Kuni no Zombie

GeschichteHumor, Horror / P16
Naruto Uzumaki
27.03.2013
01.04.2013
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27.03.2013 2.289
 
Als es ausbrach, war es, als würde die Welt, wie wir sie kennen, untergehen. Es war furchtbar und schrecklich zugleich. Anfangs waren es nur einige wenige, die, infiziert mit einer schrecklichen Krankheit, starben und als lebende Tote wiederauferstanden. Aber einer, ein einziger dieser lebenden, wandelnden, die Krankheit verbreitenden Toten erreichte eine Stadt. Hier war es ein unheilvoller Domino-Effekt, fehlendes Gefühl für Gefahr und eine arglose Bevölkerung, die wankende, ächzende Gestalten, die unkontrollierte Bewegungen machten, in den Abendstunden gewöhnt waren. Die Krankheit schlich sich ausgerechnet in den Abendstunden in der Vergnügungsinsel Sakura Macchi ein. Achthundert Bewohner und die gleiche Anzahl an Gästen starben noch in der gleichen Nacht. Die lebenden Toten, zumindest jene, die das Pech hatten, früh infiziert zu werden, fraßen jene, die als Letzte infiziert wurden und die deshalb glücklicher geschätzt werden mussten, bis auf die Knochen ab. Doch die erste Suche und Sucht galt dem Gehirn, sodass einige wenige dem Schicksal durch doppelten Tod entkommen konnten, fortan als grausige Fressmaschinen, die die Welt bedrohten, durch die Nacht zu wanken.

Eigentlich war das Problem der Zombies kein Problem. Ein Zombie war langsam, wurde vom vegetativen Nervensystem beherrscht, konnte keine Entscheidungen treffen, die über "vorwärts gehen" und "beißen" hinausgingen, und zudem verrottete er bei lebendigem Leibe. In Sakura Macchi wurden mehr als ein Dutzend Zombies, die das Pech hatten, besonders gut verspeist zu werden, von den Dorfhunden angefallen und aufgefressen. Erstaunlicherweise verwandelten sich die Hunde nicht in Zombiehunde. Ansonsten wäre die Verbreitung der Krankheit nicht abzusehen gewesen. Nun hätte man sagen können: Tja, schade um die schöne Stadt, aber der Sommer und die Hitze lösen das Problem schon.
Hätte man sagen können. Aber an der Stadt ging ein Fluss vorbei und Dutzende der stumpfsinnigen Zombies fielen hinein und ließen sich treiben, nur um irgendwo flussabwärts, einige hundert Meter oder Dutzende Kilometer weiter, von niederen Instinkten getrieben an Land gingen, um zu fressen. Und wo sie auf eine arglose Bevölkerung trafen, war es immer das gleiche Muster: Halb verwester oder halb angefressener Unbekannter - wahlweise auch strahlende, laszive und meist unbekleidete Schönheit (hatte ich nicht erwähnt, was für eine Stadt Sakura Macchi war?) -  bissen ein, zwei Bewohner eines Dorfes oder einer Stadt oder eines Gasthauses, beherzte Leute wollten helfen und wurden womöglich selbst gebissen, die Gebissenen verstarben plötzlich, erwachten wieder als Zombies... Und plötzlich waren die hirnlosen Fressmaschinen in der Überzahl und jagten die Überlebenden. Es gab nur drei natürliche Feinde für die stetig wachsende Flut an Zombies: Die ewigen Sandwüsten des Reichs der Winde, die einen Zombie austrockneten und verdorren ließen, bevor er Schaden anrichtete; die eisigkalten Winter, die noch sechs lange Monate entfernt waren, aber jeden Zombie nicht nur einfrieren, sondern auch sein Kleinhirn und die Nerven (und damit den Zombie) zerstören würden; und Shinobi, falls diese nicht aus einem vertrottelten Haufen unterinformierter, weltverbessernder und übereifriger Möchtegernhelden bestand.
Tja, was soll ich sagen? Manchmal hatte die Welt einfach Pech, und als die Nachricht von der Zombievasion mit der gleichen Geschwindigkeit verbreitet wurde wie die Gerüchte über eine neue Form der Pest (idealerweise wurden die Zombies ebenso wie die Pest dabei gleich mitverbreitet), waren es die fähigsten, die erfahrensten, die gewitztesten und gefährlichsten Ninjas Konohas, die Jounin, die spezialisierten Jounin, die Chunin und die langjährigen erfahrenen Genin, die... Leider alle irgendeinen Auftrag hatten oder die Stadt unmöglich verlassen konnten. Und damit ruhte das Schicksal der Welt auf einmal auf den Schultern von Naruto Uzumaki.
Manchmal hatte die Welt wirklich einfach nur Pech...


1.
Der einsame Wanderer, der schwankenden Schrittes durch das weit geöffnete Hauptportal Konohas kam, hatte Pech. Es war nicht viel los. Nur wenige andere Menschen - ein paar Shinobi, die von ihren Aufträgen heimkamen, ein, zwei Händler, ein paar Touristen - waren mit ihm auf dem Weg in die Stadt. Und alle waren sie schneller als er. Genauer gesagt hatte ihn das überhaupt erst in die Stadt geführt. Er war einer jungen Frau mit Kind gefolgt, in der Hoffnung, sie einzuholen.
Tatsächlich, als die beiden das Stadttor passiert hatten, kniete sich die Mutter vor ihre Tochter und zog ein Taschentuch hervor. "Wirklich, Ina-chan, sieh dich nur mal an. Vollkommen verkleckert siehst du aus. Wie kann eine einzige Schokobanane nur so eine Sauerei anrichten?"
"Tut mir leid", murmelte das kleine Mädchen schuldbewusst. "Bist du jetzt böse auf Ina, Mama?"
"Das sollte ich eigentlich sein, nicht? Immerhin ist die Bluse ganz neu."
"Entschuldigung", murmelte das kleine Mädchen, Tränen in den Augen.
Diese Szene nutzte der einsam wankende Reisende, um endlich, endlich aufzuschließen. Sein Blick, der aus nur einem Auge fiel, fixierte das kleine, zarte Mädchen mit den Resten der Schokobanane am Stiel. Und die kleine, zarte Hand, die den Stiel hielt. Seine Instinkte verrieten ihm, dass das kleine Mädchen... Leichte Beute war und besonders zartes Fleisch hatte. Wäre er dazu noch in der Lage gewesen, sein Mund wäre ihm wässrig geworden. Näher kam er den beiden, näher, noch näher, beinahe wäre die Kapuze verrutscht, die seinen Zustand eher ungewollt bisher verborgen hatte. Ein paar Meter. Ein Meter. Nur noch ein halber, nur noch...
"HE! SIE!"
Eines musste man dem Mann lassen. Er wusste sofort, dass er gemeint war. "Heh?", machte er und wandte sich der Stimme zu.
"Guck mal, Mama, dem Mann hängt ein Auge aus dem Kopf!"
"Schhhhhh. Man redet nicht über Leute mit Behinderungen, Ina-chan. Komm jetzt, dein Papa wartet."
Mist, da ging sie hin, seine schöne Beute. Aber da war ja noch... "Hrrrrrmmmm."
"Ja, mit Ihnen rede ich!" Der großgewachsene braunhaarige Ninja mit der irrtierenden Angewohnheit, seinen Pony über sein rechtes Auge zu kämmen, sah ernst aus seiner Informationsbude neben dem Eingang herüber. "Hätten Sie die Güte, kurz einmal vorbeizuschauen?"
"Hrrrrrrrrrrr!"
"Ja, ja, es dauert auch nicht lange!", erwiderte er.
Sein Partner, ein schwarzhaariger Shinobi, der es liebte, sich als Markenzeichen einen Verband quer über Gesicht und Nase zu legen, stieß seinen Kameraden in die Seite, deutlich blasser werdend. "Oi,  Izumo, ich glaube, mit dem stimmt was nicht!"
"Ja, ich weiß, Kotetsu. Deshalb rufe ich ihn ja auch heran. Also, Mister, woher kommen Sie und wohin wollen Sie?"
"HRHRHRMMMMM."
"Ja, befreien Sie ruhig Ihre Stimmbänder. Ich möchte Sie laut und deutlich verstehen können."
"Oi, Izumo, ich glaube aber wirklich, dass der Typ irgendwie..."
"Ich bin ja gerade dabei, das zu klären. Nun, Mister, ich warte."
"HRRRRRRRRRRAAAAAA!"
"Kommen Sie da her, oder wollen Sie da hin? Aber ich glaube, einen Ort namens Hra gibt es nicht in Konoha. Oder hat eine neue Disco aufgemacht, Kotetsu?"
"Ich glaube, du bist ein Idiot! Der Kerl ist doch nicht koscher, und..."
"HRRRRRRR!"
"Mister, bitte unterlassen Sie es, nach mir zu greifen. Laut den Statuten Konohas kann man das durchaus als Angriff werten, und dann habe ich die Erlaubnis, Sie... AUUUUU! DER ARSCH HAT MICH IN DIE HAND GEBISSEN!" Hastig zog der Ninja namens Izumo seine Hand zurück. Er sah auf und wich ängstlich zurück, als er das aus seiner Höhle heraushängende Auge und das Gesicht des Fremden sah, das reichlich angeknabbert wirkte. Auch schien ihm ein Teil der Schädeldecke zu fehlen, zusätzlich zum darunter liegenden Gehirn. Zumindestens Teilen.
"D-d-d-d-d-d-d-d-das kann doch nicht wahr sein!"
"Ein Zombie! Ein verfluchter, menschenfressender Zombie!" Kotetsu sprang nach hinten auf, riss dabei seinen Stuhl um und drückte sich gegen die rückliegende Wand. "Wir müssen Alarm geben!"
"E-echt? Du meinst, das ist wirklich ein Zombie? Ich dachte, so etwas gibt es nur in Filmen!"
"Entweder das, oder Orochimaru hat mit seinem Wiederbelebungsjutsu ganz tüchtig daneben gehauen!" Kotetsu zückte ein Kunai mit der Rechten. Mit der Linken betätigte er einen Knopf, der Alarm gab und das Stadttor schloss. "Wie viele von denen haben wir wohl schon reingelassen?", fragte er mit zitternder Stimme.
"HRRRRRRR! HR! HR! HR!"
"Lass das sein, du Monster! Mich knabberst du nicht an!" Kotetsu hieb nach dem Arm, der nach ihm greifen wollte und schlug dabei die Hand des Ungetüms ab. Sie fiel zu Boden. Dabei platzte die Haut auf und offenbarte ein Nest wimmelnder Maden.
"Oh. Ich glaube, ich muss kotzen...", murmelte Izumo, Sekunden bevor er sich übergab.
"HRRRRRRRMMMMMAAAAAAA!"
Kotetsu schlug zu, und auch die zweite Hand fiel zu Boden. "Puh, das wäre geschafft. Jetzt kann er uns nicht mehr angreifen", sagte Kotetsu zufrieden.
"HMMMMMM! HRAAAA!"
"Ja, das kann er jetzt nur noch mit seinen Zähnen! Du Genie, sollen wir die ihm nicht auch noch ausschlagen?", rief Izumo.
"Nein, der Zombie bleibt hier stehen, bis ein Jounin erscheint und ihn selbst sieht! Denkst du, ich will als verrückt gelten?"
"DAS GRÜNE BIEST VON KONOHA IST ALLZEIT BEREIT!"
Kotetsu schlug eine Hand vor die Stirn. "Oh nein, von allen Jounin Konohas, warum konnten wir nicht einen kriegen, der seinen Job etwas ernster nimmt?"
"Kamitsuki-kun, Hagane-kun, welchen Grund gibt es für den Alarm?"
Beide Shinobi deuteten auf die Person vor ihnen, die daraufhin erfolglos versuchte, in die Zeigefinger zu beißen. Man deutete auch nicht mit nackten Fingern auf angezogene Zombies, insofern war er also im Recht. So im Nachhinein.
"Vorsicht, Guy-sama! Der Mann ist ein Zombie!", rief Izumo. "Ein lebender Toter! Und womöglich verbreitet er seine unheilvolle Seuche dadurch, indem er andere beißt!"
"So, tut er das?", fragte Might Guy und kratzte sich am Haaransatz. "Also, ich persönlich werde ja nicht gefragt, aber das halte ich für eine der dümmsten Wege, um eine epidemische Krankheit zu verbreiten. Vor allem eine so offensichtliche Krankheit wie Zombieismus. Ich meine, so ziemlich jedem muss doch auffallen - T'schuldigung, mein Herr, mal zu  mir drehen, ah ja, wie ich mir dachte - dass ein Zombie schon äußerlich auffällt. Mit ein wenig Grips kann jeder Mensch einem Zombie entkommen. Solange sie nicht im Rudel auftreten, meine ich."
"HRRRRRRRRR!"
"Vorsicht, Guy-sama, er beißt gerne in Fing...", begann Izumo, Augenblicke bevor der Zombie dem Grünen Biest von Konoha in die Hand biss. Kräftig. Mit Nachdruck. Und gierig.
"Und?", fragte Might Guy verwundert.
Kotetsu schlug sich beide Hände aufs Gesicht und kratzte sich mit den Fingernägeln blutige Wunden in die Wangen. "So verbreiten sie die Seuche! Sie beißen andere! So wie dieser Zombie Sie gerade beißt, Guy-sama?"
"Echt jetzt?", fragte der Jounin entsetzt, den Zombie beobachtend, wie er auf seiner Hand rumgnabbelte. "Aber... Aber muss er dafür nicht mit meinem Blut in Kontakt kommen?"
"Ja, auch, aber bei so einem Biss..."
"Uff, da bin ich aber erleichtert", sagte Guy, zog seine Hand zurück und verteilte dabei gut zwei Dutzend Zombiezähne über dem Boden. "So ein dämlicher Biss kann meine Haut nämlich nicht verletzen. Zumindest nicht den Teil meiner Haut."
"HRRRRUUUUUUUU..."
"Ja, mir tut es auch leid, aber du kannst mich nicht fressen, wie es ausschaut. Und Zähne hast du auch keine mehr, wie es scheint. Also keine Infektion mehr möglich." Guy besah sich den halb gefressenen Mann, griff zu und klemmte ihn sich unter den Arm. Mit der freien Hand sammelte er die Zombiezähne auf. "Ich schlage vor, Ihr gebt Großalarm und schickt alle verfügbaren Shinobi auf Streife, hier in der Stadt und im Umland, falls weitere Zombies bereits eingedrungen sind und falls sich die Krankheit schon verbreitet. Diesen hier bringe ich ins Forschungslabor.
"HRRRRRRR!"
"Keine Widerrede. Du bist Kriegsbeute. Wäre doch gelacht, wenn wir nicht etwas über diese Biester herausfinden könnten. Also, haltet die Stellung und schaut euch genau an, wen Ihr reinlasst. Sicher wollen da draußen bald eine Menge Menschen der Zombieseuche entkommen. Zumindest wenn es draußen so zugeht wie in "Zombies versus Kunoichi V"."
"Ha, ein Klasse Streifen, der ist echt super!", rief Kotetsu.
"Ja, nicht wahr? Vor allem in der Massenszene, als zehntausend Zombies..."
"Leute...", murmelte Izumo mit schwacher Stimme.
"Oder die Szene mit der großbusigen Kunoichi, die, nur mit einem Schwert bewaffnet, einen engen Gang verteidigt und immer mehr Bekleidung..."
"Leute, echt..."
"Ich habe ihn Zuhause. Wir können ja mal einen Videoabend machen oder so. Nach der Zombieapokalypse um fünf?"
"Abgemacht, Guy-sama."
"Mir geht es nicht so..."
"Wunderbar. Ich bin dann auf dem Weg."
"Da geht er hin, der Guy-sama. Du kommst doch auch mit, nicht, Izumo? Äh, Izumo?"
"Ich sagte doch, es geht mir nicht gut... Ich fühle mich beschissen, irgendwie krank und müde und... Hungrig und... Und... Und..."
Kotetsu drängte rückwärts, bis die nächste Wand ihn stoppte. "Ach ja, du wurdest gebissen! U-untersteh dich, dich in einen Zombie zu verwandeln! Ich kann doch meinen besten Freund nicht töten!"
"Ich... I-ich... Iiiiiiiiich...." Pum. In einer weißen Rauchwolke verschwand Izumo Kamizuki.
Entsetzt starrte Kotetsu Hagane auf die Stelle, wo sich der Andere gerade noch befunden hatte. "Ein Kage Bunshin? Was? Wieso?" Verdutzt kratzte er sich an der Stirn. "Junge, Junge, da hat dir deine verdammte Faulheit wohl echt den Arsch gerettet, Izumo. Schickst einfach einen Kage Bunshin zur Arbeit... Verdammter Glückspilz."
Das rettete ihn allerdings nicht vor der Hokage, denn selbstverständlich musste Kotetsu Izumo nun als "nicht erschienen" vermerken. Aber besser, von Tsunade-sama zusammengefaltet werden, als ein Zombie zu werden. Oder?
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