Menschliche Gefühle

von Erenya
KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P12
02.04.2013
02.04.2013
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“Pretty Cure! Pretty Cure! PRETTY CURE!!! Diese dummen Puten nerven. Was bilden sie sich ein, uns einfach jedes Mal vernichtend zu besiegen?”
Wütend warf Ira einen Dartpfeil auf die von Bel aufgehängte Scheibe, die eigentlich dazu bringen sollte den Jungen zu beruhigen, immerhin hatten sie ein Bild von Pretty Cure aufgehängt. Doch der Junge war einfach zu unkonzentriert, so dass es ihm kein einziges Mal gelang auch nur eines der Bilder oder die Scheibe zu treffen.
“Ira, du musst dich beruhigen, sonst kommst du nie an dein Ziel.”
Belustigt sah Mammo zu Ira, der ihr nur einen wütend tödlichen Blick schenkte. Er wollte sich nicht von Mammo sagen lassen, wie ruhig er sein musste, wenn er seine Ziele erreichen wollte. Sie selbst war ja nicht besser und hatte es nicht geschafft, Pretty Cure in die Knie zu zwingen.
“Sei ruhig, Mammo!!!”
Erneut nahm sich Ira einen Pfeil und versuchte mit diesem gezielt die Scheibe zu treffen, doch wie schon zuvor blendete ihn seine blinde Wut und brachte ihn um seine Konzentration.
“Und was machst du da, Bel?”
Desinteressiert davon, dass der Kleine einfach nicht auf sie hören wollte, schließlich hatte sie ja auch das bessere Aussehen und wusste somit was das beste für ihn war, wandte sich Mammo an Bel, der auf seiner üblichen Couch lag und mit einem Lolli im Mund ein paar Unterlagen durchblätterte.
“Vielleicht… Sind wir das ganze falsch angegangen. Schließlich sind Pretty Cure auch nur normale Menschen mit persönlichen Bedürfnissen und Wünschen.”
Verwundert über Bels Worte, hob Mammo eine Augenbraue und sah zu, wie sich der ältere erhob. Was auch immer er damit andeutete, er hatte einen Plan.
“Willst du dieses Mal dein Glück versuchen?”, fragte die Schöne belustigt, denn sie glaubte nicht daran, dass Bel viel mehr Glück haben würde als sie und Ira.
Noch dazu, wäre es ja sie, die Pretty Cure besiegen würde, wenn es denn mal gelang.
“Es hat nichts mit Glück zu tun, wenn man die Wünsche und Herzen seiner Gegner kennt.”, brummte Bel und warf Mammo die Unterlagen hin, auf die sie genau sah.
Sie erkannte die Bilder der Pretty Cure und die dazugehörigen Notizen mit ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen.
Sie ahnte bereits, was Bel vor hatte und wenn sie richtig darüber nachdachte, war der Plan alles andere als dumm. Allerdings war es nicht gut, wenn er alleine die Lorbeeren dafür einheimsen konnte, weswegen sie sich erhob.
“Ich komme mit.”
Zufrieden wie immer sah sie auf, doch außer Ira, der sie nur verwundert und fragend ansah, war niemand mehr hier.
“Bel ist schon weg”, feixte Ira schadenfroh und warf einen Pfeil blind auf die Scheibe.
Und zum ersten Mal an diesem Tag, traf die zerstörerische Spitze ihr Ziel in Cure Hearts Gesicht.

Verwundert betrat Aida Kentarou die Küche seines Restaurants, als er die Geräusche von laufenden Wassers hörte. Es war viel zu früh, als das sein Schwiegervater nun hier hantieren und ihm später wieder Vorhaltungen machen würde, wie unvorbereitet er war. Und da er nicht in der Küche war, konnte er es also unmöglich sein.
‘Ein Einbrecher?’, fragte er sich in Gedanken, wobei er dies schnell wieder verwarf, denn was wollte ein Einbrecher in seiner Küche und warum sollte er den Wasserhahn anmachen?
‘Ein hungriger Einbrecher?’
Dieser Gedanke klang schon eher logisch, auch wenn er immer noch absurd genug war, so dass es unmöglich das sein konnte.
“Jetzt noch die Möhrenherzen…”
Erleichtert lächelte Kentarou als er die Stimme seiner Tochter bemerkte. Sie konnte unmöglich ein hungriger Einbrecher sein. Die Frage war nun nur noch, was sie hier in der Küche suchte. Vor allem um dieser Uhrzeit sollte sie noch im Bett liegen und schlafen.
Verwundert spähte Kentarou um die Ecke der Tür, die in die Küche führte. Dort stand sie, seine Tochter, die bemüht und mit einem Lächeln im Gesicht auch einer Möhre Herzen machte.
Vor ihr häufte sich ein Berg von Gemüse wie Zwiebeln, Zucchini, Kartoffeln… Er glaubte sogar noch etwas Lauchzwiebel und Paprika in dem Berg erkennen zu können und wusste sofort, was seine Tochter vorhatte.
‘Stimmt ja, sie begleitet ihre Freundin zu einem Konzert. Vielleicht sollte ich ihr noch ein paar Früchtetörtchen mitgeben.’
Schmunzelnd, wandte sich Kentarou wieder von der Tür ab und lief zurück zum Schlafzimmer, wo seine Frau immer noch im Land der Träume verweilte.

Mit gepacktem Rucksack stand Mana pünktlich vor dem Restaurant und wartete darauf, dass der Wagen von Makoto vorfuhr.
“Sollen wir wirklich nicht die anderen anrufen und bescheid geben, sharu?”, fragte Sharuru, weil es ihn schon irgendwie störte, dass weder Rikka noch Alice von diesem Konzert wussten.
“Nein, das wird nicht nötig sein. Außerdem, wäre es doch dann keine Überraschung mehr.”
Lächelnd wie gewöhnlich sah Mana ihr Pet an, dass schon ein schlechtes Gewissen hatte, denn es hatte niemanden, nicht einmal Rachel und Lance von diesem Konzert erzählen durfte. Alles war streng geheim.
“Ah, da kommt sie!!!”
Lächelnd winkte Mana dem Auto, das langsam in ihre Richtung gefahren kam. Ohne lange zu zögern stieg sie in dieses, als es zum stehen gekommen war und die Hintertür aufging.
Immerhin hatten sie keine Zeit zu verlieren. Alles musste schnell über die Bühne gehen, damit sie alles für die große Überraschung vorbereiten konnten.

Langsam lief Rikka die Treppe hoch. Da heute Sonntag war, wollte sie sich mit Mana treffen und mal wieder etwas mehr Zeit mit ihrer besten Freundin verbringen. Seit sie Pretty Cure geworden waren und seit nun auch Sword ein Mitglied ihres Teams war, hatten sie nur seltener was alleine unternommen.
Doch kaum, dass sie die letzte Stufe genommen hatte, fuhr Makotos Auto an der blauhaarigen vorbei, weswegen sie verwundert aufsah und gerade noch Mana sehen konnte, die darin saß.
Ihr war sofort klar, was das bedeute, sie und Alice waren für heute mal wieder abgeschrieben. Schon seit Wochen ging das so und langsam deprimierte es Rikka, denn immer war Makopi alles, woran Mana dachte. Für sie gab es da nur noch einen Platz, das Zuhause von Alice.

Wider ihrer Tagesplanung saß Rikka nun bei Alice und genoss einen neuen ausländischen Tee, dessen Aroma so exotisch war, dass Rikka glaubte ein normalsterblicher müsste ein Vermögen blechen, damit er es nur einmal einatmen durfte.
Auch ohne das Rikka nur ein Wort sagen musste, verstand die Yotsuba Erbin, was ihre Freundin und Pretty Cure Kollegin so verärgert hatte. Schließlich war es seit Wochen das Thema.
“Hast du versucht sie anzurufen?”, fragte Alice ruhig und trank einen Schluck von dem exotischen Tee.
“Ja, aber sie geht nicht ran. Ich weiß gar nicht, was es dieses Mal ist.”
Rikka wusste selbst nicht, was sie mehr störte. Das Mana wieder einmal mehr Zeit mit Makoto verbrachte, oder dass sie dieses Mal nicht Bescheid gesagt hatte, worum es ging.
“Nun, dank des Yotsuba-Netzwerkes weiß ich, dass Makopi heute ein Konzert gibt. Die Karten waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, so dass man sie im Internet nur noch zu horrenden Summen ersteigern kann.”
Rikka wusste, was Alice ihr damit sagen wollte. Sie konnte es sich also aus dem Kopf schlagen, auch nur zur Konzerthalle zu fahren um mit Mana zu sprechen.
“Ich hatte uns drein eigentlich eine besorgt, aber wie mir scheint, ist eine überflüssig.”
Hoffnungsvoll sah die Blauhaarige zu ihrer vermögenden Freundin, die lächelnd drei Konzertkarten hochhielt, auf denen der Name des Acts, der Block und die Sitzreihe gedruckt war. Eigentlich hätte sie sich das ja denken können. Immerhin gehörte die Konzerthalle wahrscheinlich auch der Yotsuba-Gruppe.
“Dann lass uns gehen, ich muss unbedingt mit Mana reden.”
Nun wieder mit einem Plan vor Augen, griff Rikka zu ihrer Tasse und trank den Tee in einem Zug aus.

“Mana-chan, bring diese Kisten bitte ins Lager. Wir brauchen den Platz.”
Nickend hob Mana die Kisten auf, als einer der Staffmänner sie darum bat noch die im Weg stehenden Kisten zu beseitigen.
Alles war bereit für Makopis Konzert und schon hier drinnen konnte Mana die Aufregung und Begeisterung von Makotos Fans hören und spüren. Dieses Konzert würde ohne Zweifel einfach grandios werden. Und danach konnten sie die kleine Überraschung für ihre anderen Freundinnen zünden.
“Wo steckt Mana nur?”
Von einer gut vertrauten Stimme aus den Gedanken gerissen, sah Mana, immer noch die Kisten tragend, sich auf dem leeren Gang um. Doch nirgends war auch nur eine Person zu sehen.
“Rikka?”, fragte sich Mana leise, denn sie war sich ganz sicher, dass sie die Stimme ihrer besten Freundin gehört hatte.
Doch weil sie niemanden sah, schüttelte sie nur den Kopf und lächelte.
“Jetzt bilde ich mir ihre Stimmen schon vor Vorfreude ein.”
Ohne weiter nach dem Urheber der Stimme, der ja nicht Rikka sein konnte, denn die wusste nichts von diesem Konzert, machte sich Mana wieder an die ihr zugeteilte Arbeit. Die Kisten trugen sich schließlich nicht von alleine weg.

Konzentriert saß Makoto vor ihrem Text, den sie in Gedanken noch einmal durchging und in ihrem Herzen sang. Nur ganz indirekt nahm sie das Gewusel von draußen wahr, denn sie war gerade, in den letzten Minuten vor dem Konzert, in ihrer eigenen kleinen Welt.
“Makoto, es fängt gleich an.”
Innerlich zuckte das Idol zusammen als sie Davi hinter sich hörte. Doch sie zeigte es nicht äußerlich, dass sie sich erschrocken hatte, genauso wenig zeigte sie, dass sie eigentlich schon etwas nervös war. Obwohl sie wusste, dass die eine Person, für die sie sonst immer sang, nicht hier war, machte sich eine gewisse Aufregung in ihr breit. Doch sie durfte ihr nicht nachgeben und Fehler machen, schließlich wollte sie dass die Menschen, die wegen ihr gekommen waren, lächelten.
“Ich komme”, verkündete das Mädchen und erhob sich von ihrem Platz und sah sich noch einmal in dem Spiegel an.
Viele Menschen hatten hart für dieses Konzert gearbeitet und legten nun ihre Wünsche, ihre Liebe und ihre Hoffnungen in Makotos Hände.
“Okay, wo ist Mana!!!”
Makoto war gerade zur Tür gegangen, als diese aufschwang und Rikka in Begleitung von Alice reinkam.
‘Sie sollten nicht hier sein!’
Erschrocken weiteten sich Makotos Augen, denn eigentlich hätten Alice und Rikka nichts von dem Konzert erfahren sollen. Schließlich würde sonst ihre und Manas Überraschung nicht funktionieren, wenn die beiden Freundinnen schon jetzt hier waren.
“Was macht ihr hier?”, fragte das Idol verwirrt und sah die beiden an.
Doch scheinbar war es diese Frage, die Rikka nur wütend machte, denn dass sie alles andere als erfreut war, stand ihr deutlich im Gesicht geschrieben. Jedoch verstand sie nicht, was genau Rikka so wütend machte.
“Was wir hier machen? Wir suchen Mana! Also, wo ist sie?”
Leise seufzte Makoto, denn wenn sie ehrlich war, wusste sie auch nicht wo Mana gerade steckte. Kaum dass sie hier bei der Halle angekommen waren, war Mana aus dem Wagen gesprungen und hatte sich an die Arbeit gemacht. Es passt einfach zu der Frohnatur, die allem und jeden helfen wollte.
“Das letzte Mal habe ich sie bei der Bühne gesehen”, erklärte Makoto ruhig und sah zu Davi die nickte um ihre Worte zu bestätigen.
“Makoto, wir müssen.”
Obwohl das Idol gerne mehr mit Rikka gesprochen hätte, um sie wieder zu beruhigen, konnte sie nicht, denn das Konzert jetzt war wichtiger.
“Wartet hier auf sie. Sie dürfte bald wieder da sein. Ich denke, dass sie euch dann alles erklären wird.”
Mehr konnte Makoto nicht sagen, denn sie musste schnell zur Bühne, wo man ihr noch das Mikrofon anlegen und sie ordentlich verkabeln würde.
“Warte!”
Rikka wollte Makoto noch aufhalten, denn sie konnte nicht zulassen, dass diese sich so leicht vor einer Erklärung drückte. Doch es war schon zu spät, denn schnellen Fußes verschwand das Idol in Richtung Bühne.

Genüsslich lutschte Bel seinen Lolli, während er die Szene zwischen den drei Cures beobachtete. Er hatte noch nicht einmal etwas tun müssen und war einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er spürte bereits die Energie die durch den menschlichen Neid freigesetzt wurde und hatte das Gefühl, das König Jikochuu durch diese Energie noch schneller erwachen und zu Kräften kommen konnte.
Vorsichtig sah sich Bel um und stellte sicher, dass weder Mana noch Makoto hier in der Nähe waren und ihn bei seinem vorhaben stören würden.
“Beruhige dich Rikka, cherru. Ich kann ja verstehen, was in dir vorgeht, aber Mana und Makoto sind beide unsere Freunde, cherru. Und wer weiß, vielleicht gibt es eine logische Erklärung dafür, dass sie uns nichts von diesem Konzert erzählen wollten.”
Nun doch etwas verstimmt verzog Bel das Gesicht, als Rachel auf Rikka einsprach und versuchte sie von ihren egoistischen abzubringen. Doch sie war ja nicht die einzige, deren Gefühle negativ genug waren, um sie für sich zu nutzen.
‘Ich hätte gerne Mana dieses Konzert ermöglicht. Nun habe ich diese Karte umsonst besorgt. Bald wird sie mich gar nicht mehr brauchen.’
Schmunzelnd nahm Bel den Lolli aus dem Mund und lauschte den Gedanken von Alice, die scheinbar enttäuscht davon war, dass sie es nicht mehr war, die Mana den Zutritt zu exklusiven Orten ermöglichen konnte. Mit Makoto hatte sie eine richtige Konkurrenz bekommen, denn als Idol konnte sie zu jedem Filmstudio oder bekam VIP-Tickets für ihre Konzerte.
‘Nein, so darf ich nicht denken. Mana ist doch nicht nur deswegen mit mir befreundet und ich auch nicht. Wir sind Freunde weil wir einander mögen.’
Schnell wie bei den meisten seiner Opfer waren die negativen Gedanken wieder fast verschwunden. Doch noch immer gab es einen kleinen Flecken im Herzen, denn er mit wenigen Worten ausweiten konnte.
‘Mana verbringt in letzter Zeit nur noch Zeit mit Makoto. Sie soll auch etwas mit mir unternehmen.’
Es war die Stimme der blauen Cure, die sich nun erhob. Scheinbar hatten Rachels Worte nichts gebracht. Zu seinem Glück.
‘Aber… Vielleicht reagiere ich nur über. Ich kenne Mana schon so lange. Und Makoto ist ja nun auch eine Freundin.’
Langsam beruhigten sich die egoistischen Herzschläge beider Mädchen. Bel wusste, dass er schnell handeln musste, wenn er Pretty Cure für immer beseitigen wollte.
‘Ihr wollt euch doch nicht eure Freundin von einem Möchtegern-Idol wegnehmen lassen. Besiegt sie und nehmt euch eure Freundin zurück. Lauft Amok.’
Gezielt schickte Bel seine Gedanken in die Köpfe beider Cures. Sie erkannten seine Stimme, was er nur zu deutlich sah.
Vorsichtig kam er aus seinem Versteck. Für die beiden Mädchen war es zu spät, er hatte seine Saat gesät und die restlichen Pretty Cure konnten nun nur noch seinen Sturm ernten.

Erschöpft aber glücklich, lief Mana den Gang zu Makotos Garderobe lang. Sie hörte schon die Musik, die von der Bühne kam und wusste, dass ihre Freundin alles gab und die Besucher glücklich machte.
Es schien bisher alles wie geplant zu laufen, und damit es auch weiter so blieb, wollte Mana nun eine SMS an Alice und Rachel schreiben, um ein Treffen mit ihren Freundinnen zu vereinbaren. Danach musste sie Makotos Sachen bereit legen, und schauen was sie noch tun konnte, damit beide so schnell wie möglich aufbrechen und sich mit ihren Kolleginnen treffen konnten.
“Jikochuu! Meine Freundin!!”
Erschrocken sah Mana auf, als sie die vertrauten Klänge eines Jikochuus wahrnahm.
“Ich will ihr nützlicher sein!”
Mana musste nicht lange suchen, um zu erkennen, woher die Stimmen, denn es war eindeutig mehr als ein Jikochuu, herkamen.
‘Makopis Garderobe!’
Der Frohnatur schwante etwas Böses. Sie glaubte, dass Ira oder Mammo sich eingeschlichen und einen Staff mit ihren “Gift” erfüllt hatten, um so Makotos Konzert zu ruinieren. Das konnte sie aber nicht zulassen, denn hier waren Menschen die sich so sehr auf diesen Tag gefreut hatten.
“Sharuru!!”
Sofort verstand Manas Partner was sie wollte und verwandelte sich in das Touchpad-Handy mit dem das Mädchen zu Cure Heart werden konnte.
Eilig lief sie auf das Zimmer zu und rief die magische Formel, während sie das Cure Lovies einsetzte und die Worte “Love” auf das Touchpad schrieb.
Es war nur ein Augenschlag der verging, und ehe Manas pinkes Haar zu einer langen blonden, gut gestylten Mähne wurde, die sie vor Fremden unkenntlich machte.
Bereit gegen diese Gegner zu kämpfen, stieß Cure Heart die Tür zu Makopis Garderobe auf und erblickte die zwei Jikochuus, die aussahen wie zwei schattige Versionen von Cure Diamond und Cure Rosetta.
Schnell erkannte die pinke Cure, dass es auch ihre Freunde waren, denn diese lagen bewusstlos und ohne ihre Herzen neben den Wesen, gegen die sie nun kämpfen sollte.

Ein kalter Schauer lief über Manas Rücken, als sie diese dämonische Form ihrer Freunde sah. Wie sollte sie nur gegen jene kämpfen, die ihre Gefährten waren und die sie eigentlich beschützen wollte. Wenn sie aber nicht kämpfte, würde dieses Konzert ruiniert werden und Rikka und Alice wären verloren.
“Heart, du musst etwas tun, sharu!”
Selbst ohne Sharuru Worte wusste Heart, dass sie etwas unternehmen musste. Die Frage war nur was. Und ob es Rikka oder Alice wehtat, wenn sie einen Treffer landete.
“Verwandle sie zurück, sharu!”
Obwohl Heart wusste, dass ihr Partner Recht hatte, konnte sie nicht. Sie sah einfach nur zu den Jikochuus die sie, dank Sharuru lauter Stimme, bemerkt hatten und langsam auf sie zugelaufen kamen.
“Mana!”
Wieder und wieder sprachen die beiden Schattengestalten den Namen ihrer Freundin aus, der sie sich immer mehr näherten.
“Rikka! Alice! Hört auf. Ich bin es, Mana!”
Da die pinke Cure sich nicht traute, ihre Freundinnen anzugreifen, versuchte sie irgendwie noch ihr Herz zu erreichen, und diese Jikochuu auf einen anderen Weg zu besiegen. Irgendwo tief in diesen Monstern, waren Rikka und Alice. Das zeigte sich ganz deutlich darin, dass beide Wesen stehen blieben und nun einfach zu der Cure sah, die eigentlich ihre Gegnerin war.
“Mana, ist meine Freundin.”
“Ich allein will Mana glücklich machen.”
So als hätten sie schon vergessen, dass Mana vor ihnen stand, setzten sich die beiden Cures wieder in Bewegung und machten sich zu einem Angriff bereit.
“Du kannst noch so sehr auf sie einreden. Sie werden dich nicht verschonen.”
Entsetzt wandte sich Heart um und sah Bel, der sich bedrohlich hinter ihr aufgebaut hatte. Scheinbar war er dazu bereit einzugreifen, wenn seine Marionetten weiter solange zögerten.
“BEL!!!”
Eingekesselt von ihren Gegnern, die alle drei ausholten, stand Heart wie gelähmt da und starrte zu Bel, der sie siegessicher angrinste.

Gerade Rechtzeitig hatte Sword es geschafft und ihre Teamkollegin aus der Schusslinie ihrer Gegner gestoßen. Keuchend hing sie über Heart, die sie nur fassungslos ansah.
“Sword…”, wisperte sie leise und sah die fliederfarbene Cure an, die sie ernst, fast schon böse fixierte.
“Was machst du Heart? Es ist unsere Aufgabe als Pretty Cure gegen Jikochuus zu kämpfen. Hast du das vergessen?”
Schweigend schüttelte Heart den Kopf und sah zu, wie sich die letzte Pretty Cure des Trump Kingdoms erhob und zu Bel und seine Jikochuus wandte. In ihren Augen war deutlich die Entschlossenheit zu sehen, dass sie gegen diese beiden Wesen kämpfen würde, egal wer sie gewesen waren. Sie hatte es schon einmal getan, alleine, im Trump Kingdom.
“Wir haben keine andere Wahl als sie zu bekämpfen, Heart. Nur so können wir sie retten. Verstehst du das?”
Ohne Heart auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, oder ihre Antwort abzuwarten, lief Sword auf die Jikochuus zu, bereit für ihre Freunde zu kämpfen und diese Monster zu besiegen.
“SWORD!!! NICHT!!!”
Verzweifelt rappelte sich die pinke Cure wieder vom Boden auf und lief los. Sie musste ihre Freundinnen vor Swords Angriffen beschützen, denn sie durften nicht verletzt werden. Niemand durfte sie verletzten, denn sie waren schließlich Freunde.
Schützend stellte sich Heart vor die beiden Schattenwesen und sorgte dafür, dass die lilafarbene Cure ihren Angriff beendete.
“Heart, das ist kein Spiel. Geh weg! Wir müssen sie besiegen, damit wir sie retten können.”
Wild schüttelte die Pinke den Kopf, als sie die Worte ihrer Teamkollegin hörte. Sie wollte Alice und Rikka unter keinen Umständen Schmerzen bereiten.
“Ich weiß wie du dich fühlst, Mana. Aber es gibt keinen anderen.”
Eindringlich sah Sword ihre Gefährtin an und bemerkte, wie die Jikochuu sich bereits erneut zu einem gezielten Angriff auf Heart bereit machten. Sie musste es verhindern und Heart beschützen, egal zu welchem Preis.

Heart verstand nicht was genau geschah, sie sah nur noch Swords linke Hand die sie packte und in eine Ecke schleuderte. Sie wusste nicht, was die Lilafarbene damit bezwecken wollte, und dachte fast schon, dass diese wenn nötig auch gegen ihre Kameradin kämpfen würde, wenn sie weiterhin im Weg stand. Doch als sie aufsah, bemerkte sie, dass die Jikochuus sie angegriffen und Sword sie nur beschützt hatte.
‘Sword…’
“Heute scheint ihr ja nicht sehr kampfbereit zu sein, Pretty Cure. Was ist los? Wo ist dein sonst so hell strahlender Optimismus, Cure Heart?”
Lachend besah sich Bel, wie die Cures ihrem Untergang entgegen schlitterten. Alleine wäre Sword machtlos und Heart schien jeglichen Kampfwillen verloren zu haben, als sie bemerkt hatte, wer diese Jikochuus waren.
“Heart! Sword hat Recht, sharu. Du kannst Rikka und Alice nur retten, wenn du die Jikochuus besiegst. Vertrau ihr, sie weiß schließlich am besten wie du dich fühlst, sharu.”
Zweifelnd sah Heart zu ihrem Partner, der versuchte ihr zu erklären, was sie tun musste, wenn sie nicht wollten, dass Bel gewann. Im tiefsten Inneren wusste sie ja, dass sowohl Sword als auch Sharuru Recht hatten, aber irgendwie konnte sie sich nicht zum kämpfen überwinden.
Allerdings, wenn sie nicht kämpfte, würde Sword mit Sicherheit etwas passieren und dann konnte sie nicht mehr für ihre Fans singen und diese glücklich machen. Oder die Prinzessin finden und das Trump Kingdom wieder aufbauen.
“Trauriger Jikochuu-san, der die Liebe verloren hat! Ich, Cure Heart, werde dein Herzklopfen… zurückgewinnen!”
Das Lachen Bels verstummte, als Heart sich erhoben hatte und mit ihrem gewohnten Spruch bekannt gab, dass sie nun wieder bereit war zu kämpfen. Sie musste es, für Rikka, für Alice und auch für Makopi und ihre Fans.

Dankbar sah Sword zu der pinken Cure, die ihr nun helfend zur Hand ging und sich nun ebenfalls um einen der Jikochuus kümmerte. Sie hatte ja selbst gemerkt, dass zwei dieser Wesen einfach zuviel für sie alleine waren. Doch nun, wo Heart zu ihrer stand, wusste sie, dass sie alles schaffen.
“Auf drei, Heart?”, fragte sie leicht lächelnd.
Irgendwie wusste sie, sie einander auch ohne Worte verstanden und beide gerade dasselbe dachten. Ihre Herzen schlugen im Einklang und hatten nur einen Wunsch, ihre beiden Freundinnen zu retten.
Ernst nickte Heart und lauschte Swords Stimme, die langsam runterzählte.
“Eins, zwei, DREI!!!”
Gemeinsam, sammelten Sword und Heart ihre Kraft und stießen die Schatten-Cures von sich, die für einen kurzen Moment das Gleichgewicht verloren. Diese Chance nutzten die beiden Cures und führten einen schwächenden Angriff auf die Wesen aus, die nun endgültig keinen Halt mehr unter ihren Füßen hatten und zu Boden stürzten.
Stumm sahen sich Heart und Sword an und nickten einander zu, als hätten sie ein geistiges Gespräch geführt und sich geeinigt, was nun noch zu tun war.
“Erreiche dich! My Sweet Heart!”
“Glänze! Holy Sword!”
Noch bevor die Jikochuus sich aufrappeln konnten, wurden sie von dem hellen Licht der beiden Cures erfasst und geheilt.

Eher weniger begeistert sah Bel, dass sein Plan, der anfangs so gut gewirkt hatte, gescheitert war. Kurz wog er in Gedanken ab, ob es klug war nun zu kämpfen, oder sich zurückzuziehen, wobei er zweiteres bevorzugte, denn wenn die anderen beiden wieder zu sich kamen, hatte er vier Cures zu bekämpfen und das war dann doch eher Iras oder Mammos Spezialgebiet.
“BEL!!!”
Leicht zuckte der Gegner der Cures zusammen, als er Hearts ungewohnt erboste Stimme hörte. Nun doch ein wenig von der pinken beeindruckt, sah er zu dieser und fragte sich, was sie nun noch von ihm wollte.
“Auch wenn du meinen wertvollen Freunden so etwas angetan hast… Ich werde auch dein Herz wieder mit Liebe erfüllen!!!”
Überrascht hob Bel eine Augenbraue und musterte Heart ausgiebig. So wütend sie auch klang, ihre Worte waren ohne Hass gesprochen worden. Es war fast schon interessant.
“Sicher wirst du das”, brummte Bel und löste sich in Wohlgefallen auf.

Erleichtert atmete Mana auf, als sie sah, dass ihre Freundinnen langsamen wieder zu sich kamen. Makoto war bereits wieder auf der Bühne und begeisterte ihre Fans. Jedoch würde das Konzert nicht mehr so lange gehen, so dass sie zusammen Rikka und Alice nach Hause bringen konnten.
“Mana?”, fragte die Blauhaarige leise und setzte sich auf.
Sie konnte sich an nicht mehr viel erinnern, nur noch an Bel, der Makotos Umkleide betreten hatte. Als sie sich dessen wieder bewusst wurde, weiteten sich ihre Augen, denn sie konnte Eins und Eins ganz gut zusammen zählen.
“Mana! Ich… Was haben wir…?”
Rikka wusste gar nicht was sie sagen sollte, doch Worte waren nicht nötig, denn Mana umarmte sie und drückte sie sanft an sich.
“Schon okay, ich hätte wohl genauso reagiert. Verzeih mir, Rikka.”
Mit einem leisen, fast schon zufrieden seufzen, genoss Rikka die Umarmung ihrer Freundin. Und hauchzart, dass hätte sie geschworen, glitt eine feuchte Spur ihren Hals hinab.
“Sind sie wach?”
Eilig kam Makoto in den für sie bereit gestellten Raum und sah erleichtert mit an, dass es Alice und Rikka gut ging. Irgendwann, da wollte sie auch nach Hause kommen und ihre Prinzessin in die Arme schließen. Doch vorerst gab sie sich damit zufrieden, ihre neu gewonnenen Freunde mit einer Umarmung zu begrüßen und ihre Liebe für sie zu zeigen.

Staunend sahen Alice und Rikka auf den gedeckten Tisch in Makotos Apartment. Der Blick aus dem Fenster war atemberaubend, doch noch schöner waren Manas selbstgekochtes Curry und Makotos Reisomlette.
Obwohl beide noch nicht ganz bei Kräften waren, hatten sie unbedingt wissen wollen, warum Mana und Makoto das Konzert des Idols geheim halten wollten. Und nun standen sie hier, in diesem großen Apartment, mit ihren besten Freundinnen.
“Wir wollten nach dem Konzert herfahren und alles etwas schöner machen. Wir hatten sogar schon dafür gesorgt, dass ihr abgeholt werdet…”
Alice hatte irgendwie keine Worte dafür, was sie hier sah. Zwei gekochte Gerichte von ihren Freundinnen, in dem Apartment eines bekannten Idols. Das hätte sie nicht mal mit ihren Verbindungen der Yotsuba-Gruppe erreicht.
“Wofür?”, fragte Rikka schließlich, die auch diese Überraschung nicht einfach so hinnehmen konnte, als sei sie selbstverständlich.
Mit einem leichten, durch die Dunkelheit kaum zu erkennenden Rotschimmer auf den Wangen, sah Makoto gen Boden und versuchte ihre Stimme unter Kontrolle zu halten. Sie wollte sich nicht anmerken lassen, dass es ihr schon ein wenig peinlich war.
“Ich wollte mich bei euch beiden bedanken. Weil ihr mir in letzter Zeit und auch als Cures immer geholfen habt. Also habe ich Mana gefragt, weil sie euch ja am besten kennt. Und… Naja… es sollte eine Überraschung sein.”
Obwohl Makotos Stimme mehr ein leises flüstern war, hatte Rikka sie deutlich verstanden und es war der Moment, indem sie sich so selten dumm vorkam. Sie hatte immerhin gedacht, dass Makoto ihr ihre beste Freundin wegnehmen wollte, doch nun verstand sie, dass sie nur durch die bereits bestehende Freundschaft von den drei Mädchen versucht hatte, ihnen erneut einen Schritt näher zu kommen.
Makoto hatte nicht versucht sich irgendwo dazwischen zu drängen, nein, sie hatte versucht sich einzufügen. Und das war ihr, ohne Zweifel gelungen.
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