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(Un-)Sicher

von Orgel
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Armin Castiel
02.04.2013
03.04.2013
3
2.581
 
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02.04.2013 575
 
Das erste, was ich an diesem Tag hörte war ausnahmsweise mal nicht das erbarmungslose Klingeln meines Weckers, sondern das beruhigende Zwitschern der Vögel im nahegelegenen Wald. Er würde eigentlich erst in einer halben Stunde klingeln, weshalb ich ihn ausstellte, damit er nicht unnötigerweise doch klingelte. Man kann sich ja nicht darauf verlassen, dass man von alleine wach wird bevor man geweckt wird, sei es von seinem nervigen Wecker oder seinem mindestens genauso nervigen großen Bruder, der voraussichtlich in einer halben Stunde durch meine Zimmertür kommen würde, um mich so behutsam wie möglich aus dem Bett zu schmeißen, damit ich ihm nicht den Kopf abriss. Stimmt, warum war ich überhaupt schon wach? Ein Morgenmensch war ich nie gewesen, eher überhörte ich das Klingeln fünf Mal, als dass ich vorher aufwachte. Da traf es mich wie ein Schlag.
"Verdammt, heute ist ja mein erster Schultag!"
Wie konnte ich das nur vergessen? Ich sprang aus dem Bett, suchte meine Klamotten zusammen und sprintete ins Bad. Innerhalb einer halben Stunde war ich frisch geduscht, angezogen und geschminkt. Danach ging ich in die Küche, um zu frühstücken.
"Enola? Du bist schon wach?", hörte ich Keanu aus meinem Zimmer rufen.
"Jaa, aber stör mich nicht! Ich muss mich beeilen, ich will nicht an meinem ersten Tag zu spät zur Schule kommen und direkt einen schlechten Eindruck bei den Lehrern hinterlassen."
"Also erstens: Das tust du ohnehin früher oder später, warum also nicht früher? Und zweitens: Dein Bus kommt doch erst in einer Stunde... Also stress mal nicht so."
Plötzlich stoppte ich jede Bewegung, mein Toast in der einen Hand und das Messer, das ich gerade in die Nutella getaucht hatte, in der anderen haltend und schaute meinen Bruder mit einer Mischung aus Verwirrung und Unglauben in die Augen. Doch dann erinnerte ich mich und seufzte, entspannte mich und setzte mich an den Esstisch, der genau vor der Arbeitsfläche stand.
"Stimmt, ich bin ja heute früher aufgewacht als sonst. Was für eine Energieverschwendung so früh am Morgen.", jammerte ich und ließ dabei meinen Kopf geräuschvoll auf den Tisch fallen.
"Na immerhin kommst du heute wohl wirklich nicht zu spät.", lachte Keanu, offensichtlich schadenfroh darüber, dass ich mich unnötig gehetzt hatte. Obwohl er sich, nachdem unsere Eltern nach Frankreich versetzt wurden, nun um mich kümmern sollte, benahm er sich doch manchmal wie ein Grundschüler. Ich warf ihm einen Killerblick zu, woraufhin er nur eine Hand vor den Mund nahm um das Lachen so gut es ging zu unterdrücken. Jeder andere Mensch wäre schreiend davongelaufen. Doch Keanu war einfach schon zu sehr daran gewöhnt. Erneut seufzte ich und wandte mich wieder meinem Essen zu.
Irgendwann schaute ich zur Uhr. Immer noch eine halbe Stunde. Ich stand auf und erntete verwunderte Blicke von meinem Bruder, als ich meine Tasche nahm und mich auf den Weg zur Haustür machte.
"Was? Du gehst jetzt schon?"
"Klar, ich hab ohnehin nichts mehr zu tun, außerdem ist schönes Wetter draußen und ich hab das und das hier." Ich hielt meine PSP und meinen iPod hoch und grinste ihn an. Stimmt, der Winter war gerade vorbei und es wurde nun immer wärmer. Auch die Sonne wurde immer kräftiger und schien den Winter mehr und mehr verdrängen zu wollen. Als er nur verständnislos, jedoch lächelnd, den Kopf schüttelte, drehte ich mich zum Gehen und verabschiedete mich noch, kurz bevor ich die Tür zu machte.
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