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kostbare 10 Minuten

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
01.05.2013
01.05.2013
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Da saß ich nun. Vor mir die Aufgabe, über das Projekt "10 Minuten" ein wenig zu philosophieren. Was fällt mir dazu ein? Natürlich die Vergänglichkeit der Zeit. Es war nun einmal so. Die Zeit konnte man weder zurückdrehen noch zurückkaufen oder zurückgewinnen. So ist das Leben. Man schenkt uns Zeit zu unserer Geburt. Wie wir sie nutzen, liegt gänzlich bei uns selber. Jeder nutzt sie verschieden. Die einen wollen nichts anderes, als mit ihren Freunden und Familien glücklich sein, die anderen wollen Erfolg und lassen alles andere hinter sich. Noch viele andere verschiedene Typen gibt es auf der Welt, die ihre Zeit anders nutzen. Nur zu welchem Preis? Denn begeht man einmal einen Fehler, ist er in der Zeit nicht wegzuradieren. Die Zeit, in der man den Fehler gemacht hat, ist verstrichen und das unwiderruflich. Ein trauriger Gedanke.

Mein Blick fällt wieder auf den Zettel, der vor mir liegt. Immer noch nichts geschrieben. Eigentlich bin ich doch immer so kreativ und gerade bei der Aufgabe, in der es um Zeit geht, komme ich nicht weiter. Das passt nicht zu mir. Mir ist die Zeit doch viel zu kostbar, als sie mit Grübeleien totzuschlagen. Habe ich doch selber nur noch wenig Zeit und muss diese auch noch in mitten von Schülern verbringen, die keine Ahnung davon haben, wie Vergänglich die Zeit doch ist. Ist es das vielleicht, was ich schreiben soll? Es war individuell und niemand konnte etwas dagegen sagen. Weil es nun einmal stimmt. Doch werden sie es auch verstehen? Werden sie die Angst verstehen, keine Zeit mehr zu haben, weil die Sanduhr bald abgelaufen ist? Nein, werden sie nicht. Ich lasse den Kopf auf die Tischplatte sinken und den Stift neben meinen Kopf fallen.

Sollen sie doch schreiben, was sie wollen. Ihre Zeit doch weiterhin mit Schwachsinn verplempern, so lange sie mich meine Zeit richtig nutzen lassen. Denn ich habe mittlerweile verstanden. Die Angst verstanden, keine Zeit mehr zu haben.

Mein Herz setzte immer wieder aus.

Ich lächelte.

Passender Zeitpunkt für das letzte Sandkorn, welches aus der einen Hälfte der Sanduhr in die andere fällt.
Ein kleiner Schmerz durchzuckte meine Brust, der sich im ganzen Körper ausbreitete.
Erinnerungen kommen mir in den Sinn.
Es wird gleich zu Ende sein.
Nein, diese würden niemals verschwinden.
Noch ein schmerzhafter Schlag meines Herzens.
Nicht wie die Zeit.
Mir blieb die Luft weg, doch es tut nicht mehr weh.
Erinnerungen nimmt man mit ins Grab.
Ich habe es akzeptiert.


Die Zeit ist abgelaufen. Das Herz hat aufgehört zu schlagen.
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