Du bist nicht allein!

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Draco Malfoy Severus Snape
03.04.2013
07.04.2013
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Du bist nicht allein!

Vater? Liebst du mich?

Ein Mann mit langen, schwarzen Haaren; wo der Pony wasserstoffblond war saß in einem Café und wartete auf seine Verabredung. Vor fünfzehn Minuten hätte diese da sein müssen. Immer wieder sah er aus dem Fenster, welches an seiner rechten Seite war, doch sah er seine Verabredung nicht. Eine Kellnerin erschien an seinem Tisch. Er saß schon 30 Minuten hier. Er bestellte sich einen Kräutertee und sah wieder aus dem Fenster. Sein Blick wurde wehmütig als er einen Vater sah, welcher seinen kleinen Sohn auf den Arm nahm und ihn durch die Gegend wirbelte. Das hätte er sich in seiner Kindheit auch gern von seinem Vater gewünscht, aber die Realität war grausam und unfair, dass hatte er schon in jungen Jahren begreifen müssen. Wie sehr wünschte er sich doch, dieses Kind zu sein. Von seinem Vater geliebt, normal und nicht von diesem verstoßen worden.

Wunschträume! Dachte er nur bitter, während sein Blick an dieser Szene haften blieb.

Heute hatte er sich mit seinem Vater verabredet. Sie wollten sich aussprechen, doch wiedermal schien der Ältere zu spät zu kommen. Wie immer. Nicht einmal für seinen Sohn konnte er pünktlich sein.

<< Er wird dich nie so akzeptieren, wie du bist. Deswegen hast du doch vor Jahren der Zaubererwelt den Rücken gekehrt, doch immer noch will er dich nicht sehen. Akzeptiere es endlich. Er will mit so jemanden, wie dir nichts zu tun haben. Du bist es einfach nicht wert. >> sagte eine Stimme in ihm höhnisch. Sie hatte recht, wie er fand. So jemanden wie ihn konnte man nicht lieben. Sonst wäre er jetzt nicht so allein.

Er trank einen Schluck von seinem Tee, welcher ihm vor fünf Minuten hingestellt wurde und sah weiter aus dem Fenster. Seine Augen folgten den Schnee, welcher in mehreren Flöckchen sanft zu Boden rieselte. Plötzlich nahm er eine Gestalt war von welcher er dachte es sei sein Vater, aber dem war nicht so. Traurig ließ er den Blick auf seine Teetasse sinken.

<< Was hab ich dir gesagt? Er wird nicht kommen. Du bist es nicht wert! Dich wird er nie lieben können. Das hat er damals nicht und wird es auch heute nicht, also mach dir keine Hoffnungen. >> sagte diese Stimme voller Hohn.

Der Mann trank wieder einen Schluck und sah auf die Uhr, welche über der Theke des Café Standes hing. 11 Uhr 45. Sein Vater war schon über eine Stunde zu Spät. Sie hatten sich für um 10 Uhr 35 verabredet, doch er schien nicht zu kommen. Der Tee war auch schon längst kalt, so kalt wie in seinem Innerem. Kalt und Leer. Er war einsam. Wünschte sich jemandem, egal wen, zum Reden. Aber wer wollte schon mit ihm reden! Er war ein Mörder! Und auch wenn die Leute es in seiner Umgebung nicht wissen. Er blockte sie ab, um nicht mehr verletzt zu werden. Und doch! Trotzdem hat er Kontakt zu seinem Vater aufgenommen. Vielleicht konnte er ja mit ihm reden! Hatte er sich gedacht, doch scheinbar interessierten die Sorgen seines Sohnes Tobias nicht. Obwohl er doch zugesagt hatte. Wieso hatte er überhaupt mit seinem Vater Kontakt aufgenommen?

Seitdem er gerettet worden und im Krankenflügel aufgewacht war, da hatten sie ihn alle mit Fragen bombardiert. Als er dann genesen war und diese ganzen fröhlichen Leute gesehen hatte. Alle mit ihren Familien, Freunden ect., da dachte er sein Herz würde gleich vor Schmerz und Sehnsucht zerspringen. Sein Patenkind Draco hatte er seit dem Ende des Lord´s nicht mehr gesehen. Nicht ein einziges Mal hatte dieser ihn besucht und das hatte ihn am Meisten geschmerzt. Was auch mit einer der Gründe war, warum er einfach abgehauen war, seinen Zauberstab zerbrochen und in den Wald geworfen hat, danach war er einfach abgehauen. Irgendwohin. Nur weit weg von der Zauberergesellschaft, von dem ganzem Schmerz, doch konnte er seine Vergangenheit nicht abschütteln. Jeden Abend hatte er diese Albträume. Seit nun mehr neun Jahren, oder wie im Fall des Mordes an Dumbeldore 11 Jahre. Er konnte seiner Vergangenheit nicht entfliehen, weshalb er sich schon des Öfteren wünschte tod zu sein. Doch Selbstmord war für ihn keine Option. Das war eindeutig zu feige. Irgendwie hatte er gehofft, wenn er mit seinem Vater redet, dann könnte es ihm besser gehen. Er hatte doch sogar in der Muggelwelt einen gut bezahlten Job. Buchübersetzer, was er problemlos zu Hause machen kann und keiner ihm auf die Nerven gehen kann. Zuerst hatte er Mühe gehabt, um mit der Technik klar zu kommen, doch jetzt beherrschte er es perfekt. Ob das seinen Vater stolz machen würde? Eine kleine Hoffnungsblume war in ihm, doch was nützte es für ihn, zu hoffen. All seine Hoffnungen und Träume waren von ihnen zerstört und seine Gefühle mit Füßen getreten worden. Weswegen er nur noch alleine bleiben wollte. Sozusagen existierte er nur noch.

Manchmal schaffte er es nicht mal mehr seine Gefühle zu verbergen, aber wenn dies geschah, dann war er meistens zu Hause und das Einzige, was er eigentlich immer fühlte war Leere und Einsamkeit. Gefühle, welche ihn sein ganzes Leben lang immer begleiteten. Zuerst hatte er sich immer an die glücklichsten Erinnerungen in seinem Leben geklammert, um nicht in die Tiefe zu fallen, doch seit er Albus mit dem Avada Kedavra umgebracht hatte, da war sein einziger Lebenszweck nur noch gewesen Voldemort aufzuhalten und Potter, nein, Harry das Leben zu retten. Am Liebsten wäre er an seinen Verletzungen, in dieser elenden Hütte verreckt. Wieso hatte der Junge ihn nicht einfach sterben lassen? Er war es doch nicht mehr wert zu leben und trotzdem lebte, oder eher existierte er noch, wenn er nicht langsam an Unterernährung starb oder an den Schmerzen in seinem Herzen. Wieder sah er auf die Uhr. 12 Uhr 45. War er wirklich solange in Gedanken gewesen? Muss wohl, aber was sollte es ihm noch ausmachen. Zeit hatte er genug, da die Übersetzungen alle schon fertig waren, welche er bald abschicken musste und nebenbei verdiente er noch Geld, indem er eigene Bücher schrieb. Bücher über Medizin, Alchemie und auch Kinderbücher, welche sich doch recht gut verkauften, doch trotzdem hatte er sich nur eine geräumige Drei Raumwohnung gemietet. Ein großes Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein großes Arbeitszimmer, mit großem Bad, wo eine Toilette, eine Dusche, ein Waschbecken und eine Waschmaschine drinne standen und einer voll eingerichteten Küche. Die Vormieter hatten ihm die Einrichtung überlassen und ihm auch geholfen mit dem Geld umzugehen, da sie Mitleid mit ihm hatten.

Er hatte es nicht gewollt. Kam sich vor, wie ein Schmarotzer, doch trotzdem hatten sie ihm geholfen und als er genug Geld hatte, da hatte er es ihnen anonym zurückgegeben. Er war nicht so einer. Mochte es nie, wenn ihm jemand was gab, was ihm nicht zustand. Das war wohl eine der wenigen positiven Eigenschaften, die er inne hatte. Er trank seinen Tee leer und als er wieder auf die Uhr schaute, da war es schon 13 Uhr 30. Nein, sein Vater würde nicht mehr kommen. Er stand auf, zog sich seine schwarze Winterjacke an, nahm seine Tasche und ging bezahlen. Den mitleidigen Blick der Kassiererin nahm er gar nicht wahr und verließ voller Enttäuschung das Café. Er machte sich auf den Weg nach Hause und plötzlich hörte er jemanden um Hilfe rufen. Es war nur schwach, aber trotzdem hörte er es und auch die Stimme erkannte er. Es war die Stimme seines Vater´s. So schnell er konnte lief er in die Richtung, aus der er die Stimme vernahm und fand den Älteren aus einer Wunde im Bauch blutend am Boden vor. Als Tobias seinen Sohn erblickte, da musste er trotz der Schmerzen lächeln. Nach etlichen Jahren sah er sein Kind wieder und wollte sich am Liebsten, für alles, was er diesem angetan hatte, entschuldigen und es wieder gut machen, doch dies konnte er wohl jetzt nicht mehr.

„Severus, mein Sohn. Es tut mir leid, dass ich nicht kam, doch wollte ich dir was zum Geburtstag kaufen und wusste nicht was. Da habe ich dir dein Lieblingsbuch gekauft. Es tut mir leid, dass ich es damals verbrannt habe.“, sprach er schwach, während der ehemalige Zauberer verzweifelt versuchte das Blut zu stoppen. Jetzt wünschte er sich, seinen Zauberstab nie zerstört zu haben, dann hätte er für seinen Vater mehr tun können. Seine vor Hektik zitternden Hände wurden von denen des Älteren festgehalten. Er sah den Älteren verzweifelt an.

„Es ist zu spät für mich. Mein Körper macht es eh nicht mehr lange.“, sagte Tobias immer schwächer werdend.
„Nein, du wirst nicht sterben. Das lasse ich nicht zu.“, sagte Severus immer verzweifelter.
„Es ist für mich zu spät, mein Sohn. In zwei Wochen würde ich eh sterben und das es jetzt passiert ist eben Schicksal. Ich...“
„Hör auf mit dem Unsinn und lass mich los, damit ich dir helfen kann.“, unterbrach ihn sein Sohn aufgebracht und wollte sich aus den Griffen des Älteren winden, doch dieser war erstaunlich stark dafür, dass dieser Mann da am Boden über 60 war und so schwer verletzt.

„Du bist ja nur noch Haut und Knochen. Was haben diese Leute mit dir gemacht?“, fragte dessen Vater und ließ eine Hand seines Sohnes los, um ihm diese auf die eingefallene, blasse Wange zu legen.
Für einen Moment spürte Severus die Vaterliebe, nach welcher er sich schon solange gesehnt hatte und die Einsamkeit und der Schmerz verschwanden etwas, doch gleichzeitig bildete sich ein Kloß in seinem Hals, weswegen er die Frage nicht beantworten konnte. Auch die andere Hand ließ seine los und holte ein Buch aus der Tasche, welches er seinem Sohn in die Hand drückte. Dieser steckte es weg und holte was aus seiner Tasche, um dem Älterem die Wunde zu  verbinden.

„Es ist zu spät! Ich habe zu viel Blut verloren. Du kannst nichts mehr für mich tun. Ich bin nur froh, dich noch einmal gesehen zu haben, bevor ich sterbe. Ich habe dich immer wie einen Sohn geliebt.“, waren die letzten Worte von Tobias Snape, bevor dieser in den Armen seines Sohnes starb und die Hand von der Wange des Jüngeren rutschte. Genau zu diesem Moment regnete es und Severus stieß einen markerschütternden Schrei aus.
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