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I won't let you down

von Millijana
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard James Vega
16.04.2013
30.07.2020
28
76.830
4
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16.04.2013 2.432
 
James beobachtete sie im Schlaf. Er selbst fand keinen, war aber mit seiner Situation recht zufrieden.
Er beobachtete sie wie sie gleichmäßig atmete und hin und wieder im Schlaf murmelte. Er konnte kein Wort verstehen aber er mochte das Geräusch und noch mehr gefiel ihm das sanfte Lächeln, das er ein oder zwei Mal zu sehen bekam.
Er merkte nicht, wie er selbst letztendlich doch einschlief.

Aber er merkte, wie sie hochschreckte, ihre Hand sich aus seiner befreite und sie heftig atmend im Bett saß.
Es kostete ihn einen Moment zu realisieren wo er war und was gerade passierte. Ein Moment in dem sie ihren Kopf sinken ließ und ihn auf ihre Hände stützte, wo er ihre Schultern verdächtig zittern sah und der ihn endlich wach werden ließ.

Er setzte sich auf und berührte sie sanft an der Schulter. Sie erschreckte sich und zuckte zurück, doch James ließ sich nicht davon abhalten es noch einmal zu versuchen. Er war schließlich hier geblieben um in genau diesem Fall da zu sein.
Also beugte er sich ein wenig weiter zu ihr hinüber, langsam und vorsichtig, sie würde ihre Kraft nun wieder genügend aufgetankt haben um ihm ernsthaft zu schaden, wenn sie sich bedroht fühlte. Davon abgesehen war dies genau das, was er niemals wollte.

Sie sah ihn mit großen Augen an, die Wangen feucht von ihren Tränen, ihr Gesicht im Licht des Aquariums blass. Sie zuckte nicht zurück, als er sie diesmal berührte, sondern ließ zu, dass er sie langsam gegen sich zog.

„Komm her, Lola“, flüsterte er leise und schloss seine Augen, als sie sich gegen ihn lehnte.
Sie sprachen nicht. James wusste nicht, ob sie es wollte und hätte sich auch mehr gewünscht, sie würde mit ihm teilen, was sie in ihrem Traum gesehen hatte.

Ella war froh, dass sie nicht reden musste. Sie war ihm dankbar, dass er hier war. Er hatte recht gehabt. Nicht allein sein zu müssen half.

Sie schlief wieder ein. Es dauerte eine Weile, aber sie schlief wirklich wieder ein.
Als sie wieder erwachte, war das erste was, sie wahrnahm sein gleichmäßiger Atem. Er schlief noch. Ella musste lächeln. Seine Arme waren noch immer um sie gelegt und sie war sich sicher, dass sein Arme eingeschlafen sein musste. Es würde die Hölle sein, wenn er wach wurde.
Sie verlagerte ein wenig ihr Gewicht um ihn ansehen zu können. Er wirkte völlig entspannt. Ihr Blick fiel auf seine Lippen und sie erinnerte sich daran, wie weich sie waren, wie gut es sich angefühlt hatte, als er sie geküsst hatte.
Ella seufzte, als ihr bewusst wurde, wie sehr es sie beeinflussen würde, wenn sie dies hier zur Gewohnheit werden würde. Es fiel ihr jetzt schon schwer überhaupt das Bett, oder gar seine Umarmung zu verlassen. Wenn sie das weiter vertiefte, würde es schlimmer werden, da war sie sich sicher. Ihre Entscheidungen würden anders ausfallen und das konnte sie unter keinen Umständen zulassen.

James merkte, wie sie aufstand und seufzte unzufrieden, war selbst aber zu müde um aufzustehen. Er hörte noch die Tür zum Bad zugleiten und schlief dann wieder fest ein.
Als er das nächste Mal wach wurde, war es völlig still im Raum. Er brauche einen Moment um sich daran zu erinnern wo er war und setzte sich dann auf. War sie noch immer im Bad? Gemessen daran, wie ausgeschlafen er sich fühlte, konnte er kaum glauben, dass nur wenige Minuten vergangen waren, seit sie aufgestanden war. Ein Blinken ließ ihn auf sein Omnitool gucken und er sah, dass eine Nachricht auf ihn wartete.

[message from: Cdr. Lola] Hey, ich wollte dir danken, dass du da warst. Du hattest Recht, es hat geholfen. Ich bin mir nicht sicher was das bedeutet oder wo es hinführt, aber ich muss darüber nachdenken, darum musste ich auch gehen bevor du wachwirst. Gib mir Zeit, James. --Ella

Er runzelte seine Stirn und musste die Nachricht zweimal lesen um zu begreifen, was sie ihm sagen wollte. Er murmelte einen Fluch, als er sich wieder auf das Bett zurück sinken ließ. Sie war also schon wieder unterwegs und egal, was sie ihm geschrieben hatte, sie würde versuchen jeden Gedanken daran zu vermeiden und sich mit beschissenen Aufträgen und weiß der Geier was eindecken, bis sie wieder da war, wo sie vor ihrem Kuss gewesen ist. Sie würde wieder anfangen es zu ignorieren. Scheiße.

James war im CIC als sie zurückkam. Sie war den ganzen Tag auf der Citadel gewesen und hatte verschiedene Treffen gehabt, wegen des Coups. Jeder hatte mit ihr reden wollen, der Rat, die Alliance, C-Sec… Sie wirkte erschöpft und beachtete niemanden wirklich, als sie über das Deck lief und im Aufzug verschwand. James überlegte nur einen Moment, ehe er sich von seinem Gesprächspartner verabschiedete und ihr hinterher ging. Der Aufzug kam von Deck 1 zurück und er stieg ein. Er würde nicht noch einmal den Fehler machen und nicht handeln, wenn er sie so sah.


Ella beachtete die Zerstörung in ihrer Kabine nicht. Sie würde dafür noch gerade stehen müssen. Die Alliance mochte es nicht so gerne, wenn man ihr Eigentum auseinander nahm. Scheiße, sie hatte so dermaßen die Kontrolle verloren. Das durfte unter keinen Umständen nochmal passieren.
Sie hatte ihre Jacke ausgezogen und war im Bad, als EDI sie darüber informierte, dass James vor der Türe stand und mit ihr reden wollte. Sie verdrehte ihre Augen und seufzte. Er gab nicht auf. Sie hatte gedacht, er hätte ihre Nachricht heute Morgen verstanden. Aber offensichtlich war das nicht der Fall, also musste sie wieder deutlich werden.
Sie ließ ihn rein und stand mit verschränkten Armen vor ihrem Schreibtisch, als er auf sie zukam. Signalisierte deutlich, dass er nicht weiter als hier gehen würde. Sie würde sich nicht mit ihm hinsetzen und in Ruhe reden. Dies würde knapp und deutlich werden.

Sein Blick verriet ihr, dass er verstand was sie vorhatte, jedoch sagte ihr seine Körperhaltung, dass ihn das herzlich wenig interessierte.  „Wie lange bis sowas wieder passiert?“ das war alles was er fragte. Er beschwerte sich nicht darüber, dass sie ihn weggeschoben hatte, dass sie einfach gegangen war und auch nicht darüber, dass sie ihm versucht hatte durch die Blume mitzuteilen, dass er es vergessen sollte. Und genau das, nahm ihr etwas Wind aus den Segeln.

Ella starrte ihn nur an und blinzelte ein paar Mal ehe sie seufzte und ihren Kopf schüttelte.

Er nickte und verschränkte seine Arme vor der Brust. „Dacht‘ ich mir.“ Seine Arme sanken gleich wieder und er seufzte ebenfalls. „Pass auf, ich weiß dass ich dir auf den Sack gehe, ich weiß auch, dass du das gerne alles alleine machen möchtest, die ganze Verantwortung und den ganzen Mist alleine tragen möchtest, aber.. Lola, du bist nur ein Mensch. Einer mit Gefühlen, die du nicht ewig begraben kannst. Und dabei rede ich noch nicht mal über uns.“

Ihr lag schon auf der Zunge zu sagen, dass sie nicht wisse wovon er spricht, aber seine Augenbrauen hoben sich bereits, als sie nur Luft holte zum sprechen; was sie ihren Mund wieder schließen ließ.
Das hier lief so gar nicht wie sie das geplant hatte. Sie sollte ihn rauswerfen, ihn in den Arsch treten, anbrüllen, oder das Wort abschneiden, aber alles was sie tatsächlich tat war ihn mit aufeinandergepressten Lippen ansehen, als er weiter sprach:
„Ich weiß und verstehe dass du jeden von uns davor schützen willst dass es uns genauso geht. Aber hast du nur eine Sekunde daran gedacht dass es Leute in deinem Team gibt, die sich um dich sorgen? Dass es Leute hier gibt, denen es nicht gut geht, wenn sie dich so sehen? Nur einen verdammten Moment? Nein, natürlich nicht. Weil du viel zu sehr damit beschäftigt bist, dich wie ein Roboter zu benehmen und alle glauben zu lassen, dass du ja ach so hart und kalt bist.“ Er wurde lauter, nicht viel, aber seine Stimme machte deutlich wie frustriert er darüber war.

Und es traf sie. Er hatte Recht, sie hatte nicht daran gedacht, hatte nicht damit gerechnet. Ja viele von ihnen waren Freunde, James und Garrus allen voran, und sie bedeuteten ihr viel. Die Crew war das, was ihrer Familie am nächsten kam, auch jene die nicht hier waren, der kleine Bruder der ihr auf den Sack ging, wie Grunt oder Samara, die wie eine Oma, oder Tante auf alles einen weisen Rat hatte. Das war zumindest, wie sie sich vorstellte, wie eine Familie sein musste.  Womit sie aber nicht gerechnet hatte war, dass sie genauso fühlten, dass sie sich Sorgen machten. Es hatte sich nie jemand wirklich Sorgen um sie gemacht. Nie in dem Maße, bis sie diese verrückten getroffen hatte. Aber es war auch nie so schlimm gewesen wie jetzt gerade. Diese Situation war eine einzige Katastrophe und sie drohte immer mehr ihre Objektivität und Professionalität zu verlieren.  Und sie hatte keinen blassen Dunst, wie sie wieder zu dem zurück finden sollte, was sie ausgemacht hatte; nämlich eben ihre Professionalität.

„Aber jeder sieht, dass du eben das nicht bist. Ja, in manchen Situationen kann man sich nicht von Gefühlen leiten lassen, glaub mir, das weiß ich nur all zu gut. Diese Lektion habe ich gelernt. Aber dann gibt es andere  Situationen, wo deine Gefühle dich davor retten Wahnsinnig zu werden.“

„Genug!“ Sie unterbrach ihn, als er gerade Luft holte. „Ich hab es kapiert, okay?“ Sie war nun auch lauter. Es nervte sie, dass er Recht hatte.

„Ach, ja? Hast du? Und was gedenkst du zu ändern?“

Sie biss ihre Zähne zusammen und sagte nichts. Was zur Hölle sollte sie ihm auch sagen? Dass sich ab nun alles ändern würde? Sicher, weil es so leicht werden würde. Dass jeder, den sie emotional an sich herangelassen hatte gestorben war? Dass sie teilweise dafür die Schuld trug? Sie seufzte wieder, senkte ihren Blick und ballte ihre Hände zu Fäusten. Wann hatte sie ihre Fähigkeit ein Gespräch zu leiten verloren. Warum konnte er das tun. Warum traf er den verdammten Nagel auf den Kopf? Sie sollte ihn rauswerfen; und doch tat sie das nicht, und starrte einfach nur auf den Boden.

Bis sich seine Hand unter ihr Kinn schob und ihren Kopf anhoben. „Ella, Ich bin hier, weil ich es will, nicht weil du mich dazu nötigst. Ich bin jetzt hier, weil ich sehe, dass es dir nicht viel besser geht, als letzte Nacht. Und weil meine Aussage von letzter Nacht, dass ich da sein will, noch immer steht. Ich kann und will nicht weiter zusehen, wie du dich selbst kaputt machst.“

Sie sah ihn an und konnte nicht verbergen dass diese Worte sie noch deutlich mehr trafen; wenn auch auf andere Weise. „Du riskierst lieber, dass du dich kaputt machst?“ es war das erste was ihr einfiel, das erste an das sie denken konnte.

„Wird nicht passieren.“ Er war so voller Selbstvertrauen.

Sie konnte nicht anders als zu grinsen, auch wenn es noch recht halbherzig war. „Ach ja?“

„Ach ja“, antwortete er ihr; ebenfalls grinsend. „einfach nur zusehen würde mich kaputt machen.“ Seine Hand schob sich von ihrem Kinn zu ihrem Kiefer und legte seine Handfläche flach dagegen, während seine Finger fast zärtlich über ihre Haut an ihrem Hals strichen. Er fing nun an zu lächeln als sich ihr Gesicht zögernd in seine Berührung schmiegte, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen konnte. „Und selbst wenn… es ist es mir wert. Du bist es mir wert.“

„Du bist ein größerer Idiot, als ich dachte“, erwiderte Ella mit geschlossenen Augen.

„Scheinst das aber zu mögen.“

„Übertreib es jetzt nicht.“

Er lachte sanft und zog sie vorsichtig etwas näher. Seine Lippen fanden ihre Schläfe und wurden in einem sanften Kuss dagegen gepresst. Es blieb offen ob es eine freundschaftliche Geste oder eine liebende war. Aber Ela würde nicht fragen. Hatte Angst vor der Antwort. Jedoch erlaubte sie sich ihre Stirn gegen eine Schulter zu lehnen und tief Luft zu holen. Sein Geruch ließ ihr Herz ein wenig schneller schlagen.

Es war einfach verdammt nochmal zu spät. Sie hatte es versaut, schon vor Wochen. Vermutlich vor Monaten, als sie angefangen hatten Freunde zu werden. Und jetzt gab es kein zurück mehr. Selbst wenn sie ihn wegschicken würde, würde sie die Entscheidung immer noch bereuen. Also war ihn hierbehalten noch immer die beste Lösung. Das hieß nicht, dass es einfach werden würde, aber dass sie es versuchen würde. Denn der Gedanke, dass er auf der Erde, oder sonst wo, weit außerhalb ihrer Reichweite sein beschissenes Leben riskierte und sie keinen Einfluss auf den Ausgang seiner kämpfe haben würde war schlimmer als das hier. Viel schlimmer. Sie wusste wie es war, jemanden zu vermissen, wie es war nicht da sein zu können und wie es war zu erfahren, dass er gefallen war. Und sie wusste, dass sie es nicht noch einmal ertragen würde. Denn, ja sie war ein Mensch mit Gefühlen und zu viele davon hegte sie für den idiotischen, sturen Muskelprotz vor ihr.

Seine Arme schlangen sich im ihre Schultern und pressten sie ein wenig mehr gegen ihn, nicht zu fest, sie hätte sich jederzeit da heraus winden können; aber sie wollte nicht. Stattdessen fanden ihre Arme ihren Weg um seine Taille und hielt ihn ebenso nah. Sein Kopf lehnte sich mit seiner Wange gegen ihren Kopf und sie fing an zu lächeln, als sich die Finger seiner Hand vorsichtig in ihr Haar schoben. Ein angenehmer Schauer lief über ihren Rücken, als seine Fingerspitzen den Sockel ihres Amps fanden und gedankenverloren über die empfindliche Haut strichen.

Das war auch im Grunde der Moment in dem sie alle Vorsicht und Vorbehalte in den Wind schoss und sich ein wenig zurück lehnte um ihren Kopf zu heben und ihn anzusehen. Ella hob eine Hand und legte sie auf seine Wange, fühlte seinen kurzen Bart unter ihrer Handfläche, während ihre Fingerspitzen sanft über die Narbe auf seinem linken Wangenknochen fuhren.

Es war nicht notwendig das sie etwas sagte, ihr Blick war wohl für ihn genug, denn beide seiner großen Hände umschlossen ihr Gesicht und zogen es etwas zu seinem hinauf, bis sich ihre Lippen berührten, zunächst zärtlich, fast zögerlich. Doch es dauerte nur einen Moment, bis die Leidenschaft die Oberhand gewann und sich ihre Lippen sich öffnen, aneinander sogen und Zungen nach der Berührungen der anderen suchten.

Ella hätte nicht sagen können, wann sie angefangen hatten sich zu bewegen, zwischen hungrigen Küssen und Seufzern, begleitet von anderen Geräuschen, die beider Verlangen deutlich machten, doch irgendwann drückte sich ihr Schreibtisch gegen ihren Hintern.

Sie überlegte sich nicht lange als sie sich darauf schob und sie James an seiner Hüfte zwischen ihren Schenkeln näher zu sich zog.

Keine halben Sachen. Damit war sie fertig; ein für alle Male.
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