ecke.
Es ist der Duft, aus der Küche, der mich magisch anzieht. Aufgeregt und vor allem hungrig laufe ich in die Küche und begrüße Papa, der vor dem Herd steht. Ich habe mich an diesen Anblick gewöhnt, da Mama meistens viel zu beschäftigt ist um das Kochen zu übernehmen. Entweder berät sie eines der neuen Models in der Agentur, für die sie jetzt arbeitet, oder telefoniert fast den ganzen Tag mit Tante Ayase. Deshalb übernimmt Papa das Kochen, Wäsche waschen, bügeln… Abwaschen, Reparaturen, Rechnungen… . Man könnte vielleicht sagen Mama hält Papa an der kurzen Leine wie ein Schoßhündchen.- Ständig brüllt Mama Papa an wenn er etwas falsch gemacht hat. Und wenn er nichts falsch gemacht hat, dann auch. Ich habe mich erst lange damit gewählt, doch dann haben meine Eltern mit mir gesprochen und mir alles erklärt. Es ist nicht, weil sie sich hassen, oder genug voneinander hätten. Nein, es war schon immer so, sie sind so zueinander weil sie sich wirklich aufrichtig lieben. Deshalb lässt sich Papa auch alles gefallen, was Mama ihm an den Kopf wirft. Und sie wirft ihm wirklich viele Sachen an den Kopf, das könnt ihr mir glauben. Ayaka hat mir einmal erklärt, dass man so jemanden wie Papa einen „M“ nennt. Ich habe nicht ganz verstanden was das bedeutet, aber Papa scheint wirklich ein Paradebeispiel zu sein.
Er grüßt mich und stellt mir einen Teller Sukiyaki hin, während mir bereits das Wasser im Mund zusammen läuft. Während ich mich darüber her mache, sehe ich wie Mama in der Tür steht und Papa ein scheinbar durch die Waschmaschine geschrumpftes Kleidungsstück unter die Nase hält. Sie verpasst ihm eine Ohrfeige, aber da Papa ja M ist, denke ich es gefällt ihm. Hm, was könnte ich noch erzählen? Meine Freunde kennt ihr inzwischen und meine Eltern auch. Meine Großeltern besuchen uns fast jedes Wochenende, da sie nicht weit weg wohnen. Tja und dann habe ich noch irgendwie einen Onkel… der allerdings mein Papa ist. Und außerdem noch eine Tante, die… aber irgendwie meine Mama ist. Kurz gesagt, unsere Familienverhältnisse mögen auf Außenseiter vielleicht etwas kompliziert klingen. Das ändert jedoch nichts daran, dass wir uns alle sehr gern haben. Nun gut, es gibt vielleicht eine Ausnahme.
Als ich mit dem Essen fertig war und den Teller in die Spüle gestellt hatte, schnappte ich mir meinen Rucksack und trabte in den ersten Stock hinauf.
Mein Ziel war die edelholzfarbene Tür am Ende, auf dem der Name ‚Kiro’ prangte. Ich grinste über beide Backen und drückte blitzschnell die Tür zum Zimmer auf.
„Onii-chan, tadaima!“, rufe ich und blicke mich nach meinem Bruder um.
Dieser schreckt perplex auf und versucht sich vor seinen Computer zu stellen.
„Onii-chan, spielst du etwa schon wieder einen deiner Eroge?“, fragte ich ihn anklagend.
Kiro-nii wird rot im Gesicht und versucht sich zu verteidigen.
„Kiyoko, was fällt dir ein einfach in mein Zimmer zu kommen?“, will er von mir wissen.
Ich protestiere und räuspere mich.
„Wie soll ich als unschuldige, kleine Schwester denn bitte wissen, dass  mein perverser Bruder wieder unartige Dinge in seinem Zimmer anstellt?“, rechtfertige ich mich.
Kiro-nii scheint der Geduldsfaden zu reißen und trabt auf mich zu.
„Ich bin nicht pervers, klar? Ich spiele nur die Eroge, die Mama mir zum letzten Geburtstag geschenkt hat! Es wäre doch sinnlos, wenn sie einfach unangesehen in meinem Schrank liegen würden! Das bedeutet noch nicht, dass ich pervers bin!“, stammte er nun, zumindest bis sich das Spiel hinter ihm von alleine fortsetzte.
„Onii-chan, danke dass du mir immer so sehr hilfst! Würden du… mir vielleicht auch bei meinem ersten Mal helfen?“, flötete die Stimme eines Moe-Charakters auf dem Monitor.
Meine Augen verengen sich und Kiro-nii weiß nun nicht mehr was er antworten soll. Also beginnt er damit, mich aus seinem Zimmer zu schieben und zieht die Tür zu.
Ich seufze und versuche zu meinem eigenen Zimmer zu schreiten, als mein Handy klingelte.
Auf dem Display erkannte ich Hideo-kuns Namen, war mich überraschte, da wir sonst kaum telefonierten. Ich meldete mich und wir quatschten eine Weile.
„Wie? Du möchtest morgen mit mir ein Eis essen gehen?“, hatte ich seine nächste Frage nicht voraus gesehen. Ich war erst etwas verdutzt, sagte dann aber zu.
Als ich auflegte, bildete ich mir ein, ein Geräusch hinter der Tür zum Zimmer meines Bruders zu hören.
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