Inside of Me

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Chester Bennington Mike Shinoda
22.04.2013
04.10.2019
10
26.414
 
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Dieses Kapitel
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22.04.2013 2.188
 
Hey und herzlich willkommen zu meinem neuesten Werk! Die Idee hierzu hab ich wirklich schon lange und in den Osterferien kam ich endlich dazu, einen Teil mal auf Papier zu bringen! Ich hoffe sie gefällt euch genauso gut wie mir und ich würde mich freuen, wenn ihr ein Review hinterlasst und mir mitteilt, ob euch die Handlung interessiert.
Ich werde zunächst mal mit dem Prolog anfangen, der etwas kürzer ist, jedoch werden dann immer abwechselnd PoV's aus Mike's oder Chester's Sicht kommen.
Es könnte gelegentlich mit den Updates länger dauern, da ich momentan 3 FF's parallel schreibe, jedoch hab ich hier noch ein wenig Puffer (nur bisschen, aber ich schreib fleißig weiter^^).
Ja, genug geredet! Viel Spaß bei 'Inside of Me' (Kommt von dem gleichnamigen Dead By Sunrise Song;-))

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Chester's PoV:

Ich schlug um mich, konnte meine Wut nicht kontrollieren. Die zwei Männer in Uniformen neben mir, hielten, als sie sie zu fassen bekamen, meine Handgelenke schmerzhaft umklammert und versuchten mich unter Kontrolle zu kriegen. Mein Vater stand, mit einigem Abstand zu uns, da und beobachtete das Geschehen.

Mir war nicht mal klar, warum ich ausgerastet war. Ich konnte nichts dafür und das wussten sowohl mein Vater, als auch die zwei Cops, weshalb sie mich nicht anschrien. Es passierte öfter. Diese Wutausbrüche. Ich schlug und trat um mich, beschimpfte alles und jeden und warf mit Gegenständen. Es passierte einfach, ohne einen bestimmten Auslöser und ich entschuldigte mich meist danach auch wieder.
Es waren aber nicht nur Wutausbrüche, die mich quälten. Ich hatte einige Probleme.

Wir waren deshalb beim Arzt gewesen. Mehrmals. Er hatte BPS diagnostiziert-Borderline Persönlichkeitsstörung. Jedoch war es bei der Diagnose geblieben. Keine Medikamente oder Weiterempfehlungen zu Therapeuten. Ich wurde mir selbst, beziehungsweise meinem Vater überlassen, der mit der ganzen Situation vollkommen überfordert war. Er hatte schon unzählige Male Hilfe gesucht-jedoch vergeblich.
Es gab niemanden, der mir Helfen konnte oder wollte, damit hatte ich mich abgefunden, doch mein Vater gab nicht auf. Er suchte weiter, worüber ich sehr dankbar war, jedoch lebte ich weiterhin mit dem Gedanken, ein hoffnungsloser Fall zu sein.
Bis zu diesem Tag.

Er hatte einen Anruf bekommen und war danach sehr gut gelaunt gewesen. Als er in mein Zimmer kam und mir davon berichtete, dass ein Platz in einem Camp frei geworden war, in dem sie es sich zur Aufgabe gemacht hatten, schwierigen Fällen wie mir zu helfen, ging er bereits mit Taschen durch mein Zimmer und packte meine Sachen.

Trotz der eigentlich sehr guten Nachricht, hatte ich-wie aus dem Nichts-wieder einen Wutanfall bekommen. Und dieser war wirklich heftig. Unsere Nachbarn wussten zwar von meinem Problem, damit sie sich nicht über die Lautstärke wunderten, doch nach meinem fast 3 stündigen Geschrei und Gewüte, bekamen auch sie Angst und riefen die Polizei, die nur kurz darauf bei uns eintraf. Mein Vater klärte die Sache und daraufhin bot sich 'unser Freund und Helfer', wie sie sich selbst nannten, freiwillig, um mich zum Camp zu eskortieren. Unter Tränen hatte mein Dad zugestimmt und die restlichen Sachen gepackt.

Alle Versuche von ihnen, mich zu beruhigen, schlugen fehl, bis sie es nach einer halben Stunde aufgaben, in der mein Vater ihnen versichert hatte, dass ich von selbst irgendwann damit aufhören würde.

Ich war tatsächlich wieder etwas runtergekommen, doch als sie auf mich zu gingen, um mir zu verdeutlichen, dass sie fahren wollten, wurde es wieder schlimmer. Ich wollte nicht, dass sie mir so nahe kamen. Das durfte in solchen Momenten nicht mal mein Vater. Jedoch ließen sie mich diesmal nicht wieder in Ruhe, sondern packten mich und legten mir schließlich sogar Handschellen an. Daraufhin konnte mein Dad seine Tränen nicht mehr zurück halten. Sie brachen aus ihm heraus. Er kam noch einmal zu mir, obwohl ich noch immer schrie, und nahm mich in die Arme.
Er murmelte ein: „Ich liebe dich Chester. Du schaffst das. Ich glaube an dich“, was mich tatsächlich etwas beruhigte, jedoch konnte ich nichts erwidern.

Als er von mir abgelassen hatte, führten die zwei Cops mich aus dem Haus zu ihrem Streifenwagen. Einer von ihnen trug dabei meine Taschen. Mein Dad stand mit einem Taschentuch in der Hand in der Haustür, während unsere Nachbarn teilweise auf der Straße standen, oder aus dem Fenster schauten, um zu sehen, was sich bei uns abspielte.

Nachdem die Taschen verstaut waren, nahmen sie mir die Handschellen ab, da ich mich beruhigt und keinen Mucks gemacht hatte. Eigentlich freute ich mich ja über den freien Platz im Camp, auch wenn ich nichts genaues darüber wusste. Doch trotz der Freude brach ein weiterer Wutausbruch aus mir heraus. Es war einfach ätzend.

Ich setzte mich auf die Rückbank und legte meinen Kopf gegen die kühle Fensterscheibe. Mein Vater weinte noch immer, versuchte es jedoch zu verbergen. Es tat mir wirklich leid, dass er alleine meinetwegen weinte. Ich war daran Schuld.
Okay, vielleicht nicht allein.

Einer der Cops wechselte noch ein paar Worte mit meinem Dad, während der Andere meine Tür bewachte, dass ich auf keinen Fall türmte (was ich nicht vorhatte).

Als der, der mit meinem Vater geredet hatte, zurück kam und einstieg, war die Zeit des Abschieds gekommen. Ich sah zu meinem Dad, der mir mit einem gequälten Lächeln zuwinkte. Ich winkte entschuldigend schauend zurück.
Er hatte mir immer wieder versichert, dass er nicht sauer auf mich war. Ich hoffte, ihm auch wirklich glauben zu können.

Der Motor wurde gestartet und nun musste auch ich, in Anbetracht dessen, dass ich nicht wusste, wann ich meinen alten Herren wiedersehen würde, eine Träne verdrücken.

Eigentlich wusste ich überhaupt nichts.
Ich wusste nicht, wo dieses Camp lag, wie lange ich dort bleiben würde, wann ich meinen Dad wiedersehen würde und was genau dort auf mich wartete. War es eine Klinik, oder wirklich ein 'Camp' im Freien und mit allem drumherum? Waren dort nur Menschen, die so Probleme wie ich hatten, oder allgemein psychisch oder körperlich behinderte Leute?
Ich selbst sah mich eigentlich nicht als behindert. Ich hatte ein Problem, Angst vor der Nähe von Personen, die ich nicht kannte und ich wollte, wenn ich einen Menschen gut kannte, seine Nähe nicht wieder verlieren, ja. Ich hatte ein Problem, was meine Gefühle allgemein anging, ich konnte viele Sachen einfach nicht mehr fühlen. Ich verletzte mich selbst, aus verschiedenen Gründen, die wahrscheinlich nur für mich Sinn ergaben, ja.
Aber ich war nicht behindert.  

Ich hatte weiß Gott nichts gegen Menschen mit Handicaps, war ich ja bedingt auch so jemand, aber ich musste nicht den ganzen Tag Leute um mich herum haben, die mich einfach ohne Grund betatschten oder die mich nicht einmal verstehen konnten, wenn ich mit ihnen redete. War doch gewissermaßen verständlich oder? Ein Gedankengang von mir, den auch Außenstehende verstehen konnten, oder nicht?

Ein letzter Blick zu meinem Vater, als der Wagen langsam losrollte.

Ich war gespannt auf das Kommende.


Mike's PoV

Ich atmete die warme Landluft ein, genoss, schon nachdem ich die Autotür zugeschlagen hatte, meine Ankunft hier. Es war grün, keine Autos-wenn man von denen der Betreuer hier mal absah- und Abgase weit und breit und vorallem war kein Lärm zu hören! Nur Vogelgezwitscher.
Ich schnappte mir noch schnell einen Koffer aus dem Kofferraum und meine Jacke, die auf dem Rücksitz lag und spazierte weiter den Feldweg entlang, der zum Camp führte, in dem ich von nun an 'Therapeut' sein sollte. Das Komische an der Sache war nur, dass ich nicht in der Art studiert oder erlebt hatte. Ich hatte mich zwar über die Psychologie des Menschen schlau gemacht-war ja Ehrensache!- aber professionell studiert hatte ich nichts. Ich war zwar gut darin, Menschen zu durchschauen und Beweggründen für Taten auf den Grund zu gehen, aber ob das reichen würde, um Jugendliche zu therapieren und betreuen, die ernsthafte Probleme hatten, bezweifelte ich. Vielleicht war es aber meine letzte Eigenschaft, die mich diesem Job näher gebracht hat. Oder einfach Personalmangel.

Ungefähr 50 Meter vom Personalparkplatz entfernt stand ein Schild, das mir zeigte, dass ich rechts abbiegen musste. Ich ging rechts und erschrak ein wenig, als ich den Maschendrahtzaun mit Stacheldraht entdeckte. Auf der linken Seite verschwand dieser in dichtem Wald und auf der rechten Seite war ein weißes Betonhäuschen. Es sah aus wie eine Anmeldung oder etwas Ähnliches, also ging ich nach anfänglichem Zögern darauf zu.

Ein etwas kräftigerer Mann mit einem Basecap saß dahinter und mampfte genüsslich einen Burger. Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen was er sagte, da er mit vollem Mund redete.
„Was willst'n du hier, Kleiner? Bist'e neuer Patient?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Ich... Ich bin sowas wie ein Therapeut, also ich soll hier arbeiten.“
„Achso! Ja, der Director hat da was erwähnt... Sinloa? War das dein Name?“
„Shinoda. Michael Shinoda ist mein Name. Und sie sind?“
Ich ließ meinen Blick schweifen, war auf der Suche nach einem Namensschild, fand aber keins.
„Stuart! Stuart Baker! Wie unhöflich von mir, das tut mir leid!“
Er legte seinen Burger zur Seite, wischte sich die Hand an seiner Jeanslatzhose ab und streckte sie mir dann durch das Loch in der Glasscheibe entgegen. Ich schüttelte sie höflich, wischte danach aber meine Hand an meiner Hose ab, da der Burger wohl ziemlich fettig gewesen war. Stuart krempelte die heruntergerutschten Ärmel seines roten Karohemdes nach oben und lächelte mich an.

„Ähm... Wo finde ich denn das Büro des Directors?“
„Oh! Ja, dafür müsste ich dich erstmal rein lassen, aber lass mich erst erklären... Also...Lass mich überlegen... Wenn du die Eisentür hinter dir gelassen hast, kommst du durch die Tür rechts von dir in meine Kammer. Ich bin hier das 'Mädchen für alles' weißt du? Naja, jedenfalls musst du geradeaus an der Tür vorbei und dann...“
Er grübelte etwas länger, kratzte sich dabei an der Stirn.
„Ha! Ich hab's!“
Ich erschrak. Der Kerl war zwar irgendwie unheimlich, wirkte aber dennoch sympathisch und irgendwie...treudoof.
„Rechts! Du musst rechts gehen! Dann die Glastür rein und den Rest findest du von allein. So und jetzt lass ich dich erstmal rein Mike! Ich darf dich doch Mike nennen, oder?“
„Äh...Klar, warum nicht?
„Also gut! Dann Mike! Warte ich mach das Tor auf. Apropos Tor, hab keine Angst, hier sind keine Schwerverbrecher, oder Leute mit Fluchtgefahr. Das Gelände war schon so, der Director hat es nur übernommen und es umzubauen, wäre zu teuer geworden. Aber er erzählt Neuen gerne was anderes, um sie zu erschrecken.“
Ich atmete erleichtert auf, hatte mich der Stacheldraht doch sehr beunruhigt.
Stuart öffnete das Eisentor, was ich mit einem Klicken hören konnte. Ich bedankte mich mit einem Nicken, woraufhin Stuart wieder lächelte.

Ich passierte den Eingang und folgte Stuarts Wegbeschreibung bis zu der Glastür. Ich war etwas nervös, atmete noch einmal tief durch und betrat das Gebäude.

Es war, als würde man gegen eine Wand laufen, da es draußen sommerlich warm war und in dem Gebäude lief die Klimaanlage auf Hochtouren. Es war arschkalt.
Vor mir war erneut so etwas wie eine Rezeption. Dahinter saß eine junge Frau mit zusammengebundenen Haaren. Sie war ziemlich klein und konnte selbst kaum über den Tresen sehen. Als ich zum Stehen kam und meine Sachen abstellte, sah sie auf, war jedoch am telefonieren.
„Sagen sie Farrell, er wird zurückrufen. Ich habe noch andere Sachen zu erledigen.“
Das Telefonat war beendet.
„Guten Tag, Sir! Sie müssen Mister Shinoda sein. Der Director erwartet sie bereits. Sein Büro ist den Gang hinunter.“
Sie deutete mit ihren kleinen Fingern von mir aus nach rechts. Das Büro musste also angrenzend an Stuarts Kammer liegen.
„Das Gepäck können sie hier lassen. Es wird in ihre Hütte gebracht.“
Ich nickte und wandte mich nach rechts. Der Gang war dunkel. Es gab keine Fenster und er war auch nicht künstlich beleuchtet. Auch wenn so etwas morgens um 10 Uhr wahrscheinlich nur Stromverschwendung gewesen wäre.

An der braunen Holztür, an der ein silbernes Schild mit „Crawford“ hing, angekommen, klopfte ich. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis ich herein gebeten wurde.

Ich öffnete die Tür und sah einen etwa 50 jährigen Mann mit grauen Haaren und stahlblauen Augen hinter dem Schreibtisch sitzen. Seine Augen wirkten kalt und durchdringend und jagten mir einen Schauer über den Rücken.
„Guten Tag Mister Shinoda. Ich bin Mister Crawford wie sie bestimmt wissen. Es freut mich, dass sie von nun an hier arbeiten. Wie jeder Mitarbeiter hier, beziehen sie eine der Holzhütten, da die Anreise jeden Tag viel zu aufwändig wäre. Ein Plan des Tagesablaufes, der Regeln, sowie ihrer Schichten finden sie in ihrer Hütte. Ebenso liegt dort eine Karte des Geländes, damit sie sich leichter zurechtfinden. Bei Fragen wenden sie sich an ihre Kollegen, meine Empfangsdame Natalie, die sie sicherlich schon kennengelernt haben, oder bei schwerwiegenden Problemen an mich. Und nun entschuldigen sie mich, ich habe noch einen Termin. Sie wissen ja, wo sich die Tür befindet.“
Ich war kein einziges Mal zu Wort gekommen und schon wurde ich rausgeworfen. Er war vielleicht nicht der Freundlichste, aber ich sah es positiv. Ich hätte genauso gut einen noch schlimmeren Chef bekommen können.

Wieder draußen im Warmen angekommen, grübelte ich zunächst.
Wo war eigentlich meine Hütte?
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