Glowing in the dark

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Gale Hawthorne Haymitch Abernathy Johanna Mason Katniss Everdeen Peeta Mellark Primrose Everdeen
22.03.2013
18.06.2017
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22.03.2013 8.246
 
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~ Glowing in the dark ~


Haven't you seen me sleepwalking,     Hast du mich nicht schlafwandeln gesehen?
'Cause I've been holding your hand     denn ich hielt deine hand,
Haven't you noticed me drifting             hast du nicht bemerkt wie ich davon treibe?
Oh let me tell you I am                              Oh lass mich dir sagen,  dass ich das tue...

https://www.youtube.com/watch?v=8qdk3iPFYxg  Song by the Civil wars "Falling"

Katniss                                                        

Ich spürte seinen Blick auf mir als ich im Garten in der Sonne stand. Es war das erste Mal, dass ich hier draußen war, seit er die Primeln gepflanzt hatte. Ihre Primeln. Wieder schnürte es mir die Kehle zu, ich sah die Flammen vor meinen Augen tanzen und musste sie schließen. Flammen werden heller in der Dunkelheit, weshalb ich die Augen sofort wieder aufriss. Ein Zittern durchlief mich und ich versuchte mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Der Wind in meinem Haar, der Geruch nach frischem Gras und Frühling. Und Peeta. Ich wusste dass er nur wenige Meter hinter mir stand, konnte sein Zögern förmlich hören. Endlich raschelte das Gras unter seinen Füßen. Er machte noch immer Krach für drei und ein trauriges Lächeln hob meine Mundwinkel. Beinahe wünschte ich mir er würde seine Arme um mich legen.

Vor ein paar Nächten war ich schreiend aus einem Traum erwacht in dem Prim zu einem Mutt geworden war und ich hatte eine so tiefe Sehnsucht nach Peetas Armen empfunden, dass ich mich weinend zusammen gerollt hatte. Mein ganzer Körper war von dieser Sehnsucht zerrissen worden und dem Wissen das ich ihn für immer verloren hatte. Denn auch wenn er wieder hier war, wenn er nur wenige cm neben mir stand… er war nicht mehr mein Peeta. Nicht Vollständig. Das Schlucken fiel mir schwer und ich widerstand dem Drang, ihm den Kopf zu zudrehen. Wie gerne hätte ich seine leuchtend blauen Augen betrachtet, das Sonnenlicht das goldene Sprenkel in sein blondes Haar zauberte. Aber ich traute mich nicht. Ich war doch im Grunde immer schon unsicher, ja fast feige gewesen wenn es um meine Gefühle ging und wenn es um Peeta ging sowieso.

Es war in dieser Nacht vor ein paar Tagen, als mir mit der vollen Wucht der Erkenntnis und mit all den verbundenen Schmerzen klar wurde, dass ich ihn liebte. Dass er es immer war. Nicht Gale. Ich musste meine Arme vor der Brust verschränken um mich aufrecht zu halten. Ein klaffendes Loch war in meine Brust gerissen, dort wo ich sonst Peeta in mir gespürt hatte. Seine Wärme, seine Sicherheit. Ich erinnerte mich, dass er mir damals erzählt hatte, seine Alpträume würden davon handeln, mich zu verlieren. Der bloße Gedanke, wovon sie jetzt handeln könnten, lähmte mich.
„Sie werden wunderschön.“

Seine Stimme riss weitere Stücke aus meiner Brust und ich wollte mich nur noch auf dem Boden zusammen rollen und weinen, bis er wieder da war, bis er mich hoch hob und ins Bett trug, sich zu mir legte und ich mich endlich wieder sicher fühlen konnte. Aber er blieb stehen. Und ich sah weiter stumm auf den Horizont, den Wald, die Berge. Meine Sicht verschwamm und er schien zu bemerken dass es mir nicht gut ging. Aus dem Augenwinkel nahm ich eine Bewegung wahr. Er hatte die Hand gehoben, um mich zu berühren? Mich zu trösten? Doch sie sank unverrichteter Dinge wieder an seine Seite und eine unbeschreibliche Kälte überrollte mich.

Er konnte mich nicht einmal mehr berühren. Was für ein grauenhaftes Wesen musste ich in seinem Kopf geworden sein. Mechanisch nickte ich um ihn nicht völlig auflaufen zu lassen, doch wie immer erkannte er die tiefere Bedeutung. Das hatte sich nicht verändert. Er sah noch immer mehr als andere. Ohne ein weiteres Wort verließ er mich. Ich konnte hören wie er vom Gras auf den Kiesweg wechselte, wie er sein Bein noch immer leicht mühsam anhob, wie er über die staubige Straße ging und dann wie seine Haustür auf und wieder zuging. Erst als ich sicher war, dass er mich nicht mehr hören konnte, gaben meine Beine nach und ich sackte schluchzend in die Knie. Ich bekam kaum noch Luft und musste meine Hand fest auf meine Brust pressen um nicht auseinander zu brechen. Dass ich schrie, wurde mir erst bewusst, als Haymitch seine Hand beruhigend auf meinen Rücken legte. Ich hatte ihn nicht einmal kommen hören. Haymitch kniete neben mir, der Geruch nach Alkohol war nicht mehr ganz so penetrant und als ich mit verquollenen Augen den Blick hob, sah er mich aus beinahe nüchternen Augen an. „Ich weiß es ist hart Sweetheart. Aber gib ihm Zeit. Er wird wieder.“

Auch wenn es tröstend gemeint war, seine Worte rissen nur weiter an dem Loch in mir. Ohne Widerstand ließ ich ihn mir auf die Beine helfen und mich ins Haus führen. Er setzte mich auf den Sessel beim Kamin und verschwand für einen Moment aus meinem Sichtfeld. Dann hielt er mir ein Glas Wasser entgegen. Wasser. So viele meiner Alpträume drehten sich um Wasser. Darum, dass ich verdurstete, ertrank, dass ich mit ansehen musste wie Peeta ertrank oder wie ein Meer aus Mutts Finnick in Stücke riss. Nur vage erinnerte ich mich an das Mädchen, das ich einmal gewesen war, das furchtlos durch den Wald gewandert war, das keine Angst vor so etwas simplen wie einem Glas Wasser hatte. Ich zwang mich mühsam ein paar Schlucke zu nehmen ehe ich es beiseite stellte.

Haymitch saß mir gegenüber, die Ellenbogen auf den Knien, die Hände verschränkt. Er musterte mich wie er mich damals bei unserer ersten wirklichen Begegnung gemustert hatte. Mit dieser Mischung aus Neugierde und Faszination, die ich als Missachtung und Hochmut interpretiert hatte. Denn trotz allem, wir waren uns viel zu ähnlich um uns nicht zu mögen und jetzt wo es praktisch nur noch Peeta, Haymitch und mich gab, waren wir beinahe so etwas wie Freunde geworden. „Weißt du Katniss, er wird nicht von alleine wiederkommen.“ sagte er und wartete bis ich ihn ansah. „Ich weiß dass es dir schwer fällt, aber ohne deine Hilfe wird er nicht zurück finden.“ Sicher, diesen Gedanken hatte ich seit Peeta damals ins Rebellencamp vorm Kapitol gekommen war. Bilder von uns beiden im Keller überrollten mich. Wie ich seine Haare streichelte und seine leise Stimme, die fragte, ob ich ihn noch immer beschützen wolle.

Real or not real.

Tick tock.

Ich atmete bebend durch und nahm noch einen tiefen Schluck Wasser. „Ich weiß nicht, was ich tun soll.“ Flüsterte ich mit rauer, gebrochener Stimme. Wann hatte ich das letzte Mal gesprochen? Vor ein paar Tagen? Wochen? Meine Stirn legte sich in Falten. Ich wusste es nicht mehr. „Doch Sweetheart. Du weißt was du tun musst. Du traust dich nur nicht.“ Autsch. Wieder hatte er recht und wieder fühlte ich mich mehr als schuldig. Peeta war in einer Welt gefangen, in der er Realität und Wahn nicht mehr unterscheiden konnte. In der er nie sicher sein konnte, was wirklich passiert war und was nicht. Und ich konnte ihn daraus befreien. Ich wusste, dass ich es konnte. Genauso wie ich wusste, was das für mich bedeuten würde. Unbewusst fuhr meine Hand über meinen Hals. Über die Stellen, an denen Peetas Finger mich beinahe erstickt hätten. Ich spürte ein leichtes Prickeln unter den Fingerspitzen, so als wären die Male noch immer da. Haymitch schien meine Bewegung richtig zu interpretieren und riss mich aus meinen Gedanken.

„Das war er nicht. Vergiss das nicht, Katniss.“ Seine Stimme war warm. Etwas, dass ich von Haymitch nicht kannte. Hazelle war vor ein paar Tagen wieder gekommen und hatte es erneut übernommen, Haymitchs Haus in Stand zu halten. Offenbar tat sie ihm gut. „Aber wie denn... wie...“ meine Stimme versagte und ich spürte erneut Tränen in mir aufsteigen. Meine Arme schlossen sich enger um die klaffende Wunde in meiner Brust, so als wolle ich sie vor weiterem Schaden beschützen. „Das findest du schon raus Sweetheart.“ Da war er wieder, der alte, neckende Haymitch, der mir keine Hilfe zukommen ließ, weil er wusste, dass ich alleine darauf kommen würde. Er stand auf und war schon halb aus der Tür, als er noch mal zu mir zurück kam und mir etwas unbeholfen über die Wange streichelte. Sein Blick sprach aus was er nicht sagen konnte und ich nickte nur. Wir verstanden uns noch immer ohne Worte.

Diese Nacht verbrachte ich schreiend und weinend. Ich schlief nicht. Es war zu unerträglich und so vergrub ich mein Gesicht im Kissen und schrie mir die Seele aus dem Leib. Da gab es niemanden mehr, den ich dafür umbringen könnte, dem ich die Schuld an all dem geben konnte. Niemanden außer mir selbst. Und das machte es noch viel schlimmer. Als die Sonne morgens um vier aufging, fühlte ich mich, als wären alle Tränen die ich jemals würde weinen können, in dieser einen Nacht verbraucht worden. Meine Augen brannten und meine Lippen waren rot und geschwollen. Jedes Schlucken kratzte über meinen rauen Hals und ich zwang mich aufzustehen. Das Haus lag vollkommen verlassen und totenstill da.

Buttercup schien draußen auf Wanderschaft zu sein, vielleicht hatte er mein Schreien auch nicht länger ertragen. Barfuß und nur in meinem Nachthemd tappte ich die Treppe runter und zog mir eine Strickjacke meiner Mutter vom Haken an der Tür. Wir waren uns nicht sehr nahe, aber wir hatten einander verziehen und ihre Jacke war überraschend tröstend. Ich zog die weiche Wolle eng um mich und öffnete die Tür. Feiner Nebel hing über der Straße, den Wiesen und den Bäumen. Es war ein wunderschöner Sommermorgen und früher hätte mich nichts hier gehalten. Ich hätte mich angezogen und wäre zu Gale in den Wald gerannt.

Aber es gab keinen Gale mehr und ohne Gale war der Wald nicht mehr, was ich brauchte. Nur eine weitere, dunkle, schmerzhafte Erinnerung. Ich wappnete mich gegen die Schmerz Welle, die mich überrollen würde, doch sie blieb aus. Erstaunt holte ich tief Luft. In den Duft aus Nebel, Morgentau und Wald, mischte sich etwas anderes. Etwas Vertrautes. Ich musste mich konzentrieren, um mich auf meine Gedanken fokussieren zu können. Was roch ich da? Mein Kopf drehte sich leicht und ich wusste es, bevor ich es sah. In Peetas Haus brannte Licht. Rauch stieg aus dem Schornstein. Er backte. Es war der Geruch von frischen Brötchen. Käsebrötchen.

Uff.

Ich krümmte mich und musste mich gegen den Türrahmen lehnen, um der Welle aus Sehnsucht und Schmerz stand zuhalten. Langsam atmete ich gegen die Panik an, bis mein Blick sich wieder klärte und das Reißen in meiner Brust mich nicht mehr lähmte. Meine Haare waren offen, wirr von meiner schlaflosen Nacht. Ich musste wirklich aussehen, als wäre ich nicht mehr ganz dicht. Barfuß, im Nachthemd mit wirrem Haar morgens im Nebel. Gerade als mir dieser Gedanke kam, sah ich sein Gesicht. Direkt am Küchenfenster, er musste mich gesehen haben oder hatte ich irgendein Geräusch gemacht? Manchmal bemerkte ich es nicht mehr, wenn ich wimmerte oder schrie.

Mein Körper war so gewöhnt daran, dass ich es ausblendete. Peeta und ich sahen uns über die Straße hinweg an. Seine Scheiben waren leicht beschlagen und immer wieder hob er die Hand, um die feinen Tropfen vom Glas zu wischen. Ich weiß nicht, wie lange ich so da stand und zu ihm rüber sah, festgewurzelt von meiner eigenen Angst, vor dem, was mich erwartete. Doch schließlich wagte ich den ersten Schritt. Ich stieg die wenigen Stufen herunter und lief langsam über den Sand und die Steine. Ich spürte sie lebendig, feucht und frisch unter meinen nackten Füßen. Peetas Gesicht verschwand vom Fenster und wenige Augenblicke später öffnete sich seine Haustür und er war es, der sich an den Türrahmen lehnte. Sein Anblick war ein Schock. Er trug das exakt gleiche Outfit, das er getragen hatte, als er mir das Brot zugeworfen hatte. Grauweiße Stoffhose, weißes T-Shirt und weiße Schürze. Seine Hände, das blonde Haar und Teile seines Gesichts, waren mit Mehl bedeckt. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt, aber nicht abweisend, eher in einer abwartenden Haltung. Seine hellen Augen musterten mich.

„Hey.“ sagte ich leise und fühlte mich schlagartig in das Krankenzimmer in Distrikt 13 zurückversetzt. Sofort verschränkte auch ich die Arme vor der Brust, nur dass es eher eine Art hilflose Umarmung war. Ich musste mich daran hindern, auseinander zu fallen. „Hey.“ Antwortete er zu meinem Entsetzen in demselben, neutralen Ton wie damals. Ob auch er sich gerade an unsere erste wirkliche Begegnung, nach seiner Befreiung erinnerte? Unsicher versuchte ich in seinem Gesicht zu lesen. Zu deuten, was das leichte Heben seines Mundwinkels zu bedeuten hatte, wieso seine Augen diesen Ausdruck aufwiesen. „Du backst?“ gut gemacht Katniss, als wäre das nicht offensichtlich. Aber ich fühlte mich so wehrlos und verwundbar, dass ich nicht wusste, was ich sonst hätte sagen sollen. Was war nur in mich gefahren, hier so aufzutauchen? Mich ihm so zu stellen? Ich hätte mich anziehen müssen, meine sicheren Stiefel und Dads Jacke tragen sollen. Mein Haar müsste fest geflochten auf meinem Rücken liegen. Stattdessen wurden meine Füße langsam kalt, mein Haar wurde mir von der leichten Morgenbrise ins Gesicht geweht und ich begann zu zittern. Minutenlang sah Peeta mich einfach nur an. Ließ seinen Blick über mein Gesicht wandern, meine Schultern, den Saum meines Nachthemdes und meine nackten Füße.

„Dir ist kalt.“ Stellte er leise fest und trat einen Schritt zurück, um mich ins Haus zu lassen. Zaghaft setzte ich einen Fuß auf die erste Stufe. „Komm rein, Katniss.“ Bat er und ich hörte eine Spur des alten Peetas. Seine Stimme hatte diesen warmen Unterton, von dem ich dachte, ich würde ihn nie wieder hören. Langsam stieg ich die Stufen hinauf und trat neben ihm ins Haus. Mir fiel auf, dass ich seit über einem Jahr nicht mehr in seinem Haus gewesen war, nicht seit wir erneut für die Hunger Games ausgewählt worden waren.

Es hatte sich kaum etwas verändert. Bis auf die Bilder. Überall waren Bilder. Eine lachende Rue, die uns im Training folgte, Finnick und Annies Hochzeit, Prim mit Buttercup. Nur ich fehlte. Die Erinnerung daran, dass ich früher auf beinahe allen seiner Bilder war und es jetzt kein einziges mehr zu geben schien, durchbohrte mich wie ein Speer. Die scharfe Klinge durchdrang mein Fleisch und riss ein weiteres, großes Stück aus meinem Herzen. Peeta ging an mir vorbei in die Küche und öffnete den Backofen, sofort wurde alles durchdrungen von warmer Luft, die nach geschmolzenem Käse und frischen Brötchen duftete. Ich lehnte mich an den Türrahmen zur Küche und erlaubte mir für einen Moment die Wärme und trügerische Geborgenheit zu genießen. Die warme Ofenluft umspielte meine Knöchel und kroch mir unter die kalte Haut. Draußen vertrieben die ersten Sonnenstrahlen den Nebel langsam und Minutenlang sah ich Peeta zu, wie er die frischen Brötchen aus dem Ofen holte, neue nach schob und dann seine Arbeitsplatte reinigte.

Mehlsack und Backpulverschachtel verschwanden zusammen mit dem Zucker und Salz Beutelchen. Danach fegte er das Mehl von der Arbeitsfläche, siebte die wenigen Teigklümpchen daraus um das Mehl noch weiter benutzen zu können. Dann begann er mit ruhigen, kreisenden Bewegungen über die Tischplatte zu wischen. Das feuchte Tuch hinterließ tiefbraunes Holz. Mein Magen knurrte leise, ich hatte gestern nichts essen können und die Brötchen dufteten verlockend. Offenbar hatte er es gehört und hielt inne. Sein Blick fing meinen ein. „Nimm dir ruhig eins. Es sind deine Lieblingsbrötchen... oder?“ Ich nickte und griff nach einem der perfekten, runden Brötchen. Der Käse darauf glänzte und wurde langsam erst hart. Ich schloss die Augen und atmete tief den herrlichen Duft ein. Eine neue Welle schmerzlicher Sehnsucht überrollte mich, doch ich hielt ihr stand und hoffte, dass er es nicht bemerkte. Als meine Augen sich öffneten, erkannte ich, dass ich genauso gut hätte hoffen können, dass Prim gleich durch die Tür kam.

Peetas Gesicht war ein Spiegelbild meines Ausdrucks. Ob ihn dieselbe Welle erfasst hatte? Aber nein. Er liebte mich nicht mehr. Er mochte mich vermutlich nicht mal. Das war es jedenfalls, was ich mir einredete und woran ich mich klammerte. Denn alles andere wäre um so vieles schlimmer. Wenn er mich noch liebte, aber nicht berühren konnte, ein Monster sah und nicht begriff, wie er mich lieben konnte. Wie hätte ich das je wieder gut machen können? Ihn jemals erreichen sollen? Aber wenn er mich nicht mochte, damit konnte ich leben. Dagegen konnte ich kämpfen. Hoffte ich jedenfalls. Ich biss ins Brötchen, um nichts sagen zu müssen und konzentrierte mich darauf, das Muster der Tischplatte zu ergründen, als er plötzlich vor mir stand. Ich erschrak so sehr, dass ich nach hinten auswich und fast stolperte. Wäre da nicht der Türrahmen in meinem Rücken gewesen, ich wäre der Länge nach hingeschlagen. Mit rasendem Herzen begegnete ich seinem forschenden Blick. So nah waren wir uns ewig nicht mehr gekommen. Mir war das Brötchen aus der Hand gefallen und ich stand einfach nur starr da und versuchte nicht zu zittern. Ich hatte keine Angst vor ihm. Das hatte ich nie. Nicht einmal, als er von Snow zu meinem persönlichen Mörder gemacht worden war. Ich konnte keine Angst vor ihm haben. Wie sollte ich?  

Er war Peeta. Mein Freund und wie ich jetzt wusste, so vieles mehr. Meine Brust hob und senkte sich unter meinen bebenden Atemzügen. Unser letzter Kuss war Monate her. Im Kapitol. Wie von selbst öffneten meine Lippen sich, von einer Sehnsucht getrieben, die ich nicht erklären konnte und von der ich niemals erwartet hätte, sie empfinden zu können. Meine Gedanken wanderten zurück zu diesen kurzen, magischen Stunden am Strand. Als wir von einem unstillbaren Hunger getrieben, die Welt um uns vergessen hatten. Als es nur uns beide gab. Ich spürte seine Nähe, seinen starken Körper so dicht vor mir. Wir berührten uns nicht. Seine Lippen schwebten nur Zentimeter vor meinen, sein Blick war in meine Augen gerichtet. Wir beide suchten etwas. Etwas, woran wir uns festhalten konnten. Ich konnte die Verwirrung in seinem Blick lesen, die Fragen und ich sah, wie viel Kraft es ihn kostete mir, so nah zu sein. „Du stehst vor mir. Real oder nicht real?“ fragte er leise und sein Atem strich über meine geöffneten Lippen. Ich bebte und hielt mühsam seinem Blick stand.

„Real.“ Flüsterte ich.

Sein Kopf nickte sachte, dann machte er einen Schritt von mir weg und was immer uns gerade noch verbunden hatte, sprang zurück, wie eine reißende Bogensehne. Es riss mich von den Füßen. Nur dass ich nicht fallen konnte. Ich hätte nicht her kommen sollen. Die Panik kroch erneut in mir hoch, schloss sich eisern und bitter um meinen Hals. Ich bückte mich nach dem Brötchen, das meinen Händen entglitten war und hob es auf. Peeta war inzwischen auf der anderen Seite der Küche, er schob Holz in den Ofen nach. Einen Moment ließ ich zu, dass mein Blick den Sehnen an seinem muskulösen Arm folgte, wie sie sich unter der Haut spannten und bewegten, während er Holzscheit um Holzscheit in die Flammen schob. Flammen. Ich gab einen erstickten Laut von mir, drehte mich um und rannte.

„Katniss!“

Hörte ich ihn noch hinter mir rufen, doch ich war schon über die Straße, rannte in mein Haus und kletterte zitternd in meinen Kleiderschrank, der noch immer voll war von Cinnas wunderschönen Kleidern. Niemand hatte je wirklich herausfinden können, was mit ihm passiert war. Aber wir alle wussten, dass er tot sein musste. Ich rollte mich zwischen all dem Samt und der Seide ein, vergrub die Nase in dem Stoff, der noch leicht nach ihm roch und weinte mich in den Schlaf.

Gegen Mittag wachte ich auf, weil mich jemand rief. Ich antwortete nicht. Es klang nach Hazelle. Ich wollte und konnte jetzt mit niemandem sprechen und vergrub mich tiefer. Ein paar Stunden später weckte mich erneut etwas. Ein leises Kratzen an der Schranktür, ich schob sie ein Stück auf und Buttercup kletterte zu mir in den Schrank. Wir waren tatsächlich Freunde geworden, denn wir beide hatten Prim unser Leben gewidmet und sie verloren. Wir beide hatten sie nicht beschützen können. Meine Arme schoben sich um das weiche Fell und Buttercup rollte sich an meiner Brust zusammen.

Ich wachte in völliger Dunkelheit auf und ein erstickter Schrei entwich mir. Ich war in irgendetwas gefangen, etwas Schweres, Warmes lag auf meiner Brust und ich musste Augenblicklich an Mutts denken. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, ich versuchte mich zu befreien, bis ein erschrockenes Maunzen mich innehalten ließ. Buttercup. Richtig. Ich zwang mich ruhig zu atmen und tastete nach der Schranktür. Vorsichtig schob ich sie auf und Buttercup hüpfte von meiner Brust. Ich kämpfte gegen die Wellen der Panik an, als ich mich Stück für Stück aus den Kleidern befreite. Ich sollte mir dringend andere Verstecke suchen. Wackelig und seltsam erschöpft stieg ich aus dem Schrank und ging direkt zum Fenster. Ich stieß es auf und atmete gierig die frische Nachtluft ein. Meine Hände gruben sich in das, vom Tag noch warme Holz des Fensterbretts.

Tief sog ich den Sauerstoff in meine Lungen, als könne ich mit jedem Atemzug die Bilder meines letzten Traumes verdrängen. Es war keiner meiner üblichen Alpträume. Dieser war schlimmer. Denn es war eigentlich ein schöner Traum. Ich hatte von Peeta geträumt, meinem Peeta, der mich hielt und küsste und mit diesem Blick ansah, der mir versprach, dass er niemals jemanden so lieben würde wie mich. Ich lehnte meine glühende Stirn an den Fensterrahmen, meine Haare und mein Nachthemd waren Schweiß durchtränkt und klebten an meinem Körper. Mit fahrigen Bewegungen zerrte ich an dem feuchten Stoff, zog ihn mir über den Kopf und ließ ihn achtlos fallen. Meine Haare schob ich in meinem Nacken zusammen und rollte sie in einem losen Dutt auf. Die warmen Dielen unter meinen Füßen knarrten leise, als ich zu meiner Kommode ging und ein Band hervor zog.

Jemand hatte frisches Wasser in einer Kanne neben mein Bett gestellt, zusammen mit einem Glas und einem Teller Kartoffeln, an dem sich Buttercup gerade bediente. Ich zog eines der Stofftaschentücher meiner Mutter aus der Schublade und tauchte es in das kühle Wasser. Seufzend fuhr ich mir damit über den glühenden Nacken und schloss die Augen. „Mhmm.“ drang ein unbekannt wohltuender Laut über meine Lippen. Das Wasser lief in feinen Perlen aus dem Tuch über meinen nackten Rücken. Es machte mir nichts mehr aus nackt zu sein. Mein Prep Team hatte mich so oft aus und angezogen, dass es mich nicht mehr störte. Abgesehen davon, wer sollte mich schon sehen. Immer wieder tauchte ich das Tuch in die Kanne, ließ das Wasser über meine Schultern, die Arme und Hände laufen, beobachtete wie die Tropfen im Mondlicht schimmerten.

Meine Gedanken kreisten noch immer um Peeta. Um die Küsse aus meinem Traum. Echte Küsse, wie ich sie nur zweimal mit Peeta getauscht hatte. Ohne es wirklich zu merken, begann ich zu summen. Ein uraltes Lied, das meine Mutter gesungen hatte, bevor mein Vater starb. Es war traurig und ein Überbleibsel aus der Welt vor Panem. Jetzt schien es seltsam passend. Geräuschlos ging ich zum offenen Fenster und sah zum Mond auf. Von weitem musste ich mit meiner blassen Haut wie ein Gespenst wirken. Es brauchte einen Moment, ehe ich mir in Erinnerung rief, dass mich auch von weitem niemand sehen würde, weil dort einfach niemand war. Stumm lief eine Träne über meine Wange und ich versuchte mich an den Text des Liedes zu erinnern.

„Turn down the lights, turn down the bed. Turn down these voices inside my head.” begann ich leise zu singen und versuchte das Beben in meiner Stimme zu kontrollieren. “Lay down with me, tell me no lies, just hold me closely...” Ich zitterte. ”Don't patronize, don't patronize me 'Cause I can't make you love me, when you don't..” Ich atmete bebend ein. “I'll close my eyes, 'cause then I won't see.. The love you don't feel when.. when..” Ich musste mir eine Hand vor den Mund pressen um mein Schluchzen zu ersticken.

”When.. you're holding me. Morning will come and I'll do what's right, just give me 'til then to give up this fight and I will give up this fight..” Die Bedeutung der Worte durchfuhr mich schmerzhaft. Meine Stimme zitterte. “'Cause I can't make you love me if you don't. You can't make your heart feel something that it won't. And here in the dark, in these final hours I will lay down my heart and I will feel the power. But you won't, no, you won't.. Make you love me.. make your heart feel here in the dark...” Ich rutschte weinend an der Wand zu Boden, rollte mich ein und fragte mich stumm, was der Person wohl passiert war, die dieses Lied vor über hundert Jahren geschrieben hatte.

Und dann traf es mich wie ein Vorschlaghammer. Das war es, was Peeta all die Zeit gefühlt haben musste, als er mich im Zug im Arm gehalten hatte, wissend, dass ich seine Liebe nicht erwiderte. Ich hatte ihm so unrecht getan, ihn so schlecht behandelt. Jetzt war ich es die sich nach ihm sehnte und er war unerreichbar für mich. Schluchzend vergrub ich das Gesicht in den Händen.

Im Garten löste sich Peeta aus seiner Starre. Er hatte nur nach den Primeln sehen wollen, weil er nicht schlafen konnte. Wie so oft. Seine Begegnung mit Katniss vom Morgen hatte vieles in ihm aufgewühlt. Wie sie da vor ihm gestanden hatte, die offenen Haare, das Nachthemd, die vollen, geröteten Lippen und dieser verletzliche Ausdruck in ihren schönen Augen. Sie wusste bis heute nicht, welche Wirkung sie auf Menschen haben konnte. Nach einem rastlosen Tag, weil Katniss offenbar wieder mal verschwunden war, hatte er versucht zu schlafen. Natürlich vergeblich. Da er nicht zu weit herum wandern wollte, hatten seine Beine ihn in ihren Garten getragen.

Vielleicht hatte er gehofft, irgendwann Licht in ihrem Haus zu sehen, zu wissen, dass sie wieder da war. Auch wenn niemand sie hatte weggehen sehen. Peeta lehnte an einem der wenigen Bäume im Garten, mit Blick auf die Primeln und die Rückseite ihres Hauses, als er eine Bewegung am Fenster sah. Zuerst hatte er sich irgendwie bemerkbar machen wollen. Doch stattdessen blieb er stumm und unbewegt sitzen, starrte gebannt zu ihrem Fenster, wo sie zuerst nur mit feuchtem Nachthemd gestanden hatte. Erinnerungsfetzen drangen in ihm hoch. Inzwischen konnte er sie etwas besser auseinander halten. Das, was wirklich passiert war und das, was das Trackerjackergift angerichtet hatte.

Katniss Lippen, ihre Augen, ihre Haare. Katniss, die durch den Regen rannte, mit vielleicht 13 Jahren, ihr Kleid klebte an ihrem Körper, genau wie das Nachthemd jetzt. Wie schön sie war. Ihre Zöpfe ganz aufgelöst, die Wangen ganz rot vom Laufen. Sie war an der Bäckerei vorbei gerannt, direkt nach der Schule. Es war einer dieser Festtage gewesen und ihre Mutter musste sie irgendwie dazu gebracht haben, ein Kleid anzuziehen. Peeta erinnerte, sich das Katniss Kleider hasste. Dann tauchten Bilder von ihr in schimmernden Kleidern auf, die in Flammen aufgingen. War das wirklich oder nicht? Das Mondlicht schimmerte auf ihren blassen Wangen und ließ sie unwirklich aussehen.

War sie real? Stand sie wirklich über ihm, am Fenster oder spielte ihm seine Fantasie erneut einen Streich. Sie verschwand und Peeta fand sich damit ab, dass er sie sich nur eingebildet hatte. Tonlos seufzend, lehnte er sich wieder zurück, spürte die raue Rinde in seinem Rücken, die Feuchtigkeit des Grases, die langsam durch den Stoff seiner Hose drang. Aber er wollte sich nicht bewegen. Immer wieder glaubte er, Bewegungen in ihrem Zimmer zu sehen. Einen Schatten, einen Arm der sich hob, blasse Haut. Mit dem was folgte, hatte er nicht gerechnet und es überrollte ihn schlichtweg.

Peeta starrte mit großen Augen und fassungslos auf das Bild, das sich ihm bot. Katniss stand nackt am Fenster. Er konnte ihren Oberkörper bis zu den Hüftknochen sehen. Ihre Haare waren zurück gebunden und ihre blasse Haut schimmerte feucht. Das konnte nicht wirklich sein. Nur ein weiterer Traum, den er nicht verstand und nicht einordnen konnte, ein Traum der ihn, wenn er aufwachte, nur noch mehr verwirren würde. Und dann begann sie zu singen. Das Blut gefror in seinen Adern und sein Herz begann heftig zu schlagen. Er hörte jedes Wort. Klar und deutlich. Sein Herz setzte bei jeder Pause aus. Als ihre Hand sich blass und schlank auf ihre Lippen presste, bekam er kaum noch Luft. Unendlich viele Erinnerungen brachen über ihm zusammen. Bilder, von gemeinsam verbrachten Nächten. Geflüsterten Unterhaltungen.

Davon, wie er sie fest gehalten hatte, wenn sie schreiend aus ihren Alpträumen aufgewacht war. Ihre Stimme löste etwas aus, das Snow ihm nicht hatte nehmen können. Ihre Stimme wurde lauter und er konnte all den Schmerz darin hören. Also liebte sie ihn doch... nach alledem. Peeta wagte es nicht, sich zu bewegen. Sah hilflos mit an, wie sie zu zittern begann und schließlich verschwand. Für einen Moment verspürte er den Impuls, zu ihr gehen zu wollen, sie zu trösten. Aber er war sich selber viel zu unsicher, über das, was er spürte und empfand, als dass er ihr irgendwie hätte helfen können. Minuten lang saß er noch da, wartete ob sie wieder auftauchen würde. Doch am Fenster rührte sich nichts mehr und als seine Hose schließlich vom Tau völlig durchnässt war, stand er leise auf und bemühte sich, wirklich keine Geräusche zu machen. Er wusste nicht, dass Katniss längst in ihrem Bett lag und schlief, sich tief unter der Decke vergraben hatte.

Die nächsten Tage vergrub ich mich in meinem Zimmer. Greasy und Hazelle wechselten sich ab. Sie brachten mir Wasser, Saft, was zu essen. Sogar Haymitch kam mich besuchen und ich erzählte ihm, von meinem missglückten Versuch, mit Peeta zu sprechen. Alles was ich erntete, war ein Blick und sein demonstratives Verlassen meines Zimmers. Ich fühlte mich miserabel und wenn ich in Distrikt 13 etwas gelernt hatte, dann dass ich ruhig zulassen durfte, mich so zu fühlen. Ich musste mir nicht länger Mühe geben, die Starke zu spielen. Meine Mom und Prim waren nicht mehr da. Es gab niemanden mehr, für den ich hätte stark sein müssen. Meinen Stolz hatte ich vor Monaten begraben, als man mich in meinem alten Tributzimmer im Kapitol eingesperrt hatte, nach meinem Mord an Coin. Noch immer nackt, wickelte ich mir eines der frisch gewaschenen Laken um, die Hazelle neben mein Bett gelegt hatte. Leise rief ich nach ihr und sie kam sofort zu mir und half mir ein Bad vorzubereiten.

Der Anblick von fließendem Wasser war noch immer irgendwie ungewohnt und ich ließ es Minuten lang einfach nur über meine Finger laufen, bis die Wanne überlief und ich es abdrehen musste. Draußen wartete ein warmer Sommertag und nach meinem Bad und einem dickbelegten Brot fühlte ich mich endlich wieder menschlich. Inzwischen funktionierte die Versorgung zwischen den Distrikten besser denn je. Auch weil Gale in vielem zusammen mit Beetee seine Finger im Spiel hatte. Ich wusste, er würde nie aufhören, sich um mich und um Distrikt 12 zu kümmern, auch wenn ich es vermied, jemals nach ihm zu fragen.

Ich konnte nicht abschätzen, was es mit mir machen würde, wenn ich die Bestätigung bekäme, dass er tatsächlich jemand anderen liebte. Das war selbstsüchtig und niemand verdiente es, so sehr geliebt zu werden wie Gale, aber er war doch immer noch mein Gale und ich liebte ihn auf eine Art, wie ich nie wieder jemand anderen lieben würde. Nur war das eben nicht genug. Ich konnte ihn nicht so lieben, wie er es brauchte und er mich nicht so, wie es ich es brauchte. Es gab nur einen Menschen, der das konnte und der wusste momentan noch nicht mal, ob er mich überhaupt ausstehen konnte, geschweige denn, was ihn jemals zu mir hingezogen hatte.

Ich entschied, dass es mir nicht half, in Selbstmitleid zu versinken und entschloss meinen Wald ein für alle Mal für mich zurück zu erobern. Das war mein Wald. Mein zuhause und ich wollte es wieder haben. Zum ersten Mal seit langer Zeit spürte ich so etwas wie Entschlossenheit und wollte sie nutzen. Ich zog mich an, Hose, T-Shirt und meine geliebten Lederstiefel. Ich schnappte mir die Jacke meines Vaters und trippelte die Treppe runter. Das Geräusch schien Greasy zu irritieren und sie steckte ihren Kopf aus der Küchentür. „Katniss Kleines, was hast du denn vor?“ fragte sie und ihre Augen leuchteten, weil sie einen Funken meiner selbst wieder erkannte.

„Ich gehe in den Wald, soll ich dir etwas mitbringen?“ fragte ich gut gelaunt. Ich fühlte mich so leicht wie seit langem nicht mehr. „Erdbeeren Liebes. Wenn du welche findest, kann Peeta sicher einen schönen Kuchen daraus machen.“ Ich wurde langsamer und kämpfte gegen das klaffende Loch in meiner Brust. Peeta. „Sicher, wenn ich welche finde.“ Lächelte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Dann schnappte ich mir zwei dicke Brotscheiben und eine Flasche Wasser, die ich beide in meinen Jagdbeutel stopfte.

An der Garderobe hielt ich inne und hob meinen Bogen vom Haken. Er wurde surrend lebendig und fast klang es, als freue er sich über unser Wiedersehen. Liebevoll strich ich über das glatte Material und schlang ihn mir über die Schulter. Dann hob ich meinen Köcher auf und zählte die Pfeile. 13. Es war albern und abergläubisch, aber ich zog den 13ten Pfeil heraus und legte ihn an der Garderobe ab. Mit zwölf Pfeilen im Köcher fühlte ich mich sehr viel wohler.

Ich vermied es, zu Peetas Haus zu sehen und lief stattdessen im Laufschritt die Straße
runter, nahm Gassen und lief durch Gärten zum Zaun. Distrikt Zwölf war dabei wieder zum Leben zu erwachen. Immer mehr Familien kamen zurück. Überraschenderweise kamen auch Menschen aus anderen Distrikten. Langsam aber stetig entstand unsere Stadt neu. Ich lächelte, grüßte hier und da jemanden, was die meisten jedoch eher irritierte. Ob sie in mir immer noch das verrückte Mädchen sahen? In einer Schublade in meinem Zimmer lag noch das Band aus Distrikt 13. Mental Instabil.

Wie von selbst trugen meine Füße mich zum Zaun, ich stieg darunter hindurch und lief über die satte, grüne Sommerwiese, unter der die meisten Bewohner von Distrikt 12 begraben waren. Sommerblumen wuchsen und wilde Kräuter. Die Natur hatte sie unter sich verborgen. Ich fand mich erstaunlich gut zurecht, auch wenn ich mehr Pausen einlegen musste als früher. Ich mied den See, schließlich hatte ich Wasser mitgenommen und schoss mir zwei Eichhörnchen und ein Kaninchen.

Gegen Mittag suchte ich mir eine Lichtung um etwas zu essen. Auf einer kleinen Waldwiese fand ich wilde Erdbeeren und sammelte so viele ich finden konnte. Ich vermied es, an Plätze zu gehen, die mich an Gale erinnerten. Das hatte ich einmal getan und ich wollte dieses dumpfe Gefühl nicht wieder spüren. Denn zu meiner Überraschung ging es mir gerade so gut, wie seit langem nicht mehr. Es war mir egal, ob ich Spuren hinterließ. Wer würde mich schon verfolgen? Ich wich ein paar wilden Hunden aus und ging einfach immer weiter.

Es war Sommer, die Sonne würde erst in einigen Stunden untergehen. An solchen Tagen war es sonst Gale, der mich erinnerte, dass ein Rückweg genauso lang war, wie ein Hinweg und dass wir besser nicht nachts im Wald bleiben sollten. Aber Gale war nicht hier und es war mir ehrlich gesagt egal. Ich hatte Schlimmeres gesehen und erlebt. Außerdem gab es hier mehr als genug Bäume, auf die ich klettern konnte. Das gleichbleibende Grün des Blätterdachs, das schummrige Licht und meine abwesenden Gedanken, hatten den Tag sehr viel schneller verstreichen lassen, als mir bewusst war und so wurde es doch recht schnell dunkel und ich war noch wenigstens zwei Meilen vom Zaun entfernt, wenn nicht mehr.

Ich entschied, dass mich eine Nacht im Wald nicht umbringen würde und machte ein Feuer. Nachdem die Eichhörnchen und das Kaninchen gehäutet und ausgenommen waren, ließ ich sie über den Flammen garen und genoss mein Abendbrot aus frischem Eichhörnchen, einem Rest Brot und ein paar Erdbeeren zum Nachtisch. Ich ließ das Feuer brennen, um wilde Hunde und andere Tiere fern zu halten, dann kletterte ich auf einen nahen Baum mit breiten Ästen und suchte mir eine sichere Gabel. Das alles war mir wie eine gute Idee vorgekommen, bis ich die Augen schloss und tatsächlich einschlief. Etwas schlich unter mir ums Feuer, ich hörte die Tatzen. Schwere, große Tatzen.

Dann spürte ich das Rütteln am Baum, als würde etwas dagegen stoßen. Ich war wie gelähmt, konnte mich nicht bewegen. Um mich herum war Schwärze und ich war allein auf mein Gehör beschränkt. Ich war wieder in der Arena. Starr vor Angst presste ich mich an den Baum, versuchte die Augen zu öffnen oder waren sie schon offen? Aber der Wald wurde niemals völlig Schwarz. Und plötzlich tauchte etwas vor mir auf dem Ast auf. Etwas Menschenähnliches mit langen graubraunen, haarigen Fingern. Ich sah dunkle Augen vor mir aufblitzen und die Hand, die es nach mir Ausstreckte. Ich stieß einen gellenden, panischen Schrei aus, riss die Augen auf und fiel vom Baum.

Die Luft wurde mir aus den Lungen gepresst, ich starrte auf den Baum hoch, alles war viel heller, da waren die normalen Geräusche des Waldes und ein verschrecktes Kaninchen hoppelte davon. Doch ich spürte noch immer die dunklen Augen aus meinem Alptraum auf mich gerichtet, irgendein grauenhafter Mutant der mich umbringen würde. Schreiend begann ich zu rennen. Ich musste aus dem Wald, sofort. Ich stolperte, blieb hängen, zerschrammte mir Hände, Knie und Gesicht, während ich panisch versuchte meinen Weg zurück zum Zaun zu finden. Wo war ich?! Was hatte mich nur geritten, so tief in den Wald hinein zu gehen? Ich rannte um mein Leben und hinterließ eine deutliche Schneise aus zertrampeltem Gestrüpp und zerbrochenen Ästen.

Und dann war der Boden unter meinen Füßen plötzlich weg. Ich schrie, doch mein Schrei blieb mir in der Kehle stecken, als ich fiel. Ich schlug hart auf und rollte einen Hang hinab. Ich hörte ein grauenhaftes Knacken ehe ich es spürte und schrie erstickt. Mein Fuß war an einer Wurzel hängen geblieben und meine Wucht vom Fall hatte ihn gebrochen. Das war mein Todesurteil. Ich lag mit wild rasendem Herzen auf dem Waldboden, am Fuß eines kleinen Abhangs, verdreht und mit grauenhaft abstehendem Fuß. Meine Beine waren in ungesundem Winkel abgeknickt und ich spürte wie mein Köcher sich in meinen Rücken bohrte. Mein Bogen erdrosselte mich fast. Dennoch konnte ich mich nicht bewegen. Ich verbrachte meine Nacht hellwach und von Halluzinationen geplagt. Nichts davon konnte real sein und als die Sonne endlich den Wald erhellte, erkannte ich, wo ich gelandet war.

Ich lag in einer Wiese aus Primeln. Primrose. Prim. Sie war hier. Sie hatte mich die ganze Nacht beschützt. Tränen schnürten mir die Kehle zu und ich wagte es endlich, mich zu bewegen. Vorsichtig setzte ich mich auf und befreite meinen heftig pochenden Fuß. Er war dick geschwollen und ich wusste, würde ich den Stiefel ausziehen, würde ich ihn nie wieder drüber bekommen. Mein Kopf dröhnte und ich brauchte einen ganzen Moment, ehe ich mich orientiert hatte. Ich kannte diese Wiese. Hier hatten Gale und ich die Primeln damals gefunden. Und vermutlich war Gale der einzige, der von diesem Ort wusste. Selbst wenn man mich suchen würde, was sicher Tage dauern würde, weil ich ja dauernd verschwand, würden sie mich hier nicht finden. Ich atmete tief durch. Mein Beutel war noch da und ich zog die Wasserflasche hervor, nahm mehrere tiefe Schlucke. Ich würde meinen Weg irgendwie alleine zurück finden müssen.

Es dauerte über eine Stunde, bis ich es geschafft hatte aufzustehen. Von einem nahen Baum brach ich einen Stabil aussehenden Ast ab und nutzte ihn als Gehhilfe, während ich mir angestrengt einen Weg über den unebenen Waldboden suchte. Ich kam nur langsam voran und musste regelmäßig Pausen einlegen, weil mein Fuß mich umzubringen drohte. Irgendwo bog ich falsch ab und musste ein gutes Stück zurück humpeln, um nicht zu weit abzukommen. Ich orientierte mich am Stand der Sonne, soweit ich sie sehen konnte und an den wenigen Punkten, die ich wieder erkannte. Trotzdem lief die Zeit gegen mich und es begann zu dämmern, ehe ich auch nur in der Nähe des Zaunes war.

Ich war unendlich müde, erschöpft, durstig und mein Bein pochte was mir unerträgliche Schmerzen in Wellen durch den Körper jagte. Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als eine weitere Nacht alleine im Wald zu verbringen. Allein mit meinen Alpträumen, Ängsten und Halluzinationen. Da ich mit meinem Fuß unmöglich auf einen Baum würde klettern können, suchte ich mir einen Felsvorsprung, unter dem ich mich verkroch. Ich machte ein übertrieben großes Feuer, in der irrationalen Hoffnung, dass es jemand sehen und mich finden würde.

Wie ich die Nacht durchgestanden hatte, wusste ich nicht. Irgendwann war ich wohl eingeschlafen, denn als ich die Augen aufschlug, war mein Feuer runter gebrannt und die Sonne stand schon am Himmel. Mein Fuß war zu doppelter Größe geschwollen und ich musste die Schnürung meines Stiefels lösen, wodurch ich noch langsamer vorankam. Ich wusste, dass ich ihn hätte kühlen und hochlegen müssen, dass ich mit einem gebrochenen Knöchel nicht durch den Wald klettern sollte. Aber ich wollte hier nicht sterben.

Ich konnte so nicht jagen, war nicht mal in der Nähe des Sees. Meine einzige Hoffnung war, es endlich den Zaun zu erreichen und dass mich jemand finden würde. Also kämpfte ich weiter, bis ich mit dem Stock irgendwo hängenblieb, der Länge nach hinschlug und mein Fuß auf einem der größeren Steine aufschlug. Mein Schrei gellte durch den Wald, Vögel flatterten erschrocken auf und mir jagten Tränen in die Augen. Ich blieb wimmernd liegen und versuchte wieder zu Atem zu kommen, aber der Schmerz war einfach unbeschreiblich. Minutenlang blieb ich zitternd liegen, ehe ich es auch nur wagte, mich zu bewegen. Ich rutschte vorsichtig hoch, bis ich an einem Baum lehnte. Meine Flasche war fast leer und mich trennten noch immer über anderthalb Meilen vom Zaun. Dichter, undurchdringlicher Wald. Und garantiert gab es Niemanden, der nach mir suchte.

Peeta sicher nicht.

Haymitch machte sich bestimmt keine Sorgen, er wusste dass ich ganz gut alleine zurechtkam. Hazelle vielleicht. Aber Haymitch würde sie beruhigen und ihr erklären, wie wunderbar ich allein im Wald klar kam. Es war kein wirklicher Schock, als mir klar wurde, dass es niemanden gab der mich suchen würde. Eher eine nüchterne Feststellung. Etwas, dass mir irgendwie die ganze Zeit klar gewesen war und das ich mich nur scheute auszusprechen. So würde ich also enden. Mit gebrochenem Flügel und angesengten Federn. Der Mockingjay hat seinen Zweck mehr als erfüllt und kann auf dem Waldboden sterben. Plötzlich schien nicht mal der Gedanke, von wilden Hunden zerrissen zu werden mehr beängstigend.

Das war nur eine von weiteren Möglichkeiten, mein Leben hier im Wald zu beenden. Dehydration war dabei die wahrscheinlichste. Verhungern würde ich nicht. Dafür würde ich gar nicht lange genug leben. Tief atmete ich den vertrauten Geruch von Erde und Moos und Wald ein. Alles hier war mir vertraut. Die Vogelstimmen, das leise Rascheln. Über mir entdeckte ich einen Mockingjay in einem der Äste. Ich verzog die Lippen zu einem halben Lächeln und sang ihm Rues kleine Melodie vor. Er lauschte aufmerksam und schon bald war ich umgeben von Mockingjays, die mir Rues Lied vorsangen. Mein Lächeln wurde breiter. Bald würde ich sie wiedersehen. Rue, Prim, Finnick, Cinna... all die Menschen die ich geliebt und verloren hatte. Meinen Dad.

Gegen Nachmittag begann es leicht zu regnen. Ich fing ein wenig Wasser mit meiner Flasche auf und aß ein paar Erdbeeren aus meinem Beutel. Der Baum an dem ich lehnte, war schön. Eine wunderschöne Eiche. Ich beobachtete, wie die Tropfen zwischen den Blättern hindurch fielen. Bald war ich nass bis auf die Haut, aber mein Bein tat nicht mehr so sehr weh. Ich schloss die Augen und summte das Lied, das ich vor ein paar Nächten gesungen hatte. Peeta würde frei sein. Vielleicht würden seine Alpträume ja nachlassen.

Er könnte eines der neuen Mädchen heiraten und die Familie haben, die er sich immer gewünscht hatte. Und ich würde ihn nicht mehr vermissen. Müsste nicht mehr damit leben zu wissen, dass ich ihn verloren hatte und nie wiederbekommen würde. Irgendwie schien der Gedanke endlich zu sterben, fast tröstend. Was hielt mich hier schon? Ich machte es mir unter meiner Eiche bequemer, wünschte meinem Bogen gute Nacht und umarmte meinen alten Jagdbeutel. Ich wünschte, ich hätte noch etwas von dem Morphium, um mich traumlos davon zu stehlen. Der Regen wurden stärker und ich rutschte seitlich weg, bis ich lag. Ich rollte mich soweit es mit meinem gebrochenen Knöchel ging, zusammen und blieb so in fötaler Stellung auf dem nassen Waldboden liegen. Blätter wehten mir sacht gegen die Wange, blieben in meinen Haaren hängen und bedeckten mich.

Es war mir egal. Ich würde eins mit dem Wald werden, endlich ein wirklicher Teil davon. Meine Augen drifteten immer wieder zu, auch wenn ich nicht wirklich einschlief. Und dann hörte ich meinen Namen. Ich konnte nicht ausmachen, aus welcher Richtung oder ob ich es geträumt hatte. Dann hörte ich ihn erneut. Jemand rief mich. Suchend. Das konnte nur ein Traum sein, also blieb ich einfach liegen, wo ich war und rührte mich nicht. Ich wollte dem letzten grausamen Trick, den mein Verstand mir spielte, nicht nachgeben.

„KATNISS!“

Das war eindeutig viel zu nah. Ich schlug die Augen auf. Um mich herum war es dunkel und ich musste ein paar Blätter mit fahrigen Bewegungen von meinem Gesicht ziehen um etwas erkennen zu können. Da bewegte sich nur ein paar Meter von mir eine Gestalt mit Taschenlampe durch den Wald. Es war inzwischen dunkel und der Regen hatte aufgehört.

„KATNISS!“ rief er erneut und ich blinzelte ungläubig. Er kam immer näher, offenbar hatte er gesehen, wie ich den Arm bewegte, denn schon blendete mich der helle Strahl der Taschenlampe. Mühsam blinzelte ich gegen das grelle Licht. „Katniss.. was.. was machst du denn?!“ fragte Peeta fassungslos und begann die Blätter von meinem Gesicht und meinen Haaren zu pflücken. Das war grausam. Mein Kopf ließ mich kurz vor meinem Tod von Peeta finden, das war mehr als bösartig. Seine warmen Finger strichen über meine eiskalte Wange und dann spürte ich, wie er seine starken, warmen Arme unter mich schob und mich vorsichtig aufhob.

„Haymitch! Ich hab sie!“ rief Peeta hinter sich und eine zweite Gestalt tauchte auf. „Sie sieht grauenhaft aus. Kannst du sie tragen?“ fragte Haymitch und Peeta nickte. „Ich gehe vor und du folgst mir.“ Und dann bewegte sich der Boden. Kraftlos ließ ich den Kopf gegen seine breite, sichere Schulter sinken. Vielleicht trug er mich ja zu Prim. Meine kalten Finger gruben sich in den Stoff seiner Jacke und ich schloss die Augen. Ich ließ zu, dass ich mich geborgen und sicher fühlte. Dass ich in Peetas Armen in Sicherheit war und er mich wirklich gefunden hatte. Was natürlich nicht stimmte, weil das hier alles in meinem Kopf war. Vor uns tanzte das Licht von Haymitchs Taschenlampe und der Wald bewegte sich an mir vorbei. Ich konnte Peetas gleichmäßigen, festen Herzschlag spüren. Wie schön das war.

Doch dann erreichten wir den Zaun, helles Licht blendete mich und lauter Stimmen drangen auf mich ein. „Oh, dem Himmel sei Dank, ihr habt sie gefunden!“ „Wo war sie denn?“ „Ist
sie verletzt?“ lauter bekannte Stimmen. Aber die einzige, die ich hören wollte, hatte seit er mich aufgehoben hatte, nichts mehr gesagt. Wir bewegten uns die Straße zu unseren Häusern entlang und obwohl mehrere fragten, gab Peeta mich nicht aus den Armen. Ich hob leicht den Kopf und flüsterte an seiner warmen Haut. „Du hast mich gefunden und trägst mich nachhause. Real oder nicht real?“ Einen Moment war ich nicht sicher ob er es gehört hatte, dann blieb er stehen und drehte den Kopf, um mich ansehen zu können. „Real.“ Flüsterte er und legte ganz sanft die Lippen auf meine. Mein Herz machte einen gewaltigen Satz und ich schloss die Augen. Spürte seine warmen, süßen Lippen auf meinen eiskalten.

Er hatte mich wirklich gefunden.

Es war kein Traum.

In meinem Haus erwartete mich ein ganzer Menschentumult. Scheinbar hatten noch sehr viel mehr Menschen nach mir gesucht. Peeta trug mich die Treppe hoch in mein Zimmer und legte mich vorsichtig auf mein Bett. Sofort begannen Hazelle und Greasy mich zum Bearbeiten, doch meine kalte Hand streckte sich nach Peeta aus und ich formte mit den Lippen „Geh nicht.“ Und das tat er. Er nickte stumm und setzte sich in den Sessel in der Ecke des Zimmers. Mein Blick war die ganze Zeit auf ihn gerichtet, während ich ausgezogen, umgezogen, untersucht und schließlich verarztet wurde. Mein Fuß wurde verbunden und gekühlt. Mir wurde Wasser eingeflößt und nach gut einer Stunde, die mir sehr viel länger vorkam, reichte mir Hazelle mir zwei Morphium Tabletten. Ich konnte den Blick noch immer nicht von Peeta wenden, der sich in all der Zeit nicht bewegt hatte. Bildete ich ihn mir nur ein?

Aber da drehte Hazelle sich zu ihm und fragte, ob er auch etwas bräuchte. Peeta schüttelte nur den Kopf und sie ließ uns alleine. Wieder war ich die selbstsüchtige von uns beiden. Ich wollte diesen Peeta, meinen Peeta nicht wieder verlieren. „Bleibst du bei mir?“ fragte ich leise und nahm die Tabletten. Peeta stand aus dem Sessel auf und ging vor mir in die Hocke, strich mir die feuchten Strähnen aus dem Gesicht und sah mir in die Augen. „Immer.“ raunte er und ich schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.


Make you love me by James Arthur there you go <3

http://www.youtube.com/watch?v=gdw9gOcEVAU
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