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I won't let you down

von Millijana
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard James Vega
16.04.2013
30.07.2020
28
76.830
4
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Dieses Kapitel
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10.06.2020 1.845
 
"Oh mein Gott", seufzte sie.

Sie ließ sich von ihm heruntergleiten und schloss für einen Moment die Augen, während sie versuchte wieder zu Atmen zu kommen.

Er strich eine verschwitze Haarsträhne mit einem Finger aus ihrem Gesicht. "Wirst du Sehnsucht haben?"

Sie grinste. "Nach der Nummer gerade oder den dummen Fragen?"

Er lachte. "Beides, denke ich."

Sie schüttelte den Kopf. "Nicht einmal annähernd, Kumpel. Und jetzt raus aus meinem Bett und sieh zu, dass du dich anziehst. Sie werden nicht auf dich warten und dann hänge ich noch länger mit dir hier fest." Sie gab ihm einen sanften Schubs und kicherte kehlig.

"Ah, ich sehe, mein Lieblingslieutnant will mich loswerden, um ihren Landurlaub mit jemand anderem fortzusetzen."

"Ja, Dutzende von ihnen, Derek. Ich warte nur bis du weg bist, um den wirklichen Spaß zu haben.“ Sie hob eine Augenbraue. "Und außerdem dachte ich, du bist dein Lieblingslieutnant. Was hat sich geändert? Nicht zufrieden mit Ihrer Leistung, der Herr?"

Er packte sanft, aber nachdrücklich nach ihrem Kiefer mit einer seiner großen Hände und drehte ihren Kopf, bis sie ihn ansehen musste. Er grinste und küsste sie hart und besitzergreifend. "Scheint genug, um dir zu gefallen, honey."

Sie befreite sich aus seinem Griff und setzte sich schnell auf. "Du sollst mich so nicht nennen", knurrte sie, bevor sie aufstand und begann sich anzukleiden.

"Hey, was ist los, Mir? Was ist das diesmal?" Er schien irritiert, aber sie gab nen Scheiß drauf.

"Nichts." Sie fuhr zunächst fort, hielt aber nach einiger Zeit inne und drehte sich um, um ihn anzusehen. Ihre Hose an den Hüften, mit offenstehendem Verschluss, ihr Hemd in der Hand. "Das müssen wir stoppen, Derek,“ sagte sie „Das geht zu weit."

"Was zur Hölle? Mir, das kann jetzt nicht dein Ernst sein... "

Sie verkrampfte für einen Moment ihren Kiefer. "Wir sind Soldaten, Derek, wir sollten es besser wissen."

"Besser als was? Besser wissen als menschlich zu sein?" Lieutnant Derek Parker sah sie mit seinen grünen Augen und einem ernsten Blick an. Sie waren seit der Grundausbildung befreundet. Und manchmal waren sie sogar noch mehr.

"Besser als diese verdammte Beziehung zu beginnen. Oder was auch immer wir hier tun." Sie zog ihr Hemd an. "Auf separaten Missionen zu sein, wird gut für uns sein."
Er hielt bei seinem eigenen Versuch, sich anzuziehen, an. "Das meinst du jetzt nicht wirklich."

Sie starrte ihn an. "Verdammt, ich meine in der Regel, was ich sage. Und das wisst du, Derek."

Er machte einen schnellen Schritt auf sie zu und packte ihren Oberarm, als sie sich umdrehte, um nach ihren Stiefeln zu suchen. "Schau mich an, Mir. Du bist dabei, mir zu sagen, dass du keine Gefühle hast?"

Sie starrte ihn in ihrer typisch sturen Art an. "Nein, Derek, was ich dir zu sagen versuche, ist, dass wir dies stoppen sollten, bevor es mehr Gefühle gibt."
"Was für ein Scheiß..."

"Du kapierst es wirklich nicht, oder?" Wieder befreite sie sich aus seinem Griff. "Du wirst die nächsten drei Jahre auf einem Schiff im Terminus System sein. Glaubst du wirklich, dass wir dies auf Pause setzen, bis du zurückkommst und dann einfach weiter machen? Wirklich?" Sie schüttelte den Kopf. "Hast du jemals einen Gedanken daran verschwendet, einer von uns würde es nicht schafft? Oh scheiße, Derek. Ich glaube nicht einmal, dass wir dieses Gespräch führen sollten. Das sollte einfach selbstverständlich sein.“

"Fertig? Es scheint so, dass als würdest du denken, ich habe in dieser Angelegenheit nichts zu sagen. Aber lass mich dir sagen: Ich geb nen Dreck drauf, was wir tun 'sollten'. Alles, was ich weiß, ist, dass ich die Zeit, die wir zusammen verbringen, genieße und wenn ich von dieser Mission zurückkomme, bin ich nicht bereit, aufzugeben."

Sie schloss die Augen und schüttelte den Kopf. "Derek..."

"Nein, Mirella. Hör auf, so zu tun, als ob du nichts fühlst."

Sie seufzte. "Ich gebe nicht vor etwas zu fühlen oder auch nicht, Derek. Ich versuche nur, vernünftig zu sein."

"Scheiß auf vernünftig, Mir. Ich könnte dich besuchen, wo immer du stationiert bist."

Sie seufzte. "Ich weiß nicht einmal, wohin ich gehe. Ich habe noch keine Bestätigung. Ich werde hier auf Elysium für weitere 48h feststecken und dann... Pff… keine Ahnung."
"Wir werden es herausfinden, Mir."

Sie machte eine Pause. Er würde nie verstehen, dass ihr Job, ihre Aufgaben, immer an erster Stelle kommen würde. Er sehnte sich nach etwas, das sie ihm nicht geben konnte oder wollte. Sie waren gute Freunde, aber DAS ging zu weit. "Nein, Derek. Ich will nicht. Ich möchte nur der Soldat sein, der ich geplant hatte zu sein, KIA eines Tages und das war's. Keine Verlierer, niemand zurückgelassen, nichts dergleichen. Ich möchte der beste Soldat sein, der ich sein kann, und ich will keinen Ballast an meinem Bein, der mich zurückhält."
"Du denkst, ich halte dich zurück?"

"Wenn ich dich lassen würde. Es ist also im Grunde ein Ja. Wenn das das ist, was du hören musst, um es endlich zu kapieren."

Er nickte ihr mit einem ernsten Gesichtsausdruck zu. "Fein. Ich schätze, das war es dann."

Sie nickte. "Ja, das war's."

Für den Rest des Ankleidens sprach niemand von ihnen. Ella war sich sicher, dass sie das Richtige tat, aber sie fühlte sich dennoch hundeelend. Sie waren Freunde und sollten sich nicht so trennen.

Als Derek gehen wollte, sah er sie an und zögerte. "Du wirst mir mitteilen, wohin du geschickt wirst?"

Sie nickte. "Ja, das werde ich tun. Aber..."

"Ich hab verstanden", sagte er nur, als er zur Tür ging. "Bleib am Leben, Mir."

"Ich bin zu stur, um zu sterben, das weißt du", sagte sie mit einem leisen Grinsen auf den Lippen. "Du auch. Derek, komm zurück, okay?"

Er lächelte. "Ja, sicher. Kein Interesse daran, so weit von zu Hause entfernt zu sterben."


                             [From: Lt. Derek ‚Besserwisser‘ Parker]
                                       Hey Mir! Gerüchte sagen, dass du jetzt ein verdammter Held bist.
                                       Ich bin nicht sehr überrascht, um ehrlich zu sein, du hast es nie
                                       sonderlich gelassen genommen, wenn dein Landurlaub gestört
                                       wurde.  
                                       Ernsthaft, ich bin froh, dass du es lebendig da wieder raus geschafft
                                       hast.
                                       Ich bin stolz auf dich.
                                       Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. D."


Sie schloss ihr Omnitool und schaute aus dem Fenster. Diese Botschaft war zwei Jahre alt. Seitdem haben sie sich nicht mehr getroffen. Sie hatten es versucht, aber ihre Aufträge hielten sie zwei verdammte Jahre lang in verschiedenen Systemen. Jetzt war sie auf der Erde, für die N7-Ausbildung zugewiesen. Letzte Prüfungen in 3 Wochen.

Heute erhielt sie Informationen über Torfan. Ein Gesamtverlust von 75% der Truppen.

Sie kannte 3 der Überlebenden und verlor 9 Freunde. Brian, Josh, Helen, Marko, Ben, Kevin, Jolene, Tobi und Derek. Sie hatte sie alle gekannt, aber alles, woran sie denken konnte, war Derek.  Alles, an was sie denken konnte, waren seine letzten Worte, die er gesprochen hatte, als sie sich das letzte Mal sahen. Was sie zu ihm gesagt hatte.

Sie blickte auf das Stück Stoff in ihrer Hand. Er hatte es letztes Weihnachten als Geschenk geschickt. Sie haben über VidComm darüber gelacht. Er sagte, etwas an dem sie in einsamen Nächten festhalten konnte. Und sie hatte gesagt, er könne sich ins Knie ficken. Sie hatten sich vermisst. Sie hatte nie ihre Meinung darüber geändert, dass es besser für sie gewesen war auf verschiedenen Missionen zu sein. Jetzt allerdings bereute sie es. Sie hätte ihn retten können. Oder sie wäre auch getötet worden. So oder so müsste sie sich jetzt nicht so fühlen. Nicht schon wieder.
Sie war sich sicher, dass sie ihn nicht liebte, sie waren einfach nur wirklich gute Freunde gewesen. Und es verdammt weh.

"Du bist immer noch hier, Kind?"

"Ja, brauchte etwas Zeit", sagte sie, als Anderson auf sie zukam. Er kam persönlich, um ihr von Torfan zu erzählen. Es war noch nicht über offizielle Kanäle raus gegangen. Er wollte sicherstellen, dass er es ihr erklärte, wohl wissend, dass sie den Verlust so vieler Freunde nicht auf die leichte Schulter nehmen würde.

"Es ist schwer."

"Ja, das ist es. Ich kenne sie seit Jahren."

Anderson nickte. "Ich weiß. Ihr wart Kameraden und Freunde."

Sie nickte ebenfalls. Sie war eine Zeit lang ruhig. Immer noch mit Blick auf das Stück Kragen in ihrer Hand. "Er wird ein paar Orden bekommen, nachdem er den größten Teil seiner Truppe auf dem Gewissen hat, oder?"

Anderson seufzte. "Ja, so wird es wahrscheinlich kommen. Weißt du, so schwer es jetzt auch sein mag das zu verstehen, Shepard. Er tat, was er musste. Und er hat gewonnen, das ist, was zählt."

Ella schnaubte. "Nein, er hat verdammt nochmal seine eigenen Leute in den Tod geschickt. Es muss einen anderen Weg gegeben haben."

Anderson stand auf. "Ich hoffe, du befindest dich nie in einer ähnlichen Situation."

"Ich war in einer verdammt ähnlichen Situation und hab mich andersentschieden."

"Ja, das hast du. Unter Lebensgefahr."

"Ja, zumindest kann ich am Ende des Tages in den Spiegel schauen."

Anderson ließ sie allein. Es  gab mehr, was er darüber zu sagen hatte, aber sie wollte es nicht hören. Konnte es jetzt nicht. Und er wusste es. Sie brauchte Zeit.
Zeit hatte sie aber nicht. Sie musste sich auf ihre Ausbildung konzentrieren. Dieser verdammte Scharfschützen-Teil pisst sie immer noch an, und Konzentration würde jetzt noch schwieriger werden. Sie musste sich besser abgrenzen. Entweder würde sie das lernen oder aber draufgehen.
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