The start of somethin new

von Orla
GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Angus - Mystischer Ritter der Erde Cathbad Deirdre - Mystischer Ritter der Luft König Conchobar Rohan - Mystischer Ritter des Feuers Torc
27.04.2013
10.05.2013
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27.04.2013 1.467
 
1. At the beginning

Bisher war es ein ruhige Frühlingstag. Die Männer waren bereits früh zur Feldarbeit aufgebrochen und die Frauen des Dorfes saßen zusammen am nahen Flussufer und vergaßen vor lauter tratsch ganz ihre Wäsche. Auf dem großen Platz spielten Kinder und einige Tiere hatten sich in die Sonne gelegt um die ersten warmen Strahlen zu genießen.
Ein kleiner schwarzhaariger Junge von gerade fünf Jahren stand in mitten der anderen Kinder und führte mit seinem Hund kleine Tricks vor, die er ihm beigebracht hatte.
Doch sollte diese Idylle nicht lange anhalten, denn schon ertönte das Warnsignal eines Hornes und bereits im nächsten Augenblick flogen bereits die ersten brennenden Geschosse umher.
Sofort hatten sich die Kinder in alle Richtungen zerstreut und suchten Schutz in den verschiedensten Verstecken. Es dauerte auch nicht lange ehe die ersten Angreifer das Dorf stürmten und alles in brand setzten, was ihnen gerade in den Weg kam.
Einer der lila uniformierten Männer lief dem Knaben direkt in den Weg und packte ihn am Kragen.
"Wo hin so eilig, Bürschen?"
Erschrocken und auch ein wenig eingeschüchtert von der Größe des Mannes tat der Kleine das, was ihm als erstes in den Sinn kam. Er spuckte dem großen ins Gesicht.
Dieser fand das alles andere als witzig und schleuderte ihn abfällig wie einen Lumpensack gegen einen Zaun. Panisch liefen die Frauen umher, riefen nach ihren Männer und Kindern.
Noch benommen von seinem Sturz hörte der Junge wie jemand wieder und wieder seinen Namen rief.
"Angus? Angus, wach auf!"
Als Angus erwachte, herrschte noch immer Chaos und Zerstörung. Im ersten Moment begriff er nicht so recht, was gerade vor sich gegangen war.
Sein Kopf dröhnte und der pochende Schmerz ließ ihn kaum einen klaren Gedanken fassen.
Mühsam rappelte er sich wieder auf die Beine, sah sich suchend um. Überall waren Temras, ihre violetten Uniformen stachen als klarer Kontrast zu den brennenden Hütten und umher laufenden Menschen heraus.
Wie aus weiter Ferne hörte er, wie jemand seinen Namen rief. Wieder und immer wieder. Kaum hörbar und doch so eindringlich. Dann sah er sie endlich. Ein kleines Mädchen, welches recht verloren auf dem Platz stand. Ihr braunen Locken waren zersaust und ihre Kleider und Wangen waren Ruß geschwärzt. Sie hatte Angst. Angst vor dem Geschrei, vor den brennenden Hütten und noch mehr Angst vor den fremden Männern.
Schnellen Schrittes war er bei ihr, packte sie an der Hand und zog sie mit sich. Er hatte keine Zeit sich umzudrehen. Wollte nicht, dass sie zu ihm kam, sah, was er gesehen hatte. Immer weiter zog er sie mit sich in den nahen Wald.
Völlig außer Atem hielten sie an einer Böschung an. Hier waren sie vorerst sicher. Die Männer würden sie hier nicht finden, so hoffte er.
Ein lauter Ton durchbrach die Geräuschkullise, die Hörner. Die Soldaten waren da.
Von ihrem Versteck aus, hatten sie einen guten Überblick über weite Teile des Dorfes.
Fest klammerte sich die Kleine, gerade einmal drei Sommer jung, an seinen Arm, verbarg das Gesicht in seiner Weste.
Er versuchte beruhigend auf sie einzureden, ihr die Angst zu nehmen. Auch wenn er selber genug Furcht vor den Taten der Angreifer hatte.
"Hab keine Angst. Hörst du? Vater ist da. Jetzt wird er diesen Halunken in den Hintern treten."
Zuversichtlich lächelte er ihr zu, drückte sie näher an sich, während ihr Schluchzen langsam verebbte und sie sich zu beruhigen schien.
Die Minuten vergingen, in denen sie in ihrem Unterschlupf ausharrten. Die Kämpfe dauerten nicht lange, wenn man es überhaupt als Kampf bezeichnen kann.
Genauso schnell wie die Temras ihren Blitzangriff gestartet hatten, waren sie auch wieder in alle Winde verstreut.
Erst als er sich wirklich sicher war, dass ihnen keine Gefahr mehr drohen würde, verließ er das Versteck, hatte das Mädchen noch immer an der Hand.
Die allgemeine Stimmung hatte sich von panisch zu betroffen gewandelt. Viele Tiere, Hütten und auch einige Bewohner waren der Attacke zum Opfer gefallen. Hauptsächlich waren es Alte, aber auch einige Frauen.
Auf dem Anger stand ein etwas verloren wirkender Mann.
Er war groß gewachsen, hatte dunkle kurze Haare und einen dünnen Bart. Gekleidet war er in der rot-gelben Uniform der Kellsarmee, an seiner Seite hing ein blaues fein gearbeitetes Schwert. Die Waffe eines Hauptmannes.
Fassungslos sah er zu einer der noch schwelenden Hütten hinüber. Er schien tief in Gedanken, kehrte erst wieder in die Realität zurück, als etwas seine Hand ergriff.
Erleichterung machte sich in seinen Zügen breit. Sofort ging er auf die Knie, zog die Kinder fest an sich.
"Dagda sei dank, es geht euch gut. Ihr habt... wie habt ihr... wo ist eure Mutter?"
Der zurückhaltende, traurige und wissende Blick in Angus Augen machten jede Antwort überflüssig.
"Wir müssen hier weg. Kommt, beeilt euch."
Sie hatten gerade das Dorf in nördliche Richtung verlassen, waren noch keine fünf Yards weit gelangt, als eine tiefe Männerstimme nach dem Soldaten rief.
Ein Mann mit langen braunen Haaren und verbitterter Aura kam auf sie zu. Er schien über irgendetwas aufgebracht.
Alsbald sein Vater sah, wer sich ihnen näherte, wandte er sich eindringlich an Angus.
"Hör mir jetzt genau zu. Du bist schon ein großer Junge, daher musst du es schaffen zum Hafen zu kommen. Ein Krieg zieht herauf, ihr müsst diese Insel verlassen. Hast du mich verstanden?"
So recht verstand Angus nicht, was sein Vater von ihm wollte, doch schon hatte er sich dem anderen Mann zugewandt.
"Was willst du hier, Torc?"
"Die bessere Frage währe, was du hier machst, Garveyn." Abschätzig betrachtete er die Kinder, ein leises Knurren entrann seiner Kehle.
Beschützend baute er sich vor den beiden auf, machte deutlich, dass er sich überlegen sollte, was er nun tat.
"Du bist dabei zu Desertieren. Und du weißt, welche Strafe darauf steht."
Ohne auf Torcs Worte einzugehen, wandte er sich direkt an den Jungen.
"Lauft. Ihr müsst die "Pride of the Sea" finden."
Erst verstand Angus nicht, doch als sein Vater mit Nachdruck verlangte, sie sollen zum Hafen, zog er die Kleine weiter mit sich. Fort von diesem unheimlichen Kerl.
"Ich währe ein viel besserer Hauptmann, als du. Und das weißt du auch, Garveyn. ICH hätte befördert werden sollen!"

Das nächste was Angus hörte war ein erstickter Schrei. Augenblicklich sah Angus zurück, nur um zu sehen, wie der andere Mann sein Schwert in den Leib seines Vaters stieß.
Mit Genugtuung zog dieser seine Klinge zurück. Ein fieses Lächeln lag auf seinen schmalen Lippen.
Fassungslos stand Angus noch immer unschlüssig was er tun sollte. Seine Augen waren weit aufgerissen, sein Körper zitterte. Für den Moment wagte er nicht sich zu rühren.
Dann überstieg ihn die unbändige Wut. Sein Kopf konnte keinen klaren Gedanken fassen, einzig sein Körper reagierte.
Die Angst schien vergessen, war vollkommenem Hass gewichen. Hass gegen diesen Mann, der kaltblütig seinen Vater abgeschlachtet hatte. Innerhalb weniger Sekunden überwandt er die Distanz zwischen ihnen, ergriff das am Boden liegende Schwert seines Vaters und schlug mit der Kraft der Verzweiflung zu. Das hämische Grinsen verging dem schmierigen Kerl sofort, als der Griff des Schwertes hart gegen seine Stirn schlug. Blut rann aus der Wunde, färbte das Gras rot.
Noch ehe er wirklich realisierte, was soeben geschehen war, stolperte Angus einige Schritte rückwärts. Das Adrenalin war aus seinen Gliedern gewichen. Er hatte ihm nur eine Abreibung verpassen wollen, hatte nicht damit gerechnet, dass er sich so leicht übertölpeln ließ.
Jetzt lag dieser Kerl zu seinen Füßen, rührte sich nicht mehr. Er wollte ihn nicht töten.
"Beim großen Lough!"
Aus einem Impuls heraus sammelte er die Schwertscheide ein, packte das Mädchen wieder bei der Hand und zog sie mit sich. Weiter weg, hinfort von dem ganzen Schrecken.
Die nächsten Minuten vergingen, in denen sie nur rannten und versuchten einen Ausweg zu finden. Erst als der Hafen immer größer wurde, sie ein Schiff gefunden hatten, was den richtigen Namen trug, verlangsamten sie ihre Schritte.
Doch es war zu spät. Das Schiff hatte bereits abgelegt. Noch konnte er es schaffen.
Eindringlich sah er ihr in die Augen, hoffte sie würde verstehen.
"Du darfst jetzt keine Angst haben. Vertrau mir."
Er hatte seinem Vater etwas versprochen, und sein Versprechen würde er einhalten.
Das Schiff war noch keinen Meter vom Kai entfernt. Unter Aufwendung seiner gesamten verbleibenden Kräfte nahm er die Kleine unter den Armen und warf sie über die Reling.
Gerade wollte er ins Wasser springen, dem Schiff nach schwimmen, als er am Kragen gepackt wurde. Eine wütende dumpfe Stimme brüllte ihm etwas entgegen.
Er sah gerade noch die braunen Locken wieder auftauchen.
"Versuch Onkel Eoghan zu finden. Er wird sich um dich kümmern. Ich komme nach, warte auf mich."
Erst jetzt erkannte er, wer ihn gepackt hatte. Es war der hässliche Mann von vorhin.