Save me from hell

GeschichteDrama, Fantasy / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character) Thor
28.03.2013
31.08.2020
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28.03.2013 1.109
 
Ein blaues Licht leuchtete grell in der Dunkelheit der Höhle. Eingesperrt in einem Quadrat, schwebte es in dieser Finsternis. Meine Pupillen waren verkleinert und das helle Licht blendete mich.  Es schmerzte schon fast in meinen Augen, obwohl diese geschlossen waren. Auch, wenn man meinen sollte, dass das Licht wärmt, strahlte es eine starre Kälte aus. Als wäre es aus einem Block Eis gefertigt worden.
Wie oft hatte ich in der Vergangenheit an dieses Objekt in meinen Gedanken gedacht? Wie oft hatte ich gewünscht, mir möge nun endlich die Ehre erteilt werden, dass ich ihn suchen dürfte. Doch musste so lange darauf warten. Jeden Tag bereitete ich mich darauf vor, jeden Tag Training und Training.
„Finde den Tesserakt, Tochter.“ Herrschte eine tiefe Männerstimme.
Ich öffnete meine saphirblauen Augen und fand mich kniend in einer kalten, steinigen Höhle wieder. Dunkelheit war um uns herum und nur schwer konnte man etwas hier erkennen. Meine Augen starrten unterwürfig auf den steinigen Boden der felsigen Grotte, während ich auf weitere Anweisungen wartete. Einige Kiesel waren auf einem Haufen gelegt, fast schon wie durch die Hand eines anderen, säuberlich geschichtet. Doch vor mir stand nur mein Vater, umhüllt von einem schwarzen Mantel, sodass er nur schemenhaft zu erkennen war.
Sonst waren wir allein. Wie eigentlich immer. Es war niemand mehr übrig, der uns hier stören könnte. Allen waren fort. Selbst die Tiere mieden diesen Ort, was vielleicht an seiner Vergangenheit lag.
Vaters Worte hallten, von den Wänden her, wieder in mein Ohr. Ihr Nachhall erfreute mich. Endlich war mein Training vorbei? Hatte ich mich letztlich als würdig erwiesen? Nun war es also Zeit? Sich zu erheben und zu kämpfen? Gegen die Knechtschaft, die als Bürde der Unseren galt?
Langsam verklang die Stimme meines Vaters und gaben wieder das Tropfen von Wasser auf einen Kalkstein frei. Irgendwo weit entfernt konnte man das Plätschern  eines kleinen Baches hören. Aber dieser schien so weit entfernt, wie ein normales Leben.
„Ja wohl, Vater.“ Ich stand auf und drehte mich zum Gehen.

Es wird lange dauern, das war klar. Der Tesserakt ist seit Jahrhunderten verschwunden.  Und ebenso lange gab es eine Fehde zwischen den Asen und dem meinem Geschlecht, den Dyr. Der Name sollte Leben bedeuten, doch gab es hier nicht mehr viel von den unseren, die lebten. Wir waren ein stolzes und großes Volk, das in Dyrheim herrschte.
Aber was war davon übrig geblieben?
Diebe nannten die Asen uns… und Verräter. Sie behaupteten, wir hätten ihn gestohlen, um für unsere Machenschaften Macht zu besitzen. Doch waren es die Asen, die uns hintergangen hatten.
„Wirst du es schaffen, werden wir die Macht haben, uns aus dem Untergrund wieder zu erheben und auf unseren rechtmäßigen Platz auf den Thron Asgards einzunehmen! Solltest du scheitern, werde ich keine Gnade walten lassen!“ Abermals hallten die Worte von den steinigen Wänden in meine Ohren.
Es ging um alles oder nichts.
Dafür wurde ich trainiert.
Danach sehnte sich mein Kriegerherz.
Ich nickte und verließ den großen Raum in der Höhle. Wo würde mich diese Reise alles hinbringen? Welche Gefahren würde ich mich aussetzen? Riesige Bäume wucherten von dem Hang, welcher den Eingang zur Höhle frei gab.  
Neben mir kam ein kleiner Bach aus dem Inneren der Höhle und floss in das Herz des Waldes hinein. Irgendwo dort hinter den alten Bäumen würde er in einen fischreichen Fluss münden. Viele Tiere lebten an seinen Ufern und in diesem Wald, der mein Zuhause war.  
Dyrheim.
Früher hatte ich hier so viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit. Doch waren sie gewichen, ich musste Platz haben und eine würdige Kriegerin zu werden.
Hier außerhalb der Höhle und am Fuße des Berges sah man eine Lichtung. Auf dieser Lichtung stand die Ruine eines ehemals prächtigen Palastes. Die einst so prächtigen Steine und Säulen, hatten längst vergessen, wie ihre einstige Farbe einmal war. Schäbig und bröckelnd boten sie nun nur noch für Platz für die Geister der Erinnerung und einigen Vögel zum Nisten.
Ein herunter gekommener, vermoderter Zaun umarmte das Anwesen. Einige Stücke von ihm waren gar nicht mehr vorhanden. Andere moderten vor sich hin, überwuchert vom Moos. Unfreiwillig in die Vergessenheit verbannt, wie die vereinzelten übriggebliebenen.
Ich betrat den Palast. Unter meinen Füßen knarzte das morsche Holz. Hier drinnen gab es nicht viel Sonnenlicht. Einige Löcher in den Decken ließen etwas Sonne hindurch, sodass sie das mit Blut befleckte Holz bescheinen konnte. Egal wie oft man versuchen würde, es zu verstecken… es würde immer wieder kommen.
Also beschleunigte ich meine Schritte und ging eine verwundene Treppe hinauf in mein Zimmer. Mit der Zeit gewöhnte man sich an die Dunkelheit. Das bedrückende Gefühl, dass Leute oder Tiere jeden deiner Schritte verfolgen, dass war es, was mir immer noch Unbehagen zufügte. Es waren die Geister, der vergangenen Erinnerungen. Auch sie würden mit ihrem vergossenen Blut für ewig an diesem Ort gebunden sein, denn ihnen wurde der Zutritt nach Walhalla verwehrt.

Was brauchte ich bei so einer Aufgabe? Ich wusste es nicht. Wieso auch? Es könnte Jahre oder Jahrzehnte dauern. Es könnte Kämpfe geben. Es könnte keine geben. Ich könnte durch Wüsten laufen müssen, oder auch auf Schneebergen wandern. Niemand wusste, wo der Tesserakt war. Niemand. Also was macht man, mit so einer Aufgabe? Als erstes würde ich auf die Menschenwelt gehen. Irgendwo musste ich ja einen Anfang setzten.
Silber oder Gold… das wäre sinnvoll… Die Menschen hatten auch Edelmetalle für Bezahlung. Jedenfalls war es so, als ich das erste Mal bei ihnen war… in einem kleinen Lederbeutel hatte ich ein paar kleine Silbermünzen. Traurig aber wahr, wir hatten kaum noch Schätze, alles hatte man uns genommen, was man nicht gut versteckt hatte.
Ich ging zu meinem Schrank. Das Letzte, was ich von wirklichem Wert besaß, war ein kleines silbernes Diadem. In der Mitte war ein kleiner glänzender blauer Edelstein. Tiefer und unergründlicher als ein See oder ein Meer saß er dort und funkelte, als ich jenes Diadem aus dem Schrank entnahm. Das Letzte was mir von unserer Zeit blieb, als wir noch nicht verachtet wurden… Das Letzte was mich an eine bessere Vergangenheit erinnerte. Sachte steckte ich es in meinen kleinen Lederbeutel.
Ein Portal machte sich auf.
Dunkle Materie hatte es erschaffen und würde mich fort bringen. Pechschwarz mit Lila Schwaden wirbelte es in meinem Raum. Es würde mich dorthin bringen wo ich den Tesserakt finden würde. Nach Midgard. Der Menschenwelt.
Den Rest musste ich alleine schaffen.
Ich streckte meine Hand hindurch und fühlte Kälte, als würde es auf der anderen Seite schneien. Zögerlich zog ich meine Hand wieder zurück und tatsächlich war sie mit einer kleinen Schneeschicht überzogen. Einen Moment blickte ich auf meine Hand, bis der Schnee geschmolzen war.
Also dann.
Es musste sein.
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