Cats - Like Heaven and Hell

GeschichteHumor, Familie / P12
28.03.2013
16.07.2014
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Hallo, liebe Leser,
ein herzliches Willkommen zu meiner allerersten FF zum Musical „ Cats“.
Diese verrückte Idee ist eine interessante Mischung aus Humor, Romantik, ein Bisschen Melodrama und, wer hätte es gedacht, Musical.
Sie enthält sämtliche der Originalcharaktere, sowie ein paar liebenswerte OCs und ich entschuldige mich schon mal im Vorfeld für die zeitweilige Zwansgsverdummung so mancher Charaktere :D ( Pouncival wird nie wieder derselbe sein ), aber ja…In den Kapiteln werden vereinzelt abgewandelte Liedertexte und etwas Choreographie eingeschoben, also nicht wundern, wenn die Katzen auf einmal zum Trällern anfangen. Zusätzlich möchte ich betonen, dass mein Englisch nicht unbedingt das Beste ist. Sollten also einige der umgeschriebenen Songtexte nicht hundertprozentig grammatikalisch richtig sein, bitte ich euch, mir das zu vergeben.
Ich möchte nur gleich zu Beginn richtigstellen, dass der Name „ Chocola“ grundsätzlich nichts mit Schokolade oder Coca Cola zu tun hat!
Trotzdem wünsche ich allen soviel Spaß beim Lesen, so wie mir beim Schreiben.

Die Lieder und deren Texte, die in den einzelnen Kapiteln vorkommen, sind nicht von mir, sondern wurden nur umgeschrieben.

1. Fool’s Garden – Lemon Tree
http://www.youtube.com/watch?v=sJQYoGyEtDs



Es war ein stürmischer verregneter Tag in der Stadt London. In den Straßen herrschte geschäftiges Treiben unter den Menschen, die panisch hin und herliefen und scheinbar sehr bemüht waren in ihrer Eile nicht mit den Regenschirmen Anderer zusammenzustoßen. Ein gutes Dutzend drängelte sich quengelnd bei der Busstation in der Nähe des Bahnhofes unter das kleine Vordach einer Modeboutique, indessen einer der großen roten Londoner Busse einfuhr. Unter lautem Gezeter stiegen die Frauen und Männer ein, die ihre Schirme kurz ausschüttelten und sich beschwerten, wie nass ihre Kleidung und Haare sein würden. Es schien nur eine anwesende Persönlichkeit zu geben, die das Unwetter zwar auch störte, aber nicht unbedingt Notiz davon nahm.
Eine kleine schwarzbraune Somalikatze, die auf dem Dach des Busses Platz genommen hatte, wäre bei dem Geräusch des fallenden Regens beinahe sogar eingeschlafen, doch als das Fahrzeug zu stehen kam, um die lauten Gäste einsteigen zu lassen, fuhr sie schlagartig in die Höhe und fand sich klitschnass in der Realität wieder. Eben hatte sie noch von einer ruhigen sonnigen Landschaft geträumt, die mit goldenen Feldern und großen Bäumen übersäht war. Die Katze sah sich selbst durch die Landschaft hechte, bis sie zu einem Fluss kam, der sich durch ihren Traum schlängelte und ihr den Weg ein wenig versperrte.
Nur ein paar Steine, die aus der Flut hervorragten, boten ihr einen Weg auf die andere Seite, den sie, ohne lange zu überlegen, beschritt. Die ersten Steine waren nicht sehr weit voneinander entfernt, doch plötzlich kam sie bei einem längeren Sprung ins Straucheln und rutschte ab und in dem Moment, als sie ins Wasser fiel, wachte sie im Sommerregen London’s auf.
Schnell wandte die schwarzbraune Kätzin ihren klaren smaragdgrünen Blick, vom grauen wolkenbedeckten Himmel aus, zu der krakeelenden Menge, die sie geweckt hatte. Bei dem Gezeter der Zweibeiner konnte sie nur den Kopf schütteln und sich auf die Beine stellen. Nach einem ausgedehnten Durchstrecken, um endgültig wach zu werden, schüttelte die Somali einmal ordentlich ihr dunkles fast eintöniges Fell durch, sodass der Großteil der Nässe sich daraus verflüchtigen möge und schleckte sich danach über ihre rechte pechschwarze Vorderpfote.
Einen letzten Blick warf sie schnell in die verschwindende Menge und sprang vom Dach auf die Motorhaube dessen Busses und hinunter zur Straße, wobei ihre grünen Augen im Licht der Nebelscheinwerfer kurz aufblitzten, bevor sie auf die andere Straßenseite hechtete und durch das Portal, welches zum Bahnhof führte, verschwand.
Während die junge Kätzin zwischen den breiten Schuhen der Menschen, die wie zuvor zu ihren Zügen eilten, durchhuschte und dabei riskierte von der Unaufmerksamkeit einem eben dieser zertrampelt zu werden, wanderte ihr Blick stetig von einer Seite des Bahnhofes zur Anderen. Verzweifelt hoffte sie auf ihre Verabredung zu treffen, doch hier waren keine anderen Katzen.
„ Wo er wohl ist? Er weiß doch, dass ich heute ankomme.“
Da sie es nach einigen Minuten als sinnlos erachtete, weiterhin nervös umherzurennen, flüchtete sich die schwarzbraune Somali auf einen kleinen Betonsockel und schüttelte sich noch einmal durch. Zu ihrem Glück war es hier wenigstens trocken. Nachdenklich betrachtete sie die Gleise von etwas weiter oben, indessen sie mit leiser Stimme zu singen anfing.

Unbekannte:                    I'm sitting here in a boring room
Unbekannte:                    It's just another rainy Sunday afternoon
Unbekannte:                    I'm wasting my time.
Unbekannte:                    I got nothing to do
Unbekannte:                    I'm hanging around
Unbekannte:                    I am waiting for you
Unbekannte:                    But nothing gonna happens and I wonder
Unbekannte:                    I drove a while ‘round with a car
Unbekannte:                    Maybe I'm driving too fast
Unbekannte:                    Maybe I'm driving too far
Unbekannte:                    I'd like to change my point of view
Unbekannte:                    I feel so lonely
Unbekannte:                    And I'm waiting for you
Unbekannte:                    But nothing gonna happens and I wonder

Zunächst strotzte ihre Stimme vor Seelenruhe, aber mit jeder Sekunde, die verstrich, wurde ihr Klang etwas nervöser. Die Augen der Kätzin suchten mit wachsender Verzweiflung alles ab, doch nichts. Keine einzige Katze…nichts! Nicht einmal ein Streuner war zu sehen. Beleidigt ließ sich die Somali auf ihren Bauch sinken und stemmte eine Vorderpfote in ihre Wange, um ihren Kopf zu stützen.
„ Er hat mich vergessen“, dachte sie gekränkt. „ Er hat mich tatsächlich vergessen!“
Gerade eben wollte die schwarzbraune Somali laut aufschreien, als ihr aus dem Augenwinkel etwas auffiel. Dort drüben, im hintersten Winkel des Bahnhofes saß ein gewaltiger dicker schwarzer Kater, der scheinbar etwas wie Gamaschen an seinen Pfoten trug und die Leute mit einem Blick, der von etwas Hochmut getränkt war, musterte, indessen er sich seine Schnurrhaare wie einen Schnauzer zwirbelte und sein Monokel zurechtrückte.
Überglücklich seit langen Tagen endlich mal wieder eine Katze zu sehen, lief sie auf den dicken Kater zu: „ Entschuldigung! Verzeihung bitte?“
„ Ja, was kann ich für Sie tun, gnädiges Fräulein?“, fragte er mit freundlicher Stimme, jedoch ohne sie anzusehen.
„ Ich bin gerade in der Stadt angekommen und fürchte, dass ich meinen Bekannten, der mich abholen sollte, verpasst habe.“ „ Oder er hat mich vergessen!“ „ Könnten Sie mir freundlicherweise sagen, wie ich zum Schrottplatz der Jellicles komme?“
Erst jetzt schaute der dicke Kater mit großen Augen, aus denen Begeisterung sprach, zu seiner Gesprächspartnerin, erschrak jedoch, als er ihr nasses Fell sah und verkündete: „ Natürlich werde ich Ihnen den Weg weisen, aber gute Güte, meine Liebe. Sie sind ja ganz durchnässt vom Regen!“
Sie grinste: „ Blitzchecker.“ „ Ja, es regnet ja auch in vollen Zügen, aber dank Ihnen, wenn Sie mich zu meinem Reiseziel begleiten, bin ich ja gerettet.“
„ Nun, dann folgen Sie mir bitte, Fräulein.“
„ Ich heiße übrigens Chocola.“
Blitzartig fuhr der Kater herum, sodass seine Begleitung erschrocken einen Satz zurück machte, als er gespielt dramatisch rief: „ Oh! Wie unhöfflich von mir! Wie konnte ich mich nur nicht vorstellen?!“ Er nahm die pechschwarze Pfote der Kätzin entgegen und hauchte einen Kuss darauf: „ Ich bin Bustopher Jones.“
„ Ah, Sie sind der Dandy – Kater der Jellicles, richtig?“
„ Korrekt, aber woher wissen Sie das, Fräulein Chocola?“
„ Ich hab schon viel von Ihnen gehört. Wie dem auch sei, freut mich sehr Ihre Bekanntschaft zu machen, Sir.“
Beide Katzen verbeugten sich voreinander: „ Mich ebenfalls, Chocola. Folgen Sie mir nun bitte.“
Der schwarze Kater mit den weißen Gamaschen führte sie durch den Bahnhof wieder in den Regen hinaus. Wortlos schritten die Beiden nebeneinander her, bis die Stille durch lautes Hundgebell beendet wurde. Die Beiden kamen über einen dünnen erdigen Weg, der von zwei weißen Zäunen gesäumt wurde.
„ Na, Dicker?! Bist du mal wieder auf dem Weg was zu futtern?!“, spottete ein grauer Schäferhundmischling durch den Zaun auf der rechten Seite hindurch und die Anderen stimmten mit lautem Gelächter darauf ein, doch die Somali fauchte tödlich ernst, aber kaum hörbar: „ Hunde? Ich hasse Hunde.“
„ Sie dürfen nicht auf die hören, Fräulein Chocola. Diese Hunde sind vollkommene Kretins und haben keinen Sinn für einen Gourmet wie mich. Und diese Hunde stiften schon seit einiger Zeit in der Stadt Unruhe, aber Old Deuteronomy sagt, dass wir es einfach ignorieren sollen.“
„ Verstehe“, gab sie etwas abwesend zurück.
Nach einer geschätzten Dreiviertelstunde waren sie endlich am Schrottplatz angekommen und von Weitem war schon der Gesang der Jellicles zu hören, wie sie das Lied der alten Gumbie Cat sangen. Beim Klang der fröhlichen Musik schlug nicht nur das Herz des Dandy – Katers höher. Auch die schwarzbraune Kätzin freute sich auf das Zusammentreffen mit den Jellicle Cats.
Freudig kletterten sie und Bustopher auf einen kleinen Müllberg, um auf den offenen Platz sehen zu können, wo die Anderen tanzten, sangen und fröhlich waren. Nach einigen Sekunden war das Lied jedoch vorbei und ein großer schwarzer Maine Coon – Kater mit einem Leopardenmusterkragen trat mit lässigem Schritt in die Mitte der „ Bühne“.
„ Wissen Sie wer das ist, Fräulein Chocola?“, fragte er, ohne das charmante Lächeln abzulegen und deutete dabei auf den eben erwähnten Kater, der auf die schwarzbraune Kätzin wie ein gewaltiger Aufschneider wirkte, worauf sie mit verdrehten Augen äffte: „ Darf ich raten? Dem Lied zufolge, ist das der ach so große Rum Tum Tugger.“
„ Korrekt und das dort drüben ist meine geliebte Jennyanydots.“
Obwohl der Dandy – Kater die Dame seines Herzens gerade in höchsten Tönen lobte, was für eine wunderbare Lehrerin und Sängerin sie wäre, hörte ihm die schwarzbraune Somalikatze nicht mehr länger zu. Schlagartig wurden alle Sinne in ihr wach. Mehr und mehr Wut staute sich plötzlich ihr auf, indessen der Tugger sein Lied für seinen gesamten Fanclub schmetterte und sie damit bezauberte. Chocola hatte schon sehr viel vom Rock’n’roll – Kater Rum Tum Tugger gehört und war davon nur sehr wenig begeistert. Diese Gerüchte waren einer der vorherrschenden Gründe warum sie hierher gekommen war.
Obwohl sie ihrer Familie versprochen hatte, sich so gut wie nur möglich zu benehmen, konnte sie dieser einmaligen Gelegenheit einfach nicht widerstehen. Sie sah sich nach einer idealen Möglichkeit um, um ein wenig Chaos in der Menge zu verbreiten. In einem Karton am Fuß des Müllberges, auf dem sie saß, befand sich eine riesige Torte, die schon längst begonnen hatte vor sich hinzugammeln und als sie das alte abgenutzte Skateboard daneben liegen sah, war ihr Plan perfekt.
„ Bustopher? Würden Sie mir bei etwas, das jedoch für einiges Aufsehen sorgen könnte, behilflich sein?“, fragte sie mit einem teuflischen Lächeln auf den Lippen, das ihn für einen kurzen Moment ängstigte.
„ Gewiss, was schwebt Ihnen denn vor, Liebes?“
„ Warten Sie’s nur ab. Ich hab eine selten geniale Idee.“
„ Da bin ich gespannt“, sagte der Dandy – Kater, nachdem sie sich auf seine Schulter gestützt hatte, um ihm ins Ohr flüstern zu können, was sie plante.
Schnell waren beide Katzen dabei ihren Teil des Planes zu erfüllen. Bustopher hievte den Karton mitsamt der Torte auf seinen Rücken und kletterte einen Müllberg hinauf, währenddessen die Kätzin sich in der Nähe der Bühne positionierte, um dem Schauspiel zuzuschauen, wobei es ihr sämtliche Haare in ihrem immer noch feuchten Pelz aufstellte.
„ Beeilen Sie sich, Bustopher! Er wird jeden Moment fertig sein!, dachte sie sich verärgert und bettete, dass der dicke Kater sich etwas mehr anstrengen würde.
In ihren Pfoten hielt Chocola ein Seil, das sie so gut als möglich an das Lenkrad eines alten rostroten Beatles gebunden hatte, währenddessen sich ihr Komplize auf die Spitze eines anderen Müllberges schleppte, um dort den Karton auf dem Skateboard zu positionieren und in Stellung zu gehen. Einige Male schnaufte er völlig ermüdet, gab ihr jedoch bald das vereinbarte Zeichen, das anzeigte, dass er bereit sei.
Nachdem auch sie ihm ihr Zeichen übermittelt hatte, ließ Bustopher das abgenutzte zerkratzte Holz los. Gerade als der Rock’n’roll – Kater zu seinem höchsten Ton, der das Finale seines Liedes darstellte, ansetzte und Etcetera wieder laut zu schreien begann, spannte die Somali das Seil.
Nun ging alles blitzschnell. Das Board ratterte, von seiner schweren Fracht nur weiter beschleunigt, den Berg herunter, blieb an dem Seil hängen und warf so den Inhalt des Kartons in hohem Bogen in die Richtung des singenden Tuggers, währenddessen Chocola sich auf das Board schwang und auf die Bühne zuraste. Jedoch ohne das Geschoß aus den Augen zu verlieren.
Schon war der Plan vollendet. Die Torte hatte den schwarzen Maine Coon zur Gänze erfasst und diesen von der Bühne gefegt. Und um der ganzen Show die Krone aufzusetzen, sprang die junge Somali kaum eine Sekunde später in die Mitte der Bühne, ließ das Skateboard weiterschlittern und sang die letzte Zeile: „ About it!“
Erst jetzt hatten alle begriffen, was genau gerade passiert war und waren blitzartig verstummt. Etcetera, Bombalurina und die anderen des „ Tugger – Fanclubs“ sprangen von der Bühne und bemühten sich das Chaos in Ordnung zu bringen und ihren „ Star“ aus den Resten der Torte schnellstmöglich zu befreien. Die Verantwortliche jedoch, bemühte sich etwas Abstand zu der Szene zu gewinnen, wobei sie sich das Grinsen nicht verkneifen konnte.
Nun war auch Bustopher heruntergekommen, um Tugger zu helfen, aber als dieser wieder frei war, regte sich der Maine Coon Kater künstlich auf: „ Wehe wenn ich herausfinde, wer das war!“
Sein Fell war immer noch voller ranziger Cremestücke, die er verzweifelt versuchte auszuschütteln, was ihm in gewisser Weise auch gelang, aber sein Ärger wuchs nur weiter. Auch Mistoffelees war an die Seite seines Freundes geeilt, um ihm zu helfen, doch zuvor bedachte er die Fremde mit einem etwas gestrengen Blick, so wie es normalerweise Munkustrap immer bei den Geschwistern Mungojerrie und Rumpleteazer tat, wenn sie irgendeinen Unsinn angestellt hatten.
Schlagartig hatte die Somali jedoch die gesamte Aufmerksamkeit alle Jellicles wieder, nachdem sie von Tugger bemerkt wurde, der ihr zurief, dass sie stehenbleiben sollte. Zuvor kam jedoch ein großer schwarzweißgetigerter Kater, der einen Hauch von Autorität ausstrahlte, auf sie zu. Vor ihr ließ er sich nieder und beäugte sie mit einem skeptischen Blick. Die schwarzbraune Kätzin ahnte das Schlimmste. Hatte sie es vielleicht damit schon übertrieben und würde rausgeworfen werden, noch bevor sie überhaupt richtig rein gekommen wäre.
„ Selbst wenn!“, dachte sie bockig und setzte sich aufrecht hin. „ Diesem Aufschneider hab ich’s gezeigt und das war’s wert!“
Stolz reckte sie dem älteren Kater ihre Nase entgegen und holte tief Luft, um sich in eine triumphierende Pose zu versetzen, doch daraufhin begann dieser sanft zu lächeln, strich zu ihrer Verwirrung beschwichtigend über ihre Ohren und meinte: „ Du musst wohl die kleine Chocola sein, stimmt’s?“
Von der plötzlichen Freundlichkeit sichtlich verwirrt, entgegnete sie, während der Rest der Jellicles nur dastand: „ Ja, bin ich und Sie sind…Munkustrap, richtig?“
Der Schwarzweißgetiegerte nickte: „ Mhm aber bitte, du kannst uns alle ruhig mit „ du“ ansprechen, immerhin gehörst du ja schon bald zur Familie, nicht wahr?“
Dies schien wohl das Stichwort gewesen zu sein, denn auf einmal wurde die Begrüßung von einer männlichen Stimme, die quer über den Platz Chocola’s Namen rief, unterbrochen. Die Stimme gehörte zweifellos zu Skimbleshanks, der gleich darauf blitzschnell angerannt kam und mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht vor ihr und Munkustrap stehen blieb, um einmal richtig Luft zu holen.
„ Chocola, Kleines!“, rief er, immer noch atemlos, worauf sich die Somali dem orangebraunen Kater von der Eisenbahn um den Hals warf und erwiderte: „ Onkel Skimble, es ist so schön dich zu sehen!“
„ Es tut mir furchtbar Leid, dass ich nicht am Bahnhof war um dich abzuholen!“, fing er an sich zu entschuldigen und strich ihr das längere Büschel Fell oberhalb ihres rechten Auges zu Seite. „ Ich bin so verantwortungslos! Was würde Rich nur von mir denken?! Aber mein eigener Zug hatte um zwanzig Minuten Verspätung, weil…ist ja auch egal wieso! Hauptsache, dir geht’s gut!“
„ Schon gut, Onkel. Bustopher hat mich hergebracht, also ist alles okay bei mir.“
Langsam ließ er Chocola erneut auf den Boden sinken und drehte sie zu seinen Freunden und deutete mit einer ausschweifend offenen Geste in die Runde. Sämtliche Anwesenden starrten die schwarzbraune Somali gespannt an. Niemand wusste, was er nun, nach dieser Aktion und dem Agieren von Skimble von der Fremden halten sollte, nicht einmal sie selbst.
Ihr buschiger Schwanz begann nervös hin und herzuzucken. Wahrlich alle Augen waren auf sie gerichtet, was ihr nicht unbedingt in diesem Augenblick behagte. Was wenn sie sie nicht mögen würden? Nur weil sie mit Skimble verwandt war, musste sie nicht gleich dazugehören und was sie jetzt gerade angestellt hatte, würde sicherlich noch Konsequenzen haben.
„ Warum hast du darüber nicht vorher nachgedacht, du dumme Gans?!“, verabreichte sie sich selbst eine Schelte, doch es war ja bereits zu spät.
„ Freunde, es ist mir ein großes Vergnügen, euch diesen Frechdachs hier vorstellen zu dürfen“, rief Skimble voller Stolz und holte Chocola aus ihren Gedanken. „ Das hier ist die Tochter meines Bruders, Richando! Die kleine Chocola!“
Ein leises Raunen ging durch die Menge, von dem die Genannte nicht einordnen konnte, ob es geschockt, verärgert oder anerkennend klang, doch plötzlich brüllte der Rock’n’roll – Kater neckisch dazwischen: „ Von klein kann keine Reden sein, Skimble!“ Auf diese Aussage hin, begann sie bösartig zu fauchen, woraufhin er im selben Ton mit einstimmte: „ Hast du nicht immer erzählt, dass deine Nichte ein kleiner Engel ist, Skimble?“
„ Ist sie ja auch, Tugger.“
„ Kann ich nicht finden. Immerhin werfen Engel einen nicht von der Bühne und versuchen ihn mit Torte, die älter ist als man selbst, zu vergiften! Zumindest hätte ich davon noch nie was gehört!“
„ Schade, denn ich kann die Gerüchte, die ich über dich gehört habe nur bestätigen, Rum Tum Tugger“, zischte Chocola und bei der merkwürdigen Betonung seines Namens, konnte der Rock’n’roll – Kater schwören, dass es rund um sich ein wenig kälter geworden wäre, aber noch wollte er nicht klein beigeben: „ Ach, was hast du denn über mich gehört, wenn man fragen darf?“
„ Um es zusammenzufassen, dass du ein eingebildeter selbstverliebter Affe bist.“
„ Wow. Frech ist der kleine so genannte Engel also auch noch.“
„ Falls du damit meine Art meinst, dir zu zeigen, dass ich mir nicht alles von dahergelaufenen Wichtigtuern, wie dir, gefallen lasse, dann ja. Dann bin ich frech und zwar so sehr, dass dir hören und sehen vergeht!“
„ Dann werden wir zwei uns ja gut verstehen.“
„ In deinen Träumen vielleicht!“, grinste sie erneut mit diesem verschlagenen Blick, der Misto zu ängstigen schien.
Dann übernahm Munku wieder das Wort, indem er sich zwischen die beiden Streitenden drängelte: „ Nun gut, meine Freunde. Ich denke, wir hatten für heute genug Aufregung. Lasst uns die Probe abbrechen und morgen früh weitermachen, ja?“
„ HURRA!!!“, riefen alle jüngeren Katzen und sprangen freudig durch die Luft und quer über den Platz.
Das Wetter war heute ohnehin furchtbar, um zu proben, das musste sogar Munkustrap zugeben.



So, das war also das erste Treffen zwischen Chocola und den Jellicles. War ja ein super erster Eindruck, oder?
Ich mag Torte.
Hoffe mal, es hat euch gefallen, sodass ihr auch beim nächsten Kapitel „ Herzliches Willkommen“ wieder dabei seid!
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