The Unlimited Hyōbu Kyōsuke: Broken Wings

von Izu-chan
KurzgeschichteDrama, Horror / P16
07.04.2013
07.04.2013
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07.04.2013 1.016
 
Resumé von Folge 8
Dialog und Handlung aus Folge 8 des Animes, gespickt mit meinen Gedanken, Interpretationen und Eindrücken.
Eine kleine Schreibübung, bevor ich mit einer längeren Fanfiktion um The Unlimited durchstarte. :)

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Broken wings




Die Nacht war bereits hereingebrochen, als er das Hauptquartier erreichte. Verzweifelt eilte der junge Soldat durch die Gänge des Anwesens. Verzweifelt auf der Suche nach dem Mann, der ihm diese Verzweiflung nehmen konnte. Er, den er als Vaterfigur akzeptiert hatte und der ihn selbst in dieser katastrophalen Situation beruhigen konnte. Ein leeres Zimmer nach dem anderen durchsuchte er hektisch. Irgendwo musste er sein! Alle anderen Mitglieder des Esper-Sonderkommandos waren verletzt und die Situation wurde immer auswegloser!
Die letztmögliche Tür ging auf und dort stand sein Befehlshaber in einem nur vom Schein des Vollmonds erhellten Zimmer vor einer Vorichtung, die Kyōsuke noch nie gesehen hatte. Erleichterung hellte sein Gesicht auf.
„Taichō! Haben Sie von der Bombe in Hiroshima gehört?“, sprach er den Älteren aufgebracht an.
„Ja, es scheint eine neue Art Bombe zu sein“, antwortete sein Befehlshaber ruhig. „Unter diesen Umständen ist der Krieg verloren. Uns bleibt nur die bedingungslose Kapitulation.“
„Aber!“, warf Kyōsuke entsetzt ein.
„All deine Kameraden sind verletzt“, erwiderte sein Kommandant. „Dieses Land ist am Ende seiner Kräfte.“
„Ich kann alleine kämpfen!“, protestierte der junge Soldat energisch. „Zumindest die zweite Bombe kann ich-“
„Es reicht“, schnitt ihm der Ältere das Wort ab.
Stutzend beobachtete Kyōsuke, wie sein Taichō vor der Vorichtung stehen blieb und die Hand darauf legte. Was war nur los? Sonst gab ihr Kommandant doch nie auf und vertraute auf ihre Kräfte! Wie konnte er nur von Kapitulation reden??
„Unser Schicksal wurde bereits entschieden. Niederlage, Wiederaufbau und unserer nächster Untergang…“
Verwirrt näherte Kyōsuke sich der Apparatur, woraufhin der Kommandant diesen Platz verließ.
„Was ist das?“, lautete seine zurecht ratlose Frage.
„Das Gehirn des verstorbenen Esper-Delfins. Sie hielten einen bedeutenden Teil ihrer Vorhersage vor uns geheim. Nach dem Krieg wird die Zahl der Esper zunehmen und…“
Der Kyōsuke zuckte zurück, als er sich umsah und den eiskalten Glanz in den Augen seines Offiziers bemerkte.
„…du wirst ihr Anführer werden und die Welt zerstören!“
Entsetzen packte Kyōsuke, obgleich er die Worte seines Vorgesetzten nicht ohne Weiteres glauben konnte.
„W-Was reden Sie da?“, konnte er noch fragen, bevor die gespannte Waffe auf ihn gerichtet wurde. „T-Taichō!“
„Ich kann nicht zulassen, dass jemand erfährt, dass wir ein Monster wie dich erschaffen haben“, lautete die vernichtende Antwort. „Genauso wenig kann ich dich jemand anderem überlassen.“
„S-Sie machen Scherze, Taichō?“, flehte Kyōsuke ungläubig.
Ein wehmütiger Ausdruck trat in die Augen des Kommandanten, dann hallten zwei Schüsse durch den Raum. Von der Wucht der Einschläge zurückgeworfen, prallte Kyōsuke gegen die große Glasfront. Ein Fenster zersplitterte. Scherben lagen dort, wo er auf dem Boden zum Sitzen kam. Rote Blüten bildeten sich auf seiner durchtränkten Uniform. Er spuckte Blut.
„Kyōsuke“, hörte er seinen Kommandanten von weit weg. „Ich werde dich nicht zum Feind der Menschheit machen.“
Die Schmerzen wollten ihn zerreißen, körperlich wie seelisch. Was redete dieser Mann, dem er sein Leben Tag für Tag anvertraut hatte, da? Feind der Menschheit? Monster? Jeder seiner verstorbenen Kameraden stand ihm glasklar vor denselben Augen, deren Blick durch Tränen verschleiert war. Letztlich waren sie nur…  Doch dieser Gedanke fand kein Ende mehr. Ein weiterer Schuss hallte durch den totenstillen Raum, bohrte sich in seine Stirn, dann setzte die aufkeimende Schwärze ein. Sie strömte aus seinem Herzen und breitete sich in all seine Glieder aus, wickelte sich um seine Seele und betäubte den unsäglichen Schmerz des Verrats, der ihm widerfahren war.
„Herzlichen Glückwunsch“, drangen glasklare Worte an seine Ohren. „Du hast nun eine Spezialbeförderung um zwei Ränge erhalten.“
Kyōsuke regte sich nicht, doch er spürte das Licht des Mondes auf seiner Haut, als dieser glühend rot durch die Wolken brach. Es war ein blutroter Mond, der in dieser Nacht auf seine Taten herab lächelte.
„Schließe dich deinen Kameraden an, die in Ehre gestorben sind…“, waren Worte, die Bewegung in ihn brachten.
Dieser Mann besaß nicht mehr das Recht, von Ehre zu sprechen. Kyōsuke erhob sich blutüberströmt. Das rote Mondlicht brachte seinen Körper zum pulsieren. Dort war eine neue Kraft, die sich zusammen mit der Schwärze in ihm eingenistet hatte. Er spürte ihre Macht und ließ sie auf sich wirken. Dann ging alles schneller, als er es bewusst registrieren konnte.
„Unmöglich!“, rief der Taichō beim Umdrehen erschrocken und richtete die Waffe erneut auf ihn.
Instinkt und Selbstschutz trieben Kyōsukes Hand in die Höhe. Sein ESP schnellte vor und zerfetzte den Kommandanten. Blut spritzte durch den Raum und verteilte sich großflächig. Kyōsuke starrte entgeistert von den Vorgängen ins Leere. Seine Augen glühten unter Einfluss seiner Kräfte.
Waren sie Monster? Waren alle Esper Monster? War er ein Monster?
Ohne ein Gefühl für seinen Körper zu haben, bewegte er sich auf die Tür zu. Leise knarrend schloss sie sich hinter ihm, während er in der Dunkelheit des Anwesens verschwand, in dem er vor Jahren aufgenommen worden und aufgewachsen war. Finsternis umgab ihn, ebenso wie Finsternis in ihm vorherrschte. Sie bestimmte seinen Weg und würde ihn sein ganzes Leben lang begleiten.

Lautlos fiel die weiße Lilie dem Meer entgegen. Eine Todesblume für die Toten. Sein Hemd, weiß wie seine ehemals schwarzen Haare, umwehte ihn in sanftem Wind.
Es hatte nur ein einziges Licht nach seinem Tod gegeben. Das war die Queen! Er würde so lange weiterleben, bis er ihre Zukunft gesehen hatte. Vorher würde er sich weder von der Finsternis schlucken, noch anderweitig töten lassen. Von niemandem!
„Sawatome Eiji“, erklang Kyōsukes vernichtende Stimme leise über dem rauschenden Ozean. „Ich werde ihm nie verzeihen. Keinem einzigen Normalo, der uns betrogen hat.“
Entschlossenen Blicks sah er in die Ferne.
Mit der Dunkelheit würde er das Licht beschützen. Die Zukunft und die Flügel, die Saotome ihm entrissen hatte, würde er bei ihr sehen und ihren Weg mit all seiner verbliebenen Kraft ebnen. Sie würde tun, was sie wollte, und hingegen, wohin sie wollte. Dann würde sie mit ihren strahlenden Schwingen hoch und höher hinaus kommen und die Esper in die Freiheit führen.
Seine Queen of Catastrophe.
Sein strahlendes Licht in der Dunkelheit.
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