The Unlimited Hyōbu Kyōsuke: Unlimited Future

von Izu-chan
GeschichteAllgemein / P16
10.04.2013
12.11.2013
11
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Electrical cry



Tiefste Nacht lag über dem kleinen Inselstaat. Die spärlich beleuchteten Industriestraßen des Hafengeländes ließen vier Gestalten, die sich dem Wasser näherten, nur mit Mühe erkennen. Jeweils in den schwachen Lichtkegeln der Laternen, die den steinernen Anlegerweg zu einem kleinen Motorboot säumten, war das seltsame Gespann kurz zu erkennen, bevor es erneut von Dunkelheit verschluckt wurde und erst im nächsten Lichtkegel wieder auftauchte.
„Bist du zufrieden, Shōsa?“, erklang Magis tiefe Stimme.
„Vollkommen“, bestätigte der Kleinste der Gruppe.
Eine Straßenlaterne begann zu flackern.
„Kehren wir ohne Umwege zum Schiff zurück?“, erkundigte sich Momiji.
„Tun wir“, lautete die knappe Antwort.
„Haah“, gab der Strubbelkopf ausgelassen von sich. „Für alte Männer ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Wie langweilig…“
„Yoh!“, zischte Momiji tadelnd und sah sich vorsichtig nach ihrem optisch jungen Anführer um. Doch dieser hatte sich zurückfallen lassen und betrachtete nachdenklich eine weitere, flackernde Straßenlampe, ohne die freche Anspielung zu beachten. Dann machte er ohne Vorwarnung auf dem Absatz kehrt.
„Ihr kehrt zum Schiff zurück“, lautete seine neue Anweisung. „Ich überprüfe etwas.“
„Eh?“, kam es perplex von Yoh. Magi schloss nur leise seufzend die Augen und setzte sich in Bewegung.
„Ich begleite dich, Shōsa.“ Doch Hyōbu Kyōsuke, der Anführer der kriminellen Organisation PANDRA, hob nur abwehrend die Hand, ohne sich umzudrehen.
„Verdirb mir nicht immer den Spaß, Magi. Ich gehe allein. Vielleicht ist es auch nichts.“
Innerhalb eines Augenaufschlags war der Esper verschwunden.
„Mach dir nichts draus“, klopfte Momiji dem erneut genervt seufzenden Magi aufmunternd auf den Rücken. „Du wirst ihn in diesem Leben nicht mehr ändern können.“

Während seine Freunde zu dem Motorboot, mit dem sie hergekommen waren, zurückkehrten, um damit zu ihrer weit draußen auf dem Meer vor Anker liegenden Basis zu gelangen, teleportierte Kyōsuke sich in kurzen Intervallen durch die Nacht. Er wusste nicht genau, wonach er suchte, dennoch folgte sein aufmerksamer Blick den flackernden Straßenlaternen. Irgendetwas stimmte nicht. Diese Energiefluktuationen fühlten sich merkwürdig an und verdienten definitiv, näher untersucht zu werden. In der Luft über dem Hafengelände des Inselstaats, mit dessen Untergrund seine Organisation heute Nacht gehandelt hatte, stehend, schloss er die Augen und bemühte sich, mit seinen anderen Sinnen zu sehen. Kühler Nachtwind strich durch silberne Strähnen. Einem Gefühl folgend drehte er sich in der Luft und öffnete die Augen. Dort lag ein großes Backsteingebäude, von zahlreichen Drahtzäunen umgeben. Seine kalt glänzenden Augen verengten sich. Genau so einen Ort würden sie wählen.
Einen Augenblick später schritt der Esper, der seinem Aussehen nach ein harmloser Oberschüler hätte sein können, mit den Händen tief in den Taschen vergraben auf jene Fabrik zu. Die Wachen am Eingang beachteten ihn nicht, die Arbeiter in den Gängen ebenso wenig. Vor einer dicken Plexiglaswand blieb er stehen. In sie eingelassen war eine Tür samt elektronischem Schloss. Im Gang dahinter befanden sich an den Wänden befestigte ECMs.
Mit einem unwirschen Griff nach dem Kragen des nächstbesten Arbeiters, schleuderte er diesen gegen die Backsteinwand, woraufhin der Mann bewusstlos zusammenbrach. Schirmmütze und Ausweiskarte, sowie die Sicherheitskarte für das Schloss wechselten innerhalb eines Augenaufschlags den Besitzer. Wie zuvor schritt Kyōsuke seelenruhig weiter, unbeeindruckt an den ECMs vorbei, und folgte dem Gang. Hin und wieder zweigte ein Zimmer ab, in denen jeweils komplexe elektronische Anlagen standen. Er jedoch strebte dem stärker werdenden Gefühl entgegen. Mit jedem Schritt begann es intensiver in seiner Brust zu kribbeln. Die alten Narben reagierten schwach auf dieses Gefühl und nun war er sich vollkommen sicher, was er hier vorfinden würde. Erneut zog er die Schlüsselkarte durch ein Schloss und die zur Seite gleitende Tür gab eine riesige Halle vor seinem Blick frei. Tiefer zog er sich die Mütze ins Gesicht. Zwar gab es in diesem Raum nur wenige ECMs und selbst die beeinflussten ihn kaum, jedoch war diese Halle voller Leute an Rechnern und er konnte nicht wissen, wie viele davon Anti-Hypnose-Training absolviert hatten. Bald würde das zwar keine Rolle mehr spielen, doch vorerst wollte er nichts übereilen und tarnte sein Gesicht, das sich beim Anblick der gläsernen Säule in der Mitte des Raumes erneut um ein Vielfaches verdunkelte, somit zusätzlich.
„Zweite Rückentladung“, erklang es nach wenigen Sekunden aus einem Lautsprecher.
Ein kraftloser Schrei zerriss die leise Geräuschkulisse, kaum dass sich die „zweite Rückentladung“ als elektrischer Fluss innerhalb der gläsernen Säule bemerkbar machte. Keinen der arbeiteten Menschen beeindruckte es, doch dem beobachtenden Esper wurde beinah schlecht. Der Ruf um Hilfe war nun viel deutlicher als zuvor zu vernehmen, Leid und Qual hallten ungebremst durch seinen Körper. Beinah eine volle Minute hielt es an, dann ebbte das Gefühl zusammen mit dem Schrei ab.
„Umschaltung auf Nachtbetrieb erfolgt“, verkündete die blecherne Lautsprecherstimme.
Kyōsuke vermochte seinen finsteren Blick kaum von der jungen Frau in der gläsernen Säule zu lösen. Für ihn stand es außer Frage, dieses Treiben zu beenden. Dafür existierte PANDRA, dafür hatte er geschworen, seine Kräfte einzusetzen. Seine Augen wanderten über die routiniert an ihren Computern sitzenden Menschen. Sie ekelten ihn an.
Einer von ihnen jedoch schien sein Gefühl ansatzweise zu teilen. Der junge Mann saß an seinem Tisch, eine Hand über einem Schalter, ohne ihn jodoch zu betätigen, mit der anderen Hand halb das Gesicht verdeckt, anscheinend, um seine Regungen mit niemandem zu teilen. Unverändert eisigen Blicks trat der Esper hinter ihn und legte seine Hand auf die Schulter.
„BABEL?“, murmelte Kyōsuke, überrascht über das, was er in den Gedanken des Arbeiters lesen konnte. Als dieser aufmerksam wurde und sich an die Schläfe griff, als habe er Kopfschmerzen, nahm Kyōsuke seine Hand zurück. Wie erwartet besaß dieser Mensch Anti-Hypnose-Training. Der Arbeiter sah sich um und der Esper legte mörderische Gesichtszüge an den Tag, als sich dessen Augen erkennend weiteten.
„Hy-Hyōbu Kyōsuke?“, flüsterte der Mann zutiefst erschrocken.
„Ich werde dir bei deinem Auftrag helfen, BABEL-kun“, gab Kyōsuke herablassend bekannt. „Aber das Mädchen nehme ich mit, außerdem wirst du mir alle von dir gesammelten Unterlagen aushändigen.“
Der Undercover-Mitarbeiter des Base of Backing ESP Laboratory schluckte schwer.
„Unter diesen Voraussetzungen könnte ich dich lebend entkommen lassen“, erklärte der Esper und wendete sich ab, um das Grauen, das an diesem Ort vor sich ging, nochmals auf sich wirken zu lassen.
„V-Verstanden“, gab der Mann leise zur Antwort und stand zittrig auf. „Ich hole die Unterlagen.“
„Hmh“, machte Kyōsuke zufrieden mit dem Ausgang seines Handels. BABEL erwies sich in seinen Augen selten als nützlich, aber diesmal kamen sie wie gerufen. Zumal ihr verdeckter Einsatz ins Leere lief, seit die Regierung des Landes Vorgänge wie diesen stillschweigend duldete, wie er aus den Gedanken des Mitarbeiters erfahren hatte. Dennoch… Misstrauisch sah er dem Undercover-Agenten nach. BABEL so weit von Japan entfernt anzutreffen…
Ohne Eile nahm er die Schirmmütze ab, ließ sie im Gehen fallen und blieb vor der Glassäule stehen. Für einen erschreckenden Augenblick sah er Kaoru vor sich in den Fesseln hängen, dann verschwand das Trugbild und er dachte nicht länger darüber nach, aus welchem Grund ihm seine Augen diesen Streich gespielt hatten. Die junge Frau war eindeutig älter als Kaoru, musste Anfang zwanzig sein, dennoch konnte ihr Zustand seine Einschätzung täuschen. Neben den Fesseln, verliefen auch zahlreiche Kabel, mit denen sie an Geräte angeschlossen war, im Innern der Säule. Das Wimmern durchdrang das dicke Glas nicht, doch der Esper konnte die minimalen Vibrationen spüren, die es verursachte. Gequälte, erschöpfte Augen öffneten sich und sahen ihn an, ohne ihn wirklich zu sehen. Der Blick ging glatt durch ihn hindurch. Wie viele Leute hatten wohl schon vor dieser Folterkammer gestanden und das „Monster“ im Innern begutachtet? Wie viele hatten das Opfer, das dieses Mädchen unfreiwillig brachte, für Wert befunden? Ein Esper, durch den sie in der Lage waren, eine ganze Stadt mit Strom zu versorgen? Nannten sie auch das „nationale Ressource“?
Kyōsuke schloss angeekelt die Augen.
„Widerwärtig.“
Metallstäbe begannen zu zittern, zu wackeln, brachen dann aus ihrer Verankerung heraus und flogen mit hoher Geschwindigkeit durch den Raum, direkt auf die ECMs zu. Leichte elektrische Entladungen, mit denen die Anti-ESP-Vorrichtungen explodierten, brachten die junge Frau dazu, ihren Blick langsam zu fokussieren. Als Kyōsuke die Augen öffnete und seine Hand dem Glasgefängnis entgegen hob, sahen sie sich direkt an. Ein unbestimmtes Gefühl erfasste ihn, doch er konnte es nicht einordnen. Rufe erfüllten das Elektrizitätswerk, interne Sirenen plärrten los, dann stürmten bewaffnete Soldaten die Halle und nahmen den Eindringling ins Visier.
PANDRAs Anführer konnte nicht wissen, dass er mit dem Aufbrechen der Glassäule ein als „unveränderbar“ eingestuftes Ereignis der Zukunft verändern würde.


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Huhu ^^

Da ich in dieser Kategorie relativ unbekannt bin, folgt mein Blabla ausnahmsweise am Ende des ersten Kapitels statt am Anfang (wollte euch ja nicht gleich verschrecken...).
Dies wird eine längere FF zu meinem Lieblingsanime The Unlimited Hyōbu Kyōsuke. Für Leser, die diese FF weiterverfolgen möchten, wäre es evtl. wichtig zu wissen, dass ich auch Zettai Karen Children gesehen habe und ebenfalls den Manga verfolge. Daher wird "mein" Kyōsuke hier und da geringfügig von dem TUHK abweichen und eher eine Mischung aus ZKC-Kyōsuke und TUHK-Kyōsuke mit Tendenz zu letzterem werden.
Die Handlung setzt vor Beginn von The Unlimited ein und wird ab und an Ereignisse aus dem Anime aufgreifen. Wie nah ich an der Storyline bleiben werde, kann ich nicht genau sagen. Am ehsten wissen da wohl Leser meiner Bleach-FFs bescheid, die mein Schreibverhalten kennen. ;-D Ansonsten könnte man sagen... "So nah, dass genug Wiedererkennungseffekte vorhanden sind, aber so fern, dass keine Langeweile aufkommt."

In diesem Sinne, schreibt mir bitte, wie es euch gefallen hat und besonders, ob ihr denkt, dass ich die Charaktere getroffen habe. ;-D

Zum Schluss wünsche ich euch so viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Schreiben habe!

Liebe Grüße
Izu~chan
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