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I won't let you down

von Millijana
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard James Vega
16.04.2013
30.07.2020
28
76.830
4
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Dieses Kapitel
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23.07.2020 2.329
 
Nachdem Das Shuttle sie in Arias Kommandoschiff angesetzt hatte und Begrüßungen ausgesprochen worden waren vergewissert, dass es aktuell nichts gab, für das sie gebraucht wurde und sich dann einen Platz gesucht an dem sie zumindest ein paar Stunden würde schlafen können. Selbst wenn es nur 2 waren. Jede Minute würde zählen, solange sie auf dieser Mission war.

Sie steckte nicht das erste Mal in dieser Situation und jeder in ihrem Team hatte es zuvor, warum auch jeder es einfach hingenommen hatte und ihren Befehlen gefolgt war. Sie hatten keine Zeit für Diskussionen gehabt.

Garrus hatte ihr einen seiner Granatsplitter gegeben – eben jene die damals auf ausgerechnet Omega in sein Gesicht geschossen worden waren.  

„Hoffen wir, dass der hier ausreicht und ich keinen eigenen mitbringe.“ Auch wenn sie Scherze machten, war sie ihm dankbar für diesen kleinen Glücksbringer. Sie wusste, dass es ihn wirklich belastete, dass er nicht mitkonnte. Bei Missionen auf der Normandy zu sein, war die eine Sache. Die Mission konnte mitverfolgt und im Notfall ein weiteres Team nachgeschickt werden – welches er anführen würde. Hier aber herrschte Funkstille. Er würde keine Ahnung haben, was passieren würde.

Liara hatte es so hingenommen. Es schien sie nicht einmal sehr zu überraschen, dass Ella allein gehen musste. Sie hatte Ella angeboten ihr Glyph zu leihen, aber das hatte Ella dankend abgelehnt. Dieser Schnickschnack war einfach nicht ihr Ding. Liara hatte vermutlich schon davon gewusst, bevor Ella wieder auf der Normandy angekommen war.

Joker hatte ihr sehr deutlich gesagt, dass ihm diese Sache gar nicht schmeckte und Ella hatte ihm, ohne zu zögern zugestimmt. Aber sie hatte auch zugeben müssen, dass diese Chance einfach zu gut war, um kostenlos an Flottenstärke und weitere Ressourcen zu kommen.
„Du hast eine seltsame Definition von kostenlos, wenn es um dein Leben geht.“

Kaidan hatte sich das Briefing still angehört und sie nachdem alle anderen ihren Aufgaben nachgingen gewartet. Er hatte einfach nur sichergehen wollen, dass sie sich absolut bewusst war, was sie da im Begriff war zu tun. Er hatte nicht vor ihr da rein zu reden, aber er drückte dennoch seine Sorge aus. Er würde in ihrer Abwesenheit der ranghöchste Offizier sein und sie vertreten. Sie gab ihm noch einige Tipps, ging aber nicht davon aus, dass ihm jemand Probleme machen würde.
Ella bot ihm an, dass er den nächsten Sanity-Check zahlen durfte, wenn sie beide ihre Mission heil überstanden hatten. Er lachte und stimmte ihr zu, dass es eine angemessene Belohnung darstellte.

James verabschiedete sich nicht noch einmal. Sie hatten alles gesagt und keiner von ihnen traute sich selbst genug, nicht doch vor der Crew etwas Dummes zu tun. Auch wenn ein nicht unerheblicher Teil des Teams wusste, dass es da etwas zwischen ihnen gab, wollte Ella es doch nicht vor jeder Person auf der Normandy zeigen. Das wäre nicht klug. Schon gar nicht bevor sie die Chance hatten das Chaos zwischen ihnen etwas zu sortieren.
Am Shuttle war er jedoch in dem Gewusel, dass dort geherrscht hatte noch einmal auf sie zu gekommen und hatte ihr, ganz unauffällig, eine filigrane, goldene Kette mit einem kleinen Kreuz-anhänger in die Hand gedrückt. Als sie ihn fragend ansah, signalisierte er, dass er ihr etwas dazu auf ihr Omnitool geschickt hatte. Ella nickte schlicht und gab sich Mühe nicht zu zeigen, was dies mit ihr machte. Vor 6 Stunden hatte sie noch versucht ihn mit aller Gewalt aus ihrem Kopf heraus zu bekommen und war sich nicht sicher gewesen ob sie ihn je wieder dort hatte haben wollen und nun hatte sie seinen, vermutlich, wertvollsten Besitz in der Hand, wie sie im Shuttle erfuhr, als sie seine Nachricht las:

                             [From: Lt. Dickhead]
                                        Die hat meiner Mom gehört. Sie hat sie mir kurz vor
                                            ihrem Tod gegeben. Sollte mir als Schutzengel und
                                       Glücksbringer dienen. Du brauchst sie gerade mehr
als ich. Pass gut auf sie auf, ich möchte, dass du sie
mir später vorführst.

Hier saß Ella nun und fummelte die Kette seiner Mutter unter ihre Rüstung. Ella war bewusst wie groß diese Sache mit der Kette war. Hatte aber dennoch nicht mehr als „Versprochen“ antworten können. Ihr fehlten einfach die Worte und sie wollte sich auch nicht zu sehr ablenken, vor dieser Mission, in der sie eine wirklich schwere Aufgabe hatte, die sie mit quasi Fremden zu bewältigen hatte. Dennoch verstand sie, dass dies wohl die Dinge waren von denen Kaidan gesprochen hatte. Die, für die es sich zu kämpfen lohnte.
Sie machte eine mentale Notiz ihm dafür zu danken. Ein guter Single Malt würde wohl ein guter Start sein. Sie notierte ebenfalls Karin darum zu bitten ihr zu helfen, denn von Whiskey verstand Ella in Etwa so viel, wie vom Kochen: so rein gar nichts.

Arias Plan war im Grunde ein Täuschungsmanöver. Was auch zu Beginn gut klappte. Ella erwischte sich dabei, dass sie ein wenig beeindruckt davon war, dass Aria den Captain dazu gebracht hatte, zu sagen was notwendig war, damit diese Täuschung überhaupt klappen konnte. Sie begann sogar, sich einzubringen und Anweisungen zu geben, was von Aria entweder ignoriert oder aber erwünscht war. Wie sie aber bereits mehrfach angedeutet hatte: solange Ella sich so verhielt, dass es ihr und ihrem Plan nutzte, würden sie gut miteinander auskommen.
Arias Befehl zu Feuern und der Untergang des Kommandoschiffs ermutigte natürlich Petrovsky das Gespräch mit ihnen zu suchen.
Er war arrogant, selbstgefällig und versäumte nicht, Ella unter die Nase zu reiben, dass sie selbst vor nicht allzu langer Zeit das Cerberus Emblem auf ihrer Rüstung getragen hatte.

Und dann gab Aria den Befehl die Station zu rammen. Während Petrovsky Feuer auf die Schiffe eröffnete und begann die Flotte auseinanderzunehmen.

Ella war aber nicht schüchtern und hielt sich daher auch nicht mit ihrer Meinung zurück. Sie war nicht hier, weil Aria einen Schoßhund brauchte. Allerdings bedeutete das noch lange nicht, dass Aria denn dann auch auf das hörte, was Ella zu sagen hatte. Außer wenn sie es dann tat und Ella im letzten Moment dafür sorgen konnte zumindest einen Teil der Crew zu evakuieren, bevor ihnen das Schiff unter dem Arsch weggeblasen wurde – mal wieder. Ella befand sich in einem Scheiß Déjà-vu und atmete tief durch, als sie sicher im Escape-Pod saß. Sie erwischte sich dabei, dass sie hier mit jeder Handlung skrupelloser wurde. Und Risikobereiter.
Sie machten sich als erstes auf dem Weg, diese verdammten Geschütze auszuschalten, damit sie mehr von ihrem Team sicher auf Omega landen lassen konnten.

Omega hatte sie immer schon an New York erinnert. An ihren Teil von New York – was aber wohl auf jede große Stadt oder Raumstation, oder Teile davon, anzuwenden war. Regelrecht abgefuckt. Wann immer sie dort war, sah sie die Hinweise auf all die Dinge, sie sie aus ihrem früheren Leben kannte. Halb verhungerte, schmutzige Kinder, Junkies jeden Alters, Kleinkriminelle, die nur auf ihre Chance warteten, einer der Gangs beizutreten, von denen es mehr als genug auf der Station gab. Es erinnerte sie an alles, was sie hinter sich gelassen hatte. Hunger, Angst, Gewalt, Drogen. Auf der Erde kamen noch Dinge wie Kälte dazu. Oder das Wetter im Allgemeinen. Wie viele Nächte hatte sie mit einem oder auch zweien der anderen Mädchen eng aneinander geschlafen, damit sie nicht erfroren, oder nachts überwältigt wurden. Dennoch war es immer wieder passiert, dass die Witterung Schuld daran getragen hatte, dass eines der anderen Kinder gestorben war oder Mädchen auf andere Weise den Tod fanden. Es machte sie wütend, dass es sie noch immer so erreichte und ihr ganzes Handeln und Verhalten beeinflusste.

Sie waren gezwungen einen von Arias geheimen Tunneln zu nehmen, als ein verdammt starkes Kraftschild ihnen den Wegversperrte und nachdem ein Vorcha recht eindrucksvoll bewiesen hatte, warum man lieber nicht mit diesem Ding in Kontakt kam, sofern man an einer nicht zu Asche verbrannten Form seines Körpers hing, bezog Aria sie in eines ihrer Geheimnisse ein. Ein en weitern Gang. Einen der wohl nur wenigen bekannt war. Jedoch genug Personen, so dass sie auf eine Turianerin trafen. Eine, die Aria mehr als nur gut kannte: Nyreen Kandros. Offensichtlich eine frühere Flamme von Aria – etwas von dem Ella gedacht hätte, dass es nicht gibt.

Als sie es endlich in den Bunker geschafft hatten, nahm sie sich eine Minute in der Aria ohnehin beschäftigt war, um sich daran zu erinnern wer sie sein wollte. Aber es war zu verlockend und Aria färbte einfach mehr auf sie ab, als sie jemals zugeben würde oder gedacht hätte. Es war eventuell ganz gut, dass sie diese Mission alleine angetreten hatte und niemand dabei war, den sie schocken konnte, oder der ihr Verhalten bewerten würde. Dennoch wurmte es sie im Hinterkopf, dass sie so schroff zu Nyreen gewesen war.

Bei einer kleinen Mahlzeit, die hier ausgegeben wurde, setzte Ella sich etwas abseits hin und fischte mit einem Finger die Kette aus ihrer Rüstung. Sie betrachtete den kleinen Anhänger, den sie von James bekommen hatte. Es war noch zu erkennen, dass das kleine Kreuz einst verziert gewesen war. Mit der Zeit war es aber immer wieder in der Hand gehalten worden und Finger hatten darüber gestrichen und das meiste der Verzierungen verschwinden lassen. James musste es zahllose Male in der Hand gehabt haben.
Ella schluckte schwer. Es war aus den gleichen Gründen so glatt und poliert, aus denen sie selbst, ohne zu zögern den Namen ihrer Mutter angab, wann immer es darum ging, ihre Identität zu schützen. Es sollte ihr Glück bringen.  

Selbst Aria hatte aber wohl offensichtlich ihren soften Spot. Sie gab es nicht zu, niemals, aber Ella war auch nicht blöd und kannte alle Strategien selbst gut genug, um zu verbergen wieviel einem jemand bedeutete.
Ella mochte Nyreen umso mehr als diese den Arsch bewies, sich unter Arias Nase aus dem Bunker zu schleichen, um ihrer eigenen Agenda nachzugehen.

Tatsächlich musste Ella letztendlich unter ihrem Helm etwas lachen, als sie Nyreen schneller wieder fanden als gedacht. Und sich natürlich herausstellte, dass sie genau die Person war, die sie suchten.
Die selbsternannte Manipulatorin war fein manipuliert worden. Nyreen hatte es ausgenutzt, dass Aria ein festes Bild von ihr hatte und sich in diese Rolle eingefügt.
Ella hatte Respekt vor ihr.

Sie machten eine Pause bevor sie weiterzogen und letztendlich in Arias Bunker das weitere Vorgehen planten. Natürlich aber nicht, bevor Aria aus dem HQ der Talons eine Rede an die Bevölkerung schickte, die die Zivilisten dazu aufforderten gegen Cerberus zu kämpfen. Ella war hin und hergerissen und tief in ihrem Innere teilte sie Nyreens Widerwillen gegen diese Maßnahme, aber dennoch musste sie zugeben, dass die allermeisten Bürger auf Omega mit Waffen umgehen konnten (weil sie es hier einfach mussten) und sie auf die Hilfe und vor allem das Chaos, das dieser Angriff stiften würde, angewiesen waren.


Was folgte war eine Tour durch die Mienen von Omega und Ella war alles andere als begeistert, dass sie das Knurren der Adjutanten hören konnte, während sie im Schein der Lampe an ihrer Waffe über die Plattformen stolperte. Viele Meter über dem Eezo, dass ihr und ihrem Krieg versprochen worden war. Und ab hier verschwamm die Mission etwas für Ella, nachdem ein Adjutant und sie eine kleine Auseinandersetzung über ihr Bein hatten Ella wollte es gern behalten, der Adjutant allerding auch – Am Ende hatte sie gewonnen, aber war auf Arias Hilfe in Sachen Hüfte einrenken und Schmerzen in den Griff bekommen angewiesen gewesen.

Sie wusste, dass sie gegen noch mehr Adjutanten gekämpft hatte, dass sie nochmal im Bunker gewesen waren und sie Arias Couch gefunden hatte. Sie erinnerte sie an eine Barriere, aus der sie Aria und Nyreen befreit hatte, indem sie nicht auf Aria hörte sondern ihr eigenes Ding machte, während sie das verdammte Holo von Petrovsky auszublenden versuchte. Ella würde nie mehr verstehen können, wie sie es in der gegebenen Zeit geschafft hatte, die Energie der Felder wieder in die Bezirke umzuleiten, aber es war ihr gelungen. Vielleicht war sie zu dem Zeitpunkt einfach noch zu mehr Denk- und Konzentrationsleistung in der Lage gewesen – welche dann nach einer Weile unter was auch immer Aria ihr gegeben hatte, nagelassen hatte.

Und natürlich erinnerte sie sich an Nyreens Opfer. War aber zu high gewesen, um angemessen zu reagieren. Aber auch dann wäre nicht genug Zeit geblieben, dann Aria hatte einen richtigen Ausraster geschoben un hatte im Alleingang das Afterlife gestürmt.  Sie war Aria gefolgt, so gut es ging, hatte sich an Elysium erinnert gefühlt – Charge, Schuss, Charge, Schuss, Charge, Schuss – als sie sich darum bemühte Arias Fesseln zu lösen, während immer neue Mechs, Cerberus Söldner und Adjutanten auftauchten und ihr das Leben wirklcih schwer machten. Ihre Munition wurde eng, sie merkte, wie ihre Kraft und Konzentration nachließ und sie bekam das Gefühl, dass eine unendliche Menge an weiteren Gegnern auftauchte falls sie nicht bald Arias Fesseln deaktivierte. Wie lange es gedauert hatte? Sie hatte keinen blassen schlimmer, vermutlich bis es vorbei war, sie neben Aria stand und ihr zusah, wie sie Petrovsky erwürgte; dann aber doch im letzten Moment von ihm abließ und ihn und sein Wissen Ella und der Allianz überließ. Ella erinnerte sich das Versprechen ausgesprochen zu haben, dass sie dafür Sorgen würde, dass jemand ihn abholte.

Sie fühlte sich ausgelaugt und am Ende. Sie musste zurück auf die Normandy. Aria hatte was sie wollte und Ella vertraute darauf, dass sie ihr Wort halten würde. Also zögerte sie keine Sekunde, als Bray ihr noch während Arias Rede an die Bewohner von Omega anbot dafür zu sorgen, dass sie zurück auf ihr Schiff kam. Sie hatte ihren Teil getan und wollte nun zurück nach Hause.
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