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Die Seele des Feuers

von DieSammie
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
07.04.2013
09.09.2013
23
22.502
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07.04.2013 1.103
 
Gott, Leute, mein Computer war kaputt, darum hab ich nur meine "Handy FFs" weitergeschreiben.
Bitte verzeiht mir.
Das nächste Kapi kommt wieder schneller, versprochen!
Ganz viele Entschuldigungen und liebe liebe Grüße!
eure Syvina :)
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Aarons Atem ging schwer, sein Blick war starr in die Ferne gerichtet, doch Ayltya wusste, dass er nichts sah. Die völlige Leere in seinen Augen beunruhigte sie, doch noch wagte sie nicht etwas zu sagen. Zusammengesackt saß er gegen einen Fels gelehnt da, mit zitternden, bleichen Lippen und blass wie der Tod. Sie stocherte mit einem Zweig in dem Feuer herum, das sie entfacht hatte, und kämpfte mit ihrem Gewissen. Sie musste weiter, nach Aleroth, um das Schutzamulett zu bekommen. Aber sie verspührte große Abneigung davor, den völlig verstöhrten Aaron allein zurück zu lassen. Mit einem erschöpften seuftzen lehnte sie sich zurück, stützte sich mit einer Hand ab und starrte in den dunkler werdenden Himmel hinauf. Diese eine Nacht. Wenn sie bis zum Morgen wartete würde es doch niemandem wehtun, oder? Doch dann dachte sie an den Schrecken, den Damian im Trümmertal, und auf, der Wächterinsel hinterlassen hatte, und an Aleroth, das dieses Schicksal ohne ihre Hilfe bald teilen würde. Dort hatte eine Nacht alles bedeutet.
Und wenn sie Aaron zurück nach Hohenzell brachte? Saul war ihr noch einen Gefallen schuldig. Er könnte ihn bei sich aufnehmen, bis Aaron weiterzog. Oder...
Ayltya zuckte erschrocken zusammen: Die Hand, mit der sie sich abgestützt hatte, war feucht! Erschrocken zog sie sie zurück und betrachtete sie im Schein des Feuers. Rote Flüssigkeit benetzte ihre Finger. Blut. Ihr Blick wanderte auf den Boden und folgte dem, eine Larche bildenden, kleinen Blutfluss, bis er an Aarons Hand hängen blieb. Sie streckte vorsichtig die Hand aus und nam seine, um sie ansehen zu können, er reagierte nicht.
Seine Knöchel waren zertrümmert, aufeschürft und bluteten stark, zwei seiner Finger, der Kleine-und der Ringfinger, wirkten, als sein sie an mehreren Stellen gebrochen. Mit einer Mischung aus Wut und besorgtem Entsetzen schaute sie in sein starres Gesicht und zischte, "Ideot! Warum habt ihr nichts gesagt?"
Keine Reaktion
Gereizt übere seine Teilnahmslosigkeit konzentrierte sie sich und versuchte einen einfachen Heilzauber. Nichts passierte. Ungehalten fluchte sie. Warum hatte sie bloß nicht mehr Zeit in die Ausbildung ihrer Heilkräfte gesetzt? Dann könnte sie Aaron helfen. Dann hätte sie Richa vielleicht retten können... Nein. Nichteinmal der Patriarch hatte das gekonnte, wie sollten es da ein paar schwache Heilzauber schaffen?
Ratlos blickte sie auf, und sah in der Ferne die Umrisse ihres Drachenturms. Vielleicht konnte Anselm... Sein Gebräu! Das Anselmsbräu könnte die Hand heilen! Leise ächtzend legte sie sich Aarons Arm über die Schulter und zog ihn nach oben. Er hing wie eine Stoffpuppe neben ihr, und ohne ihre Hilfe währe er sicher einfach umgekippt und über die Klippen ins Meer gestürzt. Den Schutz des wärmenden Feuers verlassend schleppte sie den jungen Mann nach unten, auf den Wegpunktschrein zu, wo sie wieder zögerte. Sie hatte nochnie einen Menschen von außerhalb mit in den Turm genommen. Und wo lag hier bitte der Unterschied? Sie wusste es nicht, dennoch legte sie einige Momente später entschlossen ihre Hand auf die Steinplatte und wählte die Gemächer des Meisters.

Warmes, ruhiges Licht umfing sie, als sie die vertrauten Umrisse des viel zu großen Tisches vor sich erblickte. Sie half Aaron auf einen Stuhl, sorgte dafür, dass er nicht herunterkippte und teleportierte sich dann mir Hilfe des Drachensteins in den Alchemiegarten. Als sie auf den Alchemisten zulief begrüßte er sie schon von weitem: "Beim Göttlichen, was für ein Tag! Wie kann ich euch zu Diensten sein?"
Jaja, schleim nur. Ich weiß, dass du ein Lügner bist...
dachte sie bei sich, doch sie setzte ein Lächeln auf und bat ihn mit zu kommen. Natürlich wusste sie, dass Barbatos der bessere Alchemist gewesen wäre, doch seine Art... Ihr viel dazu nur der Begriff Diva ein.
Anselm schien froh zu sein, einmal aus dem Garten zu kommen, und als er sich interessiert in den Gemächern des Meisters
-Meinen Gemächern! Warnte Ayltya sich-
umsah, überkam sie ein leicht unangenehmes Gefühl von Durchschaubarkeit.
Anselm säuberte die Wunden an Aarons Hand und schiente das Gelenk, dann träufelte er dem jungen Mann einige Tropfen seines braunen, wohlrichenden Trankes ein. Mit einem Nicken entließ Ayltya ihn, bevor sie den immernoch leer in die Luft starrenden Aaron beinahe hochhob und zu dem großen Bett schleifte, das auf der Anderen Seite des Kamins stand. Sie legte ihn hinein, deckte ihn sorgfältig zu und sank dann erschöpft auf einen der Stühle, die auf dieser Seite des Zimmers mit rote-goldenen Kissen gepolstert waren. Wahllos angelte sie sich irgendein Buch und fing an zu lesen.
Nach einigen Minuten jedoch begann Aaron um sich zu schlagen, seine Augen hatte er geschlossen, anscheinend schlief er. Ayltya setzte sich neben ihn, doch es gelang ihr nicht ihn zu wecken. Ohne irgendeine Ahnung, warum sie es tat, hob sie das Buch, das sie auf den Boden hatte fallen lassen, wieder auf und laß mit ruhiger, gleichmäßiger Stimme vor :


Das kalte Dunkel liegt über dem Land
und der Wind er wird zum Sturm
Nur ein armer Mann ganz ohne Tross
Ist auf dem Weg zu seiner Liebsten
und ihres Vaters Schloss

Ein Kiesel glimmt im Mondenschein
er beugt das Knie und hebt ihn auf
wirft ihn an ihres Zimmers Glas
Ihr Gesicht erscheint am Fenster
ist von Tränen nass

"Mein Liebster geh,"
sagt weinen sie
"und blicke nie zu mir zurück
mein Vater weiß von uns zu zweit
und gönnt uns nicht dies unser Glück

Und wenn er dich hier stehen sieht
wie mein Blick deinen
voll Sehnsucht ersucht
dann wird er keine Gnade zeigen
und du bist zum Tode verflucht."

Ihr Liebster sagt,
"Ich kann nicht gehn
denn ich muss sehn dein schönes Haupt
und findet er mich so nehm ichs hin
und sterb bevor der Morgen graut."

Das Mädchen geht von Fenster fort
und Hofft, dass er nun auch gehn wird
doch sein Lied erklingt
sie weinet sehr, als er
selbst nach Stunden  noch singt

Und schließlich öffnet sie ihre Tür
und geht  die weiten Gänge entlang
bis sie vor dem Tore steht
es leise öffnet
und nach draußen geht.

Ihr Liebster lächelt,
doch sein lied verstummt nicht
sie küsst seine Stirn mit ihren Lippen weich
seine Hände sind kalt
seine Haut vor kälte bleich.

Sie nimmt seine Hände
und wärmt sie in ihren
dann nimmt er sie in seinen Arm
gemeinsam fliehn sie in die Nacht
und ewig blieb ihr Herz nun warm.



Als sie aufsah, lag Aaron vollkommen ruhig da und atmete gleichmäßig ein und aus.
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