Entflammte Hoffnung

von Miisme
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Clay Bennett Hawk Lucas Hunter Nate Sascha Duncan Tamsyn
24.04.2013
22.03.2016
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Kapitel 1

„So ein Scheiß.“, Noah schlug mit der Faust gegen die Wand. Er hasste diese ganzen Regeln. Obwohl er jetzt schon fast zehn Jahre, also so gut wie all die Zeit an die er sich erinnern konnte, bei den DarkRiver-Leoparden verbracht hatte, war in letzter Zeit alles unerträglich geworden.
Selbst die Wächter gingen ihm mit all ihren Vorschriften auf die Nerven, obwohl er schon lange selbst anstrebte einer zu werden.
Die Kinder nervten ihn damit, dass sie immer spielen wollten und doch sonst hatte er es immer so gern gemacht.
Seine Hand schmerzte nicht, doch in der Holzwand zeichnete sich ein deutlicher Abdruck seiner Faust ab.
Das würde er Tamsyn wohl später erklären müssen, aber besser später als jetzt. Es störte ihn eigentlich nicht einmal, dass in der Zeit, in der er weg gewesen war um na ja.. sich selbst zu finden, so viel unglaubliches in seinem Rudel passiert war.
Die ganzen Medialen in seinem Rudel waren jetzt auch nicht gerade das was ihn störte. Mit Sascha verstand er sich außerordentlich gut, wie eigentlich jeder im Rudel, denn sie war einfach einzigartig in ihrer eigenen Art und Weise.
Auch die Dämonen der Vergangenheit nagten seit er wieder hier bei seiner Familie war auch nicht mehr so sehr an ihm. Um so mehr verzweifelte er daran, weil er einfach nicht wusste was ihn so sehr quälte.
„Noah!“, Tamsyns Stimme war von unten laut und deutlich zu hören. „Ja, ich komme.“
Kurz warf er noch einen Blick in den Spiegel und ordnete ein wenig sein wildes braunes Haar, was ihm,egal was er tat, immer wieder in seine hellbraunen Augen fiel. Auch wenn er theoretisch gesehen für die Leoparden vom Alter her gerade mal so erwachsen war,
hatte er schon sehr markante und maskuline Gesichtszüge. Das sein Körper einen leichten Braunton hatte, auch ohne das er stundenlang in der Sonne lag, schien er von seinen Eltern zu haben.
Von seinen richtigen Eltern.
Schnell warf er sich noch ein weißen T-Shirt über, unter dem sich seine neu erworbenen Muskeln gut abzeichnete, und noch eine Jeans, denn nur in Boxershorts wollte er nun auch nicht runter gehen.
Dann ging er runter in die Küche. Man roch schon vom Flur aus, dass Tamsyn gekocht hatte.
Vorsichtig schlich er sich an und wollte sie von hinten erschrecken.
„Da bist du ja endlich. Alle warten schon draußen auf dich.“, sie drehte sich nicht einmal um und doch hatte sie sein Kommen bemerkt.
„Irgendwann schaffe ich es noch einmal dich zu erschrecken.“, er versuchte zu lächeln und drückte seiner Adoptivmutter einen sachten Kuss auf die Wange.
„Das wage ich aber stark zu bezweifeln, mein Schatz.“, sie strich ihm mit einem Finger über die Wange, nahm eine Schüssel und machte sich auf den Weg nach draußen.
„Und Noah.“ Noah sah vom Kuchen auf, von dem er gerade naschen wollte. „Es ist schön, dass du endlich wieder da bist.“
Tamsyns Gesicht schmückte ein wunderschönes Lächeln, dass zeigte, wie sehr sie ihn vermisst hatte. Auch wenn er nicht ihr leibliches Kind war, liebte sie ihn doch so sehr, dass sie es kaum zum Ausdruck bringen konnte.
Und das war das einzige was Noah so lange hier gehalten hatte, auch als er es hier kaum noch ausgehalten hatte.
Und schon war sie mit dem Essen durch die Haustür verschwunden.
Einmal kurz durch atmen, schnell noch eine Fingerkuppe von dem leckeren Kuchen genascht und dann folgte er ihr nach draußen.
Vor dem Haus stand ein langer Tisch, der mitten in der Sonne stand und als er nach draußen trat, sahen ihn vier Augenpaare an. „Hallo Lucas, Sascha.“, er nickte den beiden kurz zu. Er war heute nicht auf freudige Wiedersehen gestimmt.
Vor allen Dingen nicht nach dem letzten Treffen von Sascha und ihm.
Doch Lucas stand auf und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Schon fast komisch, dass wir dich wieder hier haben.“, schmunzelte das Alphatier.
„Ich kann ja auch wieder gehen.“, Noah setzte ein böses Grinsen auf, weil er wusste dass das zwar stimmte, aber dafür müsste Lucas ihn schon vertreiben, und das würde nie passieren.
„Das kommt gar nicht in Frage!“, hörte man Tamsyn von der anderen Seite des Tisches protestieren.
Auch Sascha war aufgestanden. Sacht küsste sie ihn halb auf den Mund und halb auf die Wange daneben, aber nicht flüchtig sondern einfach direkt.
Sie durfte das, schließlich war sie die Frau des Alphatieres und zu dem hatte sie Körperprivilegien.
Und doch war er über den direkten Kuss von Sascha etwas überrascht.
„Ach Lucas macht doch nur Witze. Du weißt doch wie sehr wir deine Anwesenheit genießen.“
Auch Nate, Noahs Adoptivvater und Lucas engster Vertrauter saß mit am Tisch.
Wo seine beiden kleinen Brüder waren, wusste Noah nicht, aber wenn er die beiden Rabauken erwischte würde es erst mal noch Ärger geben, wenn auch auf spielerische und liebevolle Art.
Dann setzten sich alle wieder an den Tisch und begannen zu essen.
„Du hast noch gar nichts von deiner Zeit in der Wildnis erzählt.“, Lucas warf Noah einen prüfenden Blick zu.
Verständlich, denn Noah hätte in dieser Zeit zu einem Einzelgänger werden können, zu einem sehr gefährlichen Einzelgänger.
„Ich glaube das sollte ich auch solange sein lassen, bis wir beide mal allein reden, Lucas. Ich finde, dass besonders meine Mutter einiges davon nicht wissen sollte.“
Lucas und Nate brachen im schallenden Gelächter aus. Sascha hingegen sah Lucas nur etwas verwundert an und Tamsyns Blick an Nate hätte wahrscheinlich eine Kuh braten können.
„Okay, okay. Jetzt bin ich aber wirklich neugierig. Aber dann besprechen wir das ein anderes Mal.“, er nickte ihm sacht zu und aß weiter.
„Ach und das war jetzt alles?! Keine Erklärung wieso nicht oder etwas das wir alle wissen dürfen?!“, Sascha sah Noah verwundert an.
„Wenn du willst, kannst du gerne dabei sein, wenn ich Lucas davon berichte, aber ich glaube das wird wahrscheinlich in einem Abend auf dem Sofa enden, mit Bier und lustigen Männergeschichten. Ob du da wohl dabei sein willst?!“
Nach diesen Worten, hob Lucas die Hand und Noah schlug ein.
Er hatte sich mit dem Alphamännchen immer schon sehr gut verstanden, schon manchmal fast besser als seine Wächter mit ihm, obwohl das eigentlich unmöglich war.
Auch wenn Lucas es bestimmt nie zu geben würde, aber Noah wusste, dass er auch ihm sehr gefehlt hatte.
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