Ein neuer Weg, ein neues Ziel, ein neues Leben

GeschichteAbenteuer, Familie / P12
05.04.2013
03.01.2014
32
31986
 
Alle Kapitel
107 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Das Vermächtnis


An meinem dreizehnten Geburtstag rief mich meine Mutter am späten Abend noch in den Palast. Wir haben nie richtig meinen Geburtstag gefeiert, sie meinte immer das wäre nicht nötig und würde zu viel Aufruhr erregen. Ich hab nie verstanden was sie mit „Aufruhr erregen“ meinte. Sie war vielleicht die Herrscherin dieses Planeten, aber ich hatte da doch nichts mit zu tun. Ich ging zur Schule, lebte ganz normal wie jedes andere Kind auch. Mit Geschenken überhäufte sie mich jedes Jahr erneut, aber eine große Party, nein die existierte nur in meiner Wunschvorstellung.
Ich marschierte mit geradem Rücken und Schultern nach hinten gezogen durch den langen Palastsaal. Ich muss zugeben, früher hatte mich das große Gebäude eingeschüchtert und das tat es manchmal noch immer, doch da ich wusste, dass sie mir nichts Schlimmes zu sagen hatte ging ich selbstsicher voran bis ans Ende, wo eine Art Thron stand.
Vorne kam ich zum Stehen und blickte erwartungsvoll in die blauen Augen meiner Mutter.
„Schön, dass du gekommen bist“, sagte sie in ihrem Alltagston.
„Du hast mich darum gebeten“, erwiderte ich freundlich, „also, was gibt’s?“
Sie stand nicht auf, wie sie es sonst immer vor mir tat, sondern blieb aus einem mir nicht erklärlichen Grund still sitzen. Hatte sie Angst mir von ihrem Anliegen zu berichten?
„Saphira“, sagte sie, „du kannst dir sicherlich vorstellen, dass das hier nicht deine Bestimmung ist.“
„Meine Bestimmung?“, fragte ich verwundert, „was meinst du damit, ich wohne doch hier, das ist meine Heimat, was ist daran so falsch hier mein Leben verbringen zu wollen?“
Meine Mutter schwieg. Sie überdachte ihren nächsten Satz scheinbar ganz genau: „Du wirst zum Jedi-Tempel gehen.“
„Zum Jedi-Tempel?!“, wiederholte ich ihre Worte erstaunt, „was soll ich da, ich trage keine Macht in mir, ich hab keinerlei Erfahrung in diesem Gebiet.“
Sie konnte mich nicht einfach wegschicken.
„Komm her“, sagte sie und winkte mich mit einer Hand zu ihr.
Ich ging großen Schrittes zu ihr und blickte angespannt drein.
„Soldat“; sagte sie, welcher auf ihr Kommando sofort wusste, was er zu tun hatte, obwohl sie kein Wort darüber verlor.
Dieser kam nur ein paar Sekunden später mit einem silbernen Gegenstand auf einem Samtkissen zurück, welches er seiner Herrscherin hinhielt. Sie hob den Gegenstand auf und gab ihn wiederum mir. Ich hielt meine Hände auf, die ich danach schützend um das Teil schloss. Es lag gut in den Händen und war griffig.
„Das wirst du brauchen wenn du dich auf den Weg machen wirst.“
Ich blickte sie immer noch erzürnt an. Das konnte doch nicht ihr Ernst sein.
„Du willst also, dass ich gehe?“, sagte ich geradeheraus, „wieso hast du das nicht schon früher gesagt? Wieso hast du mich nicht als Baby irgendwo ausgesetzt, dann wärst du mich los gewesen!“
Wutentbrannt stapfte ich die zwei Treppenstufen herunter und ging schnellen Schrittes den langen Gang zur Tür zurück.
„Saphira…“, hörte ich die zittrige Stimme meiner Mutter hinter mir doch den Rest des Satzes konnte ich nicht mehr verstehen, er ging in dem Gewusel der Bediensteten unter: „Satine ist alles in Ordnung? Satine was ist passiert?“
Ich hörte nicht hin. Ich riss die große Tür auf und lies sie zufallen während ich in den Aufzug stapfte. Was hatte sie sich nur damit gedacht? Ich bin ein 13-jähriges Mädchen, ihre Tochter, welche sie plötzlich zum Jedi-Orden verordnete. Ich konnte das nicht, ich war zu schwach dafür. Nervös drückte ich den Gegenstand in meiner linken Hand fester. In ihm konnte man viele Macken erkennen und das glänzende Silber, was vielleicht mal zu sehen war, war überdeckt von Dreck und Asche. Dieses Ding gehörte mir nicht und auch nicht Satine. Woher kam es dann?
Review schreiben