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Was zur Hölle...?

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
16.04.2013
16.04.2013
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Die Hölle


Das ist die Hölle. Nein, in dem Fall ist das kein geflügelter Satz. Wir sind in der Hölle. Und sie macht ihrem Namen alle Ehre.
Dabei fing alles eigentlich ganz nett an. Nachdem man mehr oder weniger langsam, aber sicher auf der Erde das Zeitliche gesegnet hat, kommt man als arme Seele erst einmal in so eine große Marmorhalle. Und mit groß meine ich GROSS!
Müssen ja auch viele Menschen rein. Jede Sekunde kommt ein neuer an, so schnell können die sich nicht alle wieder verkrümeln, vor allem weil das auch niemand will! In der Halle ist es schön warm und mit etwas Geschick sogar ganz gemütlich. Richtung Himmel kommst du vor dem Armageddon nur mit Sondererlaubnis und in Richtung Hölle will niemand. Naja bis aufn paar verrückte Neugierige.
Die kommen bald an ein Fluss, der in seinem tropfsteinhöhlenartigen Bett so munter vor sich hin fließt. Das ist doch eig. Sowieso die interessanteste Frage: Was passiert denn, wenn man sich einfach treiben lässt? Wo kommt man da hin? Ich meine absaufen kann man ja nicht mehr, man ist ja schon tot.
Egal, der Fährmann wird schon verhindern, dass es jemand herausbekommt. So altmodisch, wie DER ist, der trägt sogar noch Kapuze und Sense und alles… an dem ist echt die Zeit spurlos vorübergegangen! Da er sich hartnäckig weitert zu verraten wie er heißt, auch wenn sich das jeder denken kann, nennen sie ihn Styx, wie der Fluss, über den sie paddeln.
Genau wie die Marmorhalle ist auch der Styx geradezu lächerlich gigantisch, daher dauert es Stunde, nur um ihn von Ufer zu Ufer zu überqueren.
Dort angekommen wird’s lustig: Dann öffnet sich dieses Höhlengebimms zu einer dermaßen gewaltigen Grotte, dass man weder ihre Höhe, noch ihre Tiefe, Breite oder gar Länge sehen oder abschätzen kann: Willkommen am Eingang zur Hölle!
Der Weg führt in die Höhle hinunter, bis ein großes, aus Stein gehauenes Tor kommt. Dahinter ist erstmal lange nichts.
Soll heißen, außer man zählt ziemlich ödes, verbranntes Grasland dazu.
Erst nach gefühlt unendlich langer Zeit kommt man an ein wortwörtliches Loch im Boden (der Höhle). Wenn man schwindelfrei ist kann man da seeeehr tief hinunterschauen. In Spiralen geht es da immer tiefer und tiefer und jede Etage ist schlimmer als die vorherige.
Am Anfang geht es ja noch, wobei der Schwefelgestank beinahe schon unerträglich ist. Überhaupt, überall das Feuer und die Hitze, wirklich nicht besonders schön. Kreativ waren der Teufel und seine Anhänger, allen voran der hinterhältige Beelzebub, in anderen Dingen schon. Zum Beispiel, was die Gestaltung der einzelnen Ebenen samt entsprechender Folter. Das reicht von subtil (einzelne Leute irren durch eben schon beschriebenes ödes Grasland, ohne auf irgendeine Menschenseele zu stoßen), über einfaches (Leute sehen die Dinge, die ihnen im Leben am wichtigsten waren, immer und immer wieder verbrennen, da stehen sogar ganze Städte voll mit solchen Menschen, echt unheimlich), bis hin zu denen die die ganz normalen körperlichen Qualen aushalten müssen (kopfüber im Boden immer wieder ersticken und natürlich der klassische Flammentod). Und wer sein High-End Teleskop mitgebracht hat, kann sogar den Boden des ganzen erkennen. Da muss der arme Judas leiden, was sieht man nicht genau, und da er keine Energie mehr zum Schreien hat, kann man auch schlecht abschätzen, wie sehr genau es jetzt wehtut, auf jeden Fall aber mehr als alle anderen höllischen Strafen.
Natürlich, so versichern die kleinen Teufel, wäre das alles nur solange hier unten so, bis die blöden Engel sich nach dem Armageddon zurück in den Himmel verzogen haben, anstatt hier unten zu kontrollieren, ob auch jeder Missetäter seiner (nicht wirklich) gerechten Strafe zugeführt wird. Sobald alle Menschen gerichtet wären, könnten sie sich hier unten einen fetten machen.
Ja, Sicher.
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