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Bring me to life

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Carlo Ventresca / Patrick McKenna / Janus Mortati / Strauss
28.03.2013
07.02.2015
22
45.501
3
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
28.03.2013 1.753
 
Herzlich willkommen zu meiner FF "Bring me to life". Ich danke dir, dass du dir die Zeit nimmst, meinen Text zu lesen und vielleicht sogar einen Kommentar
hinterlässt. :)

Ich finde den Film "Illuminati" und das dazugehörige Buch von Dan Brown richtig gut und bin besonders fasziniert von der Figur Patrick McKenna bzw. Carlo Ventresca. Da ich das Ende des Films/Buches, also den Selbstmord des Camerlengos einfach nicht ertragen kann, habe ich versucht, es ein wenig umzuformen. Ich werde versuchen, den, wie ich finde, sehr interessanten Charakter des Camerlengos beizubehalten und die Umstände des Buches/Filmes zu berücksichtigen.

Ein paar Anmerkungen noch, bevor es losgeht:

1. Alle Charaktere, die auch im Buch/Film existieren, sowie die Idee der ganzen Geschichte gehören nicht mir, sondern dem ehrenwerten Dan Brown.
2. Ich verdiene mit dieser FF kein Geld, ich mache das hier aus Spaß am Schreiben.
3. Eventuelle Parallelen zu anderen Fanfictions sind (falls sie vorhanden sein sollten) nicht beabsicht.
4. Das ist meine erste Fanfiction in diesem Bereich, ich habe bisher nur in der Rubrik Herr der Ringe geschrieben.
5. Ich bin offen für Verbesserungsvorschläge (ich will mich ja auch verbessern) und freue mich über positive sowie negative Kritik.
6. Der Versuch, einen Prolog zu schreiben, ist daran gescheitert, dass er fast so lang wie ein normales Kapitel wurde, deshalb hab ich ihn als Kapitel 1 verwendet.

Und nun viel Spaß mit dem 1. Kapitel, bitte schreibt mir, wie es euch gefällt.

****

Camerlengo  Patrick McKenna wollte sich gerade einen seiner Meinung nach wohlverdienten Kaffee aufsetzen, als das Telefon klingelte. Seufzend stellte der junge Priester die Kanne mit heißem Wasser, die er gerade in den dafür vorgesehenen Behälter hatte gießen wollen, auf die Anrichte der päpstlichen Küche, drehte sich um und begab sich in seine Privatgemächer.   Dort, auf einem kleinen Holztischchen stand ein altmodisches, aber praktisches Telefon. Er nahm den Hörer ab und meldete sich mit seinem Namen sowie seinem Titel. Auf Letzteren war er sehr stolz, schon seit er von seinem Adoptivvater zum Camerlengo, dem Kammerdiener des Papstes, der somit dem Rang eines Kardinals gleichgestellt war, ernannt worden war. Er hatte erwartet, dass zum wiederholten Male eine ranghohe Persönlichkeit um eine Audienz bei dem beliebten Papst bitten wollte, doch er lag falsch.  

Die Stimme am anderen Ende der Leitung war seltsam verzerrt, als wollte der Anrufer nicht, dass er erkannt wurde. „Verzeihung, mit wem spreche ich?“, fragte Patrick verwirrt, denn er konnte diese Stimme absolut nicht zuordnen, egal wie sehr er sein Gehirn nach Möglichkeiten durchforstete. „Das ist noch nicht von Bedeutung.“, erwiderte die fremde Stimme. Eine tiefe Falte trat auf die Stirn des jungen Camerlengos, wie immer, wenn er Sorgen hatte oder angestrengt nachdachte. „Was wollen sie von mir? Wer sind sie?“, verlangte er zu wissen und er merkte, wie sich sein Puls merklich beschleunigte. „Wir wollen Rache, für das, was die Kirche und in der Vergangenheit angetan hat! Ihr sollt eure gerechte Strafe für eure Gräueltaten erhalten! Die Welt wird erkennen, dass die Christen die ganze Zeit mit einer Lüge gelebt haben und keine noch so ärmliche Seele wird sich mehr auf eure Kirche stützen! Denn die Wissenschaft ist euch überlegen, so weit überlegen, dass sie euch vernichten könnte! Dieses Getue, der Papst würde Wissenschaft und Glaube miteinander vereinen, das ist alles nur eine Fassade! Doch diese Fassade wird bröckeln, vor den Augen der ganzen Welt!“, zischte die Stimme und steigerte sich hörbar in das Gesagte hinein. Die Finger des Camerlengos verkrampften sich um den Telefonhörer, bis die Fingerknöchel weiß hervortraten und die Gelenke anfingen zu schmerzen, doch er bemerkte es kaum. Er öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, doch im selben Moment vernahm er ein leises Klicken, das davon zeugte, dass der seltsame Anrufer aufgelegt hatte.

Wie in Trance ließ er den Hörer auf die Gabel fallen und ging zurück in die Küche, wo das Wasser inzwischen erkaltet war. Schnell füllte er Neues nach und sah dem Kaffee zu, wie er langsam in die Tasse tropfte. Als Letztere gefüllt war, ergriff er sie und nahm sie mit in sein Schlafzimmer. Noch immer vollkommen verwirrt setzte er sich auf das großzügige, aber dennoch altmodische Bett und klammerte sich an die Kaffeetasse, als hinge sein Leben davon ab. Seine Gedanken kreisten nur um diesen Anruf. Wer war es gewesen? War es nur ein dummer Scherz gewesen oder eine ernstgemeinte Drohung? Sollte er den heiligen Vater davon unterrichten oder das Geheimnis für sich behalten? Wie so oft meldeten sich heftige Kopfschmerzen und der Camerlengo stellte die halbvolle Kaffeetasse auf seinen Nachtisch, um aufzustehen und sich eine Aspirin zu besorgen. Da es bereits spät in der Nacht war, beschloss er sich schlafen zu legen. Insgeheim hoffte er aber, dass dies alles nur ein böser Traum war.

Doch dem war nicht so. Viel zu früh, der junge Priester hatte noch nicht einmal drei Stunden geschlafen, riss ihn das laute Klingeln des Telefons aus dem Schlaf.  Patrick McKenna rieb sich den Schlaf aus den Augen und räusperte sich ein paar Mal, bevor er durch das dunkle Schlafzimmer in sein Arbeitszimmer tappte und abhob. Mit einem Schlag war er hellwach. Am anderen Ende ertönte die leider allzu bekannte verzerrte und zischende Stimme, die ihn fragte, ob er bereits eine Entscheidung getroffen habe. Vollkommen verwirrt fragte der Camerlengo: „Über was sollte ich eine Entscheidung treffen? Und was wollen sie zu so früher Stunde?“ Die Stimme lachte über die hörbare Verunsicherung des sonst so selbstsicheren Priesters und meinte höhnisch: „Oh, verzeiht, ich habe ja ganz vergessen, ihnen Bescheid zu sagen! Schauen sie Mal auf ihren Computer!“ Genervt drehte sich der Angesprochene zu dem Gerät um, das wie alle technischen Geräte in den päpstlichen Gemächern relativ altmodisch war. Zuerst hatte der Vatikan keinen PC erlauben wollen, aber der Papst persönlich hatte es durchgesetzt, zumindest einen behelfsmäßigen Computer zu bekommen. Er war ein für sein Amt und Alter wirklich ein sehr fortschrittlicher Mann, der stets bemüht war, den Gläubigen aus aller Welt, die ihm nun auch per E-Mail ihre Anliegen vortragen konnten, möglichst nahe und natürlich zu erscheinen. Doch nun, als McKenna sich herunterbückte, um den Computer zu entsperren, blinkte eine Nachricht auf. „Öffnen sie sie!“, herrschte die Stimme  den Camerlengo an und dieser gehorchte.

Es dauerte eine Weile, bis der veraltete PC die Datenmenge erfasst hatte, doch dann erschien ein Video auf dem Bildschirm. Eine verwackelte Aufnahme zeigte einen Mann, der einen futuristisch anmutenden Behälter, in dem ein kleiner bläulich leuchtender Punkt flackerte, in der Hand hielt. Eine Stimme, vermutlich nachträglich hinzugefügt, sprach: „Wir haben einen revolutionären Schritt in der Wissenschaft vollendet. Was sie in diesem Zylinder sehen, ist Antimaterie, ein höchst brennbarer Stoff. Es ist uns gelungen, ihn in großer Menge herzustellen, so groß, dass eine Detonation alles in einem Umkreis von 2 Kilometern töten und vernichten würde. Nun ist der Moment gekommen, nach dem wir uns schon so lange gesehnt haben! In dem die Wissenschaft die Kirche in die Knie zwingt! Zuerst muss ihr Oberhaupt fallen, dann ist sie uns schutzlos ausgeliefert. Der Papst muss sterben, und zwar durch die Hand seines Camerlengos. Wenn Letzterer unseren Befehl missachtet, so sei gesagt: wir sind die Illuminati, und wenn wir uns rächen, geben wir niemals auf. Sollte der heilige Vater in 2 Tagen noch am Leben sein, so  wird unser Werk einen Großteil von Rom vernichten, ebenso, wenn sie die Polizei verständigen. Denken sie nach! Soll ein einziger sterben oder Tausende, Zehntausende?“

Das Bild flackerte leicht und wurde schließlich schwarz. Patrick McKenna starrte entsetzt auf den Schirm, bis seine Knie unter ihm nachgaben. Nur ein rascher Griff an den Rand des Tisches konnte verhindern, dass er auf dem Boden aufschlug. In seinem Kopf spielten die Gedanken verrückt. Es war keine leere Drohung, es war die schreckliche Realität! Sie erwarteten von ihm, dass er den Papst tötete! Das war dreisteste Erpressung! Und wenn er der Forderung nicht Folge leisten würde, würden Tausende Menschen, Unschuldige, Frauen, Kinder sterben und er war schuld! Die Stimme am Telefon riss ihn aus seinen wirren Gedankengängen: „Überlegen sie es sich! Wäre es so schlimm, ihn zu beseitigen? Er durfte ein erfülltes Leben genießen, er ist 89 Jahre alt, wovon die meisten der Opfer weit entfernt wären!“ Verstört schüttelte Patrick den Kopf und machte den Mund auf, um etwas zu erwidern, doch es kam kein Ton heraus. „Sie haben zwei Tage!“, zischte der Anrufer und legte auf. Erst jetzt registrierte der Camerlengo, dass er sein Kreuz, das er wie immer um seinen Hals hängen hatte, fest umklammerte. Tränen der Verzweiflung traten in seine sonst so strahlend grünen Augen, als er zum Gebet niederkniete. Flüsternd bat er Gott um Kraft und um die Weisheit, das Richtige zu tun. Doch egal, was er auch tun würde, es würde ein Mord bleiben! Doch was, wenn er mit einem Handgriff, einer kleinen Bewegung, zehntauenden von Menschen das Leben retten würde? War ein Mord dann eine Sünde? Der junge Priester betete die ganze Nacht hindurch, doch zum ersten Mal schien keine Antwort zurückzukommen. Dann, als er feststellte, dass ihm die Zeit davonrannte, fasste er einen folgenschweren Entschluss.

Wie jeden Abend drückte Patrick McKenna den Kolben der Spritze hinunter, mit der der heilige Vater sein Medikament verabreicht bekam, dass seine Anfälle verhindern und unterdrücken sollte. Doch nun zitterten seine Finger merklich und sein Vater schaute ihn besorgt an. „Mein Sohn, ist alles in Ordnung? Du siehst bleich aus!“, fragte er in seinem fürsorglichen Ton, der Patrick beinahe das Herz zerbrach. Schnell nickte er und strich mit fahrigen Händen seine schwarze Soutane glatt. „Ja, Vater, ich glaube…mir geht es nicht sonderlich gut, ich bekomme Fieber.“, antwortete er schnell. Der Papst lächelte leicht und strich Patrick durch das braune Haar.  „Lege dich schlafen, mein Sohn. Möge Gott dich schnell gesund machen.“, murmelte er, bevor ihn der Schlaf übermannte. Der junge Priester riss sich von dem Anblick los und verließ das Zimmer, wobei er im Hinausgehen das Licht löschte.

Kaum war er draußen, wurde ihm bewusst, was er getan hatte. Entsetzen packte ihn und er stieß wahllos irgendeine Tür auf, ging raschen Schrittes durch die nächtlichen Gemächer, bis seine Beine ihn schließlich in den päpstlichen Garten trugen. Der kühle Nachtwind kühlte sein von Tränen überströmtes Gesicht und blindlings rannte er los, nicht darauf achtend, dass er dabei zu nah an die Rosensträucher kam und ihm die Dornen das Gesicht zerkratzten, nicht, dass er jemanden aufwecken könnte. Er stürmte immer weiter, bis seine Lungen vom schnellen Atmen schmerzten und er sich mit starrem Blick auf eine Bank fallen ließ.


TBC


*****

Danke fürs Lesen, ich würde mich sehr über Rezensionen freuen! :)
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