What was going round your head?

GeschichteDrama, Familie / P16
31.03.2013
31.03.2013
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31.03.2013 3.221
 
Heii,
hier ist die Fortsetzung zu 'Runaway'.
Die Story ist jetzt hier zu finden :D
Ich widme es Adoria Tori Frazer und DinkyHooves, da sie anscheinend dachte, das wird ne ganze Geschichte... Sorry dafür :)
Sie ist dramatisch und ein wenig seltsam, aber trotzdem viel Spaß :)
GuK eure Nessie <33333
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Wir waren wieder von dem Kennenlernabendessen zurück und ich stand gerade im Bad, um meine Haare von dem Haarspray und meine Augen von der Schminke zu befreien, als ich einen Windhauch hinter mir spürte.
Schnell drehte ich mich um und stieß einen erstickten Schrei aus.
Verdammt, das konnte doch nicht wahr sein.
Er ging auf mich zu, der andere schlug die Tür wieder zu und stellte sich davor.
Ich sah mich hektisch um. Ich würde das Fenster nicht schnell genug erreichen, außerdem war ich hier eindeutig zu hoch, um zu springen.
Mit wachsender Angst starrte ich ihm entgegen, als er direkt vor mir stand und mich aus kalten, grauen Augen ansah.
„Irene, wie schön, dich wieder zu sehen. Du siehst gut aus“, sagte er, mit schneidender Stimme, bei der sich meine  Nackenhaare aufstellten.
Ich presste meine Zähne aufeinander, um nicht aufzuschluchzen.
„Nun, dir war doch mit Sicherheit klar, dass ich das nicht so auf mir sitzen lassen konnte, nicht wahr?“
Er sprach im Plauderton, als wären wir Freunde, die über das Wetter sprachen.
„Also, ich mache dir ein Angebot. Komm freiwillig mit und den anderen Mädchen wird nichts geschehen oder wir müssen euch allen wehtun“, schlug er mir vor und ich schloss kurz die Augen, um die Tränen zurück zu drängen.
Immer noch unfähig zu sprechen, nickte ich.
„Du wählst also die erste Variante? Das ist wirklich sehr schön. Calvin, pass auf sie auf“, wies er den Türsteher an, während er raus lief und ich Türen knallen hörte, was hieß, dass er nach draußen ging.
Calvin war groß und breitschultrig und ich hatte Angst, dass er mir alles brechen würde, machte ich nur eine falsche Bewegung.
Ich trat auf ihn zu, blickte jedoch stur auf den Boden. Er packte mich am Oberarm und zog mich die Treppe nach unten.
„Lass mich los!“, fauchte ich, als ich schon wieder hängen blieb. Er ließ tatsächlich locker und ich atmete kurz auf.
Als wir am Wohnzimmer vorbei kamen, warf ich einen kurzen Blick hinein und sah etwas, das mir das Herz brach.
Jade, Perrie, Jesy und Leigh-Ann saßen zusammen gekauert auf dem Boden und starrten angsterfüllt zu den Männern in schwarz auf.
Perrie erblickte mich und quietschte kurz, weshalb mich Calvin wieder fester packte und unnachgiebig mit sich zog.
Er verfrachtete mich in ein Auto mit verdunkelten Scheiben und stieg selbst in ein weiteres ein. Neben mir saß er. Ich wusste es, obwohl ich den Blick auf meinen Schoß geheftet hatte.
„Irene, ich will dir nichts tun“, sprach er mich mit sanfter Stimme an und ich begann wieder zu zittern.
Nichts tun? Natürlich nicht, deswegen verschleppte er mich auch zum zweiten Mal.
Stur blickte ich weiterhin auf meine Hände, die ich miteinander verschränkt hatte. Wir fuhren los und ich schnallte mich schnell an.
„Hör mir zu, ich will Rache, das verstehst du doch, oder?“, redete er weiter und jetzt konnte ich mich endlich überwinden aufzuschauen. Direkt in seine kalten Augen.
„Du hattest deine Rache. Du hast sie doch beide erschossen. Was willst du mehr?“, wisperte ich, zu mehr war meine Stimme nicht imstande.
Diese ständige Angst, in dem Waisenhaus weiter zu leben, war nichts gegen diese Angst. Sie kroch von meinem Magen, aufwärts in meine Brust und setzte sich dort fest.
Sie schnürte mir die Kehle zu, nahm mir die Luft zum Atmen.
Wie hatte ich nur jemals denken können, sicher zu sein.
Drei Jahre.
Drei Jahre waren viel zu wenig, wieso war er jetzt schon hier?
„Du fragst dich bestimmt, wie ich so schnell frei kommen konnte, oder?“, fragte er, als hätte er meine Gedanken gelesen.
„Nun, ich habe Kontakte, musst du wissen“, beantwortete er, ohne auf eine Antwort von mir gewartet zu haben.
„Irene“, setzte er wieder an, doch mein Kopf fuhr ruckartig nach oben und ich zischte: „Nenn mich nicht so!“
Er lächelte mich verständnisvoll an.
„Natürlich, so willst du nicht mehr genannt werden, das verstehe ich vollkommen. Also, Ira, ich habe sie nur erschossen, weil er nicht hören wollte. Und ihn wollte ich wirklich nicht töten. Nun ja, in dieser Schießerei konnte man leider nicht mehr ganz erkennen, wen man gerade anschoss. Sei doch froh, dass du es überlebt hast. Und das bin ich auch. Schließlich lebst du jetzt bei vier ganz wundervollen und netten Frauen. Die alle ziemlich viel Geld haben“, lachte er und ich hätte ihn dafür erwürgen können.
In meinem Bauch war keine Angst mehr, nur brodelnde Wut. Wie konnte er so einfach über sie sprechen? Wie konnte er mich schon wieder wegen diesem blöden Geld entführen? Der Mann hatte doch echt einen Schaden.
Der gehörte nicht ins Gefängnis, sondern in die Psychiatrie.
„Du willst schon wieder Lösegeld? Hast du denn nichts gelernt? Oder erinnerst du dich nicht mehr, wie es beim letzten Mal ausgegangen ist?“, fauchte ich und er schüttelte grinsend den Kopf.
„Ich habe sehr wohl gelernt. Deshalb mache ich das hier ja auch. Ira, ich werde mein Geld und meine Rache bekommen, das schwöre ich dir!“
Ich verdrehte die Augen. Jetzt wurde er auch schon theatralisch.
„Wieso willst du Rache? Nur weil dein Plan nicht geklappt hat? Da warst du doch selbst schuld. Ich sollte doch Rache wollen!“, sagte ich heftig.
Ich wusste, dass man sich einem potentiellen Mörder und Entführer nicht widersetzen sollte, aber was sollte schon passieren?
Er konnte mich nicht umbringen, wenn er Lösegeld für mich wollte.
„Nun, deine Rache…da mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen“, winkte er ab und es machte mich noch wütender.
Dachte er, nur weil ich 15 war, würde ich ihn nicht sofort umbringen, wenn ich die Chance hatte?
„Das würdest du nicht“, lächelte er wieder und ich knurrte, vor unterdrückter Wut.
„Ich finde deine Namenswahl wirklich sehr originell. Eine Kurzform von Irene, die auch noch Zorn bedeutet. Wirklich beeindruckend!“, machte er weiter und plötzlich hielt der Wagen und die Tür wurde von Calvin geöffnet, der mich heraus zerrte.
„Na na, Calvin, ein bisschen sanfter wenn ich bitten darf!“, beschwerte sich mein Entführer leicht hin.
Ich wurde in eine Lagerhalle geschleift und auf einen Stuhl gedrückt. Die Tür wurde abgeschlossen und Belton setzte sich mir gegenüber.
„Ira, nun erzähl doch mal, du warst eben so wortkarg. Wie bist du zu diesen Sängerinnen gekommen? Das interessiert mich wirklich brennend“, meinte er und ich überschlug meine Beine und starrte auf mein Knie.
„Schicksal“, war das einzige, das ich sagte, bevor ich wieder eisern vor mich hin schwieg. Nach zehn Minuten des Schweigens seufzte er und nahm ein Handy aus einem Schrank und wählte eine Nummer.
Er stellte auf laut und ich hörte zweimal Tuten und dann wurde abgenommen.
„Nelson?“, hörte ich die atemlose Stimme von Jesy.
Ich keuchte erschrocken, doch Belton legte einen Finger auf seine Lippen.
„Guten Tag, Miss Nelson. Wie geht es ihnen?“, fragte Belton schneidend.
„Was haben sie mit Ira gemacht?“, japste sie und ich hörte deutlich ihre Angst.
Ich wollte schreien, ihr sagen, wo ich war, wer mich gefangen hielt und, dass sie sich keine Sorgen machen sollten, aber Belton hatte das wohl erwartet, denn er machte eine kurze Handbewegung und schon spürte ich Klebeband auf meinem Mund.
Dieser Dreckskerl, gings dem noch gut?
„Hören sie, Ira wird nichts geschehen, solange sie auf mich hören und genau das tun, was ich ihnen sage. Sie werden mir bis heute um Mitternacht 500.000 Pfund überreichen. Sie werden das Geld einem meiner Mitarbeiter geben, der sie zu Ira bringen wird. Sie werden nicht mit ihm sprechen, sie werden keine Polizei einschalten. Werden sie es doch tun, kann ich für nichts garantieren, verstanden?“, fragte er kalt.
„Verstanden. Aber woher weiß ich, dass Ira wirklich bei ihnen ist und ihr nichts passiert?“ Ihre Stimme zitterte.
Belton kam zu mir und hielt mir das Telefon hin. Da ich gefesselt und geknebelt war, blitzte ich ihn böse an. Calvin riss mir das Klebeband vom Mund und ich schrie leise auf. „Verdammte scheiße, wollen sie mich verarschen? Jesy, mir geht’s gut. Jedenfalls noch. Bitte, hilf mir“, flüsterte ich am Ende noch, bevor Belton das Handy wieder an sein Ohr hielt und sagte.
„Keine Polizei. Heute, Mitternacht.“ Damit legte er auf, sah mich besorgt an und wischte mir die Tränen weg, die aus meinen Augen rannen.
Mann, wieso immer ich? Ich hätte doch erfrieren sollen, als ich die Gelegenheit gehabt hatte. Dann hätten die Mädls und ich jetzt nicht so einen Stress.
Da kam mir eine Idee. Sie war total hirnverbrannt und ich wusste nicht, ob es etwas bringen würde, aber hatte ich eine andere Möglichkeit?
Hatte ich etwas zu verlieren?
Nein.
„Können sie bitte die Fesseln weg machen?“, fragte ich dann mit tränenerstickter Stimme. Und es funktionierte. Er dachte wohl, ich stellte keine große Gefahr dar und band mich los. Ich rieb mir die Handgelenke und nickte dankbar.
Belton und Calvin verließen diesen Teil der Halle und sperrte die Tür zu.
Die hatten wirklich großes Vertrauen.
Oder sie waren noch blöder, als ich dachte.
Schnell stand ich auf und lief zu dem großen Schrank. Ich riss alle Schubladen auf und durchsuchte sie.
Nichts Brauchbares.
Ich sah mich hektisch um. Da stand noch eine kleine Kommode.
Ich sank vor ihr auf die Knie und öffnete sie.
Eine Waffe. Ein Kleinkaliber, nicht größer, als meine Hand.
Genau das richtige. Schnell nahm ich sie und steckte sie in meinen BH.
Ich hatte ihn eh ausstopfen müssen, da er Jade gehörte und ich ihn nur trug, damit das Top passte.
Ich hörte Schritte und setzte mich schnell wieder auf den Stuhl. Mein Herz klopfte viel zu schnell und laut und ich hatte Angst, dass Belton es auch hören würde.
„Ira, hast du Durst? Oder Hunger?“, fragte er und sah mich an. Ich schüttelte den Kopf. „Brauchst du sonst etwas?“, hakte er nach und ich schüttelte wieder den Kopf.
Resigniert wandte er sich zum Gehen. Er schloss wieder ab und ich seufzte erleichtert. Dann rutschte ich von dem Stuhl runter und rollte mich auf dem Boden zusammen.
Meine Uhr zeigte halb zwölf. Nicht mehr lang und ich wäre wieder frei.
Und wenn mein Plan wirklich aufging, wäre ich ihn endlich los.
Ich hatte Angst, aber die Wut war viel schlimmer.
Ich würde mich rächen, für meine Eltern und für meine Mädls.
Die Zeit verging viel zu langsam, doch dann hörte ich ein Auto vor der Halle und setzte mich auf.
Ich war bereit.
Jedenfalls teilweise.
Türen knallten und ich stand vor der Tür. Sie wurde aufgeschlossen und geöffnet und ich gab Calvin einen Schlag mit dem Ellbogen direkt auf die Nase.
Er taumelte überrascht zurück und presste sich eine Hand auf die blutende Nase.
Dann rief er sofort nach Verstärkung, doch ich war schon längst los gerannt, in Richtung Vorderhof. Ich versteckte mich hinter ein paar Fässern und versuchte flach zu atmen.
Ich hörte schnelle Schritte in der Nähe und einen fluchenden Belton. Sein Geschrei kam immer näher und dann war er da.
Er stand mitten im Raum und sah sich suchend um, bis er mich fand. Ich hatte meine Hand in meinem Top und wartete, bis er direkt vor mir stand.
„Ira, denkst du wirklich, du könntest mir entkommen?“, fragte er sanft und wollte mich hoch ziehen, doch da stand ich schon, funkelte ihn an und zog meine Hand heraus, in der ich seine Waffe hielt.
Ich hatte sie entriegelt und spätestens jetzt, wich seine Farbe aus dem Gesicht.
Doch er fasste sich schnell wieder und schüttelte den Kopf.
„Ira, du könntest das niemals“, beteuerte er, doch ich zielte direkt auf seine Brust, legte meinen Finger auf den Abdrücker.  
„Meine Eltern. Und jetzt die, die für mich genauso viel bedeuten. Ist das ein Spiel, Belton?“, zischte ich.
Er sah mich an und senkte dann traurig den Blick.
„Ira, ich will dir doch nicht weh tun!“, beteuerte er und meine Finger verkrampften sich. „Dann lass es, Belton!“, knurrte ich und ich weiß wirklich nicht wieso, aber der Gedanke ihn tatsächlich umzubringen kam mir nicht wirklich schlimm vor.
Diese ganze Wut, dieser Hass, den ich auf ihn hatte, sammelte sich wieder in meinem Herz und ich konnte nicht mehr klar denken.
Innerhalb von Sekunden sah ich meine Eltern vor mir, wie sie beider erschossen wurden. Wie ich auf die Knie gesunken war, wie die Polizei mich mitgenommen hatte.
In das Waisenhaus gebracht hatte. Und dann sah ich ihn.
Denjenigen, der für all das verantwortlich war.
„Ira, was tust du da?“ Leigh-Anns Stimme holte mich zurück in die Wirklichkeit.
Sie lief auf mich zu, packte meinen Arm und entriss mir die Waffe.
Geschockt sah sie mich an.
Belton war losgelaufen und um die nächste Ecke verschwunden.
Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände und wischte mit ihren Daumen meine Tränen weg. „Was machst du hier?“, hauchte ich.
„Dich retten!“, entgegnete sie und versuchte sich an einem Lächeln.
Plötzlich kamen Perrie, Jade und Jesy angerannt, riefen, dass wir uns ducken sollten und warfen sich neben uns auf den Boden.
„Ich fühl mich wie in einem Actionfilm!“, keuchte Perrie und legte schützend einen Arm über ihr Gesicht.
„Was ist denn los?“, fragte Leigh-Ann, doch die lauten Schüsse reichten ihr als Antwort. „Wir haben die Polizei gerufen und sind Jesy mit einem Peilsender gefolgt, falls es dich interessieren sollte“, meinte Jade, fast beiläufig und ich nickte.
„Danke!“ Ich presste mein Gesicht auf den Boden und versuchte, ruhig zu atmen.
Ich hörte laute Rufe, Schüsse und wurde fast wahnsinnig, hier nur zu kauern und nichts zu tun. Und wieder hörte ich Schreie und hielt es nicht mehr aus.
Entschlossen packte ich die Waffe wieder, stand auf und lief los.
Polizisten liefen durcheinander und versuchten die Kidnapper unter Kontrolle zu bringen, weshalb sie mich gar nicht beachteten.
Ich ging zu der Halle, in der ich gesessen hatte.
Die Tür war durchlöchert und fiel fast aus den Angeln.
Ich spähte hinein und sah dort Belton sitzen, seelenruhig telefonierend.
Ich hatte keine Wahl. Er saß mit dem Rücken zu mir und ich hielt die Hand hoch, hielt meinen Finger auf den Drücker und dann…drückte ich ab.
Es gab ein unschönes Geräusch, als die Kugel in seinen Rücken traf und er sich erschrocken umdrehte.
Ich sah ihn an und sagte: „Ich kann es doch.“
Damit drehte ich mich um, während er zu Boden fiel und ging zurück zu den Mädls, die jetzt in einer Ecke standen und mich ansahen.
„Ira, was hast du getan?“, fragte Jesy unsicher.
„Ich habe mich gerächt. Und jetzt kommt oder wollt ihr auch noch sterben?“, fragte ich dann unwirsch und packte Jade am Handgelenk, um sie mitzuziehen. „Auch noch sterben? Ira, was hast du getan?“, quietschte Perrie und lief mit mir nach draußen.
Plötzlich tauchte ein Polizist vor uns auf, sah uns eingehend an und sagte dann: „Bist du nicht die Entführte?“
Ich nickte. „Ja, die bin ich. Und ich würde jetzt gerne nach Hause gehen“, erwiderte ich und er sah mich überrascht an.
„Ist alles okay bei dir?“, fragte er zweifelnd.
„Mir geht’s bestens.“ Ich wischte mir über die Augen, da ich wieder anfing zu heulen. „Könnten sie mich jetzt nach Hause bringen?“, krächzte ich und er nickte schnell.
Er führte uns durch das Chaos und brachte uns nach Hause.
Ich hatte inzwischen wieder angefangen zu heulen und Perrie strich mir schon die ganze Zeit beruhigend über den Rücken.
Sie brachten mich sofort ins Bett und setzten sich zu mir.
„Ira, erzähl uns jetzt mal wirklich, wer das war, was das sollte und was du getan hast“, forderte mich Jesy sanft auf, nachdem ich mich etwas beruhigt hatte.
Und ich erzählte ihnen alles. Über meine Eltern, Belton und auch, dass ich ihn umgebracht hatte.
Ich konnte es selbst nicht glauben.
Ich war doch krank!
„Ira, du hast…oh Mann, du hast ihn umgebracht!“, flüsterte Jade geschockt.
„Ich weiß. Bin ich krank?“, wisperte ich und sah sie traurig an, doch sie schüttelten alle die Köpfe.
„Höchstens ein wenig traumatisiert. Aber dafür kannst du ja nichts. Das war eine Handlung unter Schock, das müssen wir nur leider auf der Polizei melden. Sonst finden sie es so raus und dann hast du ziemliche Probleme“, erklärte Jesy und ich nickte.
„Danke, ihr seid die Besten. Ich hab euch lieb!“, hauchte ich, bevor ich in einen traumlosen Schlaf sank.


Am nächsten Tag ging ich mit den Mädchen zum Polizeirevier und beichtete, dass ich Belton umgebracht hatte.
Die Polizistin sah mich nachdenklich an und schickte mich in das Nebenzimmer, während sie mit den Anderen alleine sprechen wollte.
Ich ging also in das Nebenzimmer, wo eine Frau mit langen schwarzen Haaren saß und mich erwartungsvoll ansah.
„Hallo Ira, setz dich. Ich bin Caroline“, stellte sie sich vor und deutete auf den Stuhl, der ihr gegenüber stand.
Zögerlich setzte ich mich und musterte sie. Sie war höchstens Mitte dreißig und sah eigentlich ganz nett aus.
„Ira, du hast im Alter von zwölf Jahren deine Eltern verloren, richtig?“, begann sie zu fragen und mir ging auf, wer das war und was ich hier machte.
Ich sah stur auf den Boden und sagte gar nichts.
„Ira, du brauchst keine Angst zu haben. Ich will dir nur helfen“, beteuerte sie, doch ich schwieg weiterhin.
„Sie wurden erschossen, von dem Mann, der dich zwei Mal entführt hat, nicht wahr?“, machte sie weiter, doch ich gab keinen Laut von mir.
Ich würde ihr gar nichts sagen.
Die würden mich für verrückt halten, mich einsperren.
„Ira, wenn du jetzt etwas sagst, kann ich dir helfen. Du wirst nicht bestraft werden, wenn du nur mit mir redest“, erklärte sie und jetzt sah ich auf.
„Ich bin verrückt“, flüsterte ich und sah auf meine Hände.
„Nein, das bist du nicht. Du hast etwas Schlimmes erlebt, da ist es ganz normal, sich mal nicht beherrschen zu können.“
Ich schüttelte den Kopf. „Ich bin eine Mörderin“, machte ich weiter, einfach, weil es die Wahrheit war.
„Es war Notwehr, das nimmt dir Niemand übel. So etwas dürfte dir überhaupt nicht passieren!“, sagte sie sanft. Und irgendetwas zeigte mir, dass ich ihr trauen sollte.
Also erzählte ich ihr alles, was ich gestern den Mädchen erzählt hatte. Sie hörte zu, unterbrach mich nicht und ihr Gesichtsausdruck veränderte sich auch nicht.
„Ira, ich biete dir Hilfe an, damit du über den Verlust deiner Eltern hinweg kommst. Nimmst du es an?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Ich brauche keine Hilfe! Ich will nur nicht ins Gefängnis!“, entgegnete ich.
„Ich werde mal mit der Kommissarin sprechen, ich bin sicher, sie wird dich verstehen. Und wenn du dich umentscheiden solltest, ruf mich an“, meinte sie noch und gab mir eine Visitenkarte.
Ich bedankte mich artig und lief zurück ins andere Zimmer. Perrie schloss mich sofort in ihre Arme und die anderen kamen ebenfalls zum Gruppenkuscheln.
„Alles geklärt?“, fragte Leigh-Ann und ich nickte.
„Ja, denke schon. Danke!“, erwiderte ich und grinste leicht.
„Die Medien haben auch Wind davon bekommen, tut uns echt leid“, bemerkte Jade dann noch.
„Ihr könnt doch überhaupt nichts dafür. Wir schaffen das schon“, wehrte ich ab.
Ich nahm Perries und Jades Hände, die die von Jesy und Leigh-Ann hielten und gemeinsam verließen wir das Präsidium und kämpften uns durch die Menge an Papparrazi.
Sie würden immer mit mir kämpfen.
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