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»—Eine Reise,ein Ziel—>

KurzgeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Bilbo Beutlin Fili Kili Thorin Eichenschild
05.05.2013
30.06.2013
8
13.339
 
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10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.05.2013 1.106
 
Soo mein erster OS :)
Ich hatte ihn auch schon unter einem anderen Namen gepostet, aber dort hatte ich auf fertiggestellt gedrückt und jetzt könnte ich erst in einem Monat das ändern und dort neue OS reinstellten...Blablabla.. Und da ich mein Profil damit nicht voll spämen will, werde ich jetzt alle hier posten und somit auch diesen hier :) Viel Spaß ihr lieben, eure Reviews sind immer herzlich willkommen. Ich beiße nicht keine Sorge ;)
GLG
Skyline
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Die Schlacht der fünf Heere war vorüber. Kili und Fili die sich für ihren Onkel opferten, wurden zusammen in ein Zelt gelegt damit die Liebsten Abschied nehmen konnten.
Mein Herz brannte bei den Erinnerungen an ihren tot.
Er war so grausam gewesen und kam mir vor, als hätte es Stunden gedauert ehe die beiden Arm in Arm ihren letzten Luftzug nahmen.
Hand in Hand und Seite an Seite lagen sie dort, mit Pfeilen durch bohrt und mit Blut überseht.
Der Dreck und die Krusten ihrer noch nicht verheilten Wunden die ihren Körper zierten und ihre starren leeren Augen die ich niemals aus meinen Gedanken werde streichen können, quälen mich Sekunde zu Sekunde mehr.

Der Moment als die Ersten Pfeile ihre Rüstungen durchbrachen und ihre Schmerzerfüllten Gesichter, als sie zu Boden sackten, verfolgten mich bei jedem Schritt den ich ging.
Ihre Schreie die so laut über das Feld hallten, dass ich glaubte, sie selbst in 100 Meilen Entfernung hätte hören zu können.
Wie sie mir durch Mark und Bein dringen, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde, seitdem es geschah und ich sie nicht mehr aus dem Kopf bekam. Rote Spuren liefen über meine Wangen, die noch immer von Dreck und Blutkrusten des Kampfes an meiner Haut verweilten, da ich nicht wagte mir im nahe liegenden Fluss selbst in die Augen zu blicken.

Und auch wenn ich es nie gewagt habe zu glauben, dass ich jemals  für eine Person Gefühle hegen würde, die Stärker sind als jeder Sturm, als jeder Fels in der Brandung und die heißer sind als das Herz der Flammen selbst, war ich Glücklich gewesen.
Aber die Ungläubigkeit, das mir mein Glück für nur so kurze Zeit gegönnt werden sollte und das ich es überhaupt am eigenen Leibe erfahren durfte, konnte nicht die Überhand gewinnen.
Denn der Schwerste Weg lag noch vor mir.
Meine Füße waren so schwer, als wären riesige Berge an sie gekettet und jeder Schritt tat mir weh.
Doch ich wurde gebraucht.
Ich wurde her gerufen und auch wenn mein Herz voller Schmerzen und Sehnsucht schreite, musste ich diesen allerletzten Schritt wagen.

Mit zittrigen und kalten Händen öffnete ich die Plane zu dem größten der Zelte, worin er lag.

Mein Glück.

Meine Sehnsucht.

Mein Faden der mich im hier und jetzt als letztes noch hielt.

Meine Liebe.

Mein Leben.

Die Ozean blauen Augen trafen kraftlos und vernebelt auf meine und der Anblick seines ausgelaugten, verwundeten und letztlich schwachen Körpers ließen meine Knie weich werden und meine Augen nass.  
Mehr stolpernd trat ich an seine Seite und ergriff die Hand die er mühsam nach meiner ausstreckte.
Seine kalte Hand lag schwach und mit kaum noch Druck in meiner.
Und trotz dieser Umstände, brachte er dennoch ein Lächeln zustande.
Ein kleines, zartes und zerbrechliches Lächeln.
Und dennoch spendete es mir keinen Trost.
Zu groß war die Trauer und die Angst vor der Leere.
Die Leere die mich schon bald drohte heim zu suchen und mich für immer in ihre Fänge ziehen würde.

Das warme salzige Nass lief in Strömen über meine Wangen und ich musste mehrfach blinzeln um meine Sicht zu klären. Mit der wenigen Kraft die ihm blieb, strich er mir eine Träne aus dem Gesicht.

„Weine nicht mein Herz.“ Flüsterte er mit schwacher Stimme.

„Geh nicht fort, bitte!“ Flehte ich ihn an.

Aber es half nichts.

„Ich werde nun gehen. Werde glücklich, mein Herz. Ich…ich…liebe…dich.“

Die letzten Worte die seine spröden Lippen jemals verlassen würden und ich spürte wie der letzte Faden der mich am Leben hielt, riss und mich fallen ließ.
Der leichte Druck von seiner Hand verschwand.
Die glasigen Augen die sich in mein Gedächtnis brannten, brachten mich um den Verstand.

Ich rüttelte an seinen Schultern, als würde es ihn wieder zurück ins Leben holen. Als würde es ihn retten.

„Thorin nein! Lass mich nicht allein! Bitte! Thorin! Du hast es mir geschworen!“

Ich schrie mir die verkümmerte und von Trauer übermahnte Seele aus dem Leibe und klammerte mich an den Leblosen Körper meines Liebsten fest.

„Komm zurück zu mir! Bitte! Ich flehe dich an, lass mich nicht allein!“

Gequält, presste ich die Worte heraus, denn der Schmerz in meiner Brust schnürte mir die Luft ab. Doch er kam nicht zu mir zurück. Nicht an diesen Tag und auch an keinem anderen.
Ich spürte nicht mehr wie man mich von ihm zog und aus dem Zelt brachte. Denn schon jetzt war die Leere, so groß, weit und dunkel um mich verbreitet, dass ich Angst hatte und die Qualen unerträglich werden ließen.
Sie gingen bis ins unendliche und um noch einiges weiter. Schlimmer wie jede Verletzung die man mir hätte zufügen können und schlimmer als alles was ich bisher erlebte, konnte diesem Zustand nicht das Wasser reichen. Nichts war jemals so unfassbar und unvorhersehbar über mich herein gebrochen, wie der Tod meiner Liebe.

Und so schmerzlich der Gedanke an meine Zukunft ohne ihn war, war der Gedanke wie es hätte sein können, wäre er zu dem Selben Zeitpunkt an einer anderen Stelle gewesen. Wenn er gelebt hätte. Im hier und jetzt. Bei mir.

„Ich liebe dich. Für immer.“
Hauchte ich die letzten Wörter, die jemals meine Lippen verlassen sollten.

Denn nie wieder war ein Ton über meine Lippen fort entflohen.

Nie wieder war etwas von mir zu vernehmen, denn die Dunkelheit und schrecklich kalte Leere holte mich in ihren Bann.

Und somit saß ich hier.
In meiner Hobbit Höhle im Auenland.
In meinem Sessel am Kamin.
Die Wand über dem Kaminsims schmückte das Bild meines Lebens.
Meines Lichtes in der Dunkelheit, das vor langer Zeit erlosch und mir vorkam, als wäre es erst gestern gewesen.
Die Wunden so alt und dennoch so schmerzlich frisch.

Eine Träne rollte über meine abgemagerte Wange.
Als könne ich seinen heißen Atem wieder auf meiner Haut spüren und sein strahlendes Lächeln wieder vor meinem inneren Auge sehen, erfüllte mich ein sanftes und leichtes Gefühl, was ich seit jeher nicht mehr spürte.

Und ich wusste nun, dass es so weit war.

Ich schloss meine Augen und ein Lächeln schmiegte sich auf meine Lippen.

„Ich komme nach Hause, mein König.“

War mein letzter Gedanke, als mein Herz zum letzten Schlag ausholte und es still wurde.


Für immer…
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