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MMFF - O' Death

von Troian
GeschichteDrama, Angst / P16 / Gen
07.04.2013
23.02.2021
60
58.075
3
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23.02.2021 1.255
 
Tiefschnee



Honneyblossom´s POV:

Es ist noch dunkel in der Arena, als Perrie mich am Morgen des vierten Tages weckt. So richtig wach bin ich noch nicht, als ich meinen Rucksack packe und das Nötigste einpacke. Dazu gehört eine Brotbüchse  mit ganz viel Essen, eine Thermosflasche und natürlich meine Messer. Ich habe überlegt meine Decke einzupacken, aber das habe ich gelassen. Sie ist viel zu schwer und würde mir nur die Schnelligkeit nehmen, wenn es womöglich zu einem Nahkampf kommen würde. Sie wäre wahrscheinlich nur mehr ein Hindernis, als eine Hilfe für mich. Ich gehe ohnehin davon aus, dass unser Plan aufgehen wird. Daher zweifle ich die Notwendigkeit dieser Decke an. Wenn ich jemanden töte, brauche ich keine Decke.

Den Plan haben wir uns gestern Abend ausgedacht, als die Toten am Himmel erschienen. Wir brauchten mal wieder einen Plan. Mittlerweile ist die Hälfte tot und es leben nur noch drei der Karrieros. Das ist keine gute Quote. Allerdings hat sich das Mädchen aus Distrikt 2 uns gar nicht erst angeschlossen, weswegen dies gar nicht als so schlecht zu betrachten ist. Das mit Darius war eine Blamage, keine Frage. Ein Karriere-Tribut der beim Gemetzel stirbt. Man müsste meinen, dass ich darüber froh bin,  – bin ich einerseits auch, denn so sind es am Ende weniger – doch es wirft trotzdem ein schlechtes Licht auf uns. Wie gut sind diese Karriere-Tribute wirklich, wenn einer von ihnen gleich beim Gemetzel stirbt? Zumindest sind wir sonst keine Opfer von Tributen aus den äußeren Distrikten geworden. Miltons Tod wird wohl nicht so schlecht auf uns zurückfallen. Immerhin ist ein schlechtes Immunsystem nicht ansteckend. Ihn jedoch am Himmel zu sehen, einen von uns, so früh, war schon irgendwie komisch. Die Art seines Todes war, so wenig ich ihn auch mochte, tragisch. Dieser harte Kerl, der mich nicht sonderlich ernst genommen hat, stirbt einfach so an einem einfachen Husten. Im Endeffekt ist es gut, dass er so gestorben ist. Denn wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, wäre es im Finale gar nicht so einfach gegen ihn geworden. Gegen Perrie oder Elijah wird es schon schwer genug werden... Aber er, er wäre der stärkste Gegner gewesen. Das ist mir schon von Anfang an klar gewesen, deswegen war ich sogar ein bisschen erleichtert, als uns die Präsidentin eröffnet hat, dass es dieses Jahr zwei Gewinner geben wird.
Nichtsdestotrotz hätte er ruhig noch ein paar Tage durchhalten können. So konnte ich ihn nie davon überzeugen, was für eine starke Karriera ich bin.

Aber dafür werde ich es mir selbst heute beweisen. Wir haben uns gesagt, dass wir nun endlich angreifen müssen. Perrie und ich machen uns früh auf den Weg. Noch im Dunkeln, wenn die meisten Tribute wahrscheinlich noch schlafen. Elijah hält bei unserem Lager Wache. Ich habe mich zwar auch erst angeboten, aber Perrie und Elijah meinten, es wäre besser, wenn ich losziehe. Offenbar haben sie für erkannt, dass ich die Stärkste von uns bin.
Für den Fall, dass Elijah flüchten muss, packen wir uns die Rücksäcke. Doch ich bin mir sicher, dass nichts schief gehen wird. Dafür haben die anderen Tribute viel zu große Angst vor uns.

Perrie bindet sich ihren Rucksack um und ich mache es ihr gleich. Die Wurfaxt nimmt sie in die Hand. Dann gehen wir los ohne uns groß von Elijah zu verabschieden. Es könnte gut sein, dass wir ihn nun zum letzten Mal sehen, aber da glaube ich nicht dran. Ich mag Elijah und ich mag Perrie. Es wird schwer, wenn in ein paar Tagen einer – vielleicht sogar beide, aber daran will ich nicht denken – von ihnen tot ist. Doch jetzt wäre noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Nein, wir müssen nun erstmal als Karrieros beeindrucken. Nur so halten wir die Sponsoren auf unserer Seite. Außerdem wäre es wirklich schade, wenn wir dieses große Lager mit den vielen Decken und dem vielen Essen verlieren.

Perrie und ich gehen eine Weile. Wir reden nicht viel. Eigentlich fast gar nicht. Wir wollen uns nicht von belanglosen Gesprächen ablenken lassen und so womöglich einen Tribute verpassen. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit ist es doch schon echt anstrengend. Wir gehen, aber wir entdecken niemanden. Wahrscheinlich sind wir schon an ein paar Tributen vorbeigekommen, aber es ist so dunkel, dass wir sie gar nicht erst gesehen haben. Offenbar schlafen diese Tribute wirklich alle noch, denn nicht einmal Geräusche geben sie von sich. Ich hoffe, dass unsere Suche bald mit Erfolg gekrönt wird. Denn es ist verdammt kalt. Lieber wäre ich jetzt bei unserem Lager und würde mich in die Decken einkuscheln. Ich würde gerne schlafen. Trotz der Handschuhe tun meine Hände vor lauter Kälte so weh, wodurch meine Sehnsucht nur noch stärker wird. Ich merke, dass meine Aufmerksamkeit nicht ganz bei 100% ist, als Perrie mir zuflüstert, dass ich nicht so laut durch den Schnee stampfen soll. Ich strenge mich an, aber nach einiger Zeit schaut Perrie mich wieder ermahnend an. Doch ich kann es nicht nachvollziehen, denn noch vorsichtiger kann ich mich nicht bewegen. Dann schaut sie vor sich und bückt sich runter. Sie geht mit ihrer Hand leicht über den Schnee. Ich bin verwundert, was sie vorhat, als sie wieder aufsteht und mir zuflüstert: »Tiefschnee«
»Und jetzt?«, frage ich.
Sie hält ihren Zeigefinger an den Mund und gibt mir damit das Signal, dass ich nichts sagen soll. Genau das tue ich auch. Ich bleibe einfach stehen und rege mich nicht. Sie schaut sich nach einem Weg um, der aus dem Tiefschnee herausführt, als wir plötzlich ein Geräusch hören. Ich schaue sie mit großen Augen an, um sie darauf aufmerksam zu machen. Dann wieder ein Geräusch. Sie registriert es und blickt sich um, woher es kommt. Ich gucke mich in der anderen Richtung um, aber erkenne nichts. Auf einmal tippt sie mich schnell an und zeigt nach rechts von uns. Zuerst weiß ich nicht, was sie meint, bis ich den Schnee entdecke, der ungewöhnlich hoch ist. Als wir uns ganz vorsichtig herantasten, bestätigt sich meine Vermutung. Vor uns liegt der Junge aus Distrikt 9. Während er geschlafen hat, ist etwas Schnee von den Bäumen auf ihn gefallen.  Nun weiß ich auch, was das für ein Geräusch war. Womöglich hätten wir ihn gar nicht entdeckt, wenn sich sein Schnarchen nicht verraten hätte. Zu blöd für ihn.

Perrie schaut mich amüsiert an, während ich im selben Moment meine Messer hervorhole. Ihre Wurfaxt hält sie bereit. Ich schaue mir den Jungen an. Wie er dort liegt. Was er wohl gerade träumt? Wird Zeit, dass wir ihn wecken.
Ich fokussiere mich auf seine Schulter, die von dem Schnee bedeckt es. Dann werfe ich mein erstes Messer. Die Augen des Jungen blitzen auf und noch in der selben Sekunde stößt er einen schmerzerfüllten Schrei aus. Mein Messer steckt in seiner Jacke, die sich in dem nun sehr festen Schnee festgebohrt hat. Genau wie geplant. Er soll doch sehen, von wem er am Ende umgebracht wird. Sein Blick wandert von seiner rechten Schulter langsam zu uns hoch. Er fürchtet das, was nun passiert.
Ich drehe meinen Kopf nach rechts zu Perrie und nicke ihr zu. Nun ist sie an der Reihe. Und kaum eine Sekunde nachdem der Junge wieder zu Schreien anfängt, holt Perrie mit ihrer Wurfaxt aus und stößt sie ihn in den Brustkorb.

O' Death...



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† Samuel Cerealis, Distrikt 9


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@CupCakeDemon: Es tut mir leid, dass, nachdem ich hier wirklich lange nichts mehr geschrieben habe, Samuel sterben musste auf eine Art, die du dir wahrscheinlich nicht gewünscht hast! Hoffentlich hattest du trotzdem Spaß beim Lesen dieser MMFF! Danke für deine Teilnahme!!
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