Save me from hell

GeschichteDrama, Fantasy / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character) Thor
28.03.2013
12.11.2019
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Ich wusste nicht, was ich mir dabei gedacht hatte… oder ob ich überhaupt etwas gedacht hatte, doch war ich dennoch sehr enttäuscht, als ich mich von ihr löste und ihre Augen immer noch verschlossen waren. Mir kam es vor als würde in mir etwas zersplittern. Ja… Es war meine Hoffnung darauf, dass sie dadurch wach werden würde. Gleich einem Märchen.
Langsam richtete ich mich auf und sah auf sie herab. Sie lag immer noch genauso, wie ich sie vorhin abgelegt hatte. Immer noch Schneewittchen gleich… Es tat mir weh sie so zu sehen. So verloren in sich selbst… Das ich ihr nicht helfen konnte.
Ich atmete tief ein und aus, ehe ich mich umdrehte und aus dem Raum verschwand. Später würde ich noch einmal nach ihr sehen. Nach dem ich mich geduscht und umgezogen hatte, ging ich nach draußen und ließ erst einmal die Umgebung auf mich wirken.
Vielleicht würde es noch dauern, bis sie wach wird. Aber die Tatsache, ob sie aufwachen wird oder nicht stand außer Frage. Und wenn es dauert, dann dauert es halt. Ich habe alle Zeit der Welt, darauf zu warten, bis es soweit ist.
Wenn sie wach wird… Vielleicht werden wir dann auch an einem solchen Ort mal sehen. Tief ein und ausatmen und einfach nur die Landschaft auf uns wirken lassen können. Ich werde ihr so helfen, wie sie mir damals geholfen hat mit allem.
Mit einem Ruck setzte ich mich in Bewegung und verließ das umzäunte Grundstück. Meine Schritte führten mich zu dem See, an dem ich erneut stehen blieb. Auf der anderen Seite konnte man einen Vogel sehen, der auf dem See seine Runden drehte. Die Sonne wurde von der Wasseroberfläche reflektiert.
Es war ein ruhiger Ort, an dem die Zeit aufhörte zu existieren. An dem der Stress der letzten Tage weit hinter einem blieb. Der leichte Wind ließ kleine Wellen auf dem See entstehen, die gegen das Ufer schwappten.
„Es ist immer wieder atemberaubend, wenn man solche Orte sieht, oder?“ Kam es von neben mir. Jedoch blickte ich weiter auf die Wasseroberfläche. „Du hast bestimmt viele solcher Orte gesehen, oder?“ Antwortete ich. „Hier nicht ganz so viele. Aber in Asgard und Dyrheim… Unberührte Natur soweit man sehen kann. Gar noch weiter. Man kann tagelang reiten ohne auf wen anders zu treffen.“
Langsam drehte ich mich zu Havard um. „Du vermisst es oder?“ Fragte ich ihn. Kurz blickte ich ihn an. „Ja und nein. Es ist meine Heimat. Meine Familie kommt von dort. Ich komme von dort und liebe diese Welten…“ „Und dennoch bist du hier.“ „Es ist ein Schmerz, den ich aushalten kann. Viel schlimmer ist es für mich, wenn ich nicht bei ihr sein kann… oder wenn ich sehe wie Runa leidet.“
Eine Weile standen wir schweigend nebeneinander. „Sind alle aus deiner Familie…?“ Mein Blick ging vom See wieder zu ihm. Auch er löste seinen Blick von dem See und sah mich an. Man könnte fast meinen in seinen Augen die weiten Wälder sehen zu können.
„Nein. Nicht alle waren oder sind so. Meine kleinen Geschwister sind alle ‚normal‘, wenn man das so nennen kann. Es ist halt ein Schicksal, was vor deiner Geburt bestimmt wird. Man wird dazu geboren. Zwar kann man versuchen gegen sein Schicksal anzukämpfen, doch am Ende wird es dennoch wahr werden.
Eigentlich wollte ich es nie…
Ich wollte ein normales Leben. Wir hatten einen Wald an so einem See, fast wie hier. Die Winter waren vielleicht hart, aber es war alles machbar… Zusammen haben wir alles irgendwie immer durchgestanden.“ Er sah wieder auf den See hinaus. „Am Abend legst du dich v
Noch normal zur Ruhe, aber dann… dann wirst du eines Morgens wach und dein Leben stellt sich als nicht komplett heraus…
Ich habe Jahrzehnte, gar Jahrhunderte nach Runa gesucht… Nach der Person, die mich vollenden sollte. Für die ich sterben würde.
Und dann habe ich sie gefunden. Doch sie war noch nicht bereit gewesen. Sie hatte diese Ideen und Ansichten ihres Vaters in sich und ging nach Midgard um ihm ganz und gar zu dienen.
Dann traf sie dich und es wurde alles anders. Du bist der Grund, warum sie so geworden ist wie sie war. Ohne dich wäre sie nie bereit gewesen, eine Verwandlung ihrer selbst durchzumachen, auch wenn es ihr nicht so bewusst war.
Sie hat die Menschen, die sie eigentlich gehasst hat lieben gelernt. Zwar hat sie vielleicht auf den ersten Blick viel gelitten… Aber es ist in der Summe weniger, als wenn sie bei ihrem Vater geblieben wäre. Vielleicht würde sie dann auch schon nicht mehr leben…“
Eine Weile schwieg er, während er wieder auf den See hinaus sah.
„Weißt du… Ich war bei ihr, kurz bevor sie von dem LKW erwischt wurde… In dem Moment, in dem sie hätte sterben können. Es war ich, der ihr gesagt hatte sie müsse weiterleben. Nicht einfach in der Schwebe, der Geisterwelt, aufhören zu leben…
So ein LKW Unfall… Es waren Schmerzen… Grausame Schmerzen. Es hat lange gedauert, bis ich mich davon erholt hatte. Dann kam ich hier her und mein ganzes Bild von dieser Welt wurde zerstört. Wo ich herkomme, wissen die Wesen nicht, was ein Auto geschweige denn Strom ist.
Aber ich habe alles ausgehalten.
Selbst meinen eigenen Tod.
Für sie.
Mach dir aber keine Sorgen. Sie wacht auf. Ich weiß es. Sie wird auf wachen. Runa weiß, wie sehr wir alle sie brauchen…“ Wieder schwieg er einen Moment.  Wie lange wir so da draußen standen, ich wusste es nicht. Aber hier an diesem See interessierte es auch nicht wirklich.
Dennoch, egal wie schön es hier war. Schien es einen doch irgendwie zu erdrücken.
Das Alles hier…
„Wir sollten vielleicht langsam zurück.“ Sagte ich nach einer weiteren Weile des Schweigens. Am anderen Ende des Ufers waren nun eine kleine Gruppe Hirsche zu sehen, die zu uns rüber sahen. Ob sie wohl Havard als einen der ihren erkannten? Oder war er für sie auch nur ein Mensch?
Widerwillig riss sich Havard von diesem Anblick weg und ging vor. Als wir das umzäunte Grundstück wieder betraten, konnte man sehen, wie Eldr und Tony Holz hackten. „Nah, genug auf den See gestarrt?“ Kam es von dem Drachen, als er zu uns rüber starrte. Hinter ihm war ein großer Haufen Holz, der den von Tony bei weitem in den Schatten stellte.
Havard und ich hielten kurz inne. Gemeinsam blickten wir zu den anderen herüber. „Ein bisschen die Natur beobachten tut gut.“ Kam es von meinem Begleiter. „Hast wohl eher den Damen den Hof gemacht.“ Scherzte Eldr, ehe mit seiner Axt einen weiteren Stamm klein schlug.
Wortlos ging Havard an Eldr vorbei ins Innere. Nein… Er wollte einfach nur nicht sagen, wie sehr er sein altes Leben vermisste. Seine Familie, seine Heimat. Alles hatte er für Runa aufgegeben. Dieses Leben hier konnte, es war nicht das, was er sich erträumt hatte. Aber es ist alles, für das er kämpfen wird. Ich konnte ihn nur zu gut verstehen… Mir ging es genauso.
„Braucht ihr noch Hilfe?“ Fragte ich und ging näher auf Eldr und Tony zu, um meine Gedanken zu verdrängen.

-Sichtwechsel-
Mit einem Wimpernschlag öffneten sich meine Augen. Ein weiterer und ich konnte meine Umgebung wahrnehmen. Ich starrte die Decker über mir an. Mein Kopf dröhnte, als hätte ich einen gewaltigen Schlag abbekommen. Es würde bestimmt noch eine Weile dauern, bis das Dröhnen verklang.
Ich setzte mich auf die Kante meines Bettes und bereute diese Entscheidung sofort. In mir drehte sich alles. Vielleicht war es doch mehr als ein Schlag. Vielleicht war es eher eine ganze Batterie von Schlägen. Meine Hand schnellte hoch an meinen Kopf und griff in meine Haare.
Was war das für ein seltsamer Traum gewesen…? So etwas Bizarres… Ich habe geträumt, dass ich sterben würde. Klärte ich meine Gedanken. Ich starb in seinen Armen. Wie er schrie und um mich weinte.
Ich habe ihn angefleht, mich zu küssen. Unser erster Kuss war ein Abschiedskuss gewesen. Meine Finger legten sich auf meine Lippen. Sie fühlten immer noch den Kuss, als wäre es echt gewesen. Als hätte er mich wirklich geküsst.
Nach einer Weile stand ich langsam auf. Wackelig auf den Beinen sah ich mich um. Wie war ich in diesen Raum gekommen? Waren wir nicht noch vor hin in dem Schiff gewesen? Ich legte meinen Kopf schief und blickte auf das Bücherregal direkt neben mir. Alles war in Englisch. Waren wir wieder in Amerika?
„Oh, Runa. Schön, dass du wach bist, da werden sich die Jungs aber freuen. Möchtest du vielleicht duschen gehen, bevor du runter gehst?“ Eine Frauenstimme riss mich aus meinen Gedanken. Sofort blickte ich in die Richtung aus der die Stimme kam.
Eine Frau mit braunen langen Haaren stand im Türrahmen und lächelte zu mir. In ihren Armen war ein Korb, der mit Wäsche gefüllt war. Es war ein warmes und freundliches Lächeln, was die Frau mir schenkte. Unter ihrer Bluse versteckte sie einen Schwangerschaftsbauch.
Ich… kannte sie… glaubte ich jedenfalls. „Verzeihung, aber…“ Begann ich meinen Satz. „Ach. Tut mir leid. Steve hat mir das schon erzählt. Aber ich Schussel hab es total vergessen. Ihr seid hier angekommen und du warst bewusstlos…“
Meine Stirn legte sich in Falten. Sie redete weiter doch war ihre Stimme so weit weg. In meinem Kopf rasten die Gedanken. Dieses Gesicht. Dieses Lächeln. Wieso kannte ich sie? Woher? Denk nach! Du musst dich doch endlich mal an etwas erinnern können.
Es war lange, lange her, dass ich sie gesehen hatte. „Ranaa?“ Fragte ich sie langsam. Ihre Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. Wieso sah sie mich nun so an? Sollte ich sie nicht so nennen?
„Das Bad ist ja dort drüben. Einfach nur den Gang entlang. Die zweite Tür von links. Ich habe dir bereits alles dort hingelegt. Da liegen Sachen, die du gern anziehen kannst. Die sollten dir eigentlich passen.“ Mit diesen Worten verschwand die Frau auch schon wieder.
Ich ging in das Badezimmer und sah in den Spiegel. Mein Gesicht sah eigentlich ganz normal aus. Eine kleine Schramme hatte ich auf der Stirn und meine Lippe war wohl aufgeplatzt gewesen, doch begannen diese Stellen schon zu heilen. Bis auf ein paar blauer Flecke, die ich beim Ausziehen bemerkte hatte ich jedoch keine weiteren Verletzungen.
Komisch.
Von solchen Verletzungen bekam man doch eigentlich keine Gehirnerschütterung. Dafür brauchte es doch eigentlich schon viel mehr.
Was hatte dann diesen Traum dann ausgelöst?
Hatte mich dieses Biest doch noch einmal erwischt? Das letzte Mal so richtig, wie sie es beim ersten Mal vor gehabt hatte? Aber beim ersten Mal hatte ich sie doch aus meinem Geist verdrängen können…
Ich stieg in die Dusche und ließ das heiße Wasser auf mich nieder regnen. Es brannte sich in meine Haut und ließ den Schmutz des Kampfes verschwinden. Mein Blick ging gegen den Duschkopf. Dampf trat an ihm heraus und stieg nach oben.
Ja sie muss es gewesen sein. Eine andere Erklärung fiel mir jedoch trotz des vielen Grübelns nicht ein. Außer wer anderes hatte mich verhext. Aber das war sehr unwahrscheinlich.

-Sichtwechsel-
Tony und ich waren schon eine ganze Weile draußen. Steve stand an dem See und Havard ging ebenso zum See und leistete Steve Gesellschaft. Sie waren sich sehr ähnlich. Als die beiden wieder zurück kamen und ich meinen Scherz mit dem Hirsch getrieben hatte, blieb Steve bei uns.
Gemeinsam hackten wir das Holz für Laura und schichteten dieses im Anschluss, sodass sie für den nächsten Winter vorbereitet waren. Sie hatte uns erzählt, dass es hier wohl zu hohem Schnee kommen kann. Ich dachte mir, wenn wir eh schon hier sind… Dann kann man ja auch helfen. Ausnahmsweise.
Laura kam mit einem kleinen Holztablett raus zu uns. Mein Blick fixierte sie, als wäre sie meine Beute. Ich konnte die beiden Herzen schlagen sehen. Auch wenn ich sie nicht fressen wollte, so konnte ich nicht anders als sie anzustarren.
Auf dem Tablett in ihrer Hand standen drei Gläser mit Wasser, in dem Eiswürfen schwammen. Ich blickte kurz zu den anderen, die auch eine Pause eingelegt hatten. Erst jetzt sah ich wieder zu ihr herüber. Meine Pupillen fokussierten und fixierten sich auf sie. „Danke sehr.“ Sagte ich und nahm ihr ein Glas ab.
„Eldr?“ Fragend sah sie nach einem Moment zu mir. Kalt ran mir das Wasser meine Kehle hinunter. Jedoch nicht ohne sie weiter zu fixieren. Als das Glas leer war antwortete ich ihr. „Ja?“ „Wer oder was ist Ranaa?“ Fragte sie mich. Meine Pupille fokussierte sich neu auf sie. „Woher kennst du diesen Namen?“ Fragte ich sie. „Runa hat es gerade zu mir gesagt.“
Ich schwieg einen Moment. Sie ist also doch schon wach geworden. Ein kurzer Blick zu Steve und Tony und ich wusste was in ihren Köpfen los war. Eigentlich wären sie jetzt schon längst bei ihr. Erstaunlich, dass sie nicht direkt los gestürmt sind. Doch interessierte mich Runas Aussage viel mehr.
„Ranaa war eine Person aus Runas früheren Leben.“ Begann ich zu erzählen. Meine Augen waren immer noch auf sie fixiert. „Erinnert sie sich wieder?“ Kam es hoffnungsvoll von Stark. „Wohl kaum.“ Zerschmetterte ich seine Hoffnung. „Die Kinder nennen sie Tante Runa. Also gehe ich davon aus, dass sie wissen wer Runa ist und umgedreht. Warum sollte sie dann Laura Ranaa nennen?
Dafür müssen wir erst einmal klären, wer Ranaa überhaupt gewesen ist. Also gut. Ranaa… So hieß die Verlobte ihres Bruders Kjell.
Wieso sollte sie Laura so nennen, wenn sie sich wieder erinnert… Das passt nicht wirklich zusammen. Vielleicht erinnert sie sich zum Teil… Aber. Ranaa ist tot. Sie starb Jahre nach dem Tod ihres Bruders an einer Krankheit. Das müsste sie dann eigentlich wissen.“
Laura war nun ein bisschen verunsichert.
„Warum nennt sie mich so?“ Fragte sie mich erneut. „Sie sah aus wie du. Alles. Du riechst sogar wie sie.“ Mit diesen Worten stellte ich das Glas wieder auf das Tablett. Am Rand von eben jenem lief ein Tropfen Wasser hinab und benetzte die Oberfläche des Tabletts.
„Woher…“ „Ich war der Seelenbegleiter von Kjell, Runas Bruder. Ich habe ihn oft mit ihr gesehen. Ich habe sie oft gesehen. Sie hatte sogar das gleiche Muttermal wie du. Das an deinem Hals hinter deinem Ohr.“ Ich deutete auf ihren Hals.
Laura sah abwechselnd von Steve zu mir, als könnte er etwas Besseres dazu sagen. „Sie war eine wundervolle Frau und wäre eine wundervolle Mutter gewesen. Sieh es als Kompliment des Schicksals, dass du einer Göttin so sehr gleichst.“
Laura wurde einen Moment stutzig. „So hat sie mich auch damals angesprochen… Ich würde jemanden sehr ähnlich sehen, den sie einmal kannte. Wen hatte sie aber damals nicht erwähnt.“ Jah, dann wusste ich warum Runa sie damals angesprochen hatte. Sie hatte Ranaa damals sehr gemocht. Und war umso bestürzter, als sie so früh verschied...
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