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Gefangen zwischen den Welten

GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Freddy Krueger
02.04.2013
25.12.2013
5
6.192
 
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02.04.2013 1.359
 
Erstmal vorweg: das ist meine erste Geschichte auf fanfiktion.de und ich hoffe sie gefällt euch. P 18 wegen späterer Kapitel.Und jetzt viel Spaß beim Lesen ^^

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Ich bin Carrie und das ist meine Geschichte. Eine in letzter Zeit sehr langweilige Geschichte. „In letzter Zeit“ heißt für mich, seit ich in Springwood lebe. Aber was will man auch erwarten, wenn man aus New York kommt?

Es war ein ganz normaler Mittwochnachmittag. Gelangweilt starrte ich auf die Regentropfen, die langsam am Fenster runterliefen. Wieso hatten meine Eltern mit mir und meiner kleinen Schwester ausgerechnet nach Springwood ziehen müssen? Eine unbedeutende Kleinstadt im nirgendwo Ohios?
Das waren der falsche Tag, das falsche Wetter und die falsche Stadt um heute überhaupt noch irgendetwas Spannendes zu unternehmen. Ich seufzte, legte mich aufs Bett und schloss die Augen. Schon jetzt vermisste ich New York. Hoffentlich waren wenigstens meine Träume schöner als das hier.


~Und es stimmte. Als ich die Augen öffnete, stand ich mitten in Manhattan auf einer der überfüllten Straßen. Sofort stieg mir der vertraute Geruch der Stadt in die Nase. Links von mir sah ich die angesagten Boutiquen, an denen ich jeden Morgen auf dem zur High School vorbeikam. Die High School! Das hatte ich ja komplett vergessen! Schnell warf ich einen Blick auf meine Uhr, nur um festzustellen, dass sie stehengeblieben war. „So ein Mist!“ fluchte ich und rannte zur U-Bahn Station. Ich hatte heute wirklich keine Lust, mich wieder mit meinem blöden Mathelehrer anzulegen, nur weil ich zu spät kam.

Als ich die Stufen hinunterrannte, kamen mir keine Leute entgegen. „Komisch, normalerweise ist hier morgens doch die Hölle los?“ dachte ich, rannte aber weiter. Außerdem war es hier unten ungewohnt dunkel. ZU dunkel und- warm? Der Tunnel vor mir war in ein orange-rötliches Licht getaucht und ich konnte auch keine U-Bahnen sehen. Genauer gesagt: alle Gleise waren verschwunden. Obwohl mir mein Gefühl sagte, sofort umzukehren, zog mich ein stärkeres Gefühl weiter in den Tunnel. Am Ende fand ich schließlich die Quelle für das seltsame Licht und die Wärme: es war wie ein riesiger Heizungskeller oder eine Fabrik, überall waren Rohre, Dampf und Metallgitter. Auf einem dieser Gitter ging ich weiter in den riesigen Raum.

„Willkommen zu Hause, Püppchen.“ Hörte ich eine Stimme hinter mir sagen und drehte mich erschrocken um. Was ich da sah, war schlimmer als jeder Alptraum, den ich je gehabt hatte. Vor mir stand ein schlaksiger Mann, mit einem von Brandnarben entstellten Gesicht. Er trug einen rot-grün gestreiften Pulli und einen ziemlich schäbigen alten Hut. Mein Blick wanderte zu seiner rechten Hand, an der er einen Krallenhandschuh trug. Ich wollte wegrennen, aber ich konnte meine Beine nicht bewegen. Wie gelähmt starrte ich ihn immer noch an. Langsam, fast freundlich streckte er mir seine Krallenhand entgegen. „Komm zu Freddy!“ Es war mehr ein Flüstern, aber so bedrohlich und ekelerregend, dass ich anfing zu zittern. Er grinste mich an und lachte.

Und dann rannte ich. Ich achtete nicht darauf, ob „Freddy“ mir nachlief oder nicht. Es war mir auch egal. Ich rannte immer weiter. Mehrmals fiel ich hin, weil ich über meine eigenen Füße stolperte oder auf dem teilweise nassen Metallgitter ausrutschte. Das alles war nur ein Traum. Warum waren die Schmerzen dann so verdammt echt? Ich kletterte einige Leitern hinunter, bis ich schließlich den festen Boden der Halle erreicht hatte. Ich schaute nach oben, aber von Freddy war keine Spur mehr zu sehen. Trotzdem versteckte ich mich sicherheitshalber hinter einem der riesigen Heizkessel. Ich zitterte immer noch und mein Herz raste vom Laufen und der Aufregung. Ich versuchte möglichst ruhig zu atmen, schließlich hatte ich keine Lust, von einem Irren mit einem Krallenhandschuh aufgeschlitzt zu werden. Ich stand einfach nur eine ganze Weile da und wartete auf irgendein Geräusch, dass ihn verraten würde. Aber da war nichts! Keine Schritte, kein Atmen, gar nichts!

Ich wartete noch eine Weile, dann schlich ich leise aus meinem Versteck und ging den Weg zurück, den ich gekommen war. Ich musste es nur bis zum Ausgang dieser „U-Bahn Station“ schaffen. Falls Freddy mich immer noch verfolgen sollte, würde ich ihn am einfachsten in den Straßen New Yorks loswerden können. Erneut stand ich auf der Plattform, auf der er mir zum ersten Mal begegnet war. Ich schlich weiter in den dunklen Tunnel, der von der Halle weg führte und wieder fing ich an zu rennen. Hauptsache raus hier, wieder zurück an die Oberfläche der Stadt. Aber als ich am Ende des Tunnels ankam, war alles, was ich sah, eine kahle graue Wand. Da, wo vorhin noch Treppen gewesen waren, mein einziger Fluchtweg, war jetzt nichts! Ich stützte meine Hände gegen die Wand als hoffte ich, sie würde nachgeben.

„Du willst doch nicht etwa schon gehen, Püppchen?“ Ich zuckte zusammen. Freddys Stimme löste in mir ein Gefühl aus, das nicht da sein durfte: Vertrauen. Vertrauen, das wahrscheinlich meinen Tod bedeuten würde.
Langsam kam er auf mich zu und klimperte dabei mit seinen Metallkrallen. Dann, ohne Vorwarnung, kratzte er mit den Krallen über die raue Wand des U-Bahn Tunnels. Funken sprühten zwischen seinen Krallen und dem Beton und das Geräusch, das dabei entstand, war so schrecklich, dass ich eine Gänsehaut bekam und mir die Ohren zuhielt. Schließlich spürte ich wie meine Knie nachgaben und ich auf die Erde sank. Freddy war nur noch zwei Meter von mir entfernt. Er schien die ganze Zeit auf diesen Moment gewartet zu haben. Er hob seinen Krallenhandschuh und mit der Gewissheit darüber, was jetzt kommen würde schloss ich die Augen. Ich wimmerte. Ich wollte nicht sterben, auch nicht im Traum. Ich wartete darauf, dass seine Krallen meine Haut zerfetzten, dass das warme Blut über meinen Körper strömte... Aber nichts dergleichen geschah. Plötzlich hörte ich, wie Metall auf Metall schlug. Überrascht öffnete ich die Augen und sah einen riesigen Kerl mit ebenso zerfetzten Klamotten wie Freddy. Er trug eine weiße Hockeymaske und in der rechten Hand hielt er eine blutverschmierte Machete, mit der er Freddys Krallenhandschuh von mir weggeschlagen hatte. Er kam mir auf eine seltsame Weise bekannt vor. So als hätte ich ihn schon Mal irgendwo gesehen... aber natürlich! Damals, als ich mit Lily diesen Horrorfilm geguckt hatte. Aber das war nicht... Nein, das konnte nicht...

Wie gelähmt hockte ich immer noch auf der Erde und sah zu, wie die beiden miteinander kämpften. Was sollte ich auch sonst tun? Der Hüne hatte mir zwar das Leben gerettet, aber ich war bestimmt nicht so bescheuert, mich da weiter einzumischen.

Langsam rief ich mir wieder ins Gedächtnis, dass das alles nur ein Traum war. Ich musste aufwachen; aber wie? Verzweifelt guckte ich den Typ mit der Hockeymaske an. Schließlich war auch er in diese Welt gekommen, und scheinbar kannte er Freddy schon länger als ich. Aber die beiden waren immer noch mit kämpfen beschäftigt. „Mr. Hockeymask“ schien zwar sehr viel Kraft zu besitzen, aber Freddy war einfach schneller. Es dauert kaum eine Sekunde, dass er dem anderen mit seinem Krallenhandschuh die Hockeymaske vom Gesicht riss und in meine Richtung schleuderte. Wie in Trance griff ich danach. „Carrie?“ hörte ich eine Mädchenstimme leise meinen Namen flüstern. Die Stimme klang unglaublich weit entfernt, aber ich hatte sie trotzdem deutlich gehört. „Carrie? Wach auf!“~


Allmählich begannen der Alptraum und die Kampfszene vor meinen Augen zu verschwimmen. Das nächste, was ich sah, war das Gesicht meiner kleinen Schwester, Lily. Sie saß auf meiner Bettkante und glotzte mich an.
„Lily, was ist denn los?“

„Du hast im Schlaf geredet. Und außerdem gibt’s gleich Abendessen.“ Wenigstens etwas Erfreuliches nach meinem Alptraum. Lily guckte mich weiter an und kicherte.

„Was zur Hölle ist denn jetzt schon wieder?“ Mir war klar, dass ich nach diesem Alptraum schrecklich aussehen musste, verschwitzt und etwas durcheinander, aber ich hatte schon oft Alpträume gehabt und Lily hatte NIE darüber gelacht.

„Wo hast du DAS Ding denn bitte ausgegraben?“ kicherte sie und zeigte auf meine Brust. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich mit meinen Händen etwas an mich gedrückt hatte. Ich hielt es vor mich und mir wurde schlecht. Das war die Hockeymaske aus meinem Traum! Wie zur Hölle konnte sie hier sein? Das, was ich gerade erlebt hatte, war kein Traum. Es war real!
 
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