Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

I won't let you down

von Millijana
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard James Vega
16.04.2013
30.07.2020
28
76.830
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
30.07.2020 3.483
 
Sie verließ das Shuttle und betrat den Hangar unter dem Jubel der Crew. Sie fühlte die Erleichterung darüber, dass sie wieder da war, lebendig und, dass sie eine ganze Flotte für ihre Sache hatte gewinnen können.
Sie versuchte etwas zu lächeln, aber in Wirklichkeit wollte sie einfach ins Medbay, sich durchchecken lassen, um dann in ihrer Kabine das nehmen zu können, was Karin ihr auch immer geben würde, das sie von diesem Trip wieder runterholte.

Sie fühlte Hände, die ihr auf die Schultern klopften, zurufe und Garrus der einen trockenen Spruch losließ, den sie aber nicht hörte, denn alles andere verschwand um sie herum, als der breitschultrige Mann mit schnellen Schritten auf sie zukam, während er Leute aus dem Weg schob, die ihm den Weg versperrten.
Sie versuchte nicht einmal ihn zu stoppen, als er auf alles zu scheißen schien und ihr Gesicht in seine Hände nahm und sie einfach hier vor allen anderen küsste.

Und Ella? Sie zögerte, aber ihre Emotionen, die Erleichterung darüber, dass sie wieder hier war... ja, auch hier bei ihm übermannten sie. Sie würde es sich später eingestehen, dass sie wirklich unendlich glücklich darüber war, dass sie einfach wieder bei ihm war. Alles andere, war nett, aber nicht notwendig.
Also küsste sie ihn zurück. Ließ ihren scheiß einfach auf den Boden fallen und schlang ihre Arme um seine Mitte. Und genoss das Gefühl seiner Nähe, während um sie herum erst überraschte Stille herrschte und dann der Hangar in noch lauterem Jubel explodierte.
Ella fühlte wie sich seine Lippen noch während er sie küsste zu einem Grinsen verzogen und sie konnte ihr Lächeln nun auch nicht unterdrücken.

„Oops.“ Murmelte er, ehe er sie in eine feste Umarmung zog.

„Fick dich,“ antwortete sie trocken.

„Dios… du willst gar nicht wissen wie froh ich bin, dass du wieder da bist.“

Sie schmunzelte, als sie sich gegen ihn lehnte. „Doch will ich, aber später. Jetzt will ich erstmal aus der Rüstung raus, duschen, essen und dann von dem Trip runter. Ich bin völlig im Arsch.“ Sie entzog sich ihm etwas, so dass sie ihn ansehen konnte: „Ich kann dir aber sagen, dass ich scheiße froh bin, wieder hier zu sein. Auch wenn du mich nun vor meiner Crew erpressbar gemacht hast.“ Den letzten Satz entschärfte sie mit einem Grinsen und einem Zwinkern. Sie würden darüber reden, aber… sie wollte ihm nicht böse sein. So schwierig das auch war, zuzugeben: sie wollte dies. Ja, hatte sie schon mal gesagt, aber er hatte ihr nun abgenommen wieder einen Rückzieher zu machen. Konnte man kritisieren. Sicher. Man konnte das aber auch einfach so hinnehmen.

James wich ihr nicht von der Seite, als sie anfing die Dinge in die Tat umzusetzen, die sie nötig hatte. Durch die sich schließenden Türen des Aufzugs konnte sie Kaidan und Garrus sehen, die beide grinsend und selbstgefällig hinter ihnen her sahen. Vielleicht würde sie ihnen bei Gelegenheit Abführmittel in den Kaffee kippen. Nur um ihnen auch so selbstgefällig hinterhersehen zu können. Arschgeigen.


Das Erste was Karin tat, war James aus dem Medbay werfen, sobald er geholfen hatte, die harten Teile der Rüstung zu entfernen. Und die Scheiben verdunkeln. Wenngleich sie es diplomatisch tat. „Sie sind dem Commander hier keine Hilfe. Den Rest schaffen wir alleine. Sie können ihr etwas zu essen besorgen und diese Teile in die Armory bringen. Wir werden hoffentlich nicht lange brauchen.“

Sie unterbrach ihn, als er Luft holte um etwas zu sagen. „Und ja natürlich werde ich sie informieren wenn es etwas gibt, das Sie wissen sollten. Da sie aber auf ihren eigenen 2 Beinen hier herein kam, wird das vermutlich nicht notwendig sein.“

James lächelte etwas verlegen und warf Ella einen letzten Blick zu ehe er „Aye, Ma’am“ sagte und tat wie ihm befohlen wurde. Letztendlich war Chakwas noch immer seine Vorgesetzte. Wenn auch nicht in der direkten Kette. Aber sie war ein Major.

„War jetzt nicht, was er hören wollte,“ warf Ella mit einem Grinsen auf den Lippen ein, als die Türen sich hinter James geschlossen hatten.

„Es gibt Dinge, die würden ihn nur unnötig besorgen. Diese Untersuchung gehört dazu. Er braucht noch etwas Zeit, um damit umgehen zu können, dich in diesem Zustand zu sehen.“ Sie fing an, ihre Geräte bereit zu legen und kam dann auf Ella zu, die einfach zu fertig war, um überhaupt etwas zu sagen. Ihr Puls und alle anderen Teile ihres Körpers waren allerdings nach wie vor „on fire“.
„So, dann mal raus aus dem Anzug,“ sagte sie und deutete Ella sich herum zu drehen, damit sie an den Reißverschluss heran kam und Ella helfen konnte den eng am Körper anliegenden Raumanzug auszuziehen.

Ella kannte Karin gut genug, dass sie davon ausging, dass der Ärztin klar war, was sie nun erwarten würde.

„Ich werde das hier kurz halten. Das wird ein kurzer Check, ob es was gibt, dass ich akut tun muss, bevor ich dir nen InjecPen mitgebe, der die Stims neutralisieren sollte. Hast du auf Omega etwas anderes genommen außer dem, was ich dir gegeben habe?“

Ella seufzte. „Aria hat mir was gegeben. Ich habe keinen Plan, was es war. Glaub mir, das war leider notwendig. Nachdem einer dieser Scheiß-Viecher mein Bein ausgekugelt hat, war Medigel und deine normalen Sachen nicht mehr genug, neben all den anderen Blessuren.“ Sie ging nicht weiter drauf ein. Eine Erinnerung auf die sie verzichten konnte.

Karin schüttelte den Kopf. „Kannst du es dir unter Umständen zur Angewohnheit machen zu fragen, was es ist, bevor du es dir einwirfst?“

„Jaja, ich weiß, das macht deinen Job um ein Vielfaches einfacher. Wir hatten diese Unterhaltung bereits.“ Sie grinste trocken. „ich werde es beim nächsten Mal wieder versuchen. Vielleicht rekrutiert mich noch mal wer für ne Mission die 42 Stunden dauert und quasi keinen Schlaf, dafür aber Prügel von irren Mechs beinhaltet, die versuchen mich in meiner Rüstung zu kochen, nachdem sie mich weichgeschlagen haben und anderen Monstern….“ Sie verdrehte übertrieben ihre Augen.

„So schlecht scheint es dir gar nicht zu gehen…“

Ella war sich nicht sicher ob Karin das Ernst meinte, weil ihre Anzeigen diese Information hergaben oder ob sie einfach auf Ellas loses Mundwerk verwies. Tatsächlich ging es ihr nicht schlecht. Aber das würde sich wohl in einigen Stunden ändern. Sie freute sich nicht sonderlich drauf. Es würde sie vermutlich Tage lang lahm legen. Sie hatte aber auch genug mit dem Bericht zu tun und dem Schönigen von eben diesem. Es würde die Pest werden die ein oder andere Handlung an Hackett zu verkaufen.

„Leg dich bitte dahin, damit das hier schneller geht. Außerdem werde ich etwas Blut abnehmen müssen. Dauert einen Moment bis ich die Ergebnisse habe.“

Ella ließ das alles über sich ergehen und versuchte einfach nur ruhig zu atmen. Sie fühlte, das Zittern in ihren Händen und wollte sich selbst ne Ohrfeige dafür geben dieses Mistzeug von Aria genommen zu haben. Aber nachdem sie ihre Hüfte wieder eingerenkt hatten mussten sie sicherstellen, dass Ella diese Mission fortsetzen konnte. Und da hatte Aria ihr den InjecPen gegeben. Natürlich hatte sie ihr verweigert zu sagen, was es war, aber versprochen, dass sie nichts zu befürchten hatte.

„Mach dir nichts ins Höschen, Shepard. Ich habe kein Interesse daran dich von einer Substanz abhängig zu machen. Niemand der klar bei Verstand ist, würde deine Fähigkeit diesen Krieg zu gewinnen einschränken. Also, kannst du das bedenkenlos nutzen, denn ich habe nicht vor alle meine Söldner deiner Sache zu unterstellen, damit sie dann von den Reapern aus dem All gepflückt werden. Wir haben hier einen Auftrag und keine Zeit darauf zu warten, dass deine Schmerzen auf natürlichem Weg nachlassen.“

Und Ella hatte ihrer Logik zustimmen müssen – also hatte sie es genutzt. Und es hatte gewirkt. Mehr als sie erwartet hatte. Denn es wirkte noch immer. Aria hatte ihr versichert ihr Doktor würde wissen was zu tun ist.

Und das wusste Karin dann auch. Sie stelle einen Pen zur Verfügung, den Ella nutzen konnte, wenn sie gegessen hatte.  „Das sollte jetzt das Wichtigste sein. Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn der Lieutenant in deiner Kabine bleibt und ein Auge auf dich wirft.“ Die Betonung machte sehr klar, dass sie auch wirklich ‚aufpassen‘ und nicht irgendetwas anderes meinte. „Ansonsten sind das alles hier Prellungen, die aber wohl zum Teil von deinem Ausflug in illegale Cage-Fights vor 57 Stunden her stammen. Ich sehe eine Zerrung der Bänder in der Hüfte, welche dir ausgekugelt wurde. Das deckt sich mit dem, was ich im Scan sehe. Das braucht bei dir vermutlich 2 Tage Ruhe, damit das Gelenk wieder halbwegs belastbar ist. Du solltest aber noch eine Weile mit Schmerzen nach Belastung rechnen.“

Ella verzog einen Mundwinkel zu einem Grinsen. „Ich schätze ich kann ihn davon ohnehin nicht abhalten. Oder müsste ihn raustrage, was aber wohl nicht Teil meines heutigen Skillsets ist.“

Karin schmunzelte. „Nein, ich denke, auch nicht, dass du das bewerkstelligst, bevor du 18 Stunden geschlafen hast, wenn ich mir die Werte so ansehe. Sieh also zu die auch zu bekommen. Ich werde Hackett darüber informieren, dass du aktuell nicht in der Lage bist ein adäquates Debriefing durchzuführen.“

Ella nickte dankbar. Eine Bürde weniger. Und etwas mehr Zeit, sich über dem im Klaren zu werden, was sie dem Admiral berichten würde.

James wartete in der Messe. Er tippte auf dem Omnitool herum und sprang förmlich von der Wand auf, an die er gelehnt hatte und blickte erwartungsvoll zu Ella und Karin, als diese aus dem Medbay heraustraten. Ella realisierte, dass er wirklich besorgt war. Sie sah wie gezwungen sein Lächeln war und wie er seine Hände in den Taschen seiner Hose zu Fäusten ballte, nachdem er sie etwas unsicher dort hineingesteckt hatte damit sie nicht nutzlos an ihm herunterhingen. Er war vollkommen hilflos in dieser Situation. Sie kannte das Gefühl. Sie musste lächeln. Es war niedlich, wie er dort stand.

„Lieutenant, begleiten Sie bitte den Commander auf ihre Kabine. Ich schätze, es wird Ihnen keine größeren Probleme bereiten den Commander für die nächsten 24 Stunden nicht aus den Augen zu lassen. Sollte es Komplikationen geben, informieren Sie mich umgehend, unabhängig davon, was Commander Shepard Ihnen versuchen wird zu erzählen.“ Sie warf Ella einen strengen Blick zu, und sowohl Ella als auch James fingen an zu grinsen, denn auch sie beide konnten sich die Situation nur zu gut vorstellen, die sich im Falle von Komplikationen ergeben würde. „Ich werde einen Plan bezüglich Mahlzeiten und Medikamente erstellen, die den Übergang zur Normalität so einfach wie möglich machen. Für jetzt gilt: Umziehen, Essen, schlafen. Sonst nichts. Keine Missions-Berichte, keine Dusche, und auch sonst keine dümmlichen Ideen.“ Sie sah sie nacheinander an und beide wussten um was es ging. Ella lachte müde und noch etwas mehr, als sie sah, wie James die Röte ins Gesicht stieg und er sich räuspernd zu Boden sah.
„Aye Ma’am.“ Der Typ mit der großen Klappe hatte sich erneut in Verlegenheit bringen lassen. Diesmal von der Schiffsärztin.

In der Kabine erwartete Ella ein Tablett mit Essen, das jetzt gerade ihre kühnsten Träume übertraf, ohne zu wissen, was unter dem Deckel auf sie wartete. Sie realisierte, dass sie seit 20 Stunden nichts mehr gegessen hatte. Nur Power-Riegel, damit sie nicht zusammenklappte, weil die Biotik sie so auszehrte. Sie hatte unfassbaren Hunger.

„Hilfst du mir?“ sie deutete auf den Verschluss des Anzugs, den sie mit Hilfe der Ärztin wieder angezogen hatte, eh sie das Medbay verlassen hatte.

„Nichts lieber als das,“ grinste er. Aber mit jedem Zentimeter des Reisverschlusses, den er öffnete, verschwand dieses Grinsen mehr und hinterließ eine schockierte Miene, als mehr und mehr dunkel lila verfärbte Haut freigegeben wurde, gesprenkelt mit blau und grün. „Dios, Lola, ¿qué demonios ha pasado?“ Scheiße, Lola, was zu Hölle ist passiert?

Sie seufzte. „Wie du sicher weißt, habe ich mir vor diesem Ausflug von so einem großen Typen den Rücken einrenken und das Gesicht fast eintreten lassen.“

„Sí, ich erinnere mich daran,“ knurrte er hinter ihr als er ihr weiter aus dem Anzug half, während ihre Hände zu stark zitterten, um das selbst zu tun.

„Naja und dann kam eben besagter Ausflug, der nun nicht gerade ein Spaziergang war und der nen Scheiß dafür getan hat, dass es weniger blaue Flecken werden.“ Sie drehte ihren Kopf etwas, so dass sie ihn ansehen konnte. „Die Mechs, die dieser Wichser aufgefahren hat, haben ne harte Rechte und unglaublichen Kick.“

„Lola… Das ist nicht blau... sondern schwarz. Das sieht aus, als hätte man dir jeden einzelnen Knochen im Körper gebrochen.“

„Ein Hoch auf Cyborg-Knochen,“ erwiderte sie trocken. „Es ist okay, keine gebrochenen Knochen, nur Prellungen. Das scheiß Zeug, das Aria mir gegeben hat, hat wohl etwas mit meiner Blutgerinnung gefickt. Darum die krassen Hämatome.“ Sie drehte sich herum. „Im Ernst, ich bin okay. Oder werde es sein. Ich sehe jetzt gerade nur scheiße aus. Bis auf die Hüfte, die wird wohl ne Weile schmerzen bereiteten, aber auch das ist wohl nix schlimmes, sagt die gute Ärztin.“

„Hüfte?“

„Ein Zusammentreffen mit was großem Hässlichen, dass versucht hat mein Bein als Souvenir mitzunehmen.“

Er schüttelte mit dem Kopf und fuhr sich unter einem Seufzen mit der Hand durch das Gesicht. „Du hast nicht die Absicht es irgendwie besser zu machen, oder?“

Sie hielt inne. „Ich… es tut mir leid.“ Sie legte ihm eine Hand auf den Brustkorb. „Ich kann gerade nicht anders. Ich weiß, dass du dir Sorgen machst, aber jetzt gerade gibt es einfach nichts, das ich tun kann um diese Scheiße für dich einfacher zu machen, außer dir zu sagen, dass es alles wieder in Ordnung kommt und es nur ein paar Kratzer sind, auch wenn es anders aussieht. Ich habe das alles selbst noch nicht verarbeitet und brauche diese zynische Art um das zu tun.“

Er nickte. „Muy bien, Lola, ich möchte Chakwas Befehle befolgen: Iss und dann nimm, was immer sie dir gegeben hat, damit deine Augen endlich wieder normal aussehen. Me estás asustando, ¿de acuerdo?“ Du machst mir Angst, okay?

Sie nickte. „Jetzt wo du den Namen meiner Mutter kennst, macht es dir wohl spaß auszuprobieren, wie weit mein Spanisch reicht, was?“ fragte sie ihn, als sie einige Schritte machte, um sich etwas anderes zum Anziehen aus dem kleinen Schrank in ihrer Kabine zu holen.

Er lachte leise uns setzte sich aufs Bett. „Es tentador, sí.“ Es ist verlockend, ja.

Ella drehte sich herum und setzte sich neben ihn und schlüpfte nun endlich aus ihren Schuhen und steifte den Anzug vollständig von ihren Beinen. „Das ist eines der wenigen Dinge, die ich von ihr noch habe,“ sagte sie leise, als sie sich das T-Shirt übergezogen hatte. „Also bin ich hingegangen und habe mir von den Hispanischen Kids etwas beibringen lassen. Pero es muy poco.“ Ein winziges, beinahe schüchternes Lächeln erschien auf ihren Lippen.

James lachte neben ihr, legte einen Arm um sie und zog sie näher an sie heran. „Ich denke sie hat dir mehr hinterlassen, als dir klar ist, Lola.“

Ella lachte. „Ja, mein gutes Aussehen zum Beispiel,“ antwortete sie.

„Und dafür bin ich ihr sehr dankbar,“ erwiderte James bevor er einen Kuss auf ihre Schläfe platzierte und dann aufstand. Er ging zum Tisch und holte Das Tablett mit dem Essen und stellte es auf das Bett.

Ella verstand, ohne, dass er etwas sagte. Sie drehte sich herum, zog die noch immer unordentlich auf dem Bett liegende Decke etwas zurück und schob ihre Beine darunter. Sie stellte sich das Tablett auf die Oberschenkel und hob den Deckel ab. Es war kein Festmahl, zumindest optisch, aber nach fast zwei Tagen ohne wirkliches Essen, konnte sie selbst dieses Zeug hier einem feuchten Traum nahkommen.

James setzte sich ebenfalls aufs Bett. Ella beobachtete ihn während sie den Bissen in ihrem Mund zerkaute und letztendlich herunterschluckte. Er war blass. Unter seinen Augen waren dunkle Ringe. „Raus aus den Klamotten,“ sagte sie ohne Einleitung.

James sah sie überrascht an. „Lola… ich denke nicht, dass…“

„Das weiß ich selbst, Blitzbirne,“ konterte sie. „Wann hast du das letzte Mal geschlafen… oder gegessen?“ Ihr dämmerte, dass Müdigkeit nicht das einzige war, was ihn plagte.

James seufzte. Es dauerte einen Moment, bis er sie ansah und brauchte ihr dann keine Antwort mehr geben. Der ernste Blick und die Röte auf seinen Wangen sagten ihr, was sie wissen musste.

Sie lächelte ihn an. „Du bist ein Idiot.“ Sie hielt ihm den unbenutzten Löffel hin, während sie ihre Gabel behielt und stellte das Tablett zwischen sie.
Es dauerte einen Moment, aber er nahm den Löffel in seine Hand und schob etwas von dem Essen darauf. Und so saßen die dort auf ihrem Bett und aßen schweigend. Zwischen zwei Bissen, entledigte James sich seiner Schuhe und machte es sich etwas bequemer auf dem Bett.

Der Inhalt des InjecPens zeigte schnell seine Wirkung und Ella konnte kaum mehr tun, als sich hinlegen. „Bleibst du hier?“ es war mehr ein Nuscheln, denn tatsächlich artikulierte Sprache.

„Nada va a impedírmelo.” Nichts wird mich davon abhalten. Sie hörte sein Flüstern, konnte aber schon nichts mehr erwidern. Aber sie fühlte noch, wie er das Gewicht auf dem Bett verlagerte und sie zu sich heranzog, nachdem er auch unter der Decke lag.




Sie fand sich schweißgebadet im Bett aufrecht sitzend wieder. Über ihr zogen unbeeindruckt die Sterne hinweg, neben ihr rührte James sich, der offenbar von ihr geweckt worden war. Hatte sie geschrien?
Sie ließ ihren Kopf in ihre Hände sinken und atmete ein paar Mal tief durch, als würde dies die Erinnerung an den Traum verblassen lassen. Aber mit geschlossenen Augen sah sie es nur wieder umso deutlicher. Eine Hand auf ihrem Rücken ließ sie sich etwas entspannen.

„Ein Traum?“ Es war keine echte Frage. In seiner Stimme schwang das Wissen mit, wie sich das hier anfühlte. Die kalte Luft auf der verschwitzten Haut, die einen zittern ließ, und es alles nur um so schrecklicher machte. Das Gefühl von Galle im Hals, der Enge in der Brust und das Stechen im Herzen, die diese Art Träume hinter ließen. Atemlos und gerädert.
„Komm her,“ forderte er sie auf. Und Ella zögerte nur einen Moment, bevor sie sich in die für sie geöffneten Arme legte.

Er ließ sich von dem Horror erzählen, den ihre Träume gebracht hatten. Von Banshees, die sie schon länger verfolgten, von Adjutanten und was sie waren. Wie sie im Dunkeln erst immer ihr Knurren gehört hatte, bevor sie plötzlich und aus dem Hinterhalt angriffen. Sie erzählte von Nyreen und ihrem Opfer. Davon, dass sie sich selbst darin sehen konnte. Aber auch davon, dass sie sie nun nicht mehr so einfachtun konnte. Sich für die Sache opfern. Dass sie etwas, jemanden, hatte für und mit dem sie leben wollte. Was immer das heißen sollte. Aber sie konnte nicht mehr einfach davon ausgehen und akzeptieren im Einsatz zu sterben, wenn er hier saß und wartete. Dennoch wusste sie, dass sie diese Option nicht immer würde selbst treffen können. Und ihre Impulsive Art würde etwas wie Nyreens Tat eventuell dennoch möglich machen eines Tages.

Er wusste das. Er war all dies hier eingegangen mit dem vollen Bewusstsein, was es für sie beide bedeuten konnte. Aber er blieb dabei, dass alles besser war, als es nicht versucht zu haben. Als nicht das anzunehmen, was das Leben ihnen bot und dafür zu kämpfen mehr daraus zu machen. Er versprach an ihrer Seite zu bleiben, bis zum bitteren Ende und darüber hinaus.

„Manchmal macht es einfach klick und du weißt, das ist es,“ sagte er leise, während seine Fingerspitzen federleicht über die Haut ihres Rückens strichen. „Ich weiß, wie loco das klingt. Aber ich habe Frauen vor dir gehabt und war vor dir verliebt. Das hier ist anders. Selbst nach dieser kurzen Zeit. Die Asari, Eryala, die für den Tatowierer arbeitet… natürlich hat sie mich versucht anzumachen. Damals auf Omega fand ich sie irre heiß, aber jetzt? Definitiv immer noch heiß, klar – Asari halt. Aber… Das war es. Ich wollte sie nicht. Auf keine Weise, außer, als Compadre für den Abend. Ich konnte da nur an dich denken, auch wenn ich nicht wusste, ob es das mit uns war… spätestens in der Cage-Arena… Ich wollte es erst nicht glaube, dass du das bist. Meine Fresse, was ich sauer war. Besorgt... aber ich konnte nicht gehen, musste sehen, was mit dir passiert.“ Er machte eine Pause, die Ella nicht unterbrechen wollte. „Einfach für den Fall, dass... naja du nicht gewinnst. Ich habe nicht mal bemerkt, dass sie gegangen war.“

Ella sah im Liegen zu ihm und legte ihm eine Hand auf die Wange. „Es wird dennoch nicht leicht werden. Ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert, wie was man tut, wie ich mich verhalte, aber ich will, dass du hier bist. Wenn ich dich brauche, wie jetzt, wenn es mir gut geht, wenn du mich brauchst. Ich will einen Weg finden, neben all dem Scheiß, der da draußen passiert, möchte ich, dass wir etwas finden, das uns erdet. Das …“ Ihr fehlten die Worte.

Diesmal war er es der ihr einfach mit „Versprochen“ antwortete, bevor er sich zu ihr lehnte und sie küsste.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast