The start of somethin new

von Orla
GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Angus - Mystischer Ritter der Erde Cathbad Deirdre - Mystischer Ritter der Luft König Conchobar Rohan - Mystischer Ritter des Feuers Torc
27.04.2013
10.05.2013
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27.04.2013 1.188
 
Seit diesem Tag sind nunmehr 10 Jahre vergangen. Der Angriff der Temras war erst der Anfang einer endlos scheinenden Reihe. Der Krieg wurde zum Alltag, wenn auch so etwas wie Normalität zwischen den Kämpfen anzutreffen war. Die Menschen hatten sich damit arrangiert, akzeptierten die Schlachten als einen Bestandteil ihres Lebens. Das hieß, solange keine Dörfer geplündert oder Hütten in Brand gesetzt wurden. Zumeist tobte die unbarmherzigen Auseinandersetzungen nur zwischen den Soldaten, sodass es weniger zu Zerstörungen und Opfern in der zivilen Bevölkerung kam.
Es war bisher ein recht friedlicher morgen in der Werkstatt gewesen. Bereits seit Stunden werkelte ein junger Mann von fünfzehn Jahren an einer hölzernen Kiste herum. Die letzten Tage hatte er bereits damit zugetan sie zu fertigen und nun stand er fast vor der Vollendung. Beinahe meditativ wirkten seine Bewegungen, ruhig und gleichmäßig. Es fehlte nur noch der letzte Schliff, ehe er sie anstreichen konnte. Der Kunde würde mehr als zufrieden sein und vielleicht hatte der griesgrämige Meister ja auch mal kein schlechtes Wort oder eine Ohrfeige für ihn übrig. Er mochte seinen Lehrherren  nicht, hasste ihn beinahe. Tag und Nacht verbrachte er fast ausschließlich in dieser großen Kammer. Baumstämme, Werkzeuge und Holzspäne waren seine einzigen Begleiter die langen Stunden über.
War der alte nicht gerade betrunken war, dann war er schlecht gelaunt weil er nichts hatte zum trinken. Es war ein Teufelskreis aus dem auch nicht vorhatte aus zu brechen. Seine ganze Unmut entlud sich in sauberer Regelmäßigkeit an ihm. Schläge und wüste Beschimpfungen waren an der Tagesordnung. Ganz gleich, was er auch immer anstellte, wie sehr er sich bemühte oder  wie viel Herz er in eine Arbeit hinein gesteckt hatte, es war dem Griesgram nie gut genug.
Der Junge war gut, er war sogar besser als der ekelhafte Kerl, doch sah er nicht das Talent welches in ihm schlummerte. Er hatte den Knaben von der Straße geholt. Ihm eine Ausbildung verschafft , einen mehr als unmenschlichen Schlafplatz in der Scheune auf einem Strohsack und jeden zweiten Tag etwas festes zu Essen. Das alles war zu viel zum sterben, zum Überleben reichte es gerade so. Natürlich bildete sich der Meister ein, ihm eine großartige Chance im Leben eingeräumt zu haben und ließ ihn das jeden Tag aufs neue spüren.
“Was ist das denn für ein Mist?! Was hast du unsäglicher Taugenichts jetzt schon wieder angestellt?!”
Der Knabe musste sich zwingen ruhig zu bleiben. Er kannte dieses gehabe bereits zur genüge. Doch was sollte er schon machen? Wenn der alte mit seiner Arbeit nicht zufrieden war, setzte es wieder ein paar saftige Ohrfeigen und schlimmstenfalls gab es auch nichts zu essen.
“Das ist der Auftrag für den Dorfältesten. Er will sie morgen abholen. Es fehlt einzig noch etwas Farbe. Dann kann sie in ruhe über Nacht trocknen.”
Kritisch trat der Meister näher. Sein Gang war federnd und sein Atem roch stark nach Whisky, welchen er zu so früher Stunde schon reichlich konsumiert hatte. Ein Schlag auf den Hinterkopf ließ auch nicht lange auf sich warten.
“Das nennst du eine gute Arbeit? Das ist futsch! Dafür hast du mein teures Holz verschwendet? Du bist wirklich zu gar nichts zu gebrauchen. Diesen Mist kannst du dem Kunden nicht einmal geschenkt anbieten und jetzt seih zu, dass du hier aufräumst, sonst setzt es noch mehr Schläge, verstanden?!”
Knurrend beendete er seine Arbeit an den filigranen Schnitzereien und machte sich daran die Spuren seiner Tätigkeit zu beseitigen.
Gerade als er sich von dem Möbel abgewandt hatte, um sich einen Besen zu greifen, trat der andere an die Kiste heran, prüfte sie eingehend und trat abfällig dagegen.
“Der Kunde wird damit absolut nicht zufrieden sein. Wie lange hast du wieder daran gesessen? Bestimmt mehr als Zehn Nächte. Ich hätte nie solchen Schund erstellt und es in nicht mal der Hälfte der Zeit geschafft.”
Bestimmt konnte er es, oder er redete es sich zumindest ein. Schon lange hatte der Alte keine Aufträge mehr bearbeitet. Seit er erkannt hatte, das Angus doch kein so hoffnungsloser Fall war, hatte er sich mehr und mehr seiner großen Liebe hingegeben. Das Trinken war das einzige, mit dem er sich beschäftigte. Er hatte nicht nur seine Familie vernachlässigt, auch sein Hof und die Tiere wurden ihm zusehends gleichgültiger. Hätte der junge Mann sich nicht den Schafen, Hühnern und unzähligen Reparaturen angenommen, die Häuser wären ihn bereits über den Köpfen eingestürzt.
Der einzige Grund, weshalb der Junge es mit diesem unverschämten Kerl aushielt war, dass er kein Lehrgeld von ihm verlangte, wie die meisten Handwerker.
Bevor er diese Stellung angetreten war, hatte er sich durch die Wälder geschlagen, in Höhlen geschlafen und sich einfach genommen was ihm gefiel. Noch nachdem er die harte Lehre begonnen hatte, hatte er das stehlen nicht vollends aufgegeben. Was er zu essen bekam war mehr als dürftig und Lohn für seine Dienste hatte er auch noch nie gesehen. Er war nicht stolz auf die Art und Weise, die er einschlagen musste um zu überleben, doch befand er sich in einer Notlage.
Einzig der Gedanke daran, dass es nun nicht mehr all zu lange dauern konnte, ehe er sich als Handwerker selbstständig machen konnte, ließen ihn jeden Früh aufstehen um erneut den Weg in die Knechtschaft einzuschlagen.

Ein neuer Tag war angebrochen. Die abfälligen Bemerkungen seines Meister hatte Angus bereits vergessen. Würde er sich über jede den Kopf zerbrechen oder sie sich zu herzen nehmen, wäre er bereits ein seelisches Wrack. Er war gerade aus dem Tor der Scheune getreten, die leuchten Strahlen der Morgensonne kitzelten sein Gesicht und ließen ihn blinzeln.
Wie jeden Morgen kam auch heute eine braunhaarige aus dem Dorf den schmalen Pfad am Hof vorbei gelaufen. Sie hatte lange braune Haare, haselnussfarbene Augen und immer wenn sie ihn sah lächelte sie ihn freundlich an. Gerade wenige Augenblicke waren es, dann verschwand sie wieder um die nächste Ecke. Es waren die besten Momente seines Tages, ehe ihn die tristes einholte. Ihr Anblick machte ihm sein Los ein wenig erträglicher.

Stunden später war hatte sich der Älteste bei ihnen eingefunden um die Kiste zu begutachten und wie er es sich bereits gedacht hatte, hatte sie ihm ausgesprochen gut gefallen.
Natürlich sparte der Tischlermeister nicht an Lobpreisungen und Huldigungen “seiner” Arbeit.
Normalerweise machte es ihm nicht all zu viel aus, doch nachdem der Meister seine Arbeit noch vor wenigen Stunden so verrufen hatte Dieses mal konnte er sich nicht zurück halten. Noch bevor er so richtig verstand was gerade vor sich ging, hatte er seine Faust seinem Chef direkt auf die Nase gedonnert. Sein gesamter angestauter Zorn entlud sich in dieser Sekunde und auch als der fette Mann am Boden lag, blutend und darum flehend dass Angus aufhören möge, konnte er nicht von ihm ablassen. Erst als er von vier starken Armen gepackt wurde, welche ihn derb zu Boden drückten, beruhigt er sich allmählig.
Das nächste was er sah, als die Wolken der Wut sich verzogen hatten war ein verängstigter Dorfälteste und der am Boden liegende Meister. Seine Kleidung war blutig und er schien das Bewusstsein verloren zu haben. Unsanft wurde er von den herbei geeilten Soldaten auf die Füße gezogen und aus der Werkstatt geführt. Einem ungewissen Schicksal entgegen.