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Elementare Reise

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Kirby Knuckle Joe Magolor Marx Meta-Knight
26.03.2013
12.08.2015
50
63.086
4
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15.04.2015 2.141
 
Verloren irrte Genta durch absolute Finsternis. Er hatte es mittlerweile aufgegeben, zu versuchen, etwas zu sehen. Im Gegensatz zu seinen Freunden besaß er nicht die geringste Lichtquelle. Er murrte und stolperte nun schon zum x-ten Mal über irgendeinen lockeren Geröllbrocken, was ihn so langsam extrem aufregte. Der Atmoriana hatte weder eine Ahnung, wo seine Freunde waren, noch, wo er sich befand oder wie sie getrennt worden waren. Schließlich blieb er stehen, legte den Kopf in den Nacken und seufzte gedehnt. „So finde ich die anderen doch nie! Ich wünschte, ich hätte eine Taschenlampe oder sowas!“, schimpfte er in die Finsternis und ging langsam weiter. Nach einiger Zeit blieb er wieder stehen und blickte sich verwirrt um. Irgendetwas hatte sich eben verändert. Genta schloss die Augen und konzentrierte sich auf den Boden. Er kniete sich nieder und legte eine Hand auf den rauen Untergrund. „Was… ist das?“, fragte er sich. Der 17-Jährige spürte, wie eine starke Energie durch den Boden strömte, scheinbar direkt unter ihm. Das machte ihn doch sehr stutzig. Er hatte diesen Planeten für dunkel und tot gehalten, aber anscheinend besaß er sogar einen aktiven Kern oder sowas. Nachdenklich erhob sich der junge Mann wieder und setzte seinen Weg fort, aber nicht für lange.

Genta machte einen Schritt nach vorn und musste plötzlich feststellen, dass er keinen Boden mehr unter dem Fuß hatte. Von einer Sekunde auf die Andere verlor er das Gelichgewicht und spürte, wie er nach vorne kippte. Genta schrie erschrocken auf, stolperte endgültig und fiel. Oder besser: er rutschte. Der Schacht, in den der Atmoriana gefallen war, schien kein Ende zu nehmen. Genta versuchte mehrmals, sich irgendwo festzuhalten, aber alles, was er davon hatte, waren Kratzer und Schürfwunden. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, nahm der Schacht, so plötzlich wie er angefangen hatte, ein Ende. Genta flog noch einen Augenblick durch die Luft, ehe er hart an einer Wand abprallte und zu Boden fiel. „Gah, verdammt…“, murrte der Hellblauhaarige und richtete sich langsam auf. Verwundert begann er, sich in seiner neuen Umgebung umzuschauen. Im ersten Moment musste er mehrmals blinzeln, denn… Im Vergleich zu oben gab es hier Licht. Genta befand sich in einer großen Höhle, dessen Decke er nicht ausmachen konnte. Überall an den Wänden waren hellblau leuchtende Kristalle in den verschiedensten Größen. Sie tauchten fast die gesamte Höhle in ein kräftiges Blau verschiedenster Helligkeitsstufen. Genta konnte sehen, dass einige Tunnel von dieser Höhle abgingen und dass der Schacht, durch den er unfreiwillig gekommen war, mindestens fünf Meter über dem Boden lag. //Kein Wunder, dass das so wehgetan hat…//, dachte er angefressen, blickte sich noch einmal kurz um und schritt dann auf einen der Tunnel zu. Es würde ihm nichts bringen, hier zu bleiben. Auch, wenn es hier unten wenigstens hell war, er musste einen Ausweg finden und weiter nach seinen Freunden suchen. Während der Atmoriana auf sein Ziel zulief berührte er im Vorbeigehen einen der Kristalle. Verblüfft stellte er fest, dass die immense Energie, die er oben gespürt hatte und die ihn jetzt vollkommen umgab, nicht von den Kristallen kam. Aber woher kam sie dann? Der 17-Jährige betrat den Tunnel und begann, ihm zu folgen. Auch hier wuchsen Kristalle aus den Wänden und erleuchteten ihm den Weg. Doch genau wie der Schacht zuvor schien dieser Gang kein Ende nehmen zu wollen. Mehrmals blieb Genta stehen und überlegte, ob er nicht umkehren sollte und versuchen sollte, den Schacht wieder hochzuklettern. Aber letzten Endes ging er doch immer wieder weiter, bis er schließlich das Ende des Tunnels erreicht hatte.

Staunend blieb der Atmoriana stehen. Vor ihm hatte sich eine weitere Höhle aufgetan, die mindestens genauso groß wie die erste war, wenn nicht sogar größer. Hier waren die Wände lückenlos mit den Kristallen bedeckt aber das war nicht der Grund, warum der junge Erdkämpfer sogar kurzzeitig die Augen zusammenkneifen musste. In der Mitte des Raumes lag eine gigantische, fast weiß leuchtende Kugel. Sie hatte mindestens einen Durchmesser von 20 Metern und gab ein kaum hörbares, hohes Summen von sich. Die enorme Energie, die den Atmoriana nun schier überwältigte, kam definitiv von dieser Kugel – diesem gigantischen Kern. Zumindest vermutete Genta, dass es sich hierbei wohl um den Kern des Planeten handeln musste. Da er nur 20 Meter im Durchmesser maß, musste es sich um einen sehr kleinen Planeten handeln, wobei die Energie dieses Kerns sicher auch für einen Großen reichen würde. Auch von dieser Höhle gingen einige Tunnel ab. Genta vermutete, dass der gesamte Planet von diesen Gängen durchzogen sein musste. Durch sie floss wahrscheinlich die Energie des Kerns. Fasziniert ging der junge Mann auf die riesige Kugel zu. Er blieb kurz vor ihr stehen und streckte die Hand aus, um sie zu berühren, als er plötzlich ein Geräusch vernahm, welches ihn zurückzucken und sich schnell umschauen ließ. Das Geräusch kam aus einem der Tunnel und zu Gentas Leidwesen zeigte sich die Geräuschquelle schneller, als ihm lieb war.

Aus einem Tunnel links von ihm schoss plötzlich ein gigantisches Monster hervor. Eine riesige Schlange! Ihre Schuppen waren tiefschwarz, wobei ihre Unterseite eher grau zu sein schien. Die schwarze Farbe wurde hier und da von einigen blauen, rautenförmigen Feldern unterbrochen. Das riesige Tier starrte den Atmoriana aus strahlend blauen Augen feindselig an und ließ ihre, ebenfalls blaue, gespaltene Zunge mehrmals in seine Richtung schnellen. Allein ihr Kopf war gut vier Meter groß und Genta konnte bei weitem nicht das Ende ihres Körpers ausmachen. Aber er ahnte, dass das, was er von ihr zu Gesicht bekam, nur ein kleiner Teil des ganzen Tieres sein musste. Die Schlange richtete sich in der Höhle auf und öffnete, ein lautes Fauchen von sich gebend, das riesige Maul. Das Einzige, was Genta im Augenblick davon abhielt, in Panik zu geraten war die Tatsache, dass sie keine Zähne hatte. Das hielt sie aber anscheinend bei weitem nicht davon ab, urplötzlich nach ihm zu schnappen. Sie schoss blitzschnell auf ihn zu und stieß mit der Schnauze auf den harten Boden, nachdem Genta knapp zur Seite gesprungen war. Als das Tier sich wieder erhob hinterließ es einen ordentlichen Krater im Boden. Der 17-Jährige schluckte. Für ihn sah es so aus, als würde diese Riesenschlage den Kern des Planeten schützen wollen und er war anscheinend, aus Sicht der Schlange, eine potentielle Bedrohung für diesen. Abermals schnappte das dunkle Tier nach ihm und wieder wich Genta schnell aus. Diesmal blieb die Schlange mit der Schnauze am Boden und funkelte ihren kleinen Gegner warnend an. „Hey, du Riesenwurm! Ich will deinem Kern nichts! Ich suche nur nach einem Ausgang und nach meinen Freunden!“, rief der Hellblauhaarige dem Riesentier entgegen, rechnete aber nicht damit, dass sie ihn verstand. Denn ihre Reaktion war eindeutig. Erneut versuchte sie, den Erdkrieger zu fangen, wobei dieser nun dazu überging, auf die andere Seite der Kugel zu laufen. Die Schlange folgte ihm schnell und schnappte immer weiter nach ihm. Nun reichte es Genta. Er blieb abrupt stehen, wirbelte herum, schnappte sich seinen Kampfhammer, sprang hoch und schlug der Schlange direkt auf die Nase. Die Augen der Schlange weiteten sich. Sie hob den Kopf und schrie vor Schmerz auf. „Das hast du jetzt davon!“, fauchte Genta ihr entgegen, nahm aber sofort wieder die Beine in die Hand, als das Tier abermals zu ihm herunterschnellte, anscheinend nun wütender als zuvor. Weil er nicht wusste, wo hin, flüchtete Genta in einen der Gänge. Natürlich folgte ihm seine Gegnerin und raste wie ein Zug hinter ihm her. Dem Atmoriana war es ein Rätsel, wie ein so großes Wesen sich so schnell bewegen konnte.

Wie erwartet erreichte der Hellblauhaarige schon bald eine neue Höhle. Hier wandte er sich wieder seiner Verfolgerin zu und attackierte sie erneut mit seinem Hammer. Er schlug auf den Boden, wobei einige große Felsstücke nach oben stoben, welche er dann auf die Schlange schoss. Diese schloss die Augen und ließ sich behageln, schüttelte sich danach allerdings nur und richtete sich vor dem Atmoriana wieder auf. Genta stutzte derweil. Seit wann konnten Schlangen denn die Augen schließen? Das war ihm neu aber auch die Größe des Tieres war ihm fremd und daher ging er einfach mal davon aus, dass das hier eine Schlange war, bei der nichts so war, wie er es von Schlangen auf seinem Heimatplaneten kannte. Der 17-Jährige atmete einmal tief durch und wollte einen weiteren Tunnel ansteuern, als ihm seine Gegnerin plötzlich den Weg versperrte, indem sie an ihm vorbeischoss und sich in einem Kreis um den ganzen Durchmesser der Höhle legte, sodass es für den Erdkrieger nun kein Entkommen mehr gab. Mit einem schadenfrohen Funkeln in den Augen schnaubte sie den Atmoriana an und erntete ein gereiztes Knurren seinerseits. „Sag mal geht’s noch?!“, schimpfte er. Plötzlich schien die Schlange ihre Taktik zu ändern. Sie richtete sich wieder auf, ließ Genta aber keine Fluchtlücke, und öffnete halb das Maul. Genta beobachtete sie böse und lauerte auf ihre nächste Aktion. Plötzlich schoss ein hellblau glühender Energieball aus der Schnauze der Schlange. Genta war so erschrocken, dass es ihm nur haarscharf gelang, auszuweichen. „Was soll das jetzt, wenn’s fertig ist?“, fragte er wütend. Inzwischen war er eher der Meinung, dass dieses Bist durchaus verstand, was er sagte und ihn wahrscheinlich innerlich auslachte. Zumindest guckte sie so. Mittlerweile hatte das Tier sich so eingerollt, dass dem Atmoriana noch etwa ein Radius von 10 Metern zur Verfügung stand. Nun bekam er auch mal ihr Ende zu Gesicht, welches sie leicht aufgestellt hatte. Eine wirklich gigantische Schlange. Doch viel Zeit, seine Gegnerin zu bewundern, blieb dem Erdkämpfer nicht, denn schon flog eine weitere Energiekugel auf ihn zu.

Einem Impuls folgend zückte Genta wieder seinen Hammer und schlug nach der Kugel. Tatsächlich prallte sie an seiner Waffe ab und schlug, knapp neben dem Kopf der Schlange, in der Wand ein. Einen Augenblick lang schien die Schlange verwirrt zu sein, verengte dann aber ihre Augen zu Schlitzen und fauchte böse. Genta hingegen grinste breit. Denn er hatte nun eine Möglichkeit gefunden, sie zu besiegen. Sie war zwar anscheinend sehr klug, wurde nun, da sie ziemlich wütend war, aber unvorsichtig und schoss wieder eine Kugel auf ihren Gegner. Dieser schleuderte sie mit seinem Hammer zurück und… traf diesmal ins Schwarze. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Kugel flog direkt in das geöffnete Maul der Schlange. Diese verschluckte sie, die Kugel explodierte und das große Tier schrie entsetzt auf, bevor sein Kopf neben dem Atmoriana zu Boden fiel und dort reglos liegen blieb. Durch die Aufregung etwas aus der Puste lehnte sich Genta erleichtert an den Körper der Schlange und versuchte, sich wieder zu beruhigen. Er hatte es geschafft. Er hatte die Riesenschlange besiegt… oder? Als sich der junge Mann gerade entspannen wollte, öffneten sich plötzlich wieder die Augen der Schlange. Sie starrte ihn aus einem ihrer Sehorgane von der Seite an und ließ mehrmals ihre Zunge hervorschnellen. Genta war noch immer an sie gelehnt, hielt den Atem an und wagte es nicht, sich zu bewegen. Ganz langsam hob das Tier den Kopf und näherte sich ihm mit diesem, nahezu in Zeitlupe. //Nein, nein, nein, nein, nein…//, dachte der Atmoriana panisch, während er die riesige Schnauze auf sich zukommen sah. Er konnte nicht weg. Es gab für ihn keine Möglichkeit, zu fliehen. Sollte das sein Ende sein?

Doch zu Gentas größter Überraschung hielt die Schlange kurz vor ihm an, blinzelte einmal und berührte ihn mehrmals kurz mit ihrer Zunge, bevor sie sich plötzlich vorsichtig an ihn schmiegte. Zutiefst verwirrt strich der Hellblauhaarige mit einer Hand über die kühle Nase des Tieres und blickte in eines der großen blauen Augen. Schließlich breitete sich ein breites Grinsen auf dem Gesicht des 17-Jährigen aus und er strich dem Riesentier nun sicherer über die glatten Schuppen. „Na du?“, sprach er die Schlange an. Diese brummte ihn als Antwort tief an und schloss genießend die Augen. „Du wolltest nur den Kern beschützen, hm?“, fragte Genta ruhig und wieder brummte die Schlange. „Du bist merkwürdig“, bemerkte der Atmoriana und lachte leise. Das „Monster“ entpuppte sich nun eher als ein Schmusetier. Eigentlich hatte sich Genta lediglich den Respekt der Schlange erkämpft, was er aber nicht wusste. Was er auch nicht wusste war, dass er es hier mit einem Weibchen zutun hatte und dass er anscheinend auch ihr Interesse geweckt hatte. Zumindest sah sie ihn nicht mehr als Feind an. Eine Zeit lang streichelte Genta das riesige Tier, bis ihm schließlich eine Idee kam. „Sag mal… Kannst du mir vielleicht helfen, meine Freunde zu finden? Wir sind hier versehentlich gelandet und wurden irgendwie getrennt.“ Die Schlange blickte ihn, während er sprach, aufmerksam an und zuckte leicht zusammen, als er erwähnte, dass er auf unerklärliche Weise von seinen Freunden getrennt worden war. Genta bemerkte das Zucken. Anscheinend wusste diese Schlange, was hier los war. Schließlich nickte das Tier langsam und schnaubte den Atmoriana leicht an. „Super, danke!“, rief dieser begeistert, kletterte auf den Kopf der Schlange und machte es sich dort gemütlich. „Na dann mal los!“
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