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Der Sprung ins kalte Wasser

GeschichteHumor / P12 Slash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
03.05.2013
03.05.2013
1
2.422
8
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9 Reviews
Dieses Kapitel
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03.05.2013 2.422
 
Titel: Der Sprung ins kalte Wasser

Autorin: KrissyNightwish

Anmerkung: Es ist ewig her, dass ich eine FF geschrieben habe. Aber die beiden lassen mich einfach nicht los. Und nachdem ich dann die grandiosen FFs von LoreleiLee gelesen hatte und mir die Idee zu dieser Geschichte gekommen ist, konnte ich einfach nicht mehr widerstehen. Habt einfach Spaß mit dieser kleinen FF, die lediglich eurer Erheiterung dienen soll. Mal ein bisschen Fluff.

Widmung: Für LoreleiLee

***

Ein Zittern durchfuhr seinen Körper und das obwohl er mit einer Decke um den Schultern im Taxi saß. Er spürte Johns Blick auf sich. "Nun sagen Sie es schon", murmelte der Detektiv. "Ich kann Ihre Gedanken schließlich hören."

"Dann brauche ich ja nichts zu sagen." Die strengen blauen Augen musterten ihn, als ein erneutes Zittern seinen Körper erfasste.

Bereits als sie aus dem Taxi stiegen, spürte Sherlock, dass es ihm doch schlechter ging, als er angenommen hatte. "Mein Gott, Sherlock", entwich es John, als sein Freund ins Schwanken geriet und stützte ihn, indem er seinen Arm um dessen Taille schlang. Sherlock lehnte sich gegen ihn. "Ich habe es Ihnen doch gesagt." Da, endlich kam die lange erwartete Schimpftirade. "Bei diesen Temperaturen in die Themse zu springen, war eine hirnrissige Idee."

"Aber wir haben den Mörder geschnappt", entgegnete Sherlock stolz und war immer noch in der Lage seinen Mitbewohner arrogant anzusehen.

"Fein", rief John eingeschnappt. "Dann schauen Sie mal, wie Sie zurecht kommen. Sie haben sich eine Grippe eingefangen. Ich werde mir das in aller Ruhe ansehen."

Trotz seiner Worte half John Sherlock die Treppe hinauf, der sich, kaum, dass sie im Wohnzimmer angelangt waren, auf dem Sofa niederließ. John ging in die Küche, als ihn Sherlocks Stimme sich umwenden ließ.

"Gehen Sie nicht weg", kam es beinahe trotzig und reichlich verschnupft. Er sah wie ein Häufchen Elend aus. Er saß zusammengekauert mit der Decke um die Schultern da und sah John Mitleid erregend an.

John seufzte. "Ich gehe nicht weg, ich hole Ihnen Tee."

"Mir ist schwindelig."

John atmete geräuschvoll aus und ging wieder auf seinen Mitbewohner zu. Das konnte was werden. Sherlock war schon schwierig, wenn er gesund war, aber anscheinend war er noch empfindlicher und penetranter, wenn er krank war.

"Legen Sie sich hin, Sherlock, dann hole ich Ihnen den Tee und noch eine Decke." Zu seiner Überraschung tat der Detektiv genau das, worum John ihn gebeten hatte. Er ging schnell in Sherlocks Zimmer und holte die warme Decke von seinem Bett, um ihn dann damit zu zudecken, der inzwischen wie Espenlaub zitterte. "Mir ist kalt, John."

"Hier ist ja die Decke", sagte er, während er ihn zudeckte und dann in die Küche ging, um das Wasser aufzustellen. Ein geräuschvolles Niesen ertönte.

"John, bringen Sie ein Reagenzglas mit!"

Der Doktor traute seinen Ohren nicht und lugte schräg aus der Küche zum Sofa, um zu sehen, ob er Sherlock richtig verstanden hatte. Dieser betrachtete gerade seinen grünen Auswurf mit fasziniertem Blick.

"Sherlock", rief John erbost aus. "Waschen Sie sich sofort die Hände, Sie verteilen ja noch ihre Bazillen im ganzen Haus."

"Ein Reagenzglas, John", wiederholte Sherlock jedoch stur. John schloss die Augen und versuchte sich zu beruhigen. Das war so typisch für seinen Mitbewohner. Er nahm einen Spachtel und eines der gewünschten Gläser und trat zu Sherlock, um von dessen Hand die Überreste zu kultivieren. Zum Glück war er Arzt und hatte schon weitaus Schlimmeres gesehen.

"Und nun Händewaschen."

"Ich kann nicht", sagte Sherlock mit näselnder Stimme aufgrund seiner verstopften Nase. "Ich bin krank. Sehen Sie es nicht, ich liege unter einer Decke."

John verzog kurz den Mund und griff dann ohne zu zögern zu. Er schleifte Sherlock auf die Füße, wickelte die Decke um seinen Leib und zog ihn mit ins Bad, um dann dort seine Hände zu waschen. Er konnte selbst kaum glauben, was er da tat. Erst seifte er Sherlocks und seine Hände gründlich ein und spülte sie dann mit Wasser ab. Ein Blick in den Spiegel zeigte ihm, dass Sherlock wie gebannt auf ihre in einander verschränkten Hände blickte.

"Und jetzt ab ins Bett."

"Ich mag auf die Couch. Ich brauche Ihre Gesellschaft, John."

'Das wird mein Tod sein', dachte John, führte Sherlock aber wieder ins Wohnzimmer, wo dieser sich unter Ächzen und Stöhnen aufs Sofa legte. John machte derweilen Tee und kam mit zwei Tassen zurück. Gerade als er sich setzten wollte, machte sich Sherlock wieder bemerkbar.

"Ich kann nicht trinken. Ich kann meinen Kopf nicht heben."

John sah ihn mit funkelnden Augen an. "Das ist nicht Ihr ernst."

"Doch", erwiderte Sherlock sofort. "Sehen Sie denn nicht, dass ich unter einer Decke liege. Ich bin-"

"krank, ich weiß", unterbrach ihn John und kniete sich dann neben die Couch, hob Sherlocks Kopf an und führte die Tasse zu seinem Mund. Er trank in winzigen Schlucken, während er John mit großen Hundeaugen ansah. John durchfuhr ein Schauer bei diesem Anblick. Das konnte nichts Gutes bedeuten.

Als John die leere Tasse wegstellte, äußerte Sherlock: "Mir ist immer noch kalt."

John seufzte lautstark. "Und was soll ich dagegen tun? Mich auf Sie drauf legen?" Er spürte, dass seine Wut Oberhand gewann und obwohl er Sherlock nicht anschreien wollte, war er lauter geworden.

"Warum sollte mir das helfen? Ich würde ersticken."

"Jetzt scheint mir meine Idee so viel verlockender zu sein", murmelte John trocken. Dann sagte er: "Körperwärme, Sherlock. Deswegen habe ich das gesagt. Ist Ihr Verstand ebenfalls eingefroren?"

Ein beleidigter Blick traf ihn. "Wenn Sie mich ins Bett bringen, könnten Sie sich zu mir legen. Hier ist kein Platz dafür."

Auf diese Äußerung hin, fiel John im ersten Moment nichts ein. Sein Mund klappte auf und schloss sich. Dann schüttelte er den Kopf. "Es war ein Scherz, Sherlock. Ich werde mich nicht zu Ihnen ins Bett legen." Sagte er das gerade wirklich? Es war surreal.

"Wie soll mir denn sonst warm werden?"

"Eben wollten Sie noch nicht in Ihr Bett", versuchte John die Situation zu retten. Er wusste, worauf das hinaus lief. Sherlock konnte in solchen Dinge verdammt penetrant sein.

"Da wusste ich auch noch nicht, dass ich dort nicht allein sein würde." Nun sah ihn Sherlock mit großen Hundeaugen an. "Bitte, John. Ich brauche Sie."

John schloss für einen Moment die Augen. Verdammt, warum hatte er bisher keine Wärmflasche gekauft? Und warum war er nicht in der Lage Sherlock einen Wunsch abzuschlagen?

"Na gut, aber dann geben Sie sich zufrieden." Sherlock nickte und John wusste, dass es eine Lüge war.

Er half Sherlock auf die Beine und führte ihn in sein Schlafzimmer, wo er ihn aufs Bett legte, dessen nasse Strümpfe und Schuhe abstreifte und einen Moment unschlüssig davor stand.

"Nun machen Sie nicht so einen Aufstand, es dient lediglich meiner Genesung."

"Und genau das bezweifle ich", murmelte John unter seinem Atem und kroch dann neben Sherlock ins Bett.

"John, Sie müssen schon unter die Decke kommen." John grummelte etwas Unverständliches, breitete dann aber doch die Decke über sie aus.

"Sie sind ziemlich erhitzt", murmelte Sherlock, während er sich ein wenig an John presste.

"Das habe ich jetzt überhört."

"Es war lediglich eine Anmerkung über den Stand Ihrer Körperwärme", äußerte Sherlock und klang dabei verdammt hochnäsig.

John schüttelte den Kopf. "Ich hoffe nur, dass Misses Hudson nicht plötzlich reinplatzt. Es würde den Gerüchten neuen Zündstoff geben."

"Zur Abwechslung wäre es mal im Bett und nicht in einem Restaurant, Schwimmbad oder auf offener Straße", entgegnete Sherlock, dessen Stimme schläfrig klang. John drehte den Kopf und sah den Hauch eines Lächelns auf den Zügen seines Mitbewohners.

Nun lächelte auch er selbst. "Stimmt." Und mit diesen Worten schloss auch John seine Augen.

Ein Husten riss ihn aus seinem Schlaf. Sherlock. Er schlug die Augen auf. Es hörte sich wirklich nicht gut an.

"Ich kann nicht atmen", rief Sherlock und schnappte geräuschvoll nach Luft. John seufzte abermals, drehte sich zur Seite, wobei er nicht darüber nachdenken wollte, dass sein eigener Po gerade Sherlocks Hüfte streifte und machte die Nachttischlampe an. Sherlock kniff die Augen zusammen. "Sie sollten mich nicht so quälen."

"Gönnen Sie mir ein bisschen Spaß", entgegnete John trocken und stand auf.

"Wohin gehen Sie?" Sherlocks Stimme klang beinahe panisch.

"Ich hole Ihnen was, damit Sie besser schlafen können."

"Nikotinpflaster?", fragte Sherlock mit einem hoffnungsvollen Hauch in der Stimme.

"Ich werde diese Frage nicht mit einer Antwort würdigen", rief John beim Verlassen des Zimmers.

"Das haben Sie gerade", murmelte Sherlock widerspenstig.

"Noch so ein Satz und ich lasse Sie die ganze Nacht leiden." Er war zurück ins Zimmer mit einer kleiner Dose in der Hand getreten, als Sherlock meinte: "Das verbietet Ihr Hippokratischer Eid."

John sah ihn finster an. "Ich bin auch Soldat. Und überhaupt. Für solch außergewöhnliche Persönlichkeiten wie den genialen Sherlock Holmes gelten außergewöhnliche Maßstäbe." Johns Stimme hatte einen dunkleren Ton angenommen, was selbst Sherlock in seinem desolaten Zustand nicht verborgen blieb.

"Umdrehen", befahl er dann in besten Kasernenton und war überrascht als Sherlock dem augenblicklich Folge leistete. John nahm sich die Zeit für ein Schmunzeln. Hatte Sherlock etwa etwas für militärische Autoritäten übrig? Eher nicht, dennoch war es amüsant. Seine Vermutung wurde durch das beißend sarkastische "Ja, Captain." bestätigt.

John setzte sich aufs Bett, schob erst die eine Decke, dann die andere runter und riss die Augen auf. "Sie tragen nichts drunter", äußerte er überrascht.

"Natürlich nicht, John. Ich habe meine Kleidung in dem Rettungswagen zurückgelassen, den Lestrade bestellt hat. Sonst hätte ich mich doch erkältet. Was für ein Arzt sind Sie?"

"Der, der Ihnen gleich den Mund zuhält."

"Das wäre aber nicht hilfreich, John, denn-ah" Ein beinahe quiekender Laut entwich Sherlocks Kehle, als John ihn urplötzlich mit dem kalten Erkältungsbalsam einrieb. John grinste zufrieden. Das war also die Methode, um Sherlock zum Schweigen zu bringen. Wenn er das vorher gewusst hätte.

Er sah, dass Sherlock unter seinen kreisenden die Augen schloss und fühlte sich mit einem Mal seltsam stolz. "Das riecht gut", murmelte plötzlich Sherlock und klang wieder schläfrig. John beugte sich zu ihm. "Sie müssen sich umdrehen." Sein Atem streifte Sherlocks Nacken und mit Faszination sah er, dass sich dessen Nackenhärchen ausstellten. Interessant.

"Warum?", fragte der Detektiv missmutig, der seine akute Position wohl mochte.

"Sofort!", rief John wieder in seinem Captainton und Sherlock gehorchte. Während John nun die Brust seines Mitbewohners eincremte, vermied er es ihn anzusehen. Es war eine irritierende Situation. Er war sich ziemlich sicher, dass "normale" Mitbewohner sich nicht minutenlang die Brust einrieben.

"Ich glaube, dass drei Minuten und zehn Sekunden ausreichen müssten, um das Balsam auch für einen Arzt Ihrer Reputation zufriedenstellend einmassiert zu haben." Johns Hand floh regelrecht von Sherlocks Brust. Er schluckte. Drei Minuten und zehn Sekunden? Er war wohl in Gedanken versunken gewesen.

Sherlock zog die Decke wieder hoch und sah John schon wieder mit diesen großen Augen an, die Böses ahnen ließen. "Legen Sie sich wieder ins Bett?", fragte er hilfesuchend.

"Ziehen Sie sich was an, dann wird Ihnen warm", gab John schlecht gelaunt zurück, während er das Töpfchen zuschraubte. Er war in Gedanken noch immer bei Sherlocks Brust. "Ich bin krank, ich kann mich nicht anziehen."

John schloss entnervt die Augen. Nein, er würde sich nicht zu seinem nackten Mitbewohner legen. Das konnte er mit keinem ärztlichen Argument der Welt erklären. "Wir machen einen Deal", sagte er dann und glaubte in der selben Sekunde noch nicht, dass er das folgende wirklich vorschlug. "Sie ziehen Ihre Unterhose alleine an und ich legen mich dafür wieder zu Ihnen ins Bett."

Sherlock sah ihm einen Moment prüfend ins Gesicht. "Im mittleren Fach im Schrank", sagte Sherlock und John wusste augenblicklich, dass sein Vorschlag ein Fehler gewesen war. Er ging zu Sherlocks Schrank, öffnete ihn und griff ohne seinen Blick umher schweifen zu lassen, ins mittlere Fach. Nun ging es nicht anders, als zu sehen, was er da ergattert hatte: Ein schwarzer Slip trat in sein Sichtfeld. Er wandte den Kopf ab und hielt ihn Sherlock hin, der ihn unter die Decke zog und offenbar anzog. John wandte sich komplett ab und konnte nicht glauben, was geschah. Hatte er seinem besten Freund gerade wirklich Unterwäsche gereicht, damit dieser seine edelsten Teile bedecken konnte, nur damit er, John, wieder zu ihm ins Bett steigen konnte? Das sorgte definitiv für Gesprächsstoff.

"Sie können herkommen, John", sagte dann Sherlock. "Es ist alles sicher verpackt."

John verzog das Gesicht. "Das wollte ich garantiert nicht wissen", murmelte er, während er sich zurück in das Bett legte, wohl darauf bedacht, Abstand zu dem Mann zu halten, dessen Körper unter der großen Decke nur bis zu seiner Brust mit der kleineren Decke bedeckt war. Doch da rutschte auch schon Sherlock an ihn ran, presste seine nackte Schulter an John.

"Geben Sie mir Ihre Hände", murmelte Sherlock dann und noch während er sich irritiert fragte, was das sollte griff Sherlock nach einer seiner Hände und legte sie zwischen sich. "Sie riechen gut", murmelte Sherlock, dessen Nasenspitze Johns kleinen Finger streifte. Dieser wandte seinen Kopf, nur um festzustellen, dass so Sherlocks und seine Nase nur genau eine Handbreit voneinander entfernt waren.

Sherlocks Augen waren direkt auf ihn gerichtet. "Sie sind ein guter Arzt, John", flüsterte er. Dann schloss er seine Augen, döste langsam weg. "Sehr fürsorglich… und warm…"

John hörte das gleichmäßige Atmen und besah sich Sherlock noch eine Weile, bevor er das Licht der Nachttischlampe ausmachte. "Und Sie sind ein furchtbarer Patient", murmelte er und bemerkte, wie auch ihn der Schlaf übermannte. "Fordernd… penetrant…" John atmete tief ein und aus. "hinreißend…" Und dann war auch er eingeschlafen.

***
Das war's. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Freude mit dieser Geschichte.
Man liest sich.
Eure Krissy
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