Unfreiwillig willig

von ao-chan21
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
28.03.2013
10.06.2013
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Dieses Kapitel
45 Reviews
 
 
 
Hallo ihr Lieben. :)

Also das Übliche: Ich verdiene hiermit kein Geld und alle Figuren, welche ich mir klauen werde, gehören Mrs Rowling.
Die zweite Person, von der ich mopsen werde ist Mrs Malfoy. Deswegen nicht wundern, wenn euch etwas gleich vorkommt.
Beta-Rechtschreib-Leser sind: mein Freund (arme Socke) und Drachen-Fan
Beta-Logik-Leser ist: Lyoness31

Gelesen wird Unfreiwillig willig inzwischen auch!
Unter: https://www.youtube.com/watch?v=U41XtXJVRaE findet ihr Carina Fue, die diese kleine Geschichte mit ihrer Stimme zum Leben erweckt.


Draco konnte es immer noch nicht fassen. Er saß vor dem alten Zauberer, welcher ihn mitleidig durch seine Brille musterte. Sein Haar war seltsamerweise rosa, aber Draco starrte durch ihn hindurch. Die Haarfarbe hatte ihn schon gestört, seitdem er eingetreten war, aber nach den Informationen, die er danach erhalten hatte, war die Haarfarbe des alten Mannes sein geringstes Problem. Er hatte den Heiler der Familie Malfoy wegen Kopfschmerzen aufgesucht. Wegen alltäglicher Kopfschmerzen. Er hatte sie nicht mit seinen Tränken in den Griff bekommen und deswegen sah er sich nach zwei Wochen fast permanentem Pochen hinter seiner Stirn dazu gezwungen bei dem Mann einen Termin zu machen.
Der junge Malfoy wischte sich über das Gesicht. Eine kleine Geste der Unbeherrschtheit. Er sah, dass sich die Lippen des Mannes wieder bewegten und er konnte sich nur schwer darauf konzentrieren, was der Zauberer von sich gab.

„Es kann immer wieder passieren, dass die Gene über Generationen hinweg inaktiv sind.“
Draco starrte den Mann an, der kurz unter dem eisigen Blick zusammenzuckte. Es sich mit der Familie Malfoy zu verscherzen, war immer noch keine gute Idee, auch wenn der Dunkle Lord seit fast drei Jahren tot war. Schnell sprach er weiter.
„Soweit ich weiß, waren die längsten schlafenden Gene über 20 Generationen inaktiv. Aber man kann bei ihrer Familie mit ihrem blonden, fast schon weißem Haar, eine Verbindung fast nicht leugnen.“ Er zuckte entschuldigend mit den Schulter, als ob er Draco damit ein wenig von seiner Last abnahm, die auf seinen Schultern lag.

„Warum erst jetzt?“, kam es ruhig von Draco. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass sein Leben, seit ihm das Dunkle Mal eingebrannt worden war, permanent nur noch bergab ging. Kurz fuhr er sich mit der Hand über den linken Unterarm, so als könne er unter dem Stoff seines Pullovers die schwarzen Linien fühlen.

„Sie sind nun 21.“, kam es von hinter dem Schreibtisch und Draco löste seine Hand von seinem Unterarm. Er achtete immer darauf, dass niemand das Tattoo zu sehen bekam. Die Leute fürchteten sich noch immer vor ihm und er musste ihnen nicht auch noch einen zusätzlichen Angriffspunkt als seinen Namen dafür liefern.
„Der menschliche Körper ist mit dem Erreichen des 21 Lebensjahres erst vollkommen ausgereift. Deswegen wurden nun auch erst ihre Veela-Gene aktiv.“

Draco zuckte bei dem Wort zusammen. Warum konnte er sich nicht einfach beim Brauen eines Trankes vergiftet haben? Oder, was auch nett wäre, jemand wollte ihn vergiften und er hatte deswegen diese nervenden Schmerzen zwischen seinen Augen, die Schlaflosigkeit und die Appetitlosigkeit. Es war doch alles besser, als eines dieser kriechenden Wesen zu werden, die sich nicht besser im Griff hatten als eine Hauselfe.

„Beherrschen sie Stablose Magie, Mister Malfoy?“
Der Angesprochene, der sich gerade mit einem Küchenhandtuch bekleidet auf dem Boden gesehen hatte, wie er diesen schrubbte, schüttelte unwirsch den Kopf. Warum sollte er das auch nur ausprobieren? Er war ein Zauberer und hatte seinen Stab immer dabei.

„Als Veela können sie diese Macht einsetzten. Es sollte für sie viel einfacher sein, da Veelas viel magischer sind als normale Zauberer.“, versuchte der Arzt Draco aufzumuntern, stieß aber nur auf einen eisigen Blick und zusammengepresste Lippen.

Dracos Wissen über Veelas war begrenzt. Er wusste nur das, was man eben in der magischen Welt über die blonden Schönheiten wusste. Sie gehorchten ihrem Herrn widerstandslos, folgten ihnen wohin dieser es wünschte und würden mit ihm in den Tod gehen.
„Und wenn ich keinen Partner wähle?“ Draco konnte es nicht verhindern, dass seine Stimme einen hoffnungsvollen Unterton bekam, doch der Zauberer schüttelte den Kopf und schob seine Pergamente zusammen.

„Sie werden sich ihren Partner suchen, ob sie es wollen oder nicht. Zudem werden sie sich, sagen wir mal, unwohl fühlen, wenn sie sich ihrem Herren verweigern und versuchen ihm fernzubleiben.“

Dracos Hände ballten sich, ohne dass er wirklich etwas dagegen tun konnte. Das Wort Herr brachte ihn gleichzeitig dazu, unheimlich wütend zu werden und wiederum wünschte er sich nach Hause, in sein Bett in Malfoy Manor, um sich wie ein Kleinkind unter seiner Bettdecke verkriechen zu können.

„Mann oder Frau?“, fragte Draco und lehnte sich ein kleines Stückchen nach vorne. Vielleicht lachte er sich ein Mauerblümchen an, dass ihn so vergötterte, dass er gar nicht merkte, dass er ein niederes Wesen war. Vielleicht konnte er sein Leben einfach weiterführen wie bisher, ohne sich von seinem Herren einschränken lassen zu müssen.
Der Heiler fuhr sich durch seine rosafarbenen Haare, mit denen er alles andere als professionell wirkte. Als Draco ihn das letzte Mal gesehen hatte, war sein Haar weiß gewesen. Vielleicht wollte er nur dem Alter entgegen wirken und dachte so hip auszusehen. Oder er hatte sich einfach bei einem Potenztrank verbraut. Solche Nebenwirkungen sollte es ja bekanntlich auch geben, neben der permanenten Dauererektion.
„Das kann ich ihnen leider nicht sagen. Die meisten, nein, eigentlich alle männlichen Veelas suchen sich einen Mann als Partner.“

„Ich werde schwul?“, ächzte Draco. Gequält schloss er die Augen. Jetzt wollte er wirklich nach Hause um sich unter seiner Bettdecke auszuweinen. Ruckartig stand er auf. Für heute hatte er eindeutig genug von Veelas, Herren und seiner Vorstellung, sich von einem Mann demütigen zu lassen. Ausgerechnet ihn! Draco Malfoy.
Er nahm seinen Umhang und warf ihn sich über. Draußen war es bitterkalt und Weihnachten stand vor der Tür.

'Was für eine nette Weihnachtsüberraschung.', dachte Draco und richtete die silbernen Schnallen an seinem Kragen. Er war schon dabei aus dem Raum zu stürmen, als er aufgehalten wurde.

„Mister Malfoy?“ Die Stimme des Zauberers hatte einen dringlichen und auch warnenden Unterton bekommen. Draco versteifte sich. Genauso hatten damals, vor fast drei Jahren, die Auroren mit ihm gesprochen. Seine Hand strich über die leichte Erhebung unter seinem Mantel, wo sich sein Zauberstab verbarg.

Er wandte sich nochmals zu dem alten Mann um, der nun ein wenig gequält und fast schon entschuldigend den Ex-Slytherin anblickte.
„Nun Mister Malfoy. Ich muss sie drauf hinweisen, dass ich sie nicht einfach so gehen lassen kann.“ Seine Hand lag auf seinem Zauberstab, aber nach einigen Augenblicken nahm er diese dort wieder fort, nachdem er abgewogen hatte, ob er diesen brauchen würde.
„Setzten sie sich bitte noch mal kurz.“

Draco blickte kurz zu der schweren Eichentür, ehe er mit schnellen Schritten zurückkam und sich wieder niederließ. Er wollte das so schnell wie möglich hinter sich bringen.

„Was?“, fragte er zurück und überschlug die Beine. Er versuchte so unverkrampft wie nur möglich auszusehen. Der Arzt wackelte bedächtig mit dem Kopf und sagte dann langsam und schleppend:

„Nun, wie sie wissen gab es nach dem Fall des Dunklen Lords Verschärfungen gegen magische, nicht menschliche Wesen, besonders gegen Werwölfe.“
Er sah Draco an, dass es diesen überhaupt nicht interessierte, mit welchen Gesetzen sich das Wolfspack herumschlagen musste. Er hob nur wartend eine Augenbraue, in bester Malfoy Manier.
„Aber auch die anderen...“ Er schien nach einem passenden Wort zu suchen und entschied sich dann für „Geschöpfe, müssen sich nun einigen Neuerungen stellen. Dazu gehören auch die Veelas.“
In Dracos Hals bildete sich ein Klumpen und er musste heftig schlucken. Das hörte sich nicht gut für ihn an.
Der Arzt hob beschwichtigend die Hände. „Sie müssen sich nicht registrieren lassen so wie die Werwölfe oder Besitzer von magischen gefährlichen Tieren.“
Er lächelte Draco an.
„Wenn sie erlauben, Mister Malfoy?“
Bevor er reagieren konnte, richtete der Mann seinen Zauberstab auf Dracos rechten Arm und dieser griff schon nach seinem Eigenen, doch bevor er ihn gezogen hatte, senkte der Heiler schon wieder seinen Stab. Draco blickte auf seinen Arm, um welches sich ein filigranes silbernes Armband schlang. Es sah sehr geschmackvoll aus, auch wenn es Draco aber eher an ein Schmuckstück für Frauen erinnerte.

„Was zum...?“, fuhr er auf und griff nach dem Band.

„Es zeichnet sie als Veela.“, sagte sein Gegenüber, als ob es das Normalste auf der Welt war.
„Es schützt sie, aber auch die anderen Zauberer. Veelas können recht... unbeherrscht sein. Zudem wird sie ihr Besitzer jederzeit damit orten können.“
Draco wurde erst heiß, dann kalt.

„Was soll das?“, fuhr er den Mann an und zog seinen eigenen Zauberstab.
„Das ist ja wohl das Demütigendste, dass ich je gehört habe. Nehmen sie es mir unverzüglich wieder ab! Ich werde dieses Band unter keinen Umständen tragen.“
Er richtete seinen Stab auf das Stück Silber und war schon dabei sich den passenden Zauberspruch zu überlegen.
Draco hatte sich nie für die anderen magischen Wesen interessiert, wo es um ihn und sein Leben ging, begehrte er auf.

„Setzen sie sich und stecken sie bitte ihren Zauberstab ein.“ Die Stimme des Alten war um einige Grad abgekühlt. Er war es wohl nicht gewohnt, dass man ihn bedrohte.
Draco schnaubte. Am liebsten würde er dem Mann einen hübschen Schneidefluch auf den Hals hexen. Dann konnte er selber an sich herumdoktern. Er verzog unwillig den Mund, setzte sich und senkte seinen Stab. Einstecken tat er ihn nicht. Er fühlte sich jetzt schon hilflos und ausgeliefert genug.

„Es ist nicht nur eine Last. Ihr Band ist magisch und wenn sie den Eindruck haben, dass sie ausrasten, berühren sie es. Reines Silber beruhigt Veelas. Ich setze ihnen die Materialkosten auf die Rechnung.“, fügte er hinzu, als ob es das Normalste auf der Welt wäre.
„Wenn sie ihren Herren gefunden haben, kann er es ihnen wieder entfernen, wenn er dies wünscht. Heutzutage machen das viele Herren. Es scheint ihnen zu missfallen, dass jeder erkennt, dass ihr Partner eine Veela ist. Natürlich werden sie viel ruhiger werden, wenn sie bei ihrem Herren sind, aber bis dahin, wird ihnen das Band gute Dienste leisten.“ Er beugte sich ein Stückchen nach vorne und Draco kam ihm einen Millimeter entgegen, bevor er sich ruckartig wieder gerade hinsetzte.
„Sie können es unter der Kleidung tragen. Es muss ja niemand sehen.“ Der Arzt zwinkerte ihm aufmunternd zu und lehnte sich dann zurück.
„Wenn sie sonst keine Fragen mehr haben, Mister Malfoy...“ Das war eindeutig ein Rausschmiss.

Draco dachte kurz nach, dann fragte er stockend: „Wie erkenne ich ihn, meinen...“ er bekam das Wort „Herr“ nicht über die Lippen. „Partner?“

Der alte Mann seufzte schon wider. Er nahm ein leeres Pergament und tunkte seine Feder in ein Tintenfass. Seine Feder kratzte einige Momente über das Papier, ehe er es Draco reichte. Dieser nahm es, drehte es zwischen seinen Fingern so, dass er es lesen konnte. Es waren drei Buchtitel. Das erste hieß schlicht „Veelas“ von Professor Greentree, das nächste „Veelas. Das magische Geschöpf“ von einem Herren Silverdotter und das dritte trug den Titel „Herr und Veela“ ohne Autor. Draco verzog bei dem letzten Buch das Gesicht.
„Das ist die gängigste Literatur. Natürlich gibt es noch andere sehr gute Bücher, aber wenn sie diese drei lesen, sollten sie alles wichtige wissen.“


Draco starrte entsetzt in das Buch, welches vor ihm lag.
Nachdem er sich von seinem Arzt, den er sicher nie wieder in seinem ganzen Leben aufsuchen würde, verabschiedet hatte, war er direkt nach Hause appariert. Die Liste hatte er, nachdem er seinen Namen und Anschrift darunter gesetzt hatte, seinem Uhu gegeben, welcher seine Bestellliste zu „Flourish & Blotts“ gebracht hatte. Er selber wäre viel zu sehr aufgefallen, wenn er sich die Bücher persönlich gekauft hätte. Niemand hätte sich getraut zu fragen, was er damit wollte, aber einige Menschen waren klug genug um Eins und Eins zusammenzuzählen. Er konnte nur hoffen, dass sein Name und die verräterischen Titel, die er sich bestellt hatte, im allgemeinen Weihnachtstrubel untergingen.

Keine zwei Tage später kamen die drei Bücher an. Verpackt in rotes Papier mit Mistelzweigen verziert, die sich leicht in einem nicht vorhandenen Wind hin und her bewegten. Draco hatte die Augen verdreht. Wer würde schon jemandem ein Buch über Veelas zu Weihnachten schenken?

Er war ein schneller Leser und „Veelas. Das magische Geschöpf“ hatte sich als absoluter Flop erwiesen. Es handelte nur von esoterischem Kram. Dass eine Veela in Verbindung zum Mond stand, wie die Werwölfe, nur dass ihre Macht abnahm, wenn der Mond voll war. Als Draco bei dem Kapitel über Veelatänze ankam, hatte er es zugeschlagen und schnaubend auf den Tisch vor sich befördert.
„Veelas“ hingegen war eine solide, wenn auch trockene Lektüre gewesen. Es brachte ihm einige neue Erkenntnisse, welche der Heiler ihm entweder beabsichtigt verschwiegen hatte, oder es schlichtweg vergessen hatte. Zum Einen würde er seinen Herren bald finden. Die meisten Veelas, fanden ihren schon viel früher. Einige schon als Jugendliche. Wenn das Gen, so wie bei Draco, erst gänzlich aktiv wurde, wenn er ausgewachsen war, brauchte er höchstens einen Monat. Es würde ihn automatisch zu seinem Herren ziehen.

Draco blickte kurz auf und horchte in sich hinein, ob es ihn irgendwo hinzog. Aber außer dass er bald pinkeln gehen musste, war da kein Wunsch sich irgendwo anderes hinzubegeben.

Er dachte kurz an die wunderschöne Fleur, die jetzt mit einem der Wiesel verheiratet war. Welcher das war, konnte er selber nicht sagen. Er hatte es damals nur mitbekommen, weil die Todesser die Hochzeit der beiden gesprengt hatten. Ob sie wohl auch dieses ominöse Ziehen zu dieser rothaarigen Ratte gespürt hatte? Ein anderer Gedanke huscht kurz durch seine Gedanken. Was, wenn es ihn auch zu einem der Wiesel ziehen würde? Was, wenn einer von ihnen sein Herr würde? Snape würde sich in seinem Grab umdrehen! Rasch verscheuchte er seine Gedanken wieder. Er würde eben ein männliches Mauerblümchen finden und mit dem zusammen sein. Es würde sich alles regeln und wenn nötig, würde er seinen Herren eben kaufen. Jeder hatte seinen Preis und er hatte genug Geld, doch schon bei dem nächsten Kapitel wurde er eines besseren belehrt.

„Jeglicher Besitz der Veela, geht auf den Herren der Veela über.“ Alles? Draco überflog den Abschnitt, welcher gespickt war mit rechtlichen Folgen und endete bei den wenigen Ausnahmen, die es gab. Nur sehr selten durfte die Veela ihren Besitz behalten. Besonderes dann, wenn der Herr die Veela nicht wollte. Was wiederum irrelevant war, da die Veela entweder ihr Leben dahin fristen würde, oder einfach sterben und so ihr Besitz wieder automatisch ihrem Herren zufiel. Beides sehr verlockend!

Auch, dass die meisten männlichen Herren von ihren weiblichen Veelas verlangten zuhause zu bleiben und nicht arbeiten zu gehen, da die Herren sehr eifersüchtig waren und ihre Veelas nicht teilen wollten, hob Dracos Laune kein Stückchen. Er würde zu einem Hausmütterchen verkommen und für seinen Herren kochen, putzen und ihm im Bett gefällig sein. Sein Leben und seine Zukunft waren im Arsch!

Das dritte Buch allerdings war ein dicker Wälzer und Draco wurde schon bei dem Titel übel. Gelinde gesagt ging es eigentlich nur um den Herren und wie dieser seine Veela richtig bestrafen konnte. Bei dem Teil, bei welchem empfohlen wurde, der Veela ihren Stab zu nehmen oder ihn ganz zu zerbrechen, hatte er es geschafft, nur böse zu knurren, aber bei dem nächsten Abschnitt über Strafen, musste er sich schwer zusammenreißen um nicht entweder sehr unmalfoyhaft anzufangen hysterisch zu kreischen oder in ein eben so hysterisches Lachen zu verfallen.

Der hirnlose Autor ließ sich lang und breit über mögliche Methoden aus, wie man eine Veela quälen und brechen konnte. Zu den ihm schon bekannten Foltermethoden kam die Vergewaltigung durch einen dritten. Einer Veela bereitete es ungeheure Qualen sich einem Dritten hinzugeben, welcher nicht ihr Herr war. Als Draco die Seite umblätterte und in das Gesicht einer Veelafrau starrte, die vollkommen teilnahmslos in einem kleinen Käfig hockte, breitete sich Angst in ihm aus. Die Frau auf der Kaltnadelradierung regte sich ein wenig und  setzte sich bequemer in ihrem Gefängnis hin, welches aber so niedrig war, dass sie den Kopf halb gesenkten halten musste. Unbewusst legte er die linke Hand auf das Armband und spürte sofort, dass es ihn beruhigte. Da hatte sich die Investition in das reine Silber doch gelohnt.

Kurz dachte er an seine Eltern. Sein Vater hatte eine Haftstrafe in Askaban bekommen und seine Mutter hatte, nach der Fürsprache des verdammten Helden, ein Exil auferlegt bekommen. Sie wohnte jetzt in Schottland. Seinen Vater konnte er gar nicht mehr enttäuschen, da er den Kontakt zu seinem Sohn endgültig abgebrochen hatte. Draco wusste bis heute nicht, ob ihn das freuen oder verärgern sollte. Natürlich war er froh sich nicht vor seinem Vater für seinen Beruf rechtfertigen zu müssen oder die Art wie er lebte. Auf der anderen Seite war er verärgert, da sein Vater sich nicht gerechtfertigt hatte, dafür, dass er seine Familie in solche Bedrängnis unter dem Dunklen Lord gebracht hatte.

Aber jetzt überwog gerade die Erleichterung, dass er nicht mitbekommen musste, wie sich sein einziger Sohn und Erbe vor irgend einem Typen katzbuckelte.

Er schlug das Buch vor sich vehement zu und legte es zu den anderen beiden auf den Tisch. Er stöhnte lautlos auf, lehnte sich zurück in den gemütlichen Sessel und nippte an seinem kalten Tee. Das Lesen förderte die Kopfschmerzen noch zusätzlich. Kurz huschte sein Blick über die Sandwichs, welche die Elfe ihm still und heimlich auf sein Beistelltischchen gelegt hatte, doch er empfand kein Hungergefühl. Vielleicht starb er auch einfach, wenn er nichts mehr aß. Nach der Lektüre, war das mehr als verlockend.

Erschöpft schloss er die Augen und entfachte, ohne hinzusehen das Kaminfeuer erneut. Schließlich war es kurz vor Weihnachten und im Manor war es ziemlich kühl. Durch seinen dösenden Zustand bekam er nur noch am Rande mit, wie seine Elfe leise zu ihm kam und ihm eine Decke über die Beine legte, dann schlief er ein und Träumte von silbernen Armbändern, Hauselfen in Anzügen und einem großen Schatten, der ihm durch die Haare strich. Er war sich sicher ihn erkennen zu können, wenn er nur den Kopf hob, aber dafür war er viel zu müde.
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