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I won't let you down

von Millijana
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard James Vega
16.04.2013
30.07.2020
28
76.830
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24.05.2020 1.542
 
Er hatte sich gewundert, aber war sich nicht sicher ob er später danach fragen sollte. Der Typ der ihr noch vor 36 Stunden das Hirn hatte wegpusten wollen saß nun im Steuerbord Aussichtsdeck und quatschte mit ihr. Seit einer geschlagenen Stunde.

Er hatte sich gefragt ob es Eifersucht war, denn er war ich schon darüber im Klaren, dass diese beiden sich nah gestanden hatten und etwas teilten an dem er und Shepard noch arbeiteten. Aber das war es nicht. Er war nicht eifersüchtig. Nicht auf Alenko.

War es die Sorge um seinen festen Platz im Bodenteam? Er musste zugeben, dass dies ein Teil dessen war. Schon damals, als sie Scars eingesammelt hatten, hatte er so gefühlt. Es hatte ihn aber motiviert. Und so sah er das auch als etwas Gutes an.

Er konnte nicht so einfach nachvollziehen, wie sie ihm vergeben konnte, dass er sie hatte erschießen wollen. Vermutlich ohne weiter zu zögern.

„Hey“, ertönte es vier Stunden später hinter ihm und eine schmale Silhouette lehnte sich neben ihn an die Werkbank.

„Ich hoffe seine Knie sind wund vom auf der Erde vor die kriechen und um Vergebung winseln.“

Sie zögerte einen Moment. „Das war nicht notwendig.“

James Hände schwebten über dem Interface und sein Kopf drehte sich gerade weit genug zu ihr, so dass sie Blickkontakt herstellen konnten. „Er hätte dich ohne zu zögern erschossen“

„Nicht ohne zu zögern, aber ja, er hätte abgedrückt.“ Ihre dunklen Augen wichen seinem Blick nicht aus. „Ich hätte das Gleiche getan; und weniger gezögert. Ich wäre nicht das Risiko eingegangen ihn so lange reden zu lassen bis unter Umständen Verstärkung eintrifft und ich noch mehr in der Unterzahl bin.“ Ein kleiner Seufzer entwich ihr. „Er hat das richtige getan, James. Seinen Job. Selbst unter der Tatsache, dass er von diesem Wichser belogen worden und unter falschen Tatsachen sein Urteil fällte, ist ihm kein Vorwurf zu machen. Seine, durchaus berechtigten, Zweifel sind von Udina wieder geschürt worden und habe ihm keine Wahl gelassen.“

„Ihr wart Freunde, er hätte nie an die zweifeln sollen. Ich habe damals nie…“

„Das ist was anderes. Du kanntest mich nicht. Du kanntest nur Geschichten von mir. Kaidan war dabei. Hat mich in ihrer Rüstung gesehen, mit ihnen arbeiten…“

Er wollte es nicht zugeben, aber sie hatte nicht Unrecht. Sein Bild von Cmdr. Shepard war erst anders geworden, als er sie wirklich kennengelernt hatte und diese Bild nur durch ein echteres, aber besseres Bild ausgetauscht worden war. Hätte er sie wirklich in Cerberus Rüstung gesehen umgeben von einem Cerberus Team… wenn eine frühere Kameradin augenscheinlich zum Feind übergelaufen war… ja vermutlich konnte er die Zweifel verstehen. Und evtl. hätte er sich ebenso verhalten, was aber nichts daran änderte, dass er jetzt gerade ein beschissenes Gefühl wegen dieser Sache hatte. Was er aber auch nicht ändern konnte war ihre Entscheidung ihn wieder ins Team aufzunehmen.

„Wird er deinen Befehlen folgen?“

Elle sah ihn mit kraus gezogenen Augenbrauen an. „Warum sollte er das nicht? Er war Teil des Teams auf dem Weg zum Mars und bereit mir zu folgen. Jetzt hat er darum gebeten wieder auf die Normandy zu kommen. Er würde nie die Mission aufs Spiel setzen.“ Und damit war diese Diskussion für Ella beendet, was ihr Tonfall mehr als nur deutlich machte. James versuchte es gar nicht mehr und schlug ein anderes Thema an; ihren nächsten Bestimmungsort. Auf ihrem Weg zur Citadel, hatten sie eingewilligt einer Angelegenheit auf Eden Prime nachzugehen.

„Was ist unsere ETA?“ warf er in den Raum.

Ella seufzte. „Das ist der Grund warum ich runter gekommen bin...“

„Und ich hatte für einen Moment gedacht du wolltest mich sehen, Lola.“ Er grinste bei dieser Aussage.

Ella schmunzelte nur. „Hättest du gern.“ Sie zwinkerte ihm zu und wurde dann ernst. „Du wirst diese Runde aussetzen.“

Deine Finger erstarrten in der Luft. Exakt was er befürchtet hatte. Kacke. „Das ist nicht dein Ernst…“ Er sah sie nicht an.

„Doch, allerdings. Das ist mein Scheiß-Ernst, James.“

„ich nehme an, der Major wird dich begleiten.“

Sie nickte am Rand seines Sichtfeldes. „Er und Liara. Es ist irgendwas Protheanischen was wir für die Crucible gebrauchen können und ohne sie, bin ich da aufgeschmissen. Selbst mit dem Cypher.“ Sie machte eine Pause. „Kaidan hat danach gefragt. Es ist ein Neuanfang für uns. Wir waren nicht nur Kameraden, sondern Freunde, James.“

Er nickte. „Du bist der Boss.“ Es gefiel ihm nicht, ganz und gar nicht. Aber auch das war eine Sache, die er nicht ändern konnte, denn sie war nun mal der Boss. "
„Ich habe nicht vergessen, was ich gesagt habe, bezüglich des Trainings für ein künftiges N7 Programm. Das hier ist aber wichtig fürs Team.“

James nickte wieder sah nun aber auf und sie an. „Lola, es ist okay. Du triffst hier die Entscheidungen und du wirst deine Gründe dafür haben.“

Sie nickte. „Jep, so ist es. Ich möchte aber, dass du weißt, dass es nichts mit deiner Leistung oder sonstigen Gründen zu tun hat. Es keine Strafe.“

Er musste leise lachen. „Strafe? Im Ernst, Lola? Für was solltest du mich bestrafen? Für unsere kleine Unterhaltung vor ein paar Tagen?“

Ella seufzte. „Wohl kaum. Nimm diese Information einfach so hin und gut ist. Ich habe nicht den Kopf seine so dämliche Unterhaltung zu führen.“
James hob beschwichtigend seine Hände ohne jedoch dabei in ihre Richtung zu sehen. „Bereits geschehen. Sonst noch was?“ Er wollte ihr nicht den Gefallen tun (sofern es einer war) und zeigen, dass es ihn eben doch wurmte.

Tatsächlich schien sie diese Frage zu verwirren, oder zumindest zu überraschen. „Äh. Bedingt. Ich möchte, dass du während der Mission im CIC bist und sich sowohl du als auch Garrus bereithalten, als Backup.“

„Verstanden. Wann ist denn nun ETA?“

„T-8,“ lautete die knappe Antwort.

„Dann solltest du versuchen noch etwas schlaf abzubekommen, Lola.“

„Ich wollte erst mit dir gesprochen haben, bevor wir ins Briefing gehen.“ James verstand, dass sie es ihm nicht vor dem Team an den Kopf hate knallen wollen. Sicher – wäre er irgendein Team Mitglied, hätte sie das wohl getan, hier war es aber nun mal etwas anders und ihr Verhalten und dieses Gespräch zeigte, dass es ihr nicht egal war, wie er in dieser Situation fühlte.

Ella stieß sich neben ihm von der Werkbank ab. „Briefing ist in 20.“ Sie zögerte einen Moment und was dann kam überraschte ihn. „Danach möchte ich dich in meiner Kabine sehen. Ich hätte da noch einige Anweisungen für meine Abwesenheit.“



Und entgegen seiner Hoffnung hatte sie tatsächlich Anweisungen. Er hatte das Kommando in seiner Abwesenheit. Er bekam Anweisungen von ihr auf was er während des Einsatzes zu achten hatte und sie würden später diese Punkte abarbeiten und besprechen. Ein erstes N7 Training in Sache Einsatztaktiken. Sie erwarte von ihm auch klar anzusprechen, was er kritisieren würde, warum und inwiefern es besser hätte gemacht werden können. Ein klarer Befehl seines kommandierenden Offiziers, der auch einen Teil seiner Vorbereitung für die N7 übernehmen würde.

Doch das änderte sich nach seinem etwas nervösen „Aye, Ma’am.“

„Was ist los? Wo ist das lose Mundwerk?“ Sie grinst ihn an. Ihr war offensichtlich nicht entgangen, dass die Situation in herausforderte. Sie drehte sich auf dem Sofa etwas mehr zu ihm und sah ihn fragend an.

„Dich zu kritisieren ist ne Hausnummer und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich am Ende meinen Kopf behalte, wenn ich dann irgend ne Kritik äußere.“

Jetzt lachte sie fast etwas. „Mach dir da mal keine Sorgen. Wenn ich darum bitte, dass jemand meinen Einsatz analysiert, dann will ich das in der Regel auch wirklich.“ Ihre Lippen verformten sich nun zu einem Schmunzeln. „Davon abgesehen wäre es mir auch zu schade um den Kopf. Er hat mir unlängst nackt und verschwitzt einige Versprechen gemacht, die ein vorhabe einzufordern – lieber früher denn später.“

Auch James konnte seine Mundwinkel nun nicht mehr in einer entspannten Situation halten und ließ seinen Mund das verwegene Grinsen aufsetzen, dass ihm bei dieser Aussage ganz natürlich auf die Lippen kam. „Soso, lieber früher, denn später? Wie früh wäre es dir denn genehm?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Zufällig bin ich darüber im Bilde, dass du in nächster Zeit keine anderen Verpflichtungen hast, denen du deine Aufmerksamkeit zukommen lassen musst. Insofern: Jetzt gleich, wäre mir mehr als nur genehm.“

Ihm schwirrte etwas der Kopf über die Geschwindigkeit, mit der dieses Gespräch von professionell und ernst zu spielerisch und angenehm wurde. Er wollte keine wertvolle Energie auf den Gedanken daran verschwenden, wie fließend und natürlich dies kam.

Stattdessen stand er von seinem Teil des Sofas auf und kam auf sie zu. „Dann wollen wir mal sehen, was wir da machen können und welch neuerliche Versprechen du mir abnehmen kannst.“ Sie wollte gerade auch aufstehen, als er sie wieder niederdrücke und vor ihr auf die Knie ging und ihr Becken näher an seines Zog ehe er sich zu ihr lehnte und sie küsste.

Dieses Mal nahm er sich mehr Zeit zum Erkunden und Ausprobieren – um zu genießen. Die kommende Mission würde die erste sein, auf der er nicht dabei war. Er wollte, dass sie da draußen daran dachte, dass dieser Kopf mit dem losen Mundwerk (und insbesondere dieses) mehr konnte als grinsen und dummes Zeug labern. Er wollte sicher gehen, dass sie einen Guten Grund hatte wieder zu kommen.
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