World War III

von -Lille-
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
England Frankreich
05.04.2013
05.04.2013
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Ich kann's nicht glauben! Ich hab diesen OS jetzt echt hochgeladen… Eigentlich ist das einfach nur eine spontane Idee von mir die ich aufgeschrieben habe, und ist wahrscheinlich total schlecht und alles, aber egal… xD

Inspiriert wurde ich von dem (unglaublich tollen) Song 'Europa' von Globus und ein bisschen auch von einem Bild, das ich blöderweise im Netz nicht wiederfinde. <- Jap, ich bin mamchmal blöd, aber egal :'D
Viel Spaß auf jeden Fall beim Lesen und wer Reviews hinterlässt, bekommt wahlweise Pasta, Nikujaga oder Scones zum Dank xD
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Hier stehen wir also. Alle gemeinsam. Und alle gegeneinander. Jeder gegen Jeden! Der dritte Weltkrieg hat begonnen und jeder weiß, dass er aufgrund der heutigen Waffen einen besonders grausamen Verlauf und ein schreckliches Ende haben wird.
Ich will mir nicht vorstellen, wie wenig von uns es sein werden, die nach den nächsten paar Jahren noch leben. Wahrscheinlich werde ich es nicht einmal herausfinden, da England - wenn nicht irgendein verdammtes Wunder geschieht - zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich auch schon gar nicht mehr existieren wird.
Wir werden hierzu gezwungen. Die Menschen zetteln die Kriege an, es gibt Streit der oft in Mord und Totschlag endet. Oder in Kriegen. So wie jetzt.
Das Öl ist das Problem! Es gibt so gut wie keines mehr auf der Welt, aber jeder will natürlich die letzten Reste seinem Land sichern.
Selbst unter uns Ländern hat es deshalb Streit gegeben. Weil wir keine Lösung zu diesem Problem gefunden haben, egal, wie sehr wie überlegten. Aber nie hätte auch nur ein Einziger von uns damit gerechnet, dass dieser Konflikt so bald auf einem Schlachtfeld enden würde.
Kriege haben wir alle schon geführt, aber nie sah es so hoffnungslos aus! Wir hatten immer Verbündete, und es ging nicht um die Auslöschung eines Landes. Zumindest nicht in diesem Sinne.
Heute stehen wir uns alle gegenüber und wissen, dass wir um's pure Überleben kämpfen müssen.
Die Menschen aus unseren Ländern zwingen uns quasi dazu. Wenn wir nicht kämpfen, dann werden wir gemeinsam mit ihnen zugrunde gehen.

Ich schaue von Gesicht zu Gesicht. Jeder sieht auf seine ganz eigene Art betroffen aus. Es sind immerhin unsere Freunde, die wir gleich bekriegen müssen  
Ich schaue von Liechtenstein, die ihre kleine, schmale Hand um den Griff der Pistole in ihrem Gürtel gelegt hat und deren Augen viel zu groß für ihr blasses Mädchengesicht wirken, zu ihrem Bruder Schweiz und ihrem jetzigen größten Feind, der um eine resolute Miene bemüht ist, aber trotzdem nicht die komplette Fassungslosigkeit, die sich in seinem Blick widerspiegelt verbergen kann.
Ich schaue von Deutschland, der die Kiefer aufeinander gepresst hat, als würde er gerade versuchen, eine Eisenstange zu zerbeißen, zu Italien, der versucht, seine Tränen wegzublinzeln, um nicht wie der kleine Schwächling auszusehen, der er aber nunmal ist.
Ich schaue zu den Nordics, die immer noch zu fünft zusammenstehen, obwohl sie wissen, dass sie sich gleich gegenseitig umbringen müssen.
Ich sehe hinüber zu meinen Brüdern. Ich habe mich nie sonderlich gut mit ihnen verstanden, aber ich könnte sie niemals umbringen! Und ich könnte auch niemals zusehen, wie jemand Anderes sie umbringt! Ja, nicht einmal der Rest des vereinigten Königreichs darf auf meiner Seite stehen.
Die Einzigen Verbündeten sind wohl oder übel Deutschland und Preußen, da Preußen ja kein wirkliches Land mehr ist und Norditalien und Romano, da sie ja beide das Land Italien verkörpern.
Der Rest besteht gezwungenermaßen nur aus Ein-Mann-Teams…
Ich schaue zur Seite zu Amerika. Er steht quasi direkt neben mir und wirft ab und zu mal einen Blick in meine Richtung. Nicht einmal er grinst noch. Er wird gleich seine Freunde umbringen müssen, so wie ich auch, und alle Anderen von uns. Ich kann nicht sehen, wie er möglicherweise stirbt. Er ist so etwas wie mein Ziehsohn oder kleiner Bruder und gleichzeitig mein Freund. Ja verdammt, er nervt und hat eine viel zu große Klappe, aber ich will ihn nicht verlieren!

Aber wir müssen! Es herrscht Krieg, und das bedeutet auch - besonders - für uns: Kampf!
Es ist unsere eigene Schuld! Wir hätten einander nicht so nahe kommen dürfen! Hätten keine Beziehungen knüpfen dürfen! Niemals! Aber wir sind auch nicht anders als Menschen! Wir können nicht anders! Wir brauchen Andere wie uns, die uns nahe stehen! Außerdem kann man doch nicht vermeiden, dass man sich kennen lernt, wenn man tausende von Jahren zusammen auf einem Planeten lebt.
Ich schaue wieder nach vorn und sehe den Bruchteil einer Sekunde lang in Frankreichs dunkelblaue Augen. Beide gleichzeitig schenken wir uns ein knappes Lächeln und sehen dann wieder zu Boden.
Ja, Frankreich ist immer noch mein Lieblingsfeind, aber… Nein, ich kann und ich will nicht unter diesen Bedingungen mit ihm kämpfen.
Früher haben wir uns bei jeder Gelegenheit gezofft, aber das war etwas Anderes! Wir wussten immer insgeheim, dass wir den Anderen nicht auslöschen könnten.
Ja, ich gebe zu, es gab eine Zeit, da haben wir uns wirklich so sehr gehasst, dass wir und gegenseitig getötet hätten, aber erstens hätten wir da sowieso nicht gekonnt, und außerdem glaube ich, dass der Überlebende sehr einsam ohne seinen ständigen Lieblingsgegner gewesen wäre.
Wie auch immer… Inzwischen habe ich gelernt, Frankreich zu respektieren, außerdem habe ich begonnen, ihn irgendwie zu mögen. Ich habe ewig gebraucht, um das zu akzeptieren, aber ich muss sagen, dass ich ihn bewundere… Seine ganze Art und…

Wir zucken alle ausnahmslos zusammen, als das Signal ertönt. Das Signal, das verkündet, dass die Meuchelei nun beginnen kann. Beginnen muss! Aber niemand macht den Anfang. Wir stehen einfach nur still und stumm da, und warten, dass ein Anderer anfängt.
Eine halbe Ewigkeit stehen wir so da, bis Finnland auf dem Boden zusammenbricht und anfängt, zu weinen.
Er hätte niemanden von und töten können! Keinen Einzigen! Dennoch bin ich verwundert, dass er Schwäche zeigt. Er sieht vielleicht nicht so aus, doch er ist ein starker Gegner und außerdem weiß er, wie gefährlich - und wie tapfer - es ist, jetzt Schwäche zu zeigen.
Er will uns damit klar machen, dass er sich nicht gehen Einen von uns stellen wird, egal, was passiert. Das finde ich wirklich mutig, irgendwie!

In dem Moment schleudert Frankreich seine Waffe auf den Boden und macht ein paar lange Schritte auf mich zu. Kurz sehe ich in seinem Blick, dass er zögert, dann drückt er meine Hand in der ich meine Waffe halte nach hinten und…

Ich fühle nur noch seine Lippen auf den Meinen. Seine Hand an meinem Rücken, mit der er mich zu sich zieht. Seine Augen sind geschlossen, sodass ich die langen dunklen Wimpern sehen kann. Er hat sein schönes blondes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden, aber ein paar Strähnen haben sich schon selbstständig gemacht und hängen ihm ins Gesicht.
Ich bin überrascht von dieser plötzlichen 'Attacke', ja, aber noch überraschter bin ich von meiner Reaktion. Mir gefällt das hier nämlich. Sehr!
Ich spüre, dass mich der Franzose gerade wieder loslassen will, enttäuscht, dass ich nicht erwidert habe, da schließe ich endlich die Augen, kralle mich an seiner Uniformjacke fest und erwidere den Kuss.
Als wir uns wenige Sekunden später wieder voneinander lösen, starren uns so ziemlich alle Länder der Welt perplex an. Aber bevor irgendwer irgendwas sagen kann, bricht ein Tumult los.

Dies ist der Moment, in dem Schweiz sich seinen Weg zu seiner kleinen Schwester bahnt, und sich schützend vor sie stellt.
Der Moment, in dem Italien sich an Deutschland klammert und sich von ihm trösten lässt.
Der Moment, in dem Schweden endlich einen Schritt vor macht und Finnland sanft über den Rücken streichelt.
Ich schaue mich staunend um. Amerika grinst mir zu und macht einige hektische Gesten in Richtung Frankreich, dann verschwindet er, wahrscheinlich um Japan zu suchen.
Selbst Russland steht ruhig da und hat den Arm um seine jüngere Schwester gelegt, die sich fest in seinen Mantel krallt.
Spanien hat 'seinen kleinen Romano' gefunden und knuddelt ihn gleich mal durch.
Preußen klopft Deutschland, an dem immer noch Italien hängt, auf die Schulter und sucht offenbar nach jemandem - wahrscheinlich nach Österreich.
Niemand von uns wird gegen einen anderen kämpfen, nur, weil die Menschen sich kloppen!

Ich richte meinen Blick wieder nach vorne, auf Frankreichs strahlendes Gesicht.
"Je t'aime!", erklärt er mir nachdrücklich und küsst mich noch einmal.
Diesmal erwidere ich gleich.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir schon manchmal Gedanken darüber gemacht habe, ob ich vielleicht in Frankreich verliebt bin.
Manchmal, wenn er mich auf Konferenzen wieder so angelächelt hat und mir eine Gänsehaut über den ganzen Körper gelaufen ist.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich sowieso nicht mit ihm zusammen kommen würde, und dass es deshalb egal ist, ob ich ihn liebe, oder nicht.
Aber das sieht ja jetzt wohl anders aus!

Wir lassen wieder voneinander ab, und ich antworte ihm, nach Atem ringend:
"I love you too!"
Er lächelt, da drängt sich auf einmal jemand zwischen uns.
Ich hebe den Kopf und ein von Ohr zu Ohr grinsender Amerika sieht mich an.
"Hey dudes, sorry wenn ich störe, aber Deutschland meint, wir sollten uns lieber alle von hier verpissen, denn wenn unsere Vorgesetzten erfahren, dass wir uns nicht brav abknallen, dann werden die sicher sehr sauer sein! Und ich würde aufhören, in Ungarns Gegenwart rumzumachen, sonst stalkt sie euch noch…"
Ich tausche einen Blick mit Frankreich, der jetzt ebenfalls grinst, mir den Arm um die Schultern legt und mich hinter dem immer noch plappernden Amerika herzieht.

Plötzlich trifft mich die Erkenntnis wie ein Schlag. Warum tun alle so, als wäre alles wieder ganz normal? Nur, weil wir uns nicht gegenseitig ermorden, heißt das doch nicht, dass für die Einwohner unserer Länder das Gleiche gilt…
Die Welt wird bald vom Chaos beherrscht werden! Kriege, Kampf, Tod. Überall!
Sobald irgendjemand die erste Atombombe schmeißt, wird mindestens Einen von den kleineren Nationen das Zeitliche segnen…
Wissen die Anderen das nicht? Oder wollen sie es einfach nicht wahrhaben, und verdrängen die Gewissheit, dass sie vielleicht vor dem nächsten Tag nicht mehr existieren?
Ich will Frankreich anschreien, ihm sagen, was gerade in mir vorgeht, Amerika zusammenscheißen, dass er gefälligst nicht so grinsen soll, wo doch jeden Moment einer von uns tot umfallen könnte.

Aber ich tue es nicht.

Ich stupse dem Franzosen nur in die Seite, erkläre ihm, dass ich Ungarn nirgendwo entdecken kann und vereine unsere Lippen wieder.

"I love you, Francis… Forever!"
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