Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Bis das der Tod uns scheidet und in alle Ewigkeit

von Naomi
GeschichteDrama, Krimi / P12 / Gen
Maxim de Winter
25.03.2013
22.08.2013
4
5.193
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
25.03.2013 1.440
 
Es war Nacht geworden, draußen kündigte sich ein Sturm an und die Wellen schlugen gegen die Brandung. Doch all das interessierte die junge schöne Frau in dem Bootshaus nicht, sie hatte nur eines im Kopf, ihren Mann. Nicht etwa weil sie vor liebe ganz verrückt war, nein darum ging es sicher nicht, eher überlegte sie ob ihr Plan aufgehen würde.
Doch die Unruhe merkte man ihr nicht an, sie wirkte sehr gefasst, ja beinahe schon gelangweilt. Der Name der Frau war Rebecca de Winter. In ihren Kreisen galt sie als die Perfekte Frau. Sie war wunderschön, freundlich und begabt, jeder Mann träumte davon mit ihr zusammen zu sein, doch nur einer hatte es geschafft: Maxim de Winter. Nun könnte man meinen das er der glücklichste Mann der Welt war, die meisten Menschen gingen auch davon aus, doch diese Menschen kannten das wahre Gesicht von Rebecca de Winter nicht. Ihr schönes Gesicht und das perfekte benehmen waren nur eine Illusion, tief in ihrem inneren was sie hässlich und ihre Seele war schwarz wie die Nacht, voller Selbstsucht und Hass.
Genau das formte sich momentan in Maxim de Winters Kopf als er von der Villa hinab zum Bootshaus blickte. Es brannte Licht, sie war sicher schon wieder mit einem Liebhaber dort, vielleicht sogar mit ihm, mit Jack Favell, dieser Schmierfink von Mensch.
Er hatte sie doch gewarnt, er hatte ihr gesagt das er ihn töten würde wenn er noch einmal sein Grundstück betreten würde. Hatte er ihr nicht klar gemacht das er diesen Kerl nicht leiden konnte? Es war ja nicht so das er eifersüchtig war. Was sie in London machte war ihm egal und das redete er sich nicht nur ein, doch hier ging es um seine Ehre, um die Familienehre und den guten Ruf des Hauses. Das alles konnte er nicht einfach aufs spiel setzen, nicht wegen einer Affäre seiner missratenen Frau.
Max drehte sich vom Fenster weg und sah zur Schublade, hier bewahrte er den Revolver für Notfälle auf. Was wenn er jetzt runter ging und ihnen eine Lektion erteilte?

Nein er würde sie nicht töten, Maxim de Winter war kein Mann der einfach wild um sich schoss und Menschen tötete, auch wenn sie es noch so sehr verdient hatten, doch was sollte es schaden wenn er ihnen einen kleinen Schreck einjagte? Max schaute sich um ob ihn auch wirklich keiner beobachtete. Niemand hatte gesehen das er aus London wieder gekommen war. Diese gruselige Mrs. Danvers war in der Küche, das wusste er genau. Als Maxim sich sicher war das keiner ihn gesehen hatte zog er langsam und geräuschlos die Schublade auf und griff dann vorsichtig nach dem Revolver. Er brauchte gar nicht zu schauen ob er geladen war, das wusste er genau, hatte er ihn doch selber geladen um im Notfall sofort bereit zu sein.
Max schloss die Schublade wieder und ging dann durch die Tür, hinunter zum Bootshaus. Dabei dachte er praktisch an nichts, sein Kopf war beinahe leer, nur zwischendurch blitzte Favells Gesicht in seinem Kopf auf, dieses Gesicht das er am liebsten vergessen und für immer auslöschen würde.

Noch immer saß Rebecca auf der Couch. Sie hatte sich soeben eine neue Zigarette angezündet. Die Menge der Kippen war das einzige Anzeichen für ihre Aufregung, alles andere an ihr schien noch immer locker. Die Nachrichten die sie heute bekommen hatte waren so tragisch und grausam das jeder andere zusammengebrochen wäre, doch nicht Rebecca. Sicher sie war innerlich zerbrochen, doch würde sie niemals ein solches Gefühl nach außen bringen, Rebecca de Winter würde perfekt bleiben, bis in den Tod und keiner würde an dieser Fassade der Perfektion kratzen, niemand nicht einmal Maxim.
Ihr Mann war ein großer Bestandteil ihres Plans, er würde kommen, sie war sich sicher, da war keine Nachricht nötig.

Im Moment als sie diesen Gedanken zu Ende dachte flog die Tür auf. „Wo ist er?“ die stimme von Max war fest. „Hallo Schatz, guten Abend, schön dich wieder zu sehen, wie war’s in London?“ sagte sie rappelte sich schwächlich auf und ging lächelnd auf ihn zu. Man konnte sofort erkennen das sie kreidebleich war und das irgendetwas nicht stimmte. „Stell dich nicht doof Rebecca ich weis genau das er hier ist! Wo hast du ihn versteckt?“ fragte Maxim und seine Stimme wurde zorniger.
Rebecca schmunzelte „Maxim leidest du vielleicht unter Verfolgungswahn? Soll ich einen Arzt rufen? Ich kann Frank sofort anrufen, er wird sicher veranlassen das man dir einen Arzt holt“ sagte Rebecca scheinheilig und lächelte noch immer, es war dieses kalte unerbittliche Lächeln das Maxim nur zu gut kannte. „Favell! Komm raus wenn du ein Mann bist“ schrie Maxim wütend. „Ach darum geht es, er ist nicht hier Max“ sagte Rebecca, so als hätte es sie überrascht das Maxim glaubte das ihr Cousin hier war.
„Das glaubst du doch selber nicht Rebecca, wo ist er?“ fragte er wieder und kam ihr gefährlich nahe. „Wenn du mir nicht glaubst, dann such ihn doch.“ Sagte sie und wies mit einer Hand auf das Nebenzimmer. „Aber glaub mir du wirst niemanden finden.“ Ergänzte sie dann noch und setzte sich wieder auf die Couch.

„Also gut wenn er nicht hier ist, was machst du dann hier, so ganz alleine?“ fragte Maxim und blieb noch immer an der selben Stelle stehen und beobachtete Rebecca. Den Revolver hatte er in seine Manteltasche gesteckt, so das Rebecca ihn nicht sehen konnte.
„Ich denke nach Max“ sagte sie und lehnte sich gelassen zurück. „Ich denke über uns nach, über die Menschen und darüber wie schön es wäre wenn in dieses Haus mal Leben kommen würde.“ Rebecca richtete sich ein Stück auf, erhob sich jedoch nicht. „Sag mal Max, was würdest du machen wenn ich ein Kind bekommen würde? Ich meine jeder würde denken das du der Vater bist, die Mutter wäre ich in jedem Fall. Es würde hier herumlaufen, auf Manderlay aufwachsen und eines Tages, wenn du stirbst, würde mein Kind das Haus und all deinen Besitz erben.“ Sagte Rebecca und lächelte. „Ich wäre die perfekte Mutter und dir würde nichts anderes übrig bleiben als den perfekten Vater zu spielen. Alle würden darüber sprechen wie ähnlich mir das Kind doch sieht und was für eine wundervolle Familie wir sind. Sag Max würde das unser Glück nicht perfekt machen?“
Maxim musste schlucken, das war es also. Deshalb lächelte sie, sie war schwanger von diesem Schleimbeutel oder von sonst wem, woher sollte er wissen mit wem sie es noch heimlich getrieben hatte, eins war klar: Er, Maxim de Winter, war nicht der Vater, doch jeder würde davon ausgehen.
In ihm kochte Wut auf. Nein das ging zu weit! Das sie ihn pausenlos betrog, das konnte er noch ertragen, doch er würde nicht zusehen wie ein missratenes Kind von ihr und diesem Schleimbeutel sein Manderlay erben würde. Niemals, das konnte er nicht zulassen.
Max dachte gar nicht darüber nach, kaum hatte er sich versehen hatte er den Revolver in der Hand und er konnte kaum sagen wie er dahin gekommen war.

„Du Missratenes Stück“ sagte er und funkelte seine Frau voller Hass an, doch diese schien unbeeindruckt davon das Maxim ihr androhte sie zu töten, im Gegenteil, sie lächelte noch immer. Wie sollte man es schaffen diesem Miststück das Lächeln aus dem Gesicht zu wischen? „Was ist Max, willst du mich töten? Willst du uns töten?“ fragte Rebecca und erhob sich von der Couch, legte dabei ihre Hand auf den Bauch „Was werden die Leute nur sagen? Was wird die Presse schreiben?“ fragte Rebecca und ging noch einen Schritt auf ihn zu.
„Halt dein Gottverdammtes Maul!“ schrie Max und richtete den Revolver auf sie. „Halt dein Maul du bist nicht in der Position mich fertig zu machen, diesmal nicht!“ ergänzte er noch.
„Ich bitte dich Max, du wirst doch keine schwangere Frau erschießen“ sagte sie doch es klang nicht ängstlich, kein bisschen, es war eher so als würde sie sich über ihn lustig machen.
Es reichte einfach. Maxim packte Rebecca blitzschnell am Hals und drückte sie gegen die Wand des Bootshauses dabei legte er den Lauf des Revolvers direkt auf ihr Herz. „Glaub ja nicht das ich Mitleid mit dir oder diesem verdammten Bastard in dir habe.“ Flüsterte er bedrohlich und einen ganz kurzen Augenblick wirkte es als hätte sie Angst. Doch dieser Moment war schnell vergangen und wieder lächelte sie. „Wenn du jetzt abdrückst dann wirst du am Galgen hängen“ sagte sie und blickte ihm direkt in die Augen.

„Dann sollen wir beide in der Hölle schmoren Rebecca de Winter, du wirst nie wieder jemanden verführen und belügen, nie wieder“ Maxim flüsterte ihr die Worte ins Ohr und kaum hatte er den Satz beendet drückte er langsam den Abzug des Revolvers.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast