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I won't let you down

von Millijana
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard James Vega
16.04.2013
30.07.2020
28
76.830
4
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02.07.2020 2.290
 
"Was hast du gerade gesagt?" knurrte Carlton sie an. Sein Gesicht war die Fratze von jemandem, der gerade das eine Wort gehört hatte, das er nie akzeptieren würde und den anderen immer bereuen lassen würde, es gesagt zu haben.

"Nein", wiederholte Ella nur.

Carlton sah sie mit seinen kalten, grauen Augen an, die andere zittern und ihn fürchten ließen. Aber nicht sie. Sie hatte schon früher ihre Probleme mit ihm gehabt. Er war ein Typ, der Frauen nicht respektierte, der sie wie niedere Wesen behandelte und Ella es besonders spüren ließ. Es hatte ihn wahnsinnig gemacht, dass sie tatsächlich erfolgreicher war als er. Er hasste, dass sie seine Position untergrub.

Aber sie hatte eine Schwachstelle und das wusste er. Was der spezifische Grund war, warum er sie UND Noah herbeigerufen hatte.

Und genau deshalb gab er ihr eine Aufgabe, der sie niemals zustimmen würde. "Du lehnst also einen Auftrag ab, den ich die gebe? Jemand, der über dir steht?"

Sie verzog eine Augenbraue und ihre dunklen Augen starrten ihn gefährlich an. Sie hatte diesen Blick im letzten Monat perfektioniert, als sie näher mit Carlton zusammengearbeitet hatte. Und er war nur ein verdammter Drecksack, mit einem Ego doppelt so groß wie er selbst. Aber er ging ihr ohne Ende mit seiner Haltung Frauen und im speziellen ihr persönlich gegenüber auf den Sack. Sie konnte es kaum erwarten ihn hinter sich zu lassen, wenn sie auf die nächste Ebene der Gang aufsteigen würde.
Sie wäre dann diejenige, die das Sagen hatte, aber sie würde es sich aber nicht, wie der zu Kopf steigen lassen. Nein, eigentlich wollte sie ihn einfach ignorieren. Sie hatte zu hart an ihrer Selbstbeherrschung gearbeitet, um sich so leicht für ein solches Arschloch gehen zu lassen. Das würde nicht passieren.

"Natürlich tue ich das. Aber soweit ich mich erinnere, stehen wir auf einer Stufe, was den Rang angeht und sie haben dir einfach das Kommando über diese kleine Zelle überlassen, weil du schon länger hier bist als ich." Sie behielt ihr kühles Auftreten; Ihre Augen sagten jedoch etwas anderes, wenn Sie wüssten, wenn man wusste auf was man achten musste.
Sie hatte an ihrem Temperament gearbeitet. Hatte gelernt, dass ein Ausraster ihr in den wenigsten Situationen helfen würde. Sie musste cool bleiben und immer die Kontrolle über die Situation behalten.
Und bei Idioten wie ihm war es das Beste, ihn wütend zu machen und selbst cool zu bleiben.

"Wie wenig du kapiert hast, Schätzchen."

Ein vorgetäuschtes Lächeln auf ihren Lippen sah sie ihn für einen Moment an. "Nenn mich nicht Schätzchen, Arschloch. Du wirst schneller als dir lieb ist, deinen kostbaren Schwanz verlieren, wenn du es wieder tun solltest." Ihre Stimme war eine kontrollierte, stille Drohung. Sie würde diese Scheiße nicht hin von ihm hinnehmen. Er konnte sie nicht beeindrucken.

Aber er blieb cool und lächelte, fast schon amüsiert. "Oh, Shep, du bist wirklich fast niedlich, wenn du wütend bist. Ich frage mich, wie es ist, wenn man dir Angst macht."

"Angst vor dir? Tsk. Träume weiter,“ spottete sie.

Aber Carlton schüttelte den Kopf, immer noch dieses verdammte Lächeln auf seinen Lippen. Und Ella begann sich Sorgen zu machen, worum es hier tatsächlich ging.
"Nein, nicht für dich selbst, Herzchen." Er machte einige Schritte auf sie zu und wurde wieder ernster. "Du bist nen hartes Miststück, das muss ich zugeben. Aber ich wusste immer, dass es eine Schwachstelle an dir geben musste. Und du bist letztendlich eine Frau und bei denen gibt immer eine Sache, die sie schwach macht: Liebe."

Ihr Ärger war ihr über das ganze Gesicht geschrieben. Sie wusste, dass ihr Temperament sie nun bereits übermannt hatte, aber es war ihr im Moment egal. Dieses Treffen war plötzlich verdammt ernster Scheiß geworden. Sie würde sich nicht so einfach von ihm bedrohen lassen.

"Was willst du damit andeuten, Arschloch?"

"Ich würde dich gerne sehen, wie du um jemanden weinst, den du liebst. Allerdings ich werde dir die Chance geben, mir dieses Vergnügen zu verwehren."

Plötzlich gab es ein paar schnelle Bewegungen hinter iht und alle drei Jungs von Carlton hatten Waffen in der Hand. Zwei davon waren auf sie gerichtet. Der Lauf des Letzten berührte Noahs Schläfe.

"Das wagst du nicht..."

"Du hast keine verdammte Ahnung, was ich wage, Miststück. Und jetzt entscheide dich, wenn du es nicht herausfinden willst."

Sie erkannte, dass es keine Möglichkeit gab, wie sie dies gewinnen konnte. Frustration ließ sie mit den Zähnen knirschen. Ja, sie hatte verdammte Angst, sie würden Noah verletzen. Aber was von ihr erwartet wurde, war... mehr als nur eine Aufgabe oder ein Job. Sie ließ nicht zu, dass eines ihrer Mitglieder Drogen auf einem Schulhof verkaufte. Es war absolut sicher, dass er erwischt werden würde. Und Drogen an Kinder verkaufen? Als Neukunden? Nein, niemals.

"Nicht…“ setzte Noah an.

"Sei still,“ fuhr sie ihn an. Sie wusste, dass er das sagen würde. Aber es musste andere Möglichkeiten geben. Etwas, das sie tun konnte. Aber im Moment kam ihr nichts in den Sinn. Alles, was sie sich vorstellen konnte, war Noahs Kopf, der in einer roten Explosion explodierte, falls weiter sie an ihren Überzeugungen festhielt.

"Harte Entscheidung für das harte Miststück, hm?" Carlton lachte hässlich und Ella spürte, wie ihre Wut noch mehr anzog. Sie fühlte ihre Biotik unter ihrer Haut aufflackern. Aber die würde ihr hier nicht helfen. Sie hatte keine Implantate und war nicht in der Lage, einen dieser fancy Moves, die sie im Fernsehen sah durchzuführen. Sie konnte einfach das Leben aus jemandem herausprügeln. Aber das wäre Noahs sicherer Tod.

"Was ist dein verdammtes Problem? Er hat nichts damit zu tun. Du findest mich scheiße? Fein. Schieß auf mich, mach, was du willst, aber halte ihn raus aus dieser Sache." Sie war immer noch zu stur, um nachzugeben.

"Was mein verdammtes Problem ist, willst du wissen? Du miese kleine Schlampe kommst und klaust meine verdammte Position. Ich war es, der diese kleinen Bastarde hätte bekommen sollen, die du dein 'Team' nennst. Sie hätten mir gehören sollen und mir die Möglichkeit geben sollen, mich weiter in der Hierarchie hochzuarbeiten." Seine Stimme wurde lauter und aggressiver, als er weitersprach. "Aber dann warst du da. Du bist mir im Weg. Und du bist vorhersehbar. Du hast immer noch Vorbehalte gegen bestimmte Dinge. Du willst immer auf Nummer Sicher gehen, keine Risiken für Ihr Team. Aber bei dieser Aufgabe funktioniert das nicht. Du weißt genau, dass jemand erwischt werden würde."

Ella starrte ihn wütend an. Er hatte dies geplant. Er wollte ihr so richtig in die Fresse treten. Sie wäre ihm aus dem Weg. So oder so. Er wusste offensichtlich ziemlich gut, dass sie nicht eines ihrer Teams schicken würde, um eine so sensible Aufgabe zu erfüllen. Sie würde es selbst tun. Und jetzt, nach diesem Gespräch würde sie sich nicht wundern, wenn die Bullen einen Hinweis bekommen würden. Sie würden sie schnappen. Oder er würde seinen Vorteil gegenüber ihrer Schwachstelle nutzen. Noah. Er ging davon aus, dass sie im Falle von Noahs Tod entweder ging oder in Zukunft nichts mehr gebacken kriegen würde. Dass dies eines der wenigen Dinge war, für die sie Noah nicht brauchte, war ihm wohl nicht klar. In allen anderen Dingen brauchte sie Noah mehr als die Luft zum Atmen.

Aber Carlton war nicht für seine Geduld bekannt. "Du solltest dich beeilen, Miststück, seine Zeit tickt." Er deutete mit einem Nicken in Noahs Richtung.

Ella war nicht in der Lage, einen zusammenhängenden Gedanken zu bilden. Sie fühlte sich wieder wie das Mädchen, das sie mal gewesen war und stand dort wie erstarrt. All die Kontrolle, die sie in den letzten Jahren gewonnen hatte, für die sie so hart gearbeitet hatte, war verloren – als hätte es sie nie gegeben.
Und dann eskalierte die Situation.

"Lasst uns ihr zeigen, wie ernst es uns ist." Carlton gab dem Typen, der Noah bedrohte ein Zeichen. Dann gab es den ersten Schuss, man hörte Noahs heftiges Stöhnen und dann sah sie Blut aus einem Loch in Noahs Jeans quellen, das sich schnell ausbreitete.

Sie hörte nicht einmal ihren Schrei; da war nur sie und ihre Wut. Noah kniete auf dem Boden und drückte seine Hand auf seine Wunde und atmete schwer, unterdrückte weiteres Stöhnen. Jeder Atemzug schürte ihre Wut noch mehr.

Sie wusste, dass es ein Fehler war, aber es war bereits in Bewegung. Sie hörte die Schüsse, aber es war zu spät. Ein scharfer Schmerz in ihrem Arm, der aber nicht genug war, um sie aufzuwecken. Sie hatte plötzlich eine Waffe in der Hand. Wie sie an die gekommen war, konnte sie nicht sagen. Sie war aber da und zielte auf Carltons Gesicht direkt vor ihr. Seine eigene Waffe. Was zum Teufel...

"Scheint, als habe ich dich unterschätzt, Miststück."

"Sieht so aus, als ob du die einen anderen Namen für mich ausdenken solltest, Arschloch", knurrte sie.

"Ich habe immer noch deinen hübschen, kleinen Romeo. Wenn du ihn,“ er nickte wieder zu dem Typen, der die Waffe noch immer auf Noah richtete, „tötest, wird er sterben. Wenn du mich gehen lässt, werde ich dich eines Tages töten."

Sie verzog eine Augenbraue. "Ach, wirst du?" Ella schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht. Bis er merkt, dass du tot bist, explodierte sein Kopf bereits." Ihre Stimme war wie Eis.

"Ella", warf Noah schwer atmend ein, "Lass ihn einfach gehen. Tu es nicht."

Sie sah ihn nicht an. "Nein. Das kann ich nicht bringen. Er würde sich rächen wollen – auf die gleiche verfickte Art und Weise, oder schlimmer. Diese Chance gebe ich ihm nicht."

Carlton grinste und Ella spürte den plötzlichen Wunsch, ihm das verdammte Lächeln aus dem Gesicht zu schlagen, bis ihr Knöchel blutig waren und nichts mehr von seinem Gesicht übrig war. Sie war sich ziemlich sicher, dass dies das erste Mal war, dass sie echten Hass verspürte.

"Du willst mich also Tod sehen? Er nickte. "Hatte ich mir gedacht. Nicht als wirkliche Bedrohung, aber die Möglichkeit war da gewesen. Also beschloss ich, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Ich war mir ziemlich sicher, dass du nicht den von uns angreifen würdest, der deinen Geliebten bedroht."

"Hallt die Fresse, Arschloch", sagte sie nur und zog den Trigger.

Aber außer einem ‚Klick‘ passierte nichts.

Ihre Augen weiteten sich und sie wusste, dass sie einen schweren Fehler gemacht hatte. Der Klang der Waffe zu ihrer Rechten war der Beweis. Ein weiteres Stöhnen, der Klang wie er zu Boden fiel, Carltons Lachen, ihr eigener Schrei; es klang alles weit weg und seltsam gedehnt. Sie wusste, dass die Waffe auf sie zeigte; es nützte nichts, sich zu bewegen. Es gab nur zwei Möglichkeiten, kapitulieren oder sterben.

"Du hast immer noch ne Chance; er ist noch nicht tödlich verletzt,“ ließ Carlton sie wissen. "Aber ganz nah." Er hob die Augenbrauen ein wenig.

Tränen fingen an, in ihren Augen zu brennen. Tränen der Frustration, der Enttäuschung in sich selbst, der Angst davor, dass Noah starb und der Hilflosigkeit. Es gab nichts, was sie tun konnte.

"Ich frage dich ein letztes Mal, Miststück. Willst du meinem Befehl gehorchen?"

Sie schloss die Augen und hasste sich noch mehr, als ihr eine Träne aus den Augen fiel. Aber sie nickte. Sie würde Noah nicht töten. Dann würde sie lieber im Gefängnis verrotten.

"Das dachte ich mir. Und jetzt möchte ich dir etwas beibringen."

Ihr Kopf drehte sich abrupt, als die Hand ihr Gesicht mit Gewalt traf. Ihre Augen waren noch geschlossen. "Denk nie wieder daran, ungehorsam zu sein, Schlampe." Er machte eine Pause. "Aber das ist schwer für dich, huh? Lass mich dir eine Lektion erteilen, die du nie vergessen wirst."

Sie wusste, was passieren würde, bevor sie es hörte. Sie wusste, dass sie zu langsam sein würde. Sie wusste, dass sie wahrscheinlich sterben würde, aber sie gab nicht nen Fick drauf.

Sie tötete sie; Beide. Und sie fühlte sich nie schlechter in ihrem ganzen Leben. Bisher war sie immer in der Lage, dies zu verhindern, aber sie hatte keine verdammte Kontrolle mehr über sich selbst. Alles in ihr schrie, war das schmerzhafte Bedürfnis die Scheiße aus ihnen herauszuprügeln – sie bezahlen zu lassen. Um ihr Blut an ihren Händen zu haben.

Als sie neben Noah kniete, atmete er kaum. Er zitterte vor Schmerzen und sein Gesicht war blass wie der Tod selbst. Sie schämte sich jetzt nicht mehr für ihre Tränen. "Es tut mir leid. Ich hätte früher nachgeben sollen. Es tut mir so leid, Noah."

"Nein... Hon‘", seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. "Es ist in Ordnung... Geh jetzt einfach."

"Nein, ich lasse dich nicht hier, um zu sterben, Noah. Ich werde dich hier rausholen. Es wird alles gut werden." Sie wusste, dass sie hier Lügen erzählte. Aber ihr Verstand ließ sie mit aller Verzweiflung daran glauben.

"Hon‘. Geh‘ ... bitte."

"Das wird nicht passieren. Vergiss‘ es." Aber sie versuchte auch nicht, ihn zu bewegen.
Sie blieb einfach dort, bis sein Atem immer schwächer wurde und das Zittern nachließ. Sie streichelte seinen Kopf mit leichten Berührungen ihrer Fingerspitzen. Sah ihn an. War einfach bei ihm. Schweres schluchzen ließ sie zittern.

Als die Nacht kam, erhob sie sich endlich. Sie war müde. Aber er hatte sich gewünscht, dass sie lebt. Das sie all dies hinter sich ließ. Oh, das würde sie tun. Sie würde New York verlassen. Sie würde dieses verdammte Leben hinter sich lassen und irgendwo neu anfangen.

Nach einer letzten Aufgabe.
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