Plötzlich Fee - Traumnacht

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Robin "Puck" Goodfellow
19.04.2013
12.11.2013
22
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Die Entscheidung

Bücher entstehen durch Fantasie, Träume, Ängste und viele andere starke Emotionen.Sie ziehen uns in eine wundervolle oder erschreckende Welt.Doch ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal in so einer Welt landen würde.

Mein Name ist Sarina, aber das ist auch schon alles wo ich mir sicher bin.
Ich wohne in der New Yorker Innenstadt.
Ja, ich weiß ihr denkt jetzt alle:" Klar, schon wieder so eine reiche Göre."
Aber ich bin anders.

Ich öffnete die Augen und starrte an die vergoldete Decke meines Himmelbettes.
Ich seufzte als mir aufging, dass mein schöner Traum vorbei war.
Ich wandte den Kopf zur Seite und sah wie immer den Wecker in Form eines Hundes auf meinem Nachttisch stehen.
Als hätte er nur darauf gewartet das ich die Augen öffnete, fing er an laut klingeln.
Genervt zog ich mir den Kopfpolster über die Ohren und ignorierte das Licht, das durch die Fenster fiel.
<<Soll die Schule doch warten. >>
Mein Gewissen rührte sich und ich schob den Gedanken beiseite.
Ich stand langsam auf und schlurfte zu dem großen Schrank, der die Hälfte meines Zimmers ausfüllte.
Kurz betrachtete ich mich im Spiegel und wünschte mir dann, ich hätte es nicht getan.
Mein Haar stand in alle Richtungen und unter meinen Augen erkannte ich dunkle Ringe.
Ich warf einen Blick auf das Buch, das mich gestern so lange wach gehalten hatte.
"Plötzlich Fee" sprang mir der Titel entgegen.
Ein Lächeln zog sich über mein Gesicht, das Buch war wundervoll.
Ein armes Mädchen, ein Feenprinz und ein schabanacktreibender Feenjunge.
Aber auch eine Cat Sidhe, unbarmungslose Herrscher und die dunkle Bedrohung durch eiserne Feen.
<<Unglaublich, dass das Buch schon 17 Jahre alt ist>> schoss es mir durch den Kopf.
Ich war gerade erst sechszehn geworden und diese Geschichte hatte sich in meinen Kopf eingebrannt.
Jede Zeile die ich las packte mich mit Herz und Seele.
Immer wenn ich es durchblätterte, dachte ich an meine eigene Geschichte: reiche Familie, fantastische Schule und immer nur das Beste.
Bei diesem Gedanken wurde mir das Herz immer schwer und es erschien mir so, als sei mein Leben unglaublich langweilig.
Ich hatte ja keine Ahnung.
Schritte auf der Treppe rissen mich aus meinen Gedanken und meine Mom sah in mein Zimmer.
" Sarina, du solltest dich beeilen. Du weißt doch, ich kann dich heute nicht mitnehmen."
Ihre strahlend-grünen Augen musterten mich und ihr blond-braunes Haar fiel ihr über die Schulter.
Jeder der uns zusammen sah erkannte sofort, dass wir nicht verwandt waren.
Ihre Gestalt strahlte Eleganz aus, mit ihrem Haar und diesen Augen und ich...
Naja, mein schwarzes Haar, das mir bis zur Hüfte reicht, flog meistens blöd um mich herum und meine Augen hatten das kühle Blau eines Himmels im tiefsten Winter.
Es bestand also keine Ähnlichkeit, aber wenn ihr jetzt glaubt, dass ich wahrscheinlich nach meinem Vater komme liegt ihr auch falsch.
Meine Eltern machten mir gegenüber nie ein Geheimnis daraus, dass sie mich gefunden hatten als sie Urlaub in einem kleinen Ort in Louisiana machten.
<<Wo wäre ich wenn sie mich nicht gefunden hätten? Warum war ich überhaupt dort? >>
Meine Mom seufzte und schloss die Tür hinter sich und ich war wieder allein.
Stumm wandte ich mich wieder dem Schrank zu und suchte gar nicht erst in der großen Auswahl nach etwas passenden.
Ich schloss die Augen und fuhr mit den Fingern über die zahllosen Kleider.
Irgendwann stoppte ich, sah auf und zog ein silbern schimmerndes Abendkleid heraus.
Neugierig und ein bisschen enttäuscht musterte ich das lange, schulterfreie Einzelstück.
<<Ich sollte so etwas nicht tragen. Es steht mir gar nicht zu. Ich gehöre ja nicht mal zur Familie. >>
Ich atmete tief durch und versuchte nicht länger darüber nachzudenken, doch solche Gedanken holten mich immer wieder ein.
Mit einem kurzem blick zur Tür und einem Anflug von Unentschlossenheit legte ich das Kleid auf dem Bett ab und griff nach einer Schere.
Langsam und nicht besonders genau begann ich das Kleid auf eine passende Größe zu kürzen.
Als ich die Schere wieder weglegte war das Kleid ungefähr Knielang.
Ich sah es einen Moment an und begann dann an den losen Fäden zu ziehen, bis sich eine Reihe von Fransen um das Kleid zog.
Zufrieden hob ich es hoch und musste beinahe lachen als mir durch den Kopf schoss, dass ich damit im Fasching als modernes Cowgirl gehen konnte.
Ich hörte wie meine Mom nach mir rief und mir sagt, dass der Bus schon da war.
Schnell zog ich die Bürste durch mein Haar und warf mir das Kleid über.
Meine Mom wartete am Fuß der Treppe und beobachtete wie ich, darauf bedacht keine Kratzer in den Boden zu machen, in meinen High Heels die Treppe herunter wackelte.
Sie zog eine Augenbraue hoch als ich auf dem Weg zur Tür beinahe das Gleichgewicht verlor.
<<Ich hasse diese verdammten Teile. Was findet Mom nur an denen? Die helfen einem nur dabei auf die Nase zu fallen. >>
Ich setzte eine gleichgültige Maske auf und stieg die Stufen vor dem Haus hinunter.
Der Bus war komplett voll, doch die erste Reihe war leer.
<<Das sieht ja aus als hätten sie Angst davor sich dahinzusetzten. >>
Ich verkniff mir ein Lächeln und schritt mit aufrechtem Gang auf den Bus zu.
Langsam lies ich mich in der ersten Reihe nieder und versuchte nicht nach vorne zu fallen, als der Bus mit einem Rucken anfuhr.
Hinter mir hörte ich jemanden flüstern:"Oh, Miss Oberreich lässt sich dazu herunter mit uns in einem Bus zu fahren."
Stur blickte ich geradeaus und weigerte mich zurückzufauchen, dass er sich seine blöden Kommentare sonst wohin schieben könne.
Die Busfahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde und das Getuschel nahm nicht ab.
Ich hätte wissen müssen, dass der Tag noch schlimmer werden würde.
Schon als ich die Schule betrat bemerkte ich, dass heute etwas anders war.
Immer wenn ich mich umdrehte sah ich nur Schüler auf dem Weg durch die Flure.
Doch kaum sah ich weg fing das Gerede an.
Doch niemand sprach mich direkt an.
Auch im Unterricht war es nicht anders, auch wenn die Lehrer es nicht zu bemerken schienen.
Noch dazu war heute einer der tage an denen ich total in meinen Gedanken versank.
Das Gerede verstärkte sich noch als Mr. Thompson mich fünfmal ansprechen musste um meine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Doch das eigentliche Desaster begann in der Cafeteria.
Sobald ich durch die Tür kam fing das Getuschel an.
Als ich den halben weg zu meinem Tisch hinter mich gebracht hatte trat mir Sarah in den Weg.
Ihr Gesicht wurde von einem fiesen Lächeln überzogen.
"Ah, da ist ja die falsche PRINZESSIN."
Ich sah sie gelangweilt an während ich versuchte den Sinn dieser Worte zu entschlüsseln.
Dann warf mir Sarah die heutige Zeitung zu und ich betrachtete die Schlagzeile.
Offenbar hatte Dad in einem seiner vielen Interviews erwähnt, dass sie mich gefunden hatten.
Ich starrte die Überschrift an, die mir gehässig "falsche Tochter" entgegen schleuderte.
Mein Blick richtete sich wieder auf Sarah, die laut sagte: „Es wundert mich nicht, dass deine Eltern dich ausgesetzt haben.
Wer würde denn schon jemanden wie dich haben wollen?"
<<Nein, das war nicht so. Sag so etwas nicht. Ich will es nicht hören. >>
Ich vergrub das Gesicht in den Händen und sank zu Boden.
Ich spürte die Blicke der anderen auf mir als ich in meinen Gedanken versank und versuchte die Tränen zurückzuhalten.
<<Sie hätten so etwas nicht getan. Sie hätten mich nicht allein gelassen. >> schrie es in mir. << Aber warum bin ich dann hier? >>, fragte eine ehrliche Stimme.
Es half nichts, nun ergoss sich ein Wasserfall über meine Wangen und ich sank endgültig in mich zusammen.
Ich hörte Sarahs verächtliche Stimme:" Seht euch die Elternlose Heulsuse an. Und so eine spielt die reiche Tochter. Erbärmlich."
Als ich den Kopf hob und ihr selbstgefälliges Lächeln sah, brodelte Wut in mir hoch.
<< So, du willst es also unbedingt wissen. Das kannst du haben! >>
Langsam stand ich auf und sah in Sarahs erschrockenes Gesicht.
<<Damit hast du nicht gerechnet. Hast wohl gedacht ich bleib zu deinen Füssen liegen. >>, knurrte eine Stimme in mir.
Und dann holte ich aus und...erkannte einen Moment später, dass sich auf Sarahs Gesicht die roten Spuren meiner Hand abzeichneten.
Schockiert über das was ich getan hatte schlug ich die Hände vor den Mund.
Sarah starrte mich an und schien noch gar nicht realisiert zu haben, was passiert war.
Ich stolperte ein paar Schritte zurück als sich ihr Gesicht schließlich vor Hass und Schmerz verzog.
Ohne nachzudenken wirbelte ich herum und lief aus der Cafeteria.
Stolpernd und unter Tränen rannte ich die Flure entlang und wich den mir entgegen kommenden Schülern aus.
Schließlich stieß ich die letzte Türe auf und stolperte nach draußen.
Vor der Schule blieb ich stehen und versuchte tief durchzuatmen.
<<Mann. Ich habe einen Fechtkurs gemacht und die besten geschlagen und dann lass ich mich von einer Klatschzeitung so runterziehen. >>
Wütend trat ich nach einem Stein und folgte ihm mit dem Blick als er den Gehsteig entlang rollte.
Meine Gedanken schweiften weit ab zu Orten wo ich meine Familie suchen würde und wo alle meine Hoffnungen lagen.
Ich wurde abrupt unterbrochen als ein angetrunkener Mann mir einen Arm um die Schulter legte.
Angeekelt fuhr ich zurück und achtete nicht auf den Schrei des Mannes als er feststellte, dass seine Hand plötzlich eingefroren war.
Es kümmerte mich nicht als ich die Straße hinunter rannte.
<<War das ich? Nein, so etwas kann ich nicht. Irgendwo muss eine Winterfee sein. Quatsch, so was gibt’s nur in Büchern. >>
Auch wenn dieser Mann mich sehr plötzlich aus meinen Gedanken geholt hatte, blieb mir einer.
<<Ich muss meine Eltern finden, koste es was es wolle. >>
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