Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Messing with Movies

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
18.04.2013
13.05.2014
8
15.726
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
18.04.2013 1.685
 
Auch wenn ich normalerweise nicht der große Filmfan bin (mit gewissen Ausnahmen), so hat mich das Projekt 100 Filmzitate, als ich es bei StormXPadme im Profil entdeckt habe, sofort fasziniert, auch, weil es meiner momentanen Sprunghaftigkeit beim Schreiben und der Tatsache, dass ich im moment an keinem größeren Projekt arbeite, Rechnung trägt. Also habe ich angefangen zu schreiben, mit drei Bedingungen - mindestens 1500 Wörter pro One-Shot sollen es sein, Schummeln (also das Zitat im originalen Fandom zu verwenden) zählt nicht, und ich möchte zumindest in der eigentlichen Reihenfolge der Zitate posten, wenn ich schon nicht unbedingt in ihr schreibe.

Was die Fandoms angeht, so hab ich mich nicht festgelegt und möchte zusehen, dass ich so viel Abwechslung, wie meine Muse zulässt, hereinbringe, immerhin lese ich auch sehr gerne in unterschiedlichen Universen. Im Moment liegen One-Shots zu Leverage, Harry Potter und Marvel's Avengers vor, aber ich bin sicher, das werden noch mehr.

Ansonsten bleibt mir eigentlich nichts zu sagen, außer - viel Spaß beim Lesen, ich hoffe, ihr habt annähernd so viel davon, wie ich beim Schreiben hatte :)

***


1. „Ich hab ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.“ (Star Wars)

Fandom: Leverage
Pairing: Parker/Hardison

Alec Hardison bemühte sich fast ein wenig verzweifelt, seinen Blick nicht nach unten zu richten, während er spürte, wie das dünne Seil über ihm, das das einzige war, das ihn von einem Sturz in die bodenlosen Tiefen der Häuserschluchten Bostons abhalten würde, zart im Wind schwankte und dabei knarzte. Nun... bodenlos war vielleicht nicht das richtige Wort. Es fühlte sich vielleicht so an, als ob der Abgrund unter ihm endlos wäre, aber das war leider nicht so – und ein imminenter Teil seines momentanen Problems.

„Parker?“, fragte er über den kleinen, unauffälligen Knopf in seinem Ohr, sich bewusst, dass das verräterische Zittern in seiner Stimme seine Angst zur Schau stellte, und nicht gewillt, das Amüsement der jungen Frau am anderen Ende der Leitung noch zu steigern, indem er ihr mehr seiner Worte als Anschauungsmaterial gab.

„Ja?“ Er vermeinte die Spur eines schelmischen Grinsens zu hören – doch bei Parker konnte man sich nie sicher sein. Vielleicht nahm sie auch einfach an, dass alle anderen Menschen auf diesem verdammt großen Planeten ihre Vorliebe für nervenzerreißende Sprünge von Wolkenkratzern teilten.

„Ähm... kommst du? Oder willst du mich hier hängen lassen?“

„Nur noch einen Moment, dann bin ich bei dir... hast du den Tresor im Penthouse gesehen?“

Hardison rollte mit den Augen, was seine Übelkeit und sein Gefühl der Desorientierung nur noch verstärkte. „Ich hab ein ganz mieses Gefühl bei der Sache...“

„Was hast du gesagt?“ Parkers übliche, manchmal gesegnete Ignoranz, was Dinge anging, die eigentlich besser ungesagt bleiben sollten, schlug wieder durch, und Hardison war sich sicher, dass sie ihre Stimme nur dämpfte, weil sie keine Sensoren in der Nähe des streng bewachten obersten Stockwerks auslösen wollte.
„Nichts.“

„Aber ich hab etwas gehört“, beharrte sie, und nach einem Moment des Nachdenkens fügte sie hinzu: „Ist dir wieder schlecht?“

Der Gedanke trug nicht dazu bei, Hardisons Magen zu beruhigen, der sich, genauso wie sein Kreislauf, noch nicht daran gewöhnt hatte, dass er in einem nur mäßig bequemen Harnisch kopfüber vom Dach eines Hochhauses hing und dem leisen Knarren des unglaublich dünnen Stückes Seil – eigentlich nur eine Schnur, wenn er darüber nachdachte! – zuhörte, das ihn in seiner Position hielt. Wenn es riss, wäre er nur noch die platte Erinnerung an Alec Hardison, und hätte Glück, wenn Nate ihn überhaupt identifizieren konnte... wenn er überhaupt Zeit dazu fand und nicht zu sehr damit beschäftigt wäre, Parker gemeinsam mit Sophy und Eliot die Leviten zu lesen. Oder zumindest hoffte er das... dass sein Verlust sie betrüben würde, und sie sich nicht einfach einen anderen Hacker suchen würden, der seinen Part übernahm. Chaos zum Beispiel. Ugh.

„Hardison?“

Konnte er einen Hauch von Sorge in ihren Worten hören? Hardison wusste es nicht, und während ihm langsam das Blut in den Kopf lief, fiel es ihm zunehmend schwerer, sich ins Gedächtnis zu rufen, warum das eigentlich wichtig war. „Parker, nicht jeder teilt deine Vorliebe dafür, mit den Füßen nach oben an irgendeinem Balken oder einem Seil zu hängen, also lass den verdammten Safe in Ruhe und komm endlich nach unten.“

Keine Antwort über seinen Kanal, nur das plötzliche Surren eines Taus, das mit atemberaubender Geschwindigkeit durch seine Verankerung raste, und ein spitzer, entzückter Schrei, den Parker trotz ihrer vorherigen Heimlichkeit nicht zurückhalten konnte und der etwas in Hardisons Magen flattern ließ... etwas, das nichts mit seiner aufsteigenden Übelkeit und dem Gedanken an sein mögliches  Ableben zu tun hatte.

Einen Moment später hing sie an seiner Seite, die blassen Wangen gerötet und noch immer ein bisschen außer Atem, und Hardison drängte den plötzlichen Wunsch zurück, ihr eine Strähne aus dem Gesicht zu streichen, noch zu frisch war die Erinnerung an den letzten Mann, der einen plumpen  Flirtversuch gestartet hatte... und in dessen Oberschenkel dafür ein Messer gelandet war. Fest. Und tief. Sehr tief.

Für einen Moment sah sie ihn aus großen Augen an, ihr Gesicht dicht vor seinem, während sie beide kopfüber an der Fassade eines der am besten gesicherten Gebäude Bostons hingen, dann grinste sie und drehte sich in der Luft um.
Hardison wusste, er hatte keine Chance, ihre Eleganz zu kopieren, die fließende Leichtigkeit ihrer Bewegungen und ihre Körperbeherrschung, und so versuchte er es gar nicht – abgesehen davon, dass er viel zu große Angst hatte, mit einer unbedachten Reaktion die Glasscheiben zu streifen und so den Alarm auszulösen.
Ein kurzer Blick zwischen ihnen, dann streckte Parker die Arme aus und half ihm, sich wieder aufrecht zu drehen, auch wenn die Rotation seine Sinne verwirrte und die plötzliche Verlagerung seiner Körperposition seinen Kreislauf verrückt spielen ließ. „Danke.“

Sie grinste ihn nur an, ein wenig schelmisch, ein wenig verwirrt, dann beugte sie sich unerschrocken nach vorne und spähte hinunter in die Straßenschluchten, in denen selbst in den frühen Morgenstunden noch genügend Autos unterwegs waren, um das Bild lebhaft zu halten. Ihr Mut schaffte das, was Hardisons eigene Courage nicht vermocht hatte. Er beugte sich nach vorne, testete die Belastbarkeit seines Harnischs in einer Art und Weise aus, die er bei ihren Missionen nie gewagt hatte, und ließ seinen Blick ihrem folgen, hinunter zu den Fahrzeugen und den wenigen Fußgängern, die unter seinen Füßen wie Spielzeuge wirkten.

Sein Atem stockte, und nicht nur, weil er den harten Asphalt zwischen seinen Zehenspitzen hindurch sehen konnte und er sich bewusst war, was ein Aufprall anrichten würden – ein Teil von ihm begann zu verstehen, was die junge Frau neben ihm auf die Dächer und zwischen die Häuser der Stadt trieb. Es war nur ein Teil... er war nicht auf der krampfhaften Suche nach Adrenalin, die Parker manchmal zu bestimmen schien, diese vollkommene Missachtung jeglichen gesunden Menschenverstandes im Angesicht des Risikos. Aber er verstand, wieso sie gerne hier hing und die Momente auf ihren Missionen genoss, wenn sie von außen in ein Gebäude einbrechen konnte, oder zumindest kurz davor stand. Hier, zwischen den Glasplatten der Hochhäuser und mit dem rauschen des in diesen Höhen ständig präsenten Windes in den Ohren, fand er etwas, das er sonst nur vor der Tastatur seines Laptops entdecken konnte, und das auch nicht immer... ein Fitzelchen an Frieden.

Keine Selbstverständlichkeit in ihrem Beruf, in dem die Sicherheitsbehörden immer hinter ihnen her waren... aber auch jemand wie Hardison, der es normalerweise genoss, der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein – oder zumindest war er das, seit er mit Nate zusammenarbeitete – war manchmal auf der Suche nach Ruhe. Dass er sie nun hier gefunden hatte, während Parker neben ihm hing und einen tiefen, zufriedenen Atemzug von der Bostoner Nachtluft nahm, machte das Gefühl nur noch erhebender.

„Und?“, fragte sie schließlich, nachdem sie sich an den glitzernden Lichtern unter ihnen sattgesehen hatte, an den spiegelnden Fassaden und ihrem trügerischen Schein, und Hardison wusste, was sie meinte.

„Wenn ich darüber nachdenke, hab ich vielleicht doch kein so mieses Gefühl.“

Parker grinste ihn an und legte den Kopf schief, einen schelmischen Ausdruck auf ihrem Gesicht, als sie schließlich, im Nachhinein, verstand, was er vorhin geflüstert hatte. „Wirklich? Das ist... gut.“

Seine Erfahrung ließ das Misstrauen in im wachsen, doch es wurde, vielleicht wider besseren Wissens, weggewischt, als sie ihre Hand ausstreckte und nach seinem Arm griff, ihn näher an sie heranzog. Das bedrohliche Schwanken und das Knarzen der Seile über ihnen ließ ihn beinahe zusammenzucken, doch die Angst wurde von dem Gefühl ihrer schmalen, hellen Hand auf dem schwarzen Stoff seines Pullovers überlagert. Für einen Moment hielt er inne, lauschte in das Rauschen des Windes über ihnen und der Autos unter ihnen hinaus und wagte es nicht, sich zu bewegen – entweder aus erneuter Furcht, dass sie abstürzen könnten, oder weil er mit den unbekannten Gefühlen in seinem Inneren kämpfte, dann streckte er die Hand aus und seine Finger bedeckten die ihren.

Sie sah auf, doch zu seiner Überraschung war da keine Verwirrung in ihrem Blick, nur ein hinterhältiges Grinsen auf ihren Zügen, und als sie begann, wild nach links und rechts zu schaukeln, wusste er, warum. Sein Magen macht einen wilden Satz in alle Richtungen gleichzeitig, so als ob die plötzliche Bewegung der Tropfen gewesen wäre, der das Fass zum Überlaufen brachte, und durch ihre Schwingung konnte er nicht vermeiden, dass er nach unten blickte, weil dieses unten der einzige halbwegs fixe Punkt in seinem wild schlingernden Universum war.

„Verdammt.“ Er presste das eine Wort zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, und Parker hielt – endlich! – inne in ihren verdammten Versuchen, ihn doch noch umzubringen. Dass sie vollkommen entspannt schien und noch immer dieses Grinsen auf ihren Zügen lag, das er einmal gemocht hatte, von dem er aber nun wusste, dass es auch für ihn schlimme Dinge ankündigen konnte, machte seine Situation nur noch schlimmer. Mit einem Blick zu ihr hin, der eigentlich vernichtend gedacht war, von dem er sich allerdings keine großen Hoffnungen machte, dass er eine Dreijährige eingeschüchtert hätte, schüttelte er den Kopf und daraufhin biss die Zähne zusammen, um zu vermeiden, dass er diese Bewegung noch mehr bereute als den Rest dieses verdammten Ausflugs. „Parker!“

Sie grinste nur, diesmal noch breiter als zuvor. „Hast du jetzt wieder ein ganz mieses Gefühl bei der Sache?“
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast